Nr. 42/16. November 2004
Den genetischen Ursachen der Akuten Leukämie auf der Spur
Carreras-Stiftung fördert Forschungsprojekt an Berliner Charité mit 261 000 Euro
In den vergangenen Jahren hat die Forschung immer neue
Erkenntnisse über die Entstehungsmechanismen von Krebs gewonnen. So können
Fehler im Zellteilungsprogramm zu ungehemmtem Wachstum von Zellen und damit zu
Krebs führen. Eine Störung im Wachstumszyklus weißer Blutzellen etwa löst
Blutkrebs (akute lymphatische Leukämie - ALL) aus. Unklar ist aber, weshalb es
zu solchen „Störfällen“ in diesem genetischen Programm kommt und weshalb die
Kontrollmechanismen der Zellen, die normalerweise dafür sorgen, dass defekte Zellen
sich nicht mehr vermehren und absterben, nicht mehr greifen. Dieser Frage geht
die Arbeitsgruppe für Klinische und Molekulare Onkologie von Prof. Peter Daniel
an der Charité – Universitätsmedizin (Campus Berlin-Buch und Campus Virchow
Klinikum) bei der ALL des Erwachsenenalters nach. Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung
e.V fördert dieses Forschungsprojekt jetzt mit 261 000 Euro für die kommenden
drei Jahre.
Nr. 41/21. Oktober 2004
Erneut Forschungsprojekt mit humanen embryonalen Stammzellen am MDC
Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat dem
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch zum zweiten Mal
innerhalb weniger Tage die Genehmigung erteilt, mit humanen embryonalen
Stammzellen zu forschen. Wie das RKI als zuständige Genehmigungsbehörde am
Donnerstag, den 21. Oktober 2004, mitteilte, handelt es sich dabei um ein
Forschungsprojekt von Dr. Iduna Fichtner, das die Zentrale Ethikkommission für
Stammzellenforschung (ZES) zuvor positiv beurteilt hatte. Erst am 8. Oktober
2004 hatte das RKI Dr. Daniel Besser vom MDC die Erlaubnis gegeben, mit humanen
embryonalen Stammzellen zu forschen. Das RKI hat damit seit Dezember 2002
insgesamt sieben Genehmigungen in Deutschland für die Forschung mit humanen
embryonalen Stammzellen erteilt, zwei davon für das MDC.
Nr. 40 / 17. Oktober 2004
Krebs- und Herz-Kreislaufforscher entdecken Gen für Herzrhythmusstörung
Ein Gen, das in veränderter (mutierter) Form
Herzrhythmusstörungen auslösen kann, haben Krebs- und Herzkreislaufforscher des
Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch entdeckt. Das
Gen auf Chromosom 12 enthält die Bauanleitung für das Protein Plakophilin 2.
Dieses Protein ist ein wichtiger Bestandteil von Proteinkomplexen (Desmosomen),
die für die Entwicklung des Herzens notwendig sind, Herzzellen miteinander
verbinden und ihre Funktion aufrecht erhalten. Dr. Brenda Gerull und Prof.
Ludwig Thierfelder (beide MDC und Helios Klinikum Berlin/Charité -
Universitätsmedizin Berlin) untersuchten Patienten mit einer bestimmten
Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie), der Arrhythmogenen Rechtsventrikulären
Kardiomyopathie (ARVC). Sie stellten fest, dass bei etwa 25 – 30 Prozent von
ihnen das Plakophilin 2 Gen verändert ist. Unklar ist allerdings, weshalb die
Herzmuskelerkrankung von Genträger zu Genträger unterschiedlich schwer
ausgeprägt ist. Es gibt Patienten, die lebensbedrohlich erkranken können,
andere haben dagegen fast keine Beschwerden. Auch Kinder und Jugendliche können
von den Herzrhythmusstörungen betroffen sein, wenn sie das mutierte Gen geerbt
haben. Die MDC-Krebsforscher Katja Grossmann und Prof. Walter Birchmeier hatten
die Herzforscher auf die Spur des Gens gebracht. Sie konnten zeigen, dass
Mäusen buchstäblich das Herz bricht, wenn Plakophilin 2 fehlt. Die Arbeiten
sind jetzt in Nature Genetics* online
sowie im Journal of Cell Biology
(Vol. 167, Issue 1, October 11, 2004, pp. 149-160)* veröffentlicht worden.
Nr. 39 / 15. Oktober 2004
Wie sich das Gehirn nach einem Schlaganfall selber hilft - Forscher durchleuchten die Arbeit des Gehirns - Abschiedssymposium für MDC-Gründungsdirektor Prof. Detlev Ganten
Jeder Herzschlag versorgt den Körper mit lebensnotwendigem
sauerstoffreichen Blut. Eine plötzliche Durchblutungsstörung (Ischämie)
entzieht den Zellen den nötigen Sauerstoff. Die Folgen eines solchen
Schlaganfalls können das Leben des Patienten schwerwiegend verändern: Sprach-
und Sehstörungen, Lähmungen, Gefühls- und Schluckstörungen treten abhängig von
der geschädigten Region im Gehirn auf. In Deutschland werden jährlich mehr als
200 000 Schlaganfälle gemeldet. Betroffen sind meist ältere Menschen im Alter
zwischen 65 und 85 Jahren. Die medizinische Vorsorge hat allerdings zum
Rückgang von Schlaganfällen beigetragen. So kann zum Beispiel der
Bluthochdruck, der größte Risikofaktor für einen Schlaganfall, heute zeitig
behandelt werden. Trotzdem sterben immer noch 20 bis 30 Prozent der Patienten
in den ersten vier Wochen nach einem Schlaganfall und ein Drittel der Überlebenden
bleibt nach der Behandlung pflegebedürftig. Über die molekularen und zellulären
Ursachen des Schlaganfalls und mögliche Therapieansätze diskutierten am 15.
Oktober 2004 Herz-Kreislaufforscher, Neurowissenschaftler und Kliniker auf dem
internationalen Symposium „Cardiovascular and Neuronal Basis of Stroke“ im
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch. Mit dem
Symposium würdigte das MDC die Arbeit von MDC-Gründungsdirektor Prof. Detlev
Ganten und jetzigen Vorstandsvorsitzenden der Charité – Universitätsmedizin
Berlin. „Er hat das MDC mit viel Engagement und großer Tatkraft von 1991 bis
April 2004 geleitet“, betonten sein Nachfolger Prof. Walter Birchmeier und Dr.
Stefan Schwartze (Administrativer Vorstand des MDC). Den anschließenden Empfang
am späten Nachmittag hatte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn eröffnet.
Nr. 38/14. Oktober 2004
Max-Delbrück-Medaille für den Kardiologen und Forscher Prof. Victor Dzau
Pionier in der Behandlung von Herzinsuffizienz und Bluthochdruck
Für seine „herausragenden Beiträge in der Erforschung und der
Therapie von Herz-Kreislauferkrankungen“ hat der Kardiologe und Forscher Prof.
