Nr. 24/28. Mai 2004
S p e r r f r i s t: Sonntag, 30. Mai 2004, 17.00 Uhr
Neuer Trick der Genregulation
Der Mensch hat circa 30 000 bis 40 000 Gene. Sie enthalten die
Baupläne für die Proteine, die Baustoffe und Maschinen des Lebens. Damit sie
nicht alle gleichzeitig aktiv sind, müssen Gene reguliert, das heißt an- und
abgeschaltet, werden. Die Genregulation ist lebensnotwendig, damit sich ein
Mensch gesund entwickeln kann und auch gesund bleibt. Als Genregulatoren
fungieren Proteine, die sich an bestimmte Bausteine der DNA, aus denen die Gene
aufgebaut sind, binden und damit aktivieren oder inaktivieren. Eine sehr
weitverbereitete Klasse von Proteinen, Fachleute nennen sie HTH-Proteine (für
"helix-turn-helix"), benutzen ein bestimmtes Strukturelement, um ihre
Zielgene zuverlässig zu erkennen. Wann immer ein solches HTH-Element in dem
Genschalter vorliegt, dient es auch der Generkennung – so glaubte man bisher zu
wissen. Jetzt haben Dheeraj Khare und Prof. Udo Heinemann vom Max-Delbrück-Centrum
für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch in Zusammenarbeit mit Dr. Günter
Ziegelin und Dr. Erich Lanka vom Berliner Max-Planck-Institut für Molekulare
Genetik bei dem HTH-Protein KorB einen ganz neuen Mechanismus der Generkennung
entdeckt, bei dem das HTH-Element nur eine unbedeutende Nebenrolle spielt.
„Offenbar hat sich KorB einen anderen Trick ausgedacht, um Gene zu
inaktivieren“, sagte Prof. Heinemann, der noch einen Lehrstuhl an der Freien
Universität Berlin hat. Die Arbeit der Wissenschaftler hat das renommierte
Wissenschaftsmagazin Nature Structural & Molecular Biology* am Sonntag, den 30. Mai 2004 , vorab online
veröffentlicht.
*Sequence-specific DNA binding determinded by contacts outside the helix-turn-helix motif of the ParB homolog KorB Dheeraj Khare1, Günter Ziegelin2,Erich Lanka2 & Udo Heinemann1,3 1Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Robert-Rössle-Str. 10, D-13125 Ber.in, Germnay, 2Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik, Ihnestrasse 73, D 14195 Berlin, Germany, 3Institut für Chemie Kristallographie, Freie Universität, Takustrasse 6 D-14195 Berlin, Germany
Barbara Bachtler
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