Nr. 42/18. Dezember 2000
Wie variabel sind unsere Gene?
Von Bedeutung für das Herausfinden von Krankheitsursachen und für die Entwicklung maßgeschneiderter Medikamente
Neue und überraschende Einblicke in die Variabilität des
menschlichen Erbguts haben Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für
Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der GenProfile AG (Berlin-Buch) in
einer der umfassendsten Studien, die bislang veröffentlicht worden ist,
gewonnen. In rund 250 Blutproben analysierten sie die Struktur des so genannten
Opiat-Rezeptor-Gens (kurz: OPRM1). Dieses Gen trägt die Information zur Bildung
eines Eiweißmoleküls, welches im Gehirn unter anderem die Bindung von
Schmerzmitteln und Suchtsubstanzen wie zum Beispiel Morphin vermittelt. In den
untersuchten Blutproben stellte die Medizinerin und Molekulargenetikerin Dr.
Margret Hoehe (MDC und GenProfile AG) insgesamt 52 verschiedene Formen des
untersuchten Gens fest. “Das Ergebnis ist zum einen für das Erkennen von
Krankheitsursachen und für die Entwicklung neuer, spezifisch wirksamer, auf den
einzelnen Patienten maßgeschneiderter Medikamente von Bedeutung”, erläutert Dr.
Hoehe die Studie. “Zum anderen macht die Untersuchung aber auch deutlich, wie
variabel Gene sind und wie schwierig es deshalb ist, einen direkten
Zusammenhang zwischen genetischer Veranlagung und einem Krankheitsbild
herauszufinden.” Die Studie von Dr. Hoehe, ihren Mitarbeitern und
Wissenschaftlern der amerikanischen Universitäten Yale, Harvard und
Pennsylvania ist jetzt in dem britischen Fachblatt Human Molecular Genetics
(Vol. 9, Nr.19, 2000, pp 2895-2908)* erschienen.
Nr. 40/8. Dezember 2000
MDC und Forschungszentrum Karlsruhe erhalten ersten Technologietransferpreis des Bundesforschungsministeriums
Mit insgesamt 400 000 Mark dotiert
Der mit insgesamt 400 000 Mark dotierte “Preis des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung für Gründungsinitiativen, vergeben
durch die Karl Heinz Beckurts-Stiftung” ist zu gleichen Teilen an das
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und das Forschungszentrum
Karlsruhe gegangen. Mit dem zum ersten Mal verliehenen Preis will das
Bundesforschungsministerium (BMBF) nach Angaben der Beckurts-Stiftung
Inititiativen außeruniversitärer Forschungseinrichtungen bei der Entwicklung
von Geschäftsideen und bei der Gründung technologieorientierter Unternehmen
unterstützten. Der Preis wurde den beiden Mitgliedern der
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) am 8. Dezember im
Rahmen einer Festveranstaltung der Beckurts-Stiftung in München vom Parlamentarischen
Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Wolf-Michael Catenhusen,
überreicht.
Nr. 38/1. Dezember 2000
“Zwillingsgen” auf der Spur
Enge Kooperation von Berliner Wissenschaftlern mit Polen und Finnland
Mehrfach-Empfängnis ist bei Menschen häufiger als die Zahl der
letztendlich geborenen zweieiigen Zwillinge. Eine mögliche Ursache haben
Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch und der Franz-Volhard-Herz-Kreislauf-Klinik (Universitätsklinikum
Charité, Campus Berlin-Buch) zusammen mit Wissenschaftlern aus Finnland und
Polen jetzt herausgefunden. Die Arbeit von Dr. Andreas Busjahn* und
Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland ist jetzt in dem renommierten
britischen Fachblatt Nature Genetics (Vol.26, Nr. 4, pp 398f) erschienen.
Nr. 39/1. Dezember 2000
Erstmals Genregion für Neurodermitis auf Chromosom 3 entdeckt
Die Neurodermitis ist eine der häufigsten chronischen
Krankheiten im Kindesalter. Zusammen mit Asthma und Heuschnupfen gehört sie zu
den allergischen Erkrankungen. Erbliche Faktoren und Umweltfaktoren bestimmen
das Risiko, an Neurodermitis zu erkranken. Wissenschaftler der
Charité-Kinderklinik (mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie) der Humboldt-Universität
zu Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch haben in einer europaweiten Studie erstmals eine Genregion auf
Chromosom 3 identifiziert, die ein Krankheitsgen der Neurodermitis enthält.
Diese Arbeit ist jetzt in der Fachzeitschrift Nature Genetics (Vol. 26,
Nr.4, pp. 470-473)* erschienen.
Nr. 36/21. November 2000
Erstes transeuropäisches Kompetenznetzwerk für Telemedizin
14 Kliniken in sechs Ländern beteiligt - Forschungsgruppe OP 2000 aus Berlin-Buch stellt System auf der Fachmesse Medica in Düsseldorf vor
Zur Verbesserung der Diagnose und Behandlung von Krebs hat
jetzt die Forschungsgruppe OP 2000 der Robert-Rössle-Krebs-Klinik (Charité der
Berliner Humboldt-Universität, Campus Berlin-Buch) das erste funktionsfähige
transeuropäische Kompetenznetzwerk für Telemedizin eingerichtet. Über Satellit
verbindet es 14 Kliniken in sechs Ländern: Bulgarien, Deutschland, Frankreich,
Griechenland, Italien und Tunesien. Eingesetzt werden dabei Laser-, Video-,
Kommunikations- und Computertechnologien. Dieses System wird jetzt auf der medizinischen
Fachmesse Medica in Düsseldorf vom 22. - 25. November 2000 (Medica, Halle
14E29) vorgestellt.
Nr. 35/9. November 2000
Neue Erkenntnisse über Herzregulation
“Grundsätzliche Bedeutung” für Therapie von Patienten mit Beta-Blockern
Herzforscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin
(MDC) Berlin-Buch haben gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Melbourne/Australien
und Cambridge/Großbritannien eine wichtige Teilsequenz einer Signalkette
aufgeklärt, die die Leistung des menschlichen Herzens bei erhöhter körperlicher
Belastung oder bei unzureichender Blutversorgung sicherstellt. Die Ergebnisse
sind nach Aussage von Prof. Ernst-Georg Krause, Leiter der MDC-Forschungsgruppe
“Intrazelluläre Signalumsetzung im Herzen”, für die Behandlung von
Herzpatienten mit so genannten Beta-Blockern “von grundsätzlicher Bedeutung”.
Die Forschungsarbeit von Dr. Peter Molennaar (Universität Melbourne), Dr.
Alberto Kaumann (Universität von Cambridge) und Prof. Krause ist jetzt in dem
renommierten amerikanischen Fachblatt Circulation (2000; Vol. 102,
pp.1814-1821) erschienen.
Nr. 34/1. November 2000
Bluthochdruck in der Schwangerschaft
Junger Mediziner erhält Jan-Brod-Preis
Für seine Forschungen über Bluthochdruck in der
Schwangerschaft, einer schweren Komplikation für die werdende Mutter und ihr
Kind, hat Dr. Ralf Dechend vom Universitätsklinikum Charité der
Humboldt-Universität, Franz-Volhard-Klinik, Campus Berlin-Buch, den
Jan-Brod-Preis erhalten. Die mit 10 000 Mark dotierte Auszeichnung wurde dem
jungen Arzt am Mittwoch, den 1. November 2000, in Hannover von der Gesellschaft
der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover e.V in der niedersächsischen
Landeshauptstadt überreicht.
Nr. 33/26. Oktober 2000
Amerikanische Biochemikerin erhält Max-Delbrück-Medaille
Die amerikanische Biochemikerin Prof. Joan Argetsinger Steitz
von der Yale Universität in New Haven/Connecticut (USA) ist als erste Frau
(Donnerstag, 26. Oktober 2000) mit der Max-Delbrück-Medaille geehrt worden. Mit
ihren Forschungen trug Prof. Steitz erheblich zur Aufklärung des grundlegenden
Mechanismusses bei, wie die in den Genen enthaltene Erbinformation DNA in
Proteine, die Bau- und Betriebsstoffe des Lebens, übersetzt werden. Eine
entscheidende Rolle spielt dabei die Ribonukleinsäure (RNA), die eng mit der
DNA verwandt ist.
Nr. 32/25. Oktober 2000
Gefühlsarme Mäuse
Erster Nachweis von Gen für Tastsinn bei Wirbeltieren erbracht
Sie haben ihre “Fühler” ausgefahren, dennoch reagieren sie
kaum auf leichte Berührungen. Die Mäuse haben einen Teil ihres Tastsinns
verloren. Ursache dafür ist ein defektes Gen, wie Wissenschaftler des
Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und des Howard
Hughes Medical Institute (HHMI) der Universität von Iowa/USA jetzt entdeckt
haben. “Damit haben wir den ersten Nachweis für die Existenz eines Gens
erbracht, das für den Tastsinn bei Wirbeltieren verantwortlich ist”, erläutert
Dr. Gary Lewin, Neurowissenschaftler am MDC, dieses Forschungsergebnis. Die
Arbeit von Dr. Lewin und seinen Mitarbeitern am MDC sowie seinem amerikanischen
Kollegen Dr. Michael J. Welsh und dessen Team am HHMI ist jetzt in dem
renommierten britischen Fachblatt Nature (Vol. 407, Nr. 6807, pp. 1007 - 1011)
erschienen.
Nr. 31/20. Oktober 2000
Prof. Albert Wollenberger verstorben
Pionier der modernen Herz-Kreislauf-Forschung
Im Alter von 88 Jahren ist in Berlin-Buch Prof. Albert
Wollenberger verstorben. Der international renommierte Pharmakologe gilt als
einer der Pioniere der molekularen und zellulären Herzforschung. Er hatte die
Herz-Kreislauf-Forschung in Berlin-Buch zu einem international beachteten
Forschungsschwerpunkt aufgebaut. Prof. Wollenberger, der am 25. September
verstarb, war am vergangenen Freitag (20. Oktober) in Berlin beigesetzt worden.
Nr. 30/14. Oktober 2000
Wissenschaftsorganisationen errichten Mahnmal
Ein Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer
nationalsozialistischer Euthanasieverbrechen und ihren Missbrauch durch Medizin
und Forschung haben das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch, die Max-Planck-Gesellschaft (MPG, München) und die Deutsche
Forschungsgemeinschaft (DFG, Bonn) auf dem Campus Berlin-Buch errichtet. Das
Mahnmal, das die in Berlin lebende Bildhauerin Anna Franziska Schwarzbach geschaffen
hat, wurde am Sonnabend, den 14. Oktober, eingeweiht. Es trägt die Inschrift:
Nr. 29/11. Oktober 2000
Bundesverdienstkreuz für Prof. Detlev Ganten
“Wegbereiter der molekularen Medizin in Deutschland”
Prof. Detlev Ganten, Stiftungsvorstand des
Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, ist von
Bundespräsident Johannes Rau mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.
“Er gilt als Wegbereiter in der molekularen Medizin in Deutschland. Vor allem
bei der Erforschung von Herz-Kreislauf-Krankheiten hat er Meilensteine gesetzt.
Unter seiner Leitung entwickelte sich das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare
Medizin (MDC) Berlin-Buch in kurzer Zeit zu einer renommierten
Forschungseinrichtung”, heißt es in der Laudatio. Weiter wird Prof. Gantens
Einsatz für die Ansiedlung der Biotechnologie in Berlin-Buch als wichtige
Zukunftstechnologie gewürdigt. Damit “wurden zahlreiche Arbeitsplätze
geschaffen und der Region ein weitreichender, strukturbildender Einfluss und
eine zukunftsorientierte Perspektive gegeben”.
Nr. 26/21. September 2000
Der russische Genetiker Timoféeff-Ressovsky wird 100
Geburtstagssymposium des MDC
Anlässlich des 100. Geburtstags des russischen Genetikers
Nikolai Wladimirovich Timoféeff-Ressovsky veranstaltete das Max-Delbrück-Centrum
für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch am 21./22. September ein Symposium
über „Genetik in Russland und Deutschland“. Mit dieser Veranstaltung würdigte
das MDC Timoféeff-Ressovsky, der von 1930 bis 1945 in Berlin-Buch am damaligen
Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung gearbeitet hatte. Im historischen
Hörsaal des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Instituts, dem heutigen
Oskar-und-Cécile-Vogt-Haus, sprachen Naturwissenschaftler, Mediziner und
Historiker, von denen einige Timoféeff-Ressovsky noch persönlich gekannt haben.
Bei dem Symposium ging es auch um die Bedeutung Timoféeffs für die heutige
Molekularbiologie und Genetik.
Nr. 25/14. September 2000
Max-Delbrück-Centrum eröffnet Skulpturenpark
1,5 Millionen Mark von Stiftung Deutsche Klassenlotterie
Einen Skulpturenpark mit Plastiken, Gemälden und Klanginstallationen
von 24 Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland hat das
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch am Sonnabend, den
16. September 2000, im Rahmen des Tags der offenen Tür eröffnet. Die Exponate
erwarb das MDC aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie in Höhe von
1,5 Millionen Mark. Sie sind auf dem Campus Berlin-Buch sowie in verschiedenen
Gebäuden des MDC und des Campus ausgestellt.
Einladung
Pressekonferenz Eröffnung Skulpturenpark mit Vorbesichtigung
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Jeanne-Mammen-Saal (Torhaus)
Donnerstag, den 14. September 2000, 11.00 - 13.00 Uhr
Nr. 23/1. September 2000
Von Gen-Chips, Proteinen und dem Operationssaal der Zukunft
Tag der offenen Tür auf dem Campus Berlin-Buch am 16. 9. 2000
Einblick in die Welt der Genforschung und die Welt der Medizin
bieten Forscher und Kliniker des Campus Berlin-Buch am Sonnabend, den 16.
September 2000, beim Tag der offenen Tür. Veranstalter sind das
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und das
Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP).
Einladung
MDC-Symposium „Genetik in Russland und Deutschland“ zum
100. Geburtstag von Nikolai Wladimirovich Timoféeff-Ressovsky
Donnerstag, den 21. 9. - Freitag, den 22. 9. 2000
Hörsaal, Oskar-und-Cécile-Vogt-Haus
Nr. 19/19. Juni 2000
Krebsforscher Arnold Graffi wurde 90 Jahre alt
Der Mediziner und Krebsforscher Prof. Dr. Arnold Graffi ist am
19. Juni in Berlin 90 Jahre alt geworden. Die Entdeckungen des 1910 in Bistritz
(Rumänien) geborenen Wissenschaftlers trugen maßgeblich zum heutigen
molekularen Verständnis der Krebsentstehung bei. So klärte er unter anderem die
Wirkungsweise verschiedener krebserregender, chemischer Substanzen wie
beispielsweise polyzyklischer Kohlenwasserstoffe und Nitrosamine auf. Zudem
identifizierte Graffi mehrere krebsauslösende Viren, von denen einige nach ihm
benannt sind. Ein Großteil dieser Untersuchungen fällt dabei in die Jahre 1948
bis 1975 während seiner Tätigkeit als Abteilungsleiter am damaligen
Akademieinstitut für Medizin und Biologie in Berlin-Buch und später als
Direktor des dortigen Instituts für Experimentelle Krebsforschung (heute
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, MDC, Berlin-Buch).
Nr. 18/5. Juni 2000
Krebsforscher Dr. Jürgen Behrens mit Domagk-Preis ausgezeichnet
Mechanismen der Krebsentstehung und Metastasenbildung aufgedeckt
Für seine “bahnbrechenden Forschungen” über die Entstehung von
Krebs ist Dr. Jürgen Behrens vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
(MDC) Berlin-Buch mit dem Gerhard-Domagk-Preis ausgezeichnet worden. Der
Forscher erhielt den mit 20 000 Mark dotierten Preis am Montag, den 5. Juni
2000, in der Universität Münster überreicht. Der Preis wird seit 1963 alle zwei
Jahre von der nach dem Medizinnobelpreisträger Gerhard Domagk benannten
Stiftung für Krebsforschung der Gesellschaft zur Förderung der Universität
Münster und der Firma Bayer verliehen. Preisträger 1998 war der
Molekularbiologe Prof. Manfred Schwab vom Deutschen Krebsforschungszentrum
Heidelberg. Mit Prof. Heinz Bielka, Dr. Rainer Benndorf und Dr. Matthias
Gaestel hatten 1993 schon einmal MDC-Wissenschaftler die renommierte Auszeichnung
gemeinsam mit drei weiteren Forschern erhalten.
Nr. 17/ 1. Juni 2000
Zwei weltweite EXPO 2000-Projekte auf dem Campus Berlin-Buch
Gläsernes Labor und Proteinstrukturfabrik
Zwei weltweite Projekte, die sich im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2000 auf dem Campus Berlin-Buch präsentieren, bieten Einblicke in die Welt der Genforschung und die Suche nach neuartigen Medikamenten. Von Juni bis Oktober 2000 hat die Öffentlichkeit die Möglichkeit, sowohl das Gläserne Labor als auch die Proteinstrukturfabrik auf dem Campus Berlin-Buch zu besuchen. Im Gläsernen Labor können sich Besucher über Chancen und Risiken der Gentechnik sowie über ihren Einsatz in der Medizin informieren. Gemeinsam mit Wissenschaftlern können sie außerdem gentechnische Experimente durchführen. Die Ausstellung Proteinstrukturfabrik vermittelt anhand von Modellen und kurzen Videobeiträgen, wie Forscher Gene erkennen, die Struktur der dazugehörigen Eiweiße (Proteine) aufklären und auf dieser Basis neuartige Medikamente entwickeln können. Zusätzlich zu diesen beiden Projekten steht der Operationssaal der Zukunft – der OP 2000 – an drei Tagen im September für Besucher des Campus Berlin-Buch in der Robert-Rössle-Klinik (Charité der Berliner Humboldt-Universität, Campus Berlin-Buch) offen. Dort können sie sich einen Eindruck verschaffen, wie moderne Technologien Einzug in den modernen Operationssaal gehalten haben.
Nr. 15/18. Mai 2000
“Schwarzer Tod und Amikäfer” – Eröffnung einer Ausstellung über Biowaffen auf Schloss Sachsenburg
Die Ausstellung zur Geschichte der Biowaffen, die in den
vergangenen drei Monaten unter dem Titel “Schwarzer Tod und Amikäfer” im
“Biohistoricum, Museum und Forschungsarchiv für die Geschichte der Biologie” in
Neuburg an der Donau/Bayern zu sehen war, wird jetzt ab 20. Mai 2000 auf
Schloss Sachsenburg bei Frankenberg/Sachsen gezeigt. Sie basiert auf einer dort
zuvor gezeigten Ausstellung “Die Sachsenburg und der biologische Krieg”, die
vor allem über das in dem 800 Jahre alten Schloss während des Zweiten
Weltkrieges eingerichtete “Institut für Mikrobiologie der Wehrmacht”
informierte.
Nr. 14/03. Mai 2000
OP 2000 – Der Operationssaal der Zukunft
Ausstellung über Medizin aus Berlin in den Potsdamer Platz Arkaden
Wie muss der Operationssaal der Zukunft aussehen? Das können
sich interessierte Besucher der Ausstellung „Medizin aus Berlin – Von
Sauerbruch zum virtuellen OP“ in den Potsdamer Platz Arkaden vom 9. bis 12. Mai
2000, täglich von 10 bis 20 Uhr ansehen. Dort wird der Operationssaal der
Zukunft, der OP 2000, vorgestellt. Entwickelt wurde er von der Robert-Rössle-Klinik
(Charité der Berliner Humboldt-Universität, Campus Berlin-Buch) in
Zusammenarbeit mit dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch.
Nr. 13/3. Mai 2000
Dr. Thomas Willnow vom MDC erhält hochdotierten Preis der SmithKline Beecham Stiftung
Für die Erforschung des Vitamin D-Stoffwechsels ist Dr. Thomas
Willnow, Forschungsgruppenleiter im Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
(MDC) Berlin-Buch, mit dem diesjährigen Preis für ”Medizinische Grundlagenforschung”
der SmithKline Beecham Stiftung (München) ausgezeichnet worden. Dr. Willnow
hatte nachgewiesen, auf welche Weise Vitamin D, ein Steroidhormon, das für
gesundes Knochenwachstum unerlässlich ist, aus dem Blutkreislauf in die Niere
geschleust wird, um dort aktiviert zu werden. Die Forschungsergebnisse geben
möglicherweise auch einen Hinweis darauf, wie andere Steroidhormone im Körper
an ihren Zielort gelangen, darunter auch solche, die das Wachstum bestimmter
Brust- und Prostatatumoren fördern. Dr. Willnow erhielt die mit 25 000 Mark
dotierte Auszeichnung am 3. Mai auf einer Festveranstaltung der Deutschen
Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden.
Nr. 10/15. Februar 2000
MDC und Bucher Unikliniken: „Berliner Senatsentscheidung ist eine Katastrophe – Berlin verpasst die Zukunft“
Als unakzeptabel haben das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare
Medizin (MDC) Berlin-Buch und die beiden Bucher Klinken der Charité,
Robert-Rössle- und Franz-Volhard-Klinik, den Sparbeschluss des Berliner Senats
vom Dienstg bezeichnet. Laut Senatsbeschluss soll die Bettenzahl dieser beiden
Forschungskliniken bereits zum 1. Juli 2000 um die Hälfte auf 165 gekürzt und
damit zugleich rund 60 Millionen Mark eingespart werden. „Die Berliner
Senatsentscheidung ist eine Katastrophe. Offenbar hat die Berliner Politik
nicht richtig verstanden, dass es in Berlin-Buch um ein bundesweit einmaliges
Modell für die klinische Forschung in Deutschland geht,“ kritisierte MDC
Stiftungsvorstand Detlev Ganten. Betroffen von diesem Sparbeschluss seien damit
auch die Biotechnologie und die Genomforschung, Bereiche, die für Berlin als
Wissenschaftsstadt und auch für die Bundesrepublik von großer strategischer
Bedeutung sind. „Berlin verpasst die Zukunft“, erklärte er.
Nr. 9/28. Januar 2000
Fast zwei Milliarden Mark in Campus Berlin-Buch investiert
Institutionelle Mittel sowie Fördermittel von Bund, Land und der EU
In den vergangenen acht Jahren sind in den Aufbau des Campus
Berlin-Buch mit dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch, den Spezialkliniken des Universitätsklinikums Charité der Berliner
Humboldt-Universität - Robert-Rössle-Krebs- und Franz-Volhard-Herz-Kreislauf-Klinik
- sowie in den Biotechnologiepark fast zwei Milliarden Mark geflossen. Darauf
hat der Stiftungsvorstand des MDC, Prof. Detlev Ganten, auf dem Neujahrsempfang
des Forschungsinstituts am Freitag, den 28. Januar 2000, hingewiesen. In dieser
Zahl sind sowohl institutionelle Mittel als auch Fördermittel enthalten. Nicht
darin enthalten sind Fördermittel, welche die Firmen des Biotechnologieparks
erhalten haben. „Ohne die Unterstützung durch den Bund, das Land Berlin und die
Europäische Union wäre die positive Entwicklung des Campus und des in der
Bundesrepublik einzigartigen Modells für die klinische Forschung nicht möglich
gewesen“, betonte Prof. Ganten. Er machte zugleich deutlich, dass dieses
bundesweit und international beachtete Modell durch kurzsichtige,
konzeptionslose Sparmaßnahmen Berlins zerschlagen zu werden droht. Dies sei
insbesondere deshalb unverständlich, da MDC und Kliniken ein Konzept vorgelegt
haben, das, im Gegensatz zu den derzeitigen Plänen des Senats, das laufende
Ausschreibungsverfahren für den geplanten Neubau des Städtischen Klinikums Buch
berücksichtigt. Zu dem Empfang waren die Berliner Wissenschaftssenatorin
Christa Thoben sowie der Parlamentarische Staatssekretär im
Bundesforschungsministerium (BMBF) und Kuratoriumsvorsitzende des MDC,
Wolf-Michael Catenhusen gekommen.
Nr. 8/28. Januar 2000
Neue Therapie gegen Weichgewebstumore jetzt zugelassen
Eine neue Therapie gegen Weichgewebstumore
(Weichgewebssarkome), mit der in den meisten Fällen Amputationen der
betroffenen Arme oder Beine vermieden werden können, ist jetzt in den
Mitgliedsländern der Europäischen Union zugelassen worden. Das teilte Prof. Dr.
Peter M. Schlag, Direktor der Klinik für Chirurgie und onkologische Chirurgie
der Robert-Rössle-Krebs-Klinik der Charité der Berliner Humboldt-Universität,
Campus-Berlin-Buch, mit. Nach Aussage von Prof. Schlag ist die Zulassung dieser
neuen Therapie das Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen Klinikern der
Rössle-Klinik und Grundlagenforschern des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare
Medizin (MDC) Berlin-Buch sowie einer Biotechnologiefirma. An der Entwicklung
waren auch Ferdy Lejeune vom Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV) in
Lausanne (Schweiz) und Alexander Eggermont vom Daniel den Hoed Cancer Center,
Rotterdam (Niederlande). beteiligt.
Nr. 7/28. Januar 2000
Zum sechsten Mal Delbrück-Stipendium vergeben
Zum sechsten Mal haben die Delbrück’sche Familienstiftung und
das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch das „Abiturientenstipendium“
für Studienanfänger vergeben. Die beiden Stipendiaten für 1999 sind die
Medizinstudenten Jan Walter und Tobias Schön.
Nr. 6/21. Januar 2000
Cholesterin senkendes Gen schützt vor Herzkrankheit – Wissenschaftler aus Berlin-Buch entdecken Genort auf Chromosom 13
Die Existenz eines Cholesterin senkenden Gens auf Chromosom 13
des menschlichen Erbguts haben jetzt Gen- und Herz-Kreislauf-Forscher der
Franz-Volhard-Klinik (Charité der Humboldt-Universität zu Berlin, Campus
Berlin-Buch) und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch sowie des Hadassah University Hopsitals in Jerusalem (Israel)
nachgewiesen. Wie die Genetiker Dr. Hans Knoblauch (Berlin) und Prof. Eran
Leitersdorf (Jerusalem) in der neuesten Ausgabe der amerikanischen
Fachzeitschrift American Journal of Human Genetics (Vol. 66, S.157-166, Januar
20001)1 berichten,
entdeckten sie den bisher unbekannten Genort bei einer Familie, die an
“familiärer Hypercholesterinämie” leidet. Das ist eine erblich bedingte
Stoffwechselerkrankung, bei der das Cholesterin im Blut dauerhaft erhöht ist.
Dem Gen auf die Spur gekommen waren die Wissenschaftler bei Mitgliedern der
Familie, die trotz ihrer Krankheit normale Cholesterinwerte hatten. Eine
weitere Studie ergab, dass dieses Cholesterin-“Kontroll”-Gen offenbar auch bei
gesunden Menschen den Cholesterinspiegel beeinflusst. Das Gen soll nun
identifiziert und entschlüsselt werden.
Nr. 3/18. Januar 2000
MDC und Charité-Kliniken: Kurzfristige Scheinlösungen führen zum Kollaps der Forschung in Berlin-Buch
Mit Nachdruck haben sich das Max-Delbrück-Centrum für
Molekulare Medizin (MDC) und die beiden Charité-Kliniken in Berlin-Buch,
Robert-Rössle und Franz-Volhard, gegen „kurzfristige und kurzsichtige
Maßnahmen“ in Berlin-Buch“ ausgesprochen. Die damit verbundene „konzeptlose
Kürzung des Budgets“ um mehr als die Hälfte führe zum sofortigen Kollaps der
Forschung in den Kliniken. „Diese Scheinlösungen richten nicht wieder
gutzumachenden Schaden an“, warnten Prof. Detlev Ganten, Stiftungsvorstand des
MDC, und die beiden Ärztlichen Leiter der Bucher Charité-Kliniken, Prof. Bernd
Dörken (Robert-Rössle-Krebs-Klinik) und Prof. Rainer Dietz
(Franz-Volhard-Klinik für Herz-Kreislauf-Erkrankungen). Die Personalräte der
Bucher-Charité-Kliniken und des MDC, Helga Grunau und Marion Bimmler, sprachen
sich zudem ausdrücklich gegen betriebsbedingte Kündigungen aus. „Wir sind
bereit, uns an Sparmaßnahmen zu beteiligen“, sagten die Wissenschaftler und
Kliniker. „Wir haben auf dieser Basis ein Konzept vorgelegt, das, wie vom
Wissenschaftsrat empfohlen, 150 universitäre Betten für die Rössle- und
Volhard-Klinik vorsieht. Das setzt aber einen zügigen Abschluss des
Ausschreibungsverfahrens für den geplanten Neubau des Städtischen Klinikums
Buch voraus sowie die Festlegung auf einen Träger. Hier ist die Politik
gefordert.“ Mit dem Träger könnten dann eine langfristige Struktur mit
universitärer Forschung vereinbart und auch die notwendigen Sparmaßnahmen
realisiert werden.
Nr. 2/10. Januar 2000
Berliner Sparpläne gefährden bundesweit einzigartiges Modell für klinische Forschung - Universitätskliniken in Berlin-Buch müssen erhalten werden
Sparpläne der Berliner Regierung gefährden ein in der
Bundesrepublik einzigartiges Modell für die klinische Forschung. Dieses Modell
auf dem Campus Berlin-Buch mit derzeit rund 2 000 Mitarbeitern im Nordosten
der Bundeshauptstadt basiert auf drei Säulen: biomedizinische Grundlagenforschung,
klinische Forschung sowie angewandte Forschung in Firmen. Es wird von folgenden
Forschungseinrichtungen getragen: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
(MDC) Berlin-Buch (biomedizinische Grundlagenforschung), zwei Kliniken der Charité,
Humboldt-Universität zu Berlin, Campus Berlin-Buch - Robert-Rössle-Krebs-Klinik
und Franz-Volhard-Klinik für Herz-Kreislaufkrankheiten (klinische Forschung) -
sowie einem Biotechnologiepark mit Innovations-und Gründerzentrum
(wirtschaftliche Verwertung). „Der Erhalt des universitären Status der beiden
Spezialkliniken der Charité in Berlin-Buch ist für die klinische Forschung auf
dem Campus unabdingbar. Das MDC und der Biotechnologiepark wurden 1992 gerade
wegen der Existenz dieser beiden Forschungskliniken auf Empfehlung des
Wissenschaftsrats (eines Beratungsgremiums für Bund und Länder) gegründet.“
Das betonten Prof. Dr. med. Detlev Ganten, Wissenschaftlicher Vorstand des MDC,
Prof. Dr. med. Rainer Dietz, Ärztlicher Leiter der Franz-Volhard-Klinik, Prof.
Dr. med. Bernd Dörken, Ärztlicher Leiter der Robert-Rössle-Klinik, sowie Dr.
Gudrun Erzgräber, Geschäftsführerin der Campus GmbH, die den
Biotechnologiepark betreibt, auf der Jahrespressekonferenz des MDC am 10.
Januar 2000 in Berlin.

