Nr. 37/8. Oktober 2004
Erstes Forschungsprojekt mit humanen embryonalen Stammzellen am MDC
Robert-Koch-Institut erteilt Genehmigung
Der Zellbiologe und Stammzellforscher Dr. Daniel Besser vom
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch hat vom
Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin als erster Forscher am MDC die Genehmigung
erhalten, mit humanen embryonalen Zellen zu forschen. Das teilte das RKI als
zuständige Genehmigungsbehörde am 8.10.2004 mit. Zuvor hatte die Zentrale
Ethikkommission für Stammzellenforschung (ZES) das Forschungsprojekt von Dr.
Besser positiv beurteilt. Er erhält damit die Erlaubnis, vier Stammzelllinien
aus den USA zu importieren und mit ihnen zu forschen. In dem Projekt der
Grundlagenforschung untersucht er die Regulationsmechanismen und Faktoren, die
embryonale Stammzellen in einem undifferenzierten Zustand halten und zum
anderen, wie sich aus ihnen bestimmte Zellarten entwickeln. Das
Forschungsvorhaben ist vorerst auf fünf Jahre angelegt.
Das RKI hat damit seit Dezember 2002 insgesamt sechs Genehmigungen in
Deutschland für die Forschung mit humanen embryonalen Stammzellen erteilt.
Bevor er im September 2004 an das MDC kam, arbeitete Dr. Besser im Labor von Prof. Ali H. Brivanlou an der Rockefeller University, New York/USA über humane embryonale Stammzellen. Der 1964 in Lübeck geborene Forscher machte an der Freien Universität Berlin 1990 sein Diplom und promovierte 1995 an der Universität Basel/Schweiz. Vom MDC erhielt er ein Helmholtz-Stipendium. Es erlaubt jungen Forschern dort eine eigene, unabhängige Forschungsgruppe aufzubauen.
Barbara Bachtler
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