Victor J. Dzau von der Duke Universität in Durham/North Carolina (USA) am
Donnerstag, den 14. Oktober 2004, die Max-Delbrück-Medaille erhalten. Sie wurde
ihm von Dr. Joachim-Friedrich Kapp von der Schering AG in der Berliner Charité
überreicht. „Dr. Dzau hat in den vergangenen 30 Jahren grundlegende Mechanismen
der Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen entdeckt und neuartige
Behandlungsmethoden entwickelt“, sagte Dr. Kapp in seiner Laudatio. „Dr. Dzau
ist ein Pionier in der Behandlung der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) sowie des
Bluthochdrucks“, betonte er. Er nannte in diesem Zusammenhang vor allem die
Behandlung der Herzinsuffizienz mit so genannten ACE-Hemmern. Weiter
entwickelte Prof. Dzau gen- sowie zelltherapeutische Ansätze zur Behandlung von
Herz-Kreislaufkrankheiten. Dazu gehört unter anderem eine Gentherapie, die
Bypass-Operationen zu nachhaltigem Erfolge verhelfen soll, indem sie
verhindert, dass die als Überbrückung (Bypass) transplantierten Venen
verstopfen. Dieser Therapieansatz ist zur Zeit in den USA in zwei großen
multizentrischen Studien in der klinischen Erprobung (Phase III Studie). Prof.
Dzau verbindet nicht nur Grundlagenforschung mit klinischer Forschung, sondern
ist auch als Unternehmer aktiv. Ende der 90er Jahre gründete er in Kalifornien
zwei Biotech-Firmen (Clingenix und Corgentech), von denen die letztgenannte die
klinischen Bypass-Studien koordiniert.
Nr. 37/8. Oktober 2004
Erstes Forschungsprojekt mit humanen embryonalen Stammzellen am MDC
Robert-Koch-Institut erteilt Genehmigung
Der Zellbiologe und Stammzellforscher Dr. Daniel Besser vom
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch hat vom
Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin als erster Forscher am MDC die Genehmigung
erhalten, mit humanen embryonalen Zellen zu forschen. Das teilte das RKI als
zuständige Genehmigungsbehörde am 8.10.2004 mit. Zuvor hatte die Zentrale
Ethikkommission für Stammzellenforschung (ZES) das Forschungsprojekt von Dr.
Besser positiv beurteilt. Er erhält damit die Erlaubnis, vier Stammzelllinien
aus den USA zu importieren und mit ihnen zu forschen. In dem Projekt der
Grundlagenforschung untersucht er die Regulationsmechanismen und Faktoren, die
embryonale Stammzellen in einem undifferenzierten Zustand halten und zum
anderen, wie sich aus ihnen bestimmte Zellarten entwickeln. Das
Forschungsvorhaben ist vorerst auf fünf Jahre angelegt.
Das RKI hat damit seit Dezember 2002 insgesamt sechs Genehmigungen in
Deutschland für die Forschung mit humanen embryonalen Stammzellen erteilt.
Nr. 36/ 8. Oktober 2004
Personalia
Außerplanmäßige Professur für Dr. Claus Scheidereit
Der Zellbiologe, Krebsforscher und Leiter einer
Forschungsgruppe am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch, Dr. Claus Scheidereit, hat jetzt von der Freien Universität Berlin
eine außerplanmäßige Professur erhalten. Prof. Scheidereit, der 1995 vom
Max-Planck-Institut für molekulare Genetik (Berlin) an das MDC berufen wurde,
erforscht Prozesse der Signalübertragung und Genregulation. Dabei konzentriert
er sich auf eine bestimmte Gruppe von Genregulatoren, NF-kappaB genannt. Sie
spielen, wie Prof. Scheidereit und seine Mitarbeiter in den vergangenen Jahren
entdeckt haben, eine zentrale Rolle bei der Embryonalentwicklung und bei der
Entstehung von Krankheiten. Dazu zählen Krebserkrankungen wie das
Hodgkin-Lymphom, aber auch chronisch entzündliche Krankheiten sowie Herzleiden.
Einladung
Symposium
Cardiovascular and Neuronal Basis of Stroke
Freitag, 15. Oktober 2004
10.00 – 17.00 Uhr
Max Delbrück Communications Center (MDC.C)
Nr. 34 /24. September 2004
Ein Protein fördert krankhafte Ablagerungen bei Chorea Huntington Protein-Interaktionsnetzwerk führte auf die Spur
Seit Wissenschaftler vor über elf Jahren das Gen entdeckt
haben, das die Huntington`sche Krankheit verursacht, bekommen sie immer
tieferen Einblick in die Entstehungsmechanismen dieses unheilbaren Nervenleidens.
Ist das Gen verändert (mutiert), klumpt das von ihm gebildete Protein
Huntingtin zusammen und bildet im Zellkern der betroffenen Nervenzellen
(Neuronen) Eiweißablagerungen, die die Zellen schädigen. Das konnte die
Arbeitsgruppe von Prof. Erich Wanker vor sieben Jahren zeigen. Weshalb das so
ist, war bisher unklar. Jetzt entdeckten Prof. Wanker und seine Mitarbeiterin
Heike Göhler am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
ein Protein, das so genannte GIT1, das das Zusammenklumpen von verändertem
Huntingtin fördert. Sie konnten in Gehirnen von Patienten, die an Chorea
Huntington gestorben sind, nachweisen, dass GIT1 Bestandteil der
Eiweißablagerungen ist. Darüber hinaus konnten sie zeigen, dass eine große
Anreicherung von GIT1 Fragmenten die Verklumpung von mutiertem Huntingtin stark
beschleunigt. Das ist nach Ansicht der Wissenschaftler ein Hinweis darauf, dass
sich die Verteilung und die Funktion von GIT1 in Nervenzellen während des
Krankheitssprozesses ändert und vielleicht auch beim Krankheitsverlauf eine
Rolle spielen kann. Ihre Arbeit ist jetzt in der renommierten Fachzeitschrift
Molecular Cell* (Vol.15, September 2004) erschienen.
Nr. 33 /10. September 2004
Prof. Birchmeier: „Charité soll MDC-Forschungspotential aktiv nutzen“
Prof. Walter Birchmeier, Stiftungsvorstand des
Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, hat sich dafür
ausgesprochen, dass die Charité - Universitätsmedizin Berlin im Zuge ihrer
Umstrukturierung das Forschungspotential des MDC auch in Zukunft aktiv nutzt.
„Für die Charité ist es sinnvoll, die vielfältigen Möglichkeiten des MDC mit
seiner Krebs-, Herz-Kreislauf- und neurowissenschaftlichen Forschung zu
unterstützen“, sagte er zur Begrüßung der Mitglieder der Außerordentlichen
Aufsichtsratssitzung des Strukturausschusses der Charité unter Vorsitz des
Berliner Wissenschaftssenators Dr. Thomas Flierl am Freitag, den 10. September
2004, in Berlin-Buch. Zugleich verwies er auf die enge Zusammenarbeit des MDC
mit den beiden Spezialkliniken für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen des
Helios Klinikums Berlin, die in der Forschung zur Charité gehören. „Die
Forschungen des MDC zu den genetischen Ursachen der Volkskrankheiten Krebs,
Herz-Kreislauf sowie Erkrankungen des Nervensystems haben gezeigt, dass es
trotz der Vielfalt der Krankheiten viele gemeinsame Entstehungsmechanismen auf
molekularer Ebene gibt“, sagte er. „Wir gehen deshalb davon aus, dass die neuen
Strukturen der Charité auch künftig die Forschung auf dem Gebiet der
molekularen Medizin fördern“, betonte Prof. Birchmeier. Er wies in diesem
Zusammenhang darauf hin, dass die Charité gemeinsam mit dem MDC die klinische Forschung
mit einem „Experimental and Clinical Research Center“ (ECRC) in Berlin-Buch
ausbauen will.
