Nr. 7/10. Februar 2004
Gestörtes Virenschutzprogramm macht dünne Mäuse dick
Das Genom von Mensch und Tier ist durchsetzt von einer
Vielzahl von viralen Elementen, die sich im Laufe der Evolution dort
angesammelt haben. Glücklicherweise sind diese Elemente durch so genannte
epigenetische Modifikationen (DNA-Methylierung, das Anhängen von Methylgruppen
an die Cytosinreste der DNA) stillgelegt. In ihrer jüngsten Arbeit zeigen
Francois Gaudet und Prof. Heinrich Leonhardt (beide Max-Delbrück-Centrum für
Molekulare Medizin, MDC, Berlin-Buch und Ludwig-Maximilians-Universität
München) in Kooperation mit Prof. Rudolf Jänisch vom Whitehead Institute am
Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge/USA), dass ein bestimmtes
Enzym, die DNA-Methyltransferase I (Dnmt1) bei dieser Inaktivierung eine
wichtige Rolle spielt. Selbst vorübergehende Störungen dieses Enzyms in der
Embryonalentwicklung können zu bleibenden Veränderungen bei erwachsenen Mäusen
führen. So zeigte sich in diesem Fall, dass Störungen bei der DNA-Regulation,
also epigenetische Störungen, zur Aktivierung eines retroviralen Elements
führten. Dadurch wurde aus schlanken, schwarzen Mäusen fette, gelbe Mäuse. Die
Arbeit ist jetzt in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift Molecular and
Cellular Biology* (Volume 24, Issue 4, pp 1640-1648) erschienen.
*Dnmt1 Expression in Pre- and
Postimplantation Embryogenesis and the Maintenance of IAP Silencing F. Gaudet,1,2 W. M. Rideout III,1 A.
Meissner,1 J. Dausman,1 H. Leonhardt,2 and R. Jaenisch1* Whitehead Institute for Biomedical Research
and Department of Biology, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge,
Massachusetts 02142,1 Max-Delbrück-Center for Molecular Medicine,
13125 Berlin, and Department of Biology, Ludwig Maximilians University, 80336
Munich, Germany2 Molecular and Cellular Biology, 24: 1640-1648.
Barbara Bachtler
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