Nr. 16/18. November 1999
Nobelpreisträger Paul Berg mit Max-Delbrück-Medaille geehrt
Der amerikanische Nobelpreisträger Paul Berg (Stanford
Universität/Kalifornien), dessen Name eng mit der Entwicklung der Gentechnik
und verantwortungsbewußtem Umgang mit dieser revolutionären Forschung verbunden
ist, ist von mehreren Berliner Wissenschaftseinrichtungen jetzt (Donnerstag,
den 18. November 1999) mit der Max-Delbrück-Medaille geehrt worden. Prof. Berg
referierte anschliessend in der Berliner Charité der Humboldt-Universität über
die Analyse des Genoms des Menschen: “Was kann die Sequenzierung des Genoms des
Menschen uns mitteilen und was nicht“ lautete der Titel seiner Vorlesung.
Nr. 14/16. November 1999
Dem Bluthochdruck in der Schwangerschaft auf der Spur
Berliner Forschern Galenus-von-Pergamon-Preis 1999 zuerkannt
Für ihre Arbeiten zur Erforschung des Bluthochdrucks in der
Schwangerschaft, einem schwerwiegenden gesundheitlichen Risiko für die werdende
Mutter und ihr Kind, ist Prof. Friedrich Luft, Prof. Hermann Haller, Priv.-Doz.
Volker Homuth (Universitätsklinikum Charité der Humboldt-Universität,
Franz-Volhard-Klinik, Campus Berlin-Buch und Max-Delbrück-Centrum für
Molekulare Medizin, MDC, Berlin-Buch) sowie Dr. Gerd Wallukat (MDC) der
Galenus-von-Pergamon-Preis 1999 zuerkannt worden. Der mit insgesamt 25 000 Mark
dotierte Preis wurde den drei Klinikern und dem Grundlagenforscher im Rahmen
des ärztlichen Fortbildungskongresses Medica am 16. November in Düsseldorf
überreicht.
Nr. 13/1. Oktober 1999
Wegweiser der Immunabwehr
MDC-Wissenschaftler klären grundlegenden Mechanismus auf
Millionen von Immunzellen durchstreifen unentwegt den
menschlichen Organismus, immer bereit, Viren, Bakterien oder andere
Krankheitserreger aufzuspüren und zu vernichten. An strategisch wichtigen
Punkten des Körpers, in den Lymphorganen, treffen sie aufeinander, um
Informationen über Eindringlinge auszutauschen und eine Armada spezialisierter
Zellen für deren Bekämpfung zu mobilisieren. Können diese Zusammentreffen nicht
stattfinden, etwa weil die Immunzellen den Weg zu den „Informationszentralen“
nicht finden, so ist die Immunantwort des Körpers gestört. Einen grundlegenden
Mechanismus, wie dieses zielgerichtete Wanderverhalten bestimmter Immunzellen
gesteuert wird, konnte die Forschungsgruppe von Dr. Martin Lipp am
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch in Zusammenarbeit
mit Prof. Eckhard Wolf (Gen-Zentrum der Universität München) jetzt aufklären.
Dem MDC-Forscher Dr. Reinhold Förster gelang es, die Funktion eines
Steuermoleküls auf bestimmten Immunzellen, den sogenannten Lymphozyten und
Dendritischen Zellen, zu entschlüsseln. Wie die in der amerikanischen Fachzeitschrift
Cell (Vol. 99, S. 23-33, 1. Oktober 1999) veröffentlichten Ergebnisse der
MDC-Wissenschaftler zeigen, erkennt dieses Steuermolekül Locksignale, die von
den Informationszentralen der Lymphorgane ausgesendet werden, und steuert so
das für das Auslösen der Immunabwehr nötige Zusammentreffen dieser Immunzellen.
Nr. 12/3. September 1999
Zellbiologe Dr. Manfred Gossen ans MDC berufen
Forschungsgebiet: “Wenig beachtetes Fenster im Zellzyklus”
Der Biologe Dr. Manfred Gossen ist für fünf Jahre an das
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch berufen worden.
Dr. Gossen leitet die Forschungsgruppe “Kontrolle der DNA-Replikation” im
Forschungsschwerpunkt Zellwachstum und –differenzierung und hat vor kurzem seine
Tätigkeit im MDC aufgenommen.
Nr. 11/3. September 1999
Dr. Zoltán Ivics ans MDC berufen
Spezialgebiet: Millionen Jahre alte Invasoren im Genom
Sie sind mehrere Millionen Jahre alt, haben sich in die
Erbanlagen (Genome) nahezu aller Organismen vom Bakterium bis zum Menschen
eingeschlichen, scheinen offenbar keinerlei Funktion zu haben und doch befassen
sich Molekularbiologen mit diesen geheimnisvollen Boten der Evolution, den
Transposons. So zum Beispiel der ungarische Biologe und Genetiker Dr. Zoltán
Ivics, der jetzt für fünf Jahre einen Ruf an das MDC bekommen hat. Dr. Ivics
leitet die Forschungsgruppe „Transposons“ im Koordinierungsbereich Molekulare
Therapie. Er bezog am 1. Juni 1999 sein Labor im Walter-Friedrich-Haus des MDC
und nahm zusammen mit seiner Kollegin Dr. Zsuzsanna Izsvák die Arbeit auf.
Nr. 9/25. Juni 1999
Mechanismen der Krebsentstehung und Metastasenbildung aufgedeckt
Dr. Jürgen Behrens mit Monika Kutzner-Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet
Für seine Verdienste bei der Erforschung der Krebsentstehung
und Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) hat der Zellbiologe Dr. Jürgen
Behrens vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch den
Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften der Monika
Kutzner-Stiftung zur Förderung der Krebsforschung erhalten. Dr. Behrens wurde
die mit 20 000 Mark dotierte Auszeichnung auf der Festveranstaltung der
Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin am Freitag, den
25. Juni 1999, überreicht.
Nr. 8/6. Mai 1999
Das MDC trauert um Prof. Michael Strauss
Mit Erschütterung haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch die
Nachricht vom tragischen Tod von Prof. Michael Strauss aufgenommen. Der
international renommierte Zellbiologe erlag am 29. April 1999 im Alter von 49
Jahren einer schweren Krankheit.
Nr. 5/19. April 1999
Herz-Kreislauf-Erkrankungen - oft vererbt
Familiäres Risiko wird häufig unterschätzt - Wissenschaftler informieren auf der Hannover Messe
Herzinfarkt und Schlaganfall sind in Deutschland die häufigste
Todesursache. Auslöser sind in den meisten Fällen Risikofaktoren wie erhöhte
Cholesterinwerte und Bluthochdruck. Ein weiterer Risikofaktor wird jedoch
häufig unterschätzt: die Familiengeschichte. Daß ein erhöhter
Cholesterinspiegel vererbt werden kann, wissen nur wenige.
Nr. 4/24. März 1999
Der Deutsche Krebspreis 1999 geht nach Berlin-Buch
Preisträger: Prof. Walter Birchmeier und Prof. Peter M. Schlag
Für ihre Verdienste bei der Erforschung der Krebsentstehung
und Metastasenbildung sowie für die Entwicklung neuer Behandlungskonzepte bei
Mastdarmkrebs und bösartigen Weichsgewebstumoren sind Prof. Walter Birchmeier
vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und Prof.
Peter M. Schlag von der Robert-Rössle-Klinik, Universitätsklinikum Charité,
Campus Berlin-Buch, mit dem Deutschen Krebspreis für experimentelle und
klinische Krebsforschung ausgezeichnet worden. Der mit 30 000 Mark dotierte
Preis wurde den beiden Forschern, die in Berlin-Buch eng zusammenarbeiten, am
24. März 1999 im Rahmen eines Symposiums der Deutschen Krebsgesellschaft in
Heidelberg überreicht.
Nr.2/15. Januar 1999
Erkenntnisse über Zellkommunikation liefern Basis für Entwicklung neuer Krebsmedikamente
Erste klinische Studien in den USA und Großbritannien angelaufen
In den vergangenen Jahren haben Entwicklungs- und
Tumorbiologen immer mehr Einblick in das komplizierte Regelwerk der
Kommunikation von Zellen bekommen. Die Fähigkeit von Zellen, in ständigem
Dialog miteinander zu stehen und ihre Funktionen aufeinander abzustimmen, ist nicht
nur für die Entwicklung, sondern auch für die Aufrechterhaltung der
Lebensfunktionen von Mensch und Tier von grundlegender Bedeutung. Sind die fein
aufeinander abgestimmten Signalwege gestört, kann es zu Fehlentwicklungen
kommen und zur Entstehung schwerer Krankheiten, beispielsweise Krebs. Einen
maßgeblichen Anteil an der Entschlüsselung zellulärer Signalübertragungswege
hat Prof. Axel Ullrich, Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in
Martinsried bei München und Mitbegründer eines Pharmaunternehmens in den USA
(Sugen, San Francisco). Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung haben
inzwischen zur Entwicklung neuer Krebsmedikamente geführt, die derzeit in
mehreren klinischen Studien in den USA und Großbritannien erprobt werden,
berichtete Prof. Ullrich auf der Neujahrsveranstaltung (15. Januar 1999) des
Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch.
Nr. 1/15. Januar 1999
Zum fünften Mal Delbrück-Stipendium vergeben
Zum fünften Mal haben die Delbrück’sche Familienstiftung und
das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch das
„Abiturientenstipendium“ für Studienanfänger vergeben. Die beiden Stipendiaten
für 1998 sind die Biochemiestudentin Kerstin Jülke und der Mathematikstudent
Dmitrij Sverdlov. Auf der Neujahrsveranstaltung des MDC am Freitag, den 15.
Januar 1999, in Berlin-Buch überreichte ihnen Hans-Jürgen Delbrück, Vertreter
der Familienstiftung, zwei Schecks mit jeweils 1 000 Mark. Darüber hinaus
erhalten die beiden Stipendiaten monatlich 50 Mark Büchergeld über die Dauer
des gesamten Studiums. Die beiden Stipendiaten stammen aus Bernau bzw. St.
Petersburg und haben im Oktober 1998 mit ihren Studien an der Freien
Universität (FU) Berlin bzw. an der Humboldt-Universität (HU) zu Berlin
begonnen.

