Nr. 14/03. Mai 2000

OP 2000 – Der Operationssaal der Zukunft

Ausstellung über Medizin aus Berlin in den Potsdamer Platz Arkaden

OP 2000 — Operationssaal der Zukunft

OP 2000 der Robert-Rössle-Klinik (Charité der Berliner Humboldt-Universität, Campus Berlin-Buch) und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch

Wie muss der Operationssaal der Zukunft aussehen? Das können sich interessierte Besucher der Ausstellung „Medizin aus Berlin – Von Sauerbruch zum virtuellen OP“ in den Potsdamer Platz Arkaden vom 9. bis 12. Mai 2000, täglich von 10 bis 20 Uhr ansehen. Dort wird der Operationssaal der Zukunft, der OP 2000, vorgestellt. Entwickelt wurde er von der Robert-Rössle-Klinik (Charité der Berliner Humboldt-Universität, Campus Berlin-Buch) in Zusammenarbeit mit dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch.

Das Konzept des OP 2000 sieht den kombinierten Einsatz von Laser-, Video-, Kommunikations- und Computertechnologien bei der Krebsdiagnose und -behandlung vor. Die Forschungsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Peter M. Schlag (Robert-Rössle-Klinik, Charité der Berliner Humboldt-Universität, Campus Berlin-Buch) und der wissenschaftlichen Koordination von Dr. Georgi Graschew, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, hat in enger Zusammenarbeit mit der Industrie moderne Informations- und Kommunikations-Technologien in den Operationssaal der Zukunft integriert. Dazu gehören virtuelle Realität (VR), digitale Bild- und Datenverarbeitung, dreidimensionale Videoübertragungen sowie ferngesteuerte Instrumente.

 

Im OP 2000 werden die Daten digital aufbereitet. Der Arzt kann damit Untersuchungsergebnisse sicherer und schneller erstellen und ent­sprechende Behandlungsvorschläge erarbeiten. Diese Technologien sind nach Auffassung der Berliner Chirurgen aus dem Operationssaal der Zukunft nicht mehr wegzudenken, da nur sie die langfristige Optimierung von Tumordiagnose und –therapie erlauben.

 

Darüber hinaus ermöglicht der OP 2000 einem Chirurgen, während der Operation einen anderen Spezialisten, der nicht vor Ort ist, über digitale Live-Video-Übertragungen via Satellit oder Hochgeschwindigkeits-Datenautobahnen (ATM) zu konsultieren.

 

Auch die Aus-, Weiter- und Fortbildung werden diese neuen Technologien, so die Ber­liner Chirurgen, weitreichend verändern. Bislang war für angehende Ärzte das „Training on the Job“ die einzige Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln. Im OP 2000 hingegen kann ein Operationsteam mit realen Instrumenten den Eingriff mehrmals in chirurgischen Simulatoren erproben.

 

Die Forschergruppe OP 2000 widmet sich seit 1988 der Frage, wie die Tumordiagnostik und –behandlung mit Hilfe neuer Techniken entscheidend verbessert werden können. Sie wechselte 1993 von der Chirurgischen Universitätsklinik in Heidelberg, wo sie zusammen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (ebenfalls in Heidelberg) gearbeitet hatte, nach Berlin. Dort entwickelten sie den OP 2000 weiter.

 

Der OP 2000 kann zusätzlich zu der Wissenschaftsausstellung an den Potsdamer Platz Arkaden auch im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2000 auf dem Campus Berlin-Buch besichtigt werden. Außerdem werden dort noch zwei weitere EXPO-Projekte zu sehen sein: Das „Gläserne Labor“, ein Labor, in dem die breite Öffentlichkeit sich über Gentechnik informieren und auch selbst „Hand anlegen“ kann, sowie die „Proteinstrukturfabrik“, ein Berliner Forschungsprojekt, das unter anderem der Entwicklung von Medikamenten dient.

 

Barbara Bachtler
Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin

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Fax:  +49 (0) 30 94 06 - 38 33

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Surgical Research Unit OP 2000
Dr. Georgi Graschew
Lindenberger Weg 80
13125 Berlin
Tel.: 0049/30/94 17 - 16 30
Fax: 0049/30/94 06 - 34 053
graschew@mdc-berlin.de
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