Nr. 32/ 9. September 2004
Schweizer Botschafter besucht das Max-Delbrück-Centrum
Der Schweizer Botschafter in Deutschland, Dr. Werner Baumann,
hat am Donnerstag, den 9. September 2004, das Max-Delbrück-Centrum für
Molekulare Medizin (MDC) auf dem Campus Berlin-Buch besucht. Er sprach mit dem
Krebsforscher und MDC-Stiftungsvorstand Prof. Walter Birchmeier, der selbst
Schweizer Staatsbürger ist, sowie mit dem Genetiker und Kardiologen Prof.
Ludwig Thierfelder, der eine Forschungsgruppe am MDC leitet und zugleich
stellvertretender Ärztlicher Direktor der Franz-Volhard-Klinik für
Herz-Kreislauf Erkrankungen der Charité/Helios Klinikum Berlin ist. Prof.
Thierfelder berichtete zudem über neue Erkenntnisse zur genetischen Ursache
einer Herzmuskelerkrankung. Anschließend besuchte der Botschafter die
Forschungslabore der beiden Krebs- und Herzkreislaufforscher, die bei diesem
Projekt eng zusammenarbeiten.
Nr. 31/1. September 2004
Passstück für das Puzzle der Krebsentstehung
Labor von Prof. Walter Birchmeier entdeckt molekularen Schalter
Das molekulare Puzzle der Krebsentstehung haben
Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch jetzt um ein entscheidendes Passstück ergänzen können. Zusammen mit
Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Immunbiologie in Freiburg
entdeckten sie in Säugerzellen einen molekularen Schalter, der einem Krebsgen
(BCL9) beim Menschen ähnelt und das sie in Anlehnung daran BCL9-2 genannt
haben. BCL9-2 ist entscheidend dafür, welche der beiden Eigenschaften des
Proteins beta-Catenin (lat. catena = die Kette) in einer Zelle zum Tragen
kommt. Beta-Catenin fungiert einmal als Bindemolekül in Zell-Zellverbindungen,
kann aber unter bestimmten Voraussetzungen zum Genregulator werden. Letzteres
ist der Fall, wenn BCL9-2 an beta-Catenin bindet und es in den Zellkern zur
Schaltzentrale der Zelle, der DNA, schleppt. Dort schaltet beta-Catenin Gene
an, die in der Organentwicklung wichtig sind, aber auch Krebs auslösen können.
Voraussetzung dafür ist, dass es zuvor durch einen Vorgang, den Molekularbiologen
als Tyrosinphosphorylierung bezeichnen, aktiviert worden ist. Dabei hängt sich
an die Aminosäure Tyrosin eine Phosphatgruppe, ein maßgeblicher Schritt in der
Krebsentstehung. Die Arbeit von Dr. Felix H. Brembeck und Prof. Walter
Birchmeier (beide MDC) ist am 1. September 2004 in der Fachzeitschrift „Genes
and Development“* online (www.genesdev.org)
erschienen.
Nr. 30/26. August 2004
Hochdotierter Europäischer Förderpreis für ungarische Nachwuchswissenschaftlerin am MDC – Forschung mit „springenden Genen“
Für ihre Forschungen mit mobilen genetischen Elementen,
springende Gene oder Transposons genannt, ist die ungarische Biologin Dr.
Zsuzsanna Izsvák vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch mit dem zum ersten Mal vergebenen European Young Investigators
Awards (EURYI) in Stockholm ausgezeichnet worden. Sie erhält für die kommenden
fünf Jahre rund eine Million Euro. Das entspricht in etwa der Dotierung des Nobelpreises. Mit dem Preisgeld baut sie am
MDC eine eigene Forschungsgruppe auf. Dr. Izsvák ist laut Preiskomitee in der
Transposonforschung führend. Diese Forschung erweitere das Verständis über die
Wechselwirkungen mobiler genetischer Elemente und ihrer Wirtsorganismen. Dazu
gehören auch solch grundlegende molekulare Prozesse, wie sie bei der Reparatur
von DNA-Schäden in Säugerzellen und damit auch beim Menschen eine Rolle spielen.
Als natürliche DNA-Transportvehikel könnten Transposons in Zukunft für die Medizin
von großer Bedeutung sein, da sie unter Umständen neue, vielversprechende
Möglichkeiten für die Gentherapie eröffneten. Auch in der Entwicklungsbiologie
haben Transposons ein hohes Potential, so für die Entdeckung von Genen bei Wirbeltieren.
Nr. 29/19. August 2004
10,5 Millionen Euro von der EU zur Erforschung von Nierenerkrankungen Prof. Thomas Willnow vom MDC koordiniert Neun-Länderprojekt
Die Europäische Union hat den Nierenerkrankungen den Kampf
angesagt. Mit 10,5 Millionen Euro fördert sie ein Forschungsprojekt, das den
genetischen Ursachen von Nierenleiden auf den Grund gehen will. Prof. Thomas
Willnow vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
koordiniert das European Renal Genome Project (EuReGene), an dem 18 Forschungsgruppen
von außeruniversitären Einrichtungen, Universitäten sowie sechs Universitätskliniken
in neun europäischen Ländern* teilnehmen. Es hat eine Laufzeit von 4 Jahren. In
Berlin beteiligen sich außerdem Prof. Friedrich Luft (Charité/Helios Klinikum
Berlin, MDC) sowie Dr. Dominik Müller (Charité/Kindernephrologie) an dem Forschungsprojekt.
Nr. 28/12. August 2004
Richtfest für Laborgebäude der medizinischen Genomforschung
Nach zehneinhalb Monaten Bauzeit haben das
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und das
Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) Richtfest für ihr
Laborgebäude für die medizinische Genomforschung gefeiert. „Der Neubau des
Berliner Architekten Volker Staab markiert eine neue Qualität der
Zusammenarbeit zwischen MDC und FMP“, betonten Prof. Walter Birchmeier,
MDC-Stiftungsvorstand und Prof. Walter Rosenthal, Direktor des FMP im Vorfeld
der Veranstaltung. „Bei der Planung des Baus haben Aspekte der gemeinsamen
Genom- und Proteomforschung eine entscheidende Rolle gespielt“, sagten sie. Der
für rund 19 Millionen Euro errichtete Bau wird mit 10,6 Millionen Euro vom Europäischen
Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie mit 8,4 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium
und dem Land Berlin finanziert. Er hat eine Hauptnutzfläche von 3.250
Quadratmetern und bietet 120 Mitarbeitern Platz. Der Laborbau wird im Sommer 2005
fertig gestellt sein.
Nr. 27 /1. Juli 2004
Molekularen Mechanismus der Regeneration nach Herzinfarkt entdeckt
Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch (Forschungsgruppe Dr. Claus Scheidereit) haben in Zusammenarbeit mit Klinikern der Franz-Volhard-Klinik für Herz-Kreislaufkrankheiten der Charité – Universitätsmedizin Berlin/Helios Klinikum Berlin (Forschungsgruppe Dr. Martin Bergmann/Prof. Rainer Dietz) jetzt in Herzmuskelzellen von Ratten einen molekularen Mechanismus entdeckt, der die Regeneration des Herzmuskels nach Mangeldurchblutung steuert.
Nr. 26/18. Juni 2004
„membranen als vermittler“ – Installation von Rainer Dunkel
Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Max-Delbrück-Centrums
"sensuelle räume : membranen als vermittler“ heißt eine
Installation des Berliner Künstlers Rainer Dunkel und der aus
Pressburg/Slowakei stammenden und in Wien lebenden Schriftstellerin Liesl
Ujvary, die am Freitag, 11. Juni 2004 im Max-Delbrück-Communications Center
(MDC.C) (Axon II) eröffnet worden ist. Die Produktion reflektiert die Zusammenarbeit
von Rainer Dunkel mit MDC-Wissenschaftlern vor allem aus den Bereichen der
Neurobiologie und der Strukturbiologie in den vergangenen eineinhalb Jahren.
Sie war auch im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften, am 12. Juni, zu
sehen.
Nr. 25/17. Juni 2004
Preisträger von „Jugend forscht“ im Max-Delbrück-Centrum
Die 69 Preisträger des 39. Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“
haben am Donnerstag, den 17. Juni 2004, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare
Medizin (MDC) Berlin-Buch besucht, nachdem sie am Vortag von
Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn in Berlin empfangen worden waren.
Auf dem Programm standen zunächst zwei Vorträge, mit denen der
MDC-Stiftungsvorstand, der Krebsforscher und Zellbiologe Prof. Walter
Birchmeier und der Genetiker und Kardiologe Prof. Ludwig Thierfelder einen Einblick
in die Krebs- und Herz-Kreislaufforschung des MDC gaben. Besonders interessiert
waren die Jungforscher an den Laborführungen, die Dr. Hans-Jörg Schäffer, Dr.
Markus Morkel (Forschungsgruppe Prof. Birchmeier), Dr. Brenda Gerull
(Forschungsgruppe Prof. Thierfelder), Prof. Udo Heinemann (Proteinforschung),
Prof. Helmut Kettenmann (Neurowissenschaften) sowie Prof. Michael Bader
(Herz-Kreislaufforschung) gaben. Die Sieger des Wettbewerbs „Jugend forscht“
waren Mitte Mai 2004 in der Universität des Saarlandes in Saarbrücken gekürt worden.
Nr. 24/28. Mai 2004
Neuer Trick der Genregulation
Der Mensch hat circa 30 000 bis 40 000 Gene. Sie enthalten die
Baupläne für die Proteine, die Baustoffe und Maschinen des Lebens. Damit sie
nicht alle gleichzeitig aktiv sind, müssen Gene reguliert, das heißt an- und
abgeschaltet, werden. Die Genregulation ist lebensnotwendig, damit sich ein
Mensch gesund entwickeln kann und auch gesund bleibt. Als Genregulatoren
fungieren Proteine, die sich an bestimmte Bausteine der DNA, aus denen die Gene
aufgebaut sind, binden und damit aktivieren oder inaktivieren. Eine sehr
weitverbereitete Klasse von Proteinen, Fachleute nennen sie HTH-Proteine (für
"helix-turn-helix"), benutzen ein bestimmtes Strukturelement, um ihre
Zielgene zuverlässig zu erkennen. Wann immer ein solches HTH-Element in dem
Genschalter vorliegt, dient es auch der Generkennung – so glaubte man bisher zu
wissen. Jetzt haben Dheeraj Khare und Prof. Udo Heinemann vom Max-Delbrück-Centrum
für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch in Zusammenarbeit mit Dr. Günter
Ziegelin und Dr. Erich Lanka vom Berliner Max-Planck-Institut für Molekulare
Genetik bei dem HTH-Protein KorB einen ganz neuen Mechanismus der Generkennung
entdeckt, bei dem das HTH-Element nur eine unbedeutende Nebenrolle spielt.
„Offenbar hat sich KorB einen anderen Trick ausgedacht, um Gene zu
inaktivieren“, sagte Prof. Heinemann, der noch einen Lehrstuhl an der Freien
Universität Berlin hat. Die Arbeit der Wissenschaftler hat das renommierte
Wissenschaftsmagazin Nature Structural & Molecular Biology* am Sonntag, den 30. Mai 2004 , vorab online
veröffentlicht.
Nr. 23/26. Mai 2004
Ansichten zur Biomedizin - Welchen Einfluss haben Herkunft und Kultur?
Unter dem Titel „Herausforderungen der Biomedizin –
sozio-kulturelle Kontexte, Europäische Regulierungsformen und Bioethik“ haben
Wissenschaftler aus acht europäischen Ländern jetzt ein interdisziplinäres
Forschungsprojekt gestartet. An den Beispielen Organtransplantation und nachgeburtliche
(postnatale) Gendiagnostik wollen sie analysieren, wie die Bevölkerung -
Patienten und Gesunde - in Deutschland, Frankreich, Niederlande, Schweden,
Österreich und Zypern auf neue Entwicklungen in der Biomedizin reagiert und
welche Rolle der soziale und kulturelle Kontext dabei spielt. Punktuell sollen
Daten aus Lettland und Großbritannien hinzugezogen werden. Die Studie soll
bisherige Untersuchungen aus Expertensicht ergänzen.
Nr. 22/26. Mai 2004
MDC verstärkt klinische Forschung – Neuer Forschungsbericht erschienen
Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch wird künftig die klinische Forschung noch stärker als bisher mit
der Grundlagenforschung vernetzen. Es wird deshalb gemeinsam mit der Charité -
Universitätsmedizin Berlin ein „Experimental and Clinical Research Center
(ECRC) auf dem Campus Berlin-Buch einrichten. Darauf weisen Prof. Detlev Ganten
und sein Nachfolger im Amt des MDC-Stiftungsvorstands, Prof. Walter Birchmeier,
im Vorwort des jetzt erschienenen Forschungsberichts des MDC hin. Der „Research
Report“ umfasst die Jahre 2002 und 2003 und hat knapp 200 Seiten. Übersichtsbeiträge
zu den drei Forschungsschwerpunkten des MDC, Herz-Kreislauf-Forschung,
Krebsforschung sowie Neurowissenschaften, erscheinen zweisprachig, Deutsch und
Englisch, die Berichte der einzelnen Forschergruppen sind in Englisch geschrieben.
Nr. 21 /17. Mai 2004
Delphi-Studie: Wissenschaftler und Kliniker mehrheitlich für verstärkte Forschung mit adulten Stammzellen - „Größtes Risiko“: Forscherabwanderung
Die Forschung mit gewebespezifischen (adulten) Stammzellen sollte
nach Ansicht von Wissenschaftlern und Klinikern aus Deutschland verstärkt
werden, zurückhaltender beurteilen sie die embryonale Stammzellforschung. Sie
gehen davon aus, dass in zehn bis 20 Jahren grundlegende Fragen der Forschung
mit embryonalen und gewebespezifischen Stammzellen soweit gelöst sind, dass
sich die Wissenschaft auf die Entwicklung der medizinisch-therapeutischen Anwendung
konzentrieren kann. Dabei schätzen sie die embryonale Stammzellforschung als
„risikoreicher, vor allem für Patienten“ ein. „Als größtes Risiko für
Patienten, Forschung und Industrie“ befürchten sie aber die Abwanderung von
Stammzellforschern auf Grund „restriktiver Forschungsbedingungen“. Die Hälfte
der Befragten geht davon aus, dass sich dieser Prozess in den kommenden fünf
Jahren vollzogen haben wird. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer
Delphi-Umfrage zur „Zukunft der Stammzellforschung in Deutschland“, der Arbeitsgruppe
„Bioethik und Wissenschaftskommunikation“ am Max-Delbrück-Centrum für
Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch in Zusammenarbeit mit der Programmgruppe
Mensch, Umwelt, Technik (MUT) vom Forschungszentrum Jülich (FZJ). Sie hatten
110 Wissenschaftler aus der Grundlagenforschung, der Industrie und der
philosophisch-ethischen Begleitforschung sowie Kliniker angeschrieben. Davon
hatten sich 49 an der ersten und von diesen 36 an der zweiten Runde beteiligt.
Die Namen der Teilnehmer an Delphi-Umfragen werden nicht veröffentlicht, um die
Bereitschaft, sich an einer solchen Studie zu beteiligen, zu erhöhen und möglichst
offene Stellungnahmen zu erhalten. Die Umfrage ist Teil des Projekts „Diskurs
zu den ethischen Fragen der Biomedizin“, das das Bundesforschungsministerium
(BMBF) fördert.
Nr. 20/14. Mai 2004
Weshalb schwankt der Cholesterinspiegel?
Berliner Wissenschaftler können erstmals genetischen Einfluß quantifizieren
Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen weltweit an erster Stelle
der Todesursachen. Blutfette, insbesondere das LDL-Cholesterin, gelten dabei
als die größten Risikofaktoren. Sie führen zur Verkalkung von Gefäßen. Die
Folgen sind Herzinfarkt und Schlaganfall. Doch der Cholesterinspiegel im Blut
ist Schwankungen unterworfen. Soviel ist bekannt: je größer der Quotient aus
"schlechten" LDL-Cholesterinwerten und "guten"
HDL-Cholesterinwerten, desto größer ist das Risiko für einen Einzelnen eine
Herz-Kreislaufkrankheit zu bekommen. Aber wie lassen sich die Schwankungen erklären?
Sind sie hauptsächlich genetisch bedingt oder spielt die Umwelt dabei eine
entscheidende Rolle? Bisher kennt die Wissenschaft eine Vielzahl von Genen, die
in den Cholesterinstoffwechsel involviert sind. Wissenschaftler der
Franz-Volhard-Klinik der Charité/Helios Klinikum Berlin und des
Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch haben in den
vergangenen zehn Jahren 13 besonders wichtige Gene des Fettstoffwechsels und
ihre spezifischen Veränderungen, in der Fachsprache kurz SNP`s genannt, bei 250
Familien mit insgesamt 1054 gesunden Personen untersucht. Dabei stellten sie
fest, daß zwei Drittel der genetisch bedingten Schwankungen im Cholesterinspiegel
durch die untersuchten SNP`s zu erklären sind. „Niemand wusste, wie groß der
Einfluß der SNP`s auf die genetische Variabilität der Cholesterinspiegel ist,
jetzt können wir das quantifizieren“, erläutert Dr. Hans Knoblauch von der
Charité. Die Arbeit von ihm, Prof. Friedrich Luft, Dr. Peter Nürnberg, Prof.
Jens Reich und weiteren Wissenschaftlern der Charité und des MDC ist jetzt in
der renommierten Fachzeitschrift Human
Molecular Genetics (2004, Vol. 13, No 10, pp 993 - 1004)* erschienen. Das nächste große Ziel
ist, anhand der unterschiedlichen Ausprägungen der Gene das Risiko für die
Betroffenen vorhersagen zu können, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.
Einladung
Delphi-Studie: „Die Zukunft der
Stammzellforschung in Deutschland“
Montag, 17. Mai 2004, 11.00 Uhr
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)
Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin (am Gendarmenmarkt)
Nr. 18/14. April 2004
Prof. Walter Birchmeier neuer Leiter des Max-Delbrück-Centrums
Neuer Leiter des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin
(MDC) Berlin-Buch ist der Zellbiologe und Krebsforscher Prof. Walter
Birchmeier. Der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende des MDC tritt
die Nachfolge von Prof. Detlev Ganten an, der Vorstandsvorsitzender der Charité
- Universitätsmedizin Berlin geworden ist. Prof. Birchmeier wird das Amt des
MDC-Stiftungsvorstands so lange innehaben, bis ein Nachfolger berufen ist.
Nr. 17/31. März 2004
Genom der Laborratte entziffert und analysiert – Neue Erkenntnisse über Krankheitsursachen erwartet - Einblick in die Evolution der Säugetiere
Nach der Entzifferung des Genoms des Menschen und der Maus hat
ein internationales Wissenschaftlerkonsortium, an dem auch das
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch teilnahm, jetzt
das Genom der Ratte (BN-Ratte) als drittes Säugetiergenom nahezu vollständig
entziffert und analysiert. An dem Projekt unter Federführung des Baylor College
of Medicine in Houston/Texas (USA) haben sich über 20 Forschergruppen aus sechs
Ländern – USA, Kanada, Großbritannien, Spanien, Schweiz und Deutschland beteiligt.
Neben dem MDC nahmen aus Deutschland auch Forscher des Max-Planck-Instituts für
molekulare Genetik (Berlin), des European Molecular Biology Laboratory (EMBL),
Heidelberg und der Firma MWG-Biotech (Ebersberg bei München) teil. Die ersten
Ergebnisse aus dem Rattengenom veröffentlichte jetzt das renommierte
Wissenschaftsmagazin Nature (Vol. 428, Nr. 6982, pp. 493ff). 30 weitere
Publikationen werden in der April-Ausgabe der Fachzeitschrift Genome
Research veröffentlicht, kündigte ein Sprecher des National Human Genome
Research Institute in Bethesda/USA, das ebenfalls an dem Projekt mitarbeitete,
an. Es hatte eine Laufzeit von drei Jahren und wurde mit rund 50 Millionen
Dollar gefördert. Für die Analyse der Daten mussten die Wissenschaftler
zusätzliche Mittel einwerben. „Mit den Ergebnissen können wir noch präziser als
bisher nach den Ursachen für die Entstehung von Krankheiten wie Diabetes, Krebs
oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen suchen und möglicherweise Ansatzpunkte für
Therapien finden“, erläuterte Prof. Norbert Hübner vom MDC die Bedeutung des
Projekts.
Nr. 16/25. März 2004
Dr. Cristina Cardoso vom MDC erhält Binder Innovationspreis
Bedeutung für Krebsforschung - Zellteilung in lebenden Zellen sichtbar gemacht
Für „hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Zellbiologie“
ist Dr. Cristina Cardoso vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch mit dem „Binder Innovationspreis 2004“ ausgezeichnet worden. Der
mit 4 000 Euro dotierte Preis wurde ihr auf der Jahrestagung der Deutschen
Gesellschaft für Zellbiologie am 25. März 2004 in Berlin überreicht. Stifter
ist die Firma Binder aus Tuttlingen. Dr. Cardoso untersuchte die Dynamik der
Verdopplung der Erbsubstanz DNA (DNA-Replikation) in lebenden Zellen. Die DNA-Verdopplung
geht einer Zellteilung voraus. Sie ist notwendig, damit die neu entstehende
Zelle die gleiche genetische Ausstattung hat wie die Ursprungszelle. Die Wissenschaftlerin
trägt mit ihren Arbeiten zum Verständnis der Genomreplikation in Säugerzellen
bei. Zugleich hat sie mit Hilfe fluoreszierender Proteine eine Technik entwickelt,
die es erlaubt, den Zellzyklus einer lebenden Zelle und seine Regulation direkt
zu verfolgen. Ihre Arbeit ist von besonderer Bedeutung für die Krebsforschung,
da es jetzt möglich ist, direkt zu erkennen, in welchem Stadium eine sich
teilende und wachsende (proliferierende) Zelle befindet. Bei Krebs ist die
Kontrolle des Zellzyklus gestört, so dass die Zellen ungebremst wachsen.
Nr. 15/24. März 2004
Dr. Ellenberg aus Heidelberg erhält Walther-Flemming-Medaille
Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie erstmals vergeben
Für seine bahnbrechenden Arbeiten über den Mechanismus des
Beginns der Zellteilung ist Dr. Jan Ellenberg vom Europäischen Labor für Molekularbiologie
(EMBL) in Heidelberg mit der Walther-Flemming Medaille der Deutschen
Gesellschaft für Zellbiologie ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung, die zum
ersten Mal vergeben worden ist, besteht aus einer Medaille und einem Geldpreis
in Höhe von 2 000 Euro. Sie wurde Dr. Ellenberg auf der Jahrestagung der
Gesellschaft am 24. März 2004 in Berlin überreicht. Die DGZ würdigt damit seine
Forschungen zum Ablauf der Mitose. In diesem Stadium des Zellzyklus teilt sich
der Zellkern. Anschließend schnürt sich die Zelle ein und es entstehen zwei Tochterzellen,
die jede über einen vollständigen Zellkern mit Erbmaterial verfügt. Dr.
Ellenberg erforschte insbesondere den Mechnanismus der Auflösung der Kernhülle
zu Beginn der Mitose und die Dynamik des Chromatins, des Fadengerüsts im
Zellkern. Es besteht aus DNA und Kernproteinen. Das Chromatin wandelt sich bei
der Mitose um in eine kompaktere Form, die Chromosomen. Für seine Forschungen
setzte Dr. Ellenberg Grün Fluoreszierendes Protein ein, mit dessen Hilfe sich
das dynamische Verhalten von Proteinen im Lichtmikroskop sichtbar machen lässt.
Nr. 14/24. März 2004
Prof. Roger Y. Tsien aus La Jolla/USA mit Carl-Zeiss-Lecture geehrt Höchste Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie
Für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Entwicklung und
Anwendung fluoreszierender Farbstoffe, die die Mikroskopie revolutioniert
haben, ist der Biochemiker und Pharmakologe Prof. Roger Y. Tsien (Universität
von Kalifornien San Diego, La Jolla/USA) mit der Carl-Zeiss-Lecture geehrt
worden, der höchsten Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie
(DGZ). „Die Entwicklungen von Prof. Tsien ermöglichen völlig neue experimentelle
Ansätze in der Zellbiologie“, sagte DGZ-Präsident Prof. Manfred Schliwa in
seiner Laudatio auf der Jahrestagung der Gesellschaft am 24. März 2004 in Berlin. Dazu zählen die Messung
der Aktivität von Signalmolekülen wie Calcium-Ionen, die Bestimmung zellulärer
Strukturen und ihrer Funktionen mit „Grün Fluoreszierendem Protein“, einem der wichtigsten
Hilfsmittel zur Sichtbarmachung einzelner Moleküle in der Zelle, und die
Messung von Wechselwirkungen zwischen Proteinen. Prof. Tsien gilt damit als
richtungsweisend für die moderne molekulare Zellbiologie.
Nr. 13/24. März 2004
Prof. Schatz: Veraltete Strukturen und Geldmangel hemmen Europas Forschung
Grundlagenforschung stärken – weniger Gewicht auf angewandte Forschung legen
Veraltete Universitätssysteme, zu wenig Geld, zunehmender politischer
Dirigimus, mangelnde Unabhängigkeit für junge Forschende und Europas Zögern,
gezielt die besten Talente zu fördern, sind nach Ansicht von Prof. em.
Gottfried Schatz (Präsident des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierats
2000-2003) die wichtigsten Gründe dafür, dass Europa in der Forschung und bei
technologischen Innovationen immer weiter hinter die USA zurückfällt. „Das Wort
,Exzellenz’ ist in Europas Wissenschafts- und Bildungspolitik immer noch tabu -
trotz der gut gemeinten Absicht, „Eliteuniversitäten“ im Schnellverfahren aus
dem Boden zu stampfen“, sagte der renommierte Schweizer Wissenschaftler mit
Blick auf die derzeitige Debatte in Deutschland. „Dazu gesellt sich zunehmend
eine politische Steuerung der Forschung“, kritisierte er in seiner Rede zur
Eröffnung der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie (DGZ) am
24. März 2004 in Berlin. Sie entspringe der „irrigen Meinung“, Forschung müsse
grundsätzlich konkrete vorgegebene Fragen beantworten, um der Gesellschaft zu
nützen. „Eine Forschung, die ein eng umrissenes Ziel verfolgt, kann jedoch
nicht innovativ sein, denn wirklich innovative Forschung wirft Fragen auf, an
die bisher noch niemand dachte. ... Innovative Grundlagenforschung bereitet den
Boden für die technologischen Neuerungen und damit für das Wohl kommender
Generationen“, betonte der Wissenschaftler.
Nr. 12/24. März 2004
Erkennen, wie Krankheiten entstehen
Zellbiologen aus dem In- und Ausland tagen in Berlin
In den vergangenen drei, vier Jahren haben Zellbiologen durch
die Entwicklung neuer Markierungsmethoden und bildgebender Verfahren immer
tiefere Einblicke in die Abläufe von Zellteilung und Zellwachstum im lebenden
Organismus bekommen. Jetzt können sie die Dynamik von Zellen - Zellwanderung,
Bildung von Metastasen, Übermittlung von Signalen, Wechselwirkung von Signalen
- im einzelnen beobachten, gleichgültig ob die Vorgänge Mikrosekunden dauern
oder mehrere Tage, und auch die Funktion aller Moleküle in der Zelle
untersuchen, auch der Kleinsten. Möglich machen das die neuen mikroskopischen
Techniken mit dem natürlichen Grün-Fluoreszierenden-Protein (GFP) oder etwa mit
dem Fluoreszenz-Resonanz-Energie-Transfer (FRET), der den Nachweis von
Bindungen und Wechselwirkungen zwischen Proteinen, fettartigen Molekülen, DNA
und RNA in lebenden Zellen erlaubt.
Nr. 11/15. März 2004
„Bürgervotum“: Forschung mit adulten Stammzellen verstärken
Mehrheitlich für die Verstärkung der Forschung mit adulten
Stammzellen haben sich 12 durch Zufallsprinzip ausgewählte Bürger der ersten
„Bürgerkonferenz zur Stammzellforschung“ in Deutschland ausgesprochen. Zum
Abschluss der knapp sechs Monate dauernden Konferenz überreichten sie dem
Schirmherrn der Tagung, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, am 15. März 2004,
in Berlin ihr „Bürgervotum. In ihrem Gutachten votiert eine Hälfte zudem für
die Beibehaltung des Embryonenschutz- sowie des Stammzellgesetzes und spricht
sich dafür aus, dass „diese gesetzgeberische Entscheidung in internationalen
Gremien entschlossen vertreten“ wird. Die andere Hälfte wünscht sich „eine
vorsichtige Öffnung zu Gunsten der embryonalen Stammzellforschung.“ Auch wenn
die Bürger „keine gemeinsame Meinung über den Zeitpunkt finden konnten, ab dem
der Embryo als Mensch geschützt ist“, lehnen sie die embryonale
Stammzellforschung „in jedem Fall ab“, wenn „Embryonen zum Zweck der Forschung
hergestellt werden“ und „Frauen ihre Eizellen zu anderen als Fortpflanzungszwecken
gespendet haben“. Zehn Teilnehmer sprechen sich gegen jegliche Form des Klonens
aus, zwei billigen das therapeutische Klonen zur Gewinnung von Stammzelllinien.
Nr. 10/15. März 2004
Bundestagspräsident „Bürgervotum“ zur Stammzellforschung überreicht
Mit einer „Öffentlichen Anhörung zur Stammzellforschung –
Bürger befragen Experten“ und der Übergabe eines „Bürgervotums“ an
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse ist die erste „Bürgerkonferenz zur
Stammzellforschung“ in Deutschland am Montag, den 15. März 2004, nach knapp
sechs Monaten zu Ende gegangen. Der Bundestagspräsident hatte die Schirmherrschaft
für diese Tagung übernommen.
Nr. 9/ 25. Februar 2004
„Glanzpunkte“ aus Berlin-Buch auf Deutschem Krebskongress
„Grundlegende Beiträge“ zur experimentellen Krebsforschung
stehen im Mittelpunkt der „Glanzpunkte“ auf dem Deutschen Krebskongress in
Berlin. Von insgesamt vier Vorträgen für diese Reihe sind drei aus dem
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch bzw. der
Robert-Rössle-Klinik (RRK) der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus
Berlin-Buch, ausgewählt worden. Der vierte Vortrag kommt von der Medizinischen
Hochschule Hannover. Wie PD Dr. Claus Belka (Universität Tübingen) vom
wissenschaftlichen Sekretariat des Krebskongresses auf Anfrage mitteilte, sind
die „Glanzpunkte“ – zu denen auch zwei klinische Vortragsreihen gehören - ein
neues Forum des Krebskongresses, um herausragende Ergebnisse der Krebsforschung
zu präsentieren. Gutachter wählten die neun besten Arbeiten aus insgesamt 650
eingereichten Abstracts dafür aus.
Einladung
„Öffentliche Anhörung zur Stammzellforschung –
Bürger befragen Experten“
Freitag/Samstag, 12. und 13. März 2004
Pressekonferenz: Montag, 15. März 2004
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)
Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin (am Gendarmenmarkt)
Einladung
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie
Mittwoch, 24. März - Samstag, 27. März 2004
Pressekonferenz: Mittwoch, 24. März 2004, 11.00 Uhr
Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy-Platz
10280 Berlin
Nr. 7/10. Februar 2004
Gestörtes Virenschutzprogramm macht dünne Mäuse dick
Das Genom von Mensch und Tier ist durchsetzt von einer
Vielzahl von viralen Elementen, die sich im Laufe der Evolution dort
angesammelt haben. Glücklicherweise sind diese Elemente durch so genannte
epigenetische Modifikationen (DNA-Methylierung, das Anhängen von Methylgruppen
an die Cytosinreste der DNA) stillgelegt. In ihrer jüngsten Arbeit zeigen
Francois Gaudet und Prof. Heinrich Leonhardt (beide Max-Delbrück-Centrum für
Molekulare Medizin, MDC, Berlin-Buch und Ludwig-Maximilians-Universität
München) in Kooperation mit Prof. Rudolf Jänisch vom Whitehead Institute am
Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge/USA), dass ein bestimmtes
Enzym, die DNA-Methyltransferase I (Dnmt1) bei dieser Inaktivierung eine
wichtige Rolle spielt. Selbst vorübergehende Störungen dieses Enzyms in der
Embryonalentwicklung können zu bleibenden Veränderungen bei erwachsenen Mäusen
führen. So zeigte sich in diesem Fall, dass Störungen bei der DNA-Regulation,
also epigenetische Störungen, zur Aktivierung eines retroviralen Elements
führten. Dadurch wurde aus schlanken, schwarzen Mäusen fette, gelbe Mäuse. Die
Arbeit ist jetzt in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift Molecular and
Cellular Biology* (Volume 24, Issue 4, pp 1640-1648) erschienen.
Nr. 6/5. Februar 2004
Variationen im Genom
Ob jemand eine besondere Disposition für eine bestimmte
Krankheit hat oder nicht, darüber können unter Umständen Gene und ihre
Varianten (Mutationen) Einblick geben. Aber woher wissen Wissenschaftler, ob
eine Sequenzvariante, also eine Änderung in der Reihenfolge der DNA-Bausteine,
tatsächlich eine Rolle bei der Entstehung von Krankheiten spielt? Bei einigen
Krankheiten sind solche genetischen Ursachen bekannt. Mit der Entschlüsselung
der Genome des Menschen und mehrerer Modellorganismen, wie der Ratte oder der
Maus zum Beispiel, versuchen Wissenschaftler aber, dieser Frage systematisch
auf den Grund zu gehen. Einen ersten Schritt, der helfen könnte
Sequenzvarianten mit einer Funktion im Genom zu erkennen, haben jetzt Dr. Heike
Zimdahl und Dr. Norbert Hübner vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
(MDC) Berlin-Buch in Zusammenarbeit mit der MWG-Biotech AG in Ebersberg sowie
Wissenschaftlern aus den USA und England getan. Sie verglichen so genannte
cDNAs (die Abkürzung steht für complementary DNA) von drei verschiedenen
Laborrattenstämmen mit dem „Standardgenom“ der Ratte und spürten dabei über 12
000 Variationen auf. Die von ihnen aufgestellte „Karte“ ist nach ihrer Ansicht
ein wertvolles Instrument für die vergleichende Genomanalyse mit anderen
Säugern und könnte helfen, medizinisch wichtige Gene zu identifizieren. Ihre
Arbeit hat jetzt die renommierte Fachzeitschrift Science (Vol. 303, 6.
Februar 2004, p. 807)* veröffentlicht.
Nr. 5/30. Januar 2004
Molekularer Genschalter
Die Forschungsgruppe von Dr. Achim Leutz vom
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch hat die
Verbindung eines Genregulators mit einem Proteinkomplex identifiziert, der
offenbar den letzten Ausschlag dafür gibt, ob die Bauanleitung in einem Gen für
die Produktion von Proteinen abgelesen wird oder nicht. Dieser hochmolekulare
Proteinkomplex wurde bereits in einem anderen Zusammenhang identifiziert und
„Mediator“ (Vermittler) genannt. Er vermittelt die Information zwischen
Genregulatoren, die an das Erbgut (DNA) binden und dem Proteinapparat, der die
Information der Gene abliest und zur Produktion der Proteine bereitstellt. Der
Mediator kann aber auch bei der Entstehung von Erkrankungen eine Rolle spielen.
Die Arbeit von Dr. Xianming Mo, Dr. Elisabeth Kowenz-Leutz, Dr. Hong Xu und Dr.
Leutz ist jetzt in dem renommierten Journal Molecular Cell*
(Vol. 13, 30. Januar 2004, pp. 241-250) erschienen.
Nr. 4/29. Januar 2004
„Dornröschen“ und DNA-Reparatur
Jeden Tag wird die DNA, das Molekül des Lebens, durch Viren,
Bakterien, Strahlung, mobile genetische Elemente („springende Gene“ oder
Transposons) und auch bei der Verdopplung der DNA (Replikation) bei der
Zellteilung geschädigt. Glücklicherweise sind diese spontanen Änderungen oder
Rekombinationen der DNA (Mutationen) zum größten Teil nur von kurzer Dauer und
verursachen keine Erkrankungen. Tatsächlich repariert die Zellmaschinerie
DNA-Schäden sofort, denn die Stabilität der DNA ist lebensnotwendig für die
Gesundheit eines jeden Menschen. Der Prozess der DNA-Reparatur bei Säugern und
damit auch beim Menschen ist jedoch bis heute nicht ganz verstanden. Erstmals
haben aber jetzt Dr. Zsuzsanna Izsvák und Dr. Zoltán Ivics, Wissenschaftler am
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, Licht in diesen
lebensnotwendigen Mechanismus gebracht: Sie konnten zeigen, wie von Transposons
verursachte DNA-Schäden in Säugerzellen repariert werden. Die Reparatur von
DNA-Schäden, die von Transposons ausgelöst werden, war bisher nur bei der
Fruchtfliege Drosophila melanogaster untersucht worden. In Säugerzellen
konnten diese Fragen bisher nicht untersucht werden, weil es keine aktiven
DNA-Transposons von Wirbeltieren gab. Die Forschungsergebnisse von Dr. Izsvák,
Dr. Ivics und ihren Mitarbeitern sind jetzt in der neuesten Ausgabe der
renommierten Fachzeitschrift Molecular Cell* (Vol. 13, Nr. 2,
pp. 279-290. 2004) veröffentlicht worden.
Nr. 3/29. Januar 2004
Bundespräsident besuchte Campus Berlin-Buch mit Gläsernem Labor
Diskussion mit Schülern über Gentechnik
Bundespräsident Johannnes Rau und seine Frau Christina haben
am Donnerstag, dem 29. Januar 2004, den Campus Berlin-Buch im Nordosten Berlins
besucht. Im CampusInfoCenter erläuterte Prof. Detlev Ganten, Stiftungsvorstand
des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und
Aufsichtsratsvorsitzender der BBB Management GmbH Berlin-Buch, den Gästen die
„in Deutschland einzigartige Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschung,
klinischer Forschung und angewandter Forschung im Bereich der Biotechnologie“
auf diesem Forschungsgelände mit seinen über 2 200 Mitarbeitern.
Nr. 2/29. Januar 2004
Prof. Detlev Ganten neuer Vorstandschef der Charité – Amtsantritt am 15. Februar 2004 - Pressekonferenz mit Berliner Senator Thomas Flierl
Prof. Detlev Ganten,
Stiftungsvorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch, wird neuer Vorstandsvorsitzender der Charité. Das hat jetzt der
Aufsichtsrat der Charité, des größten Universitätsklinikums Europas,
beschlossen. Ganten wird sein Amt zum 15. Februar 2004 antreten. Er löst die
Juristin und ehemalige Hamburger Finanzsenatorin Dr. Ingrid Nümann-Seidewinkel
ab, die seit der Fusion der Berliner Hochschulmedizin von Humboldt- und Freier
Universität am 1. Juni 2003 übergangsweise den Vorstandsvorsitz der Charité
inne hatte. Die Berufung von Prof. Ganten erfolgte auf Vorschlag des Berliner
Wissenschaftssenators Thomas Flierl. Das MDC wird bis zur Berufung eines
Nachfolgers von dem stellvertretenden MDC-Vorstandsvorsitzenden, Prof. Walter
Birchmeier, geleitet. Prof. Ganten verabschiedete sich aufgrund der
Kurzfristigkeit am Donnerstagmittag, 29. Januar 2004, zunächst von einigen
Mitarbeitern. Eine Abschiedsfeier für das gesamte MDC werde folgen. Zuvor hatte
die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur am Vormittag mit ihm und Senator Flierl kurzfristig
eine Pressekonferenz anlässlich der Unterzeichnung des Vertrags als
Vorstandsvorsitzender der Charité-Universitätsmedizin Berlin anberaumt.
Nr. 1/Januar 2004
Dr. Hans-Jochen Vogel besucht Max-Delbrück-Centrum und Gläsernes Labor
Fragen der Stammzellforschung
und Biobanken standen im Mittelpunkt eines zweistündigen Informationsbesuchs
von Dr. Hans-Jochen Vogel, Bundesminister a.D. (SPD) und Mitglied des Nationalen
Ethikrats, im Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch am
Freitag, den 23. Januar 2004. Seine Gesprächspartner waren MDC-Vorstand Prof.
Detlev Ganten, er ist ebenfalls Mitglied
im Nationalen Ethikrat, Dr Hans Christian Hennies, MDC-Zentrum für Genkartierung, Dr. Cemil Özcelik, Franz-Volhard-Klinik für Herz-Kreislaufkrankheiten
der Charité/Helios Klinikum Berlin sowie Prof. Ivar Roots, Direktor des
Instituts für Klinische Pharmakologie, Charité.

