Biographien

Oskar Vogt (6.4.1870 Husum - 31.7.1959 Freiburg im Breisgau):
Begründer der modernen funktionsbezogenen Hirnforschung aufgrund seiner entscheidenden Untersuchungen zu Aufbau und Struktur der Großhirnrinde. Bekannt für seine in Moskau durchgeführte Untersuchung an Lenins Gehirn. Vogt war von 1930 bis 1937 Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Hirnforschung in Berlin-Buch. Von den Nazis entlassen, ging er nach Süddeutschland und leitete bis zu seinem Tode das "Institut für Hirnforschung und Allgemeine Biologie" in Neustadt im Schwarzwald.

 

Cécile Vogt-Mugnier (27.3.1875 Annécy - 4.5.1962 Cambridge/Großbritannien):
Französische Wissenschaftlerin und eine der bedeutendsten Hirnforscherinnen ihrer Zeit. Gilt als Wegbereiterin für die Anerkennung von Frauen in der Wissenschaft. Arbeitete von 1931 bis 1937 am Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung in Berlin-Buch. Gemeinsam mit ihrem Mann Oskar Vogt leistete sie bahnbrechende Arbeiten zur Aufklärung des Gehirnaufbaus und erforschte ferner Erkrankungen des Nervensystems. Begleitete 1937 ihren Mann nach Süddeutschland und baute dort mit ihm das "Institut für Hirnforschung und Allgemeine Biologie" in Neustadt (Schwarzwald) auf. Siedelte nach dem Tod ihres Mannes nach Cambridge/Großbritannien über.

 

Max Delbrück (4.9.1906 Berlin - 10.3.1981 Pasadena/USA):
In Berlin geborener Physiker; veröffentlichte zusammen mit Nikolai Wladimirovich Timoféeff-Ressovsky und Karl Günter Zimmer 1935 die wegweisende Schrift "Über die Natur der Genmutation und der Genstruktur". 1969 Nobelpreis für Physiologie und Medizin zusammen mit Alfred Hershey und Salvadore Luria für Entdeckungen auf dem Gebiet der Replikationsmechanismen und der genetischen Struktur von Viren. Delbrück gilt aufgrund seiner grundlegenden Arbeit über genetische Mechanismen und Bakteriophagen als einer der Väter der modernen Genetik.

Pressemitteilung 04.09.06 -  Max-Delbrück-Centrum feiert 100. Geburtstag von Max Delbrück

Wer war Max Delbrück?

 

Nikolai Wladimirovich Timoféeff-Ressovsky (7.9.1900 Provinz Kaluga - 28.3.1981 Obninsk/Russland):
Russischer Genetiker; leitete von 1930 bis 1945 die Abteilung für Experimentelle Genetik am Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung in Berlin-Buch; wurde weltweit bekannt durch Arbeiten über die Erzeugung von Mutationen bei der Taufliege Drosophila melanogaster, vor allem durch Röntgenstrahlen. Wegweisend war seine gemeinsam mit Max Delbrück und Karl Günter Zimmer verfasste Arbeit "Über die Natur der Genmutation und der Genstruktur". Nach dem Einmarsch der Roten Armee in Berlin 1945 der Kollaboration mit den Nazis verdächtigt, wurde er zehn Jahre in sowjetischen Arbeitslagern inhaftiert. Starb 1981 in Moskau; wurde 1992 offiziell von der Akademie der Wissenschaften Russlands rehabilitiert.

Pressemitteilung 21.09.00 - Der russische Genetiker Timoféeff-Ressovsky wird 100

Pressemitteilung 08.12.10 -  MDC-Geburtstagssymposium: 100 Jahre Arnold Graffi und 110 Jahre Nikolaj V. Timoféeff-Ressovsky

Pressemitteilung 25.03.11 - Vor 30 Jahren stab der russische Genetiker Nikolaj V. Timoféeff-Ressovsky

 

Karl Günther Zimmer (12.07.1911 Wroclaw/Poland  - 29.02.1988 Karlsruhe)

Pressemitteilung 08.07.11 -  100. Geburtstag des Physikers und Strahlenbiologen Karl Günther Zimmer

Karl Günther Zimmer zum hundertsten Geburtstag: „That was the basic radiobiology that was.“, Prof. em. Dr. rer. nat. Volker Wunderlich

 

Walter Friedrich (25.12.1883 Magdeburg - 6.10.1968 Berlin):
Biophysiker; gründete 1922 einen Lehrstuhl für Medizinische Physik an der Berliner Universität. Leiter des 1947 gegründeten Instituts für Medizin und Biologie der Akademie der Wissenschaften in Berlin-Buch. Erbrachte zusammen mit Max v. Laue und Paul Knipping den Beweis für die elektromagnetische Natur von Röntgenstrahlen und schuf durch seine Arbeiten Grundlagen der Radiumtherapie.

 

Karl Lohmann (10.4.1898 Bielefeld - 22.4.1978 Berlin-Buch):
Biochemiker; von 1937-1952 Lehrstuhlinhaber für Physiologische Chemie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Entdecker des wichtigsten chemischen Energiespeichers aller Lebewesen, des ATP (AdenosinTriPhosphat). Leitete von 1947 bis 1961 die Abteilung für Biochemie am Institut für Medizin und Biologie und danach, bis zu seiner Emeritierung 1964, das Institut für Biochemie der Akademie der Wissenschaften in Berlin-Buch.

 

Hans Gummel (3.8.1908 Berlin - 27.5.1973):
Ab 1949 Krebschirurg an der Geschwulstklinik der Akademie der Wissenschaften in Berlin-Buch, der späteren Robert-Rössle-Klinik; von 1954 bis 1973 Ärztlicher Direktor der Klinik. Machte sich vor allem um den Ausbau der Rössle-Klinik, die Weiterentwicklung krebschirurgischer Verfahren, klinische und organisatorische Maßnahmen zur Krebsfrüherkennung sowie durch die Förderung kombinierter Behandlungsmethoden von Tumoren verdient.

 

Erwin Negelein (15.5.1897 Berlin - 7.2.1979 Berlin):
Biochemiker; von 1945 bis 1961 stellvertretender Leiter der Abteilung Biochemie im Institut für Medizin und Biologie in Berlin-Buch. Von 1961 bis 1964 Direktor des Bucher Akademieinstituts für Zellphysiologie. Durch zahlreiche Arbeiten auf dem Gebiet der Biochemie bekannt. Mit der Entdeckung des nach ihm benannten "Negelein-Esters", eines Zwischenprodukts des Kohlenhydratabbaus in der Zelle, klärte er eine wichtige Reaktion der Energiegewinnung in Zellen auf. Trug auch zu wichtigen Erkenntnissen über den Stoffwechsel von Geschwülsten sowie zur Entwicklung biochemischer Analyseverfahren bei.