Nr. 28/5. Dezember 2001
S p e r r f r i s t: Mittwoch, 5. Dezember 2001, 17.00 Uhr
Genomforscher Eric Lander erhält Max-Delbrück-Medaille
Der amerikanische Genomforscher Prof. Eric Lander vom
Whitehead Institute des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in
Cambridge/USA hat am Mittwoch, den 5. Dezember 2001, die Max-Delbrück-Medaille
erhalten. Prof. Lander gilt als Wissenschaftler, der entscheidend zu der
“Revolution in der Genomforschung” beigetragen hat. Mit seinen Mitarbeitern
entwickelte er viele der heute in der Genomforschung eingesetzten Methoden und
Techniken. Dazu gehören so genannte Genomkarten zur Kartierung von Genen im
Genom sowie neuartige Automatisierungstechniken für die Genanalyse. Die
Auszeichnung wurde Prof. Lander im neuen Kommunikationszentrum des
Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, dem MDC.C Communications
Center, überreicht.
Prof. Lander, der am MIT eine Professur für Biologie innehat, ist Direktor des Whitehead Zentrums für Genomforschung, das er 1990 gegründet hatte. Dort entwickelten die Forscher im amerikanischen Cambridge die erste genetische und so genannte physikalische Karte des Mausgenoms. Des Weiteren leisteten sie etwa ein Viertel der Sequenzierungsarbeit im Rahmen des Humanen Genomprojekts. Das Whitehead Genomforschungszentrum arbeitet auch auf dem Gebiet der funktionellen Genomforschung, welche die Rolle von Genen und Genveränderungen bei der Entstehung von Krankheiten wie Diabetes oder Krebs erforscht.
Bevor er zur Biologie kam, studierte Prof. Lander Mathematik an der Universität Princeton (Princeton, New Jersey, USA) und in Oxford (Großbritannien). Noch während seiner Zeit als Assistenzprofessor für Wirtschaftswissenschaften an der Harvard Universität (Cambridge/USA) kam er 1986 an das Whitehead Institut. Er hat zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen erhalten. Er ist unter anderem Mitglied der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften.
Die Max-Delbrück-Medaille wird seit 1992 jährlich an einen herausragenden Wissenschaftler verliehen. Sie wird im Rahmen der “Berlin Lectures on Molecular Medicine” überreicht, die das MDC gemeinsam mit anderen Berliner Forschungseinrichtungen und der Schering Forschungsgesellschaft veranstaltet.
Der erste Berlin-Lecturer war Prof. Günter Blobel von der Rockefeller Universität New York, Medizinnobelpreisträger von 1999. Es folgten der Genetiker Prof. Sydney Brenner von der Universität Cambridge/Großbritannien, der Neurobiologe Jean-Pierre Changeux vom Pasteur-Institut in Paris, der Krebsforscher Prof. Robert A. Weinberg vom Whitehead Institute des MIT, der Prionenforscher Prof. Charles Weissmann von der Universität Zürich sowie der Genforscher Prof. Svante Pääbo (Ludwig-Maximilians-Universität München (Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig) und der amerikanische Nobelpreisträger Paul Berg (Stanford Universität/Kalifornien). Im Jahr 2000 hatte die amerikanische Biochemikerin Prof. Joan Argetsinger Steitz von der Yale Universität in New Haven/Connecticut (USA) die Max-Delbrück-Medaille erhalten.
Barbara Bachtler
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