Nr. 20/23. Mai 2006
Neue Erkenntnisse über Herzmuskelbildung
Das Herz ist das erste funktionsfähige Organ, das sich im
Maus-Embryo bildet. Bei jedem Herzschlag zieht es sich zusammen und pumpt auf
diese Weise Blut durch den Körper. Die kleinsten Einheiten, die das
Zusammenziehen (Kontraktion) des Muskels bewerkstelligen, sind die so genannten
Sarkomere. Sie liegen in großer Zahl hintereinandergeschaltet im Muskel vor.
Ein bedeutender Bestandteil dieser Sarkomere ist das Titin, ein riesiges
Protein mit über 27 000 Bausteinen (Aminosäuren). Titin ist ein wichtiges
elastisches Gerüstprotein der Muskeln. Stefanie Weinert aus der
Forschungsgruppe von Prof. Michael Gotthardt vom Max-Delbrück-Centrum für
Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch hat jetzt dieses größte bekannte Protein
unter die Lupe genommen. Die junge Forscherin konnte zeigen, dass Titin im
Zentrum des Sarkomers, der so genannten M-Linie, für Stabiliät und Wachstum
sorgt, und nicht, wie bisher angenommen, den Aufbau des Sarkomers einleitet. Maus-Embryonen,
denen Teile der M-Linie im Titin-Protein fehlen, bilