Nr. 24 / 27. November 2001
Vergabe des Deutschen Zukunftspreises 2001 durch Bundespräsident Johannes Rau im neuen Kommunikationszentrum des MDC
Mit der Verleihung des Deutschen Zukunftspreises durch
Bundespräsident Johannes Rau am Donnerstag, den 29. November 2001, wird das
neue Kommunikationszentrum des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin
(MDC) in Berlin Buch erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Der Preis - Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation - wurde 1997 etabliert und ist mit 500 000 DM dotiert. Die Gewinner werden erst am Tag der Preisverleihung von einer Jury, die aus Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft besteht, aus vier für die Endrunde nominierten Kandidaten und Teams ausgewählt. Mit dem Deutschen Zukunftspreis wird ein Einzelner oder ein Team für eine hervorragende technische, ingenieur- oder naturwissenschaftliche Innovation ausgezeichnet, die marktfähig ist und die Schaffung von Arbeitsplätzen beinhaltet.
Die Vergabe des Deutschen Zukunftspreises findet an wechselnden Orten statt. So wie im vergangenen Jahr die EXPO in Hannover ein aktuelles Umfeld bot, soll das neue Kommunikationszentrum des MDC den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit in besonderer Weise fördern. Dies ist wiederum auch eine wichtige Zielsetzung des Deutschen Zukunftspreises und gab den Ausschlag dafür, das neue Haus jetzt als Veranstaltungsort auszuwählen.
Das Kommunikationszentrum (MDC.C) wurde mit Mitteln des Europäischen Fonds für die Regionale Entwicklung (EFRE) für rund 15,6 Millionen Mark auf dem Campus Berlin-Buch errichtet. Die Bauzeit des vom Berliner Büro der Stuttgarter Architekten Heinle, Wischer und Partner entworfenen Baus betrug 17 Monate. Der Bau verfügt unter anderem über einen Hörsaal, der rund 500 Personen fasst und bei Bedarf in zwei Säle für 240 bzw. 150 Personen geteilt werden kann. Das MDC.C gibt Wissenschaftlern des MDC die Möglichkeit, größere Fachkongresse auf dem Campus Berlin-Buch durchzuführen. Darüber hinaus steht er mit Laboren für wissenschaftliche Spezial- und Methodenkurse zur Verfügung sowie für Diskurse zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.
Das MDC wurde 1992 in Berlin-Buch als Modell für die klinische Forschung in der Bundesrepublik gegründet. Es betreibt molekularbiologische Grundlagenforschung in den Bereichen Herz-Kreislauf- sowie Krebsforschung, Genetik, Bioinformatik und Strukturbiologie, Zellwachstum und -differen-zierung, molekulare Neurowissenschaften und molekulare Therapie. Das MDC arbeitet eng mit zwei in unmittelbarer Nähe gelegenen überregionalen Fachkliniken - der Robert-Rössle-Krebs-Klinik und der Franz-Volhard-Herz-Kreislauf-Klinik der Charité der Humboldt-Universität zu Berlin - zusammen. Ziel dieser engen Kooperation von Grundlagenforschern und Klinkern ist die Entwicklung neuer Diagnosemethoden und Strategien zur Behandlung schwerer Krankheiten.
Das MDC ist eine von insgesamt 15 Einrichtungen der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V. (HGF). Helmholtz-Zentren werden zu 90 Prozent vom Bundesforschungsministerium (BMBF) und zu zehn Prozent vom jeweiligen Bundesland, in dem sie ihren Sitz haben, finanziert. Das MDC hat ein Budget von jährlich rund 100 Millionen Mark. Hinzu kommen jedes Jahr rund 23 Millionen Mark, die die Wissenschaftler über Drittmittel einwerben.
Neben dem MDC mit seinen derzeit rund 685 Mitarbeitern (davon 272 Wissenschaftler) und den beiden Universitätskliniken der Charité mit rund 860 Mitarbeitern, befindet sich auch ein Biotechnologiepark mit rund 40 Firmen und über 500 Mitarbeitern auf dem Campus Berlin-Buch. Auf dem Campus liegt auch das Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), das zur Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL) gehört. Insgesamt arbeiten auf dem Campus Berlin-Buch über 2 000 Menschen im Bereich der Biomedizin.
Über die Vergabe Deutschen Zukunftspreises - Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation - berichtet der Sender Phoenix aktuell am 29.11.2001 ab 22.15 Uhr, die Preisverleihung ist dort auch am Freitag, den 30.11.2001, ab 16.15 Uhr zu sehen. Das ZDF strahlt am 30. November um 22.15 Uhr eine Sondersendung dazu aus.
Barbara Bachtler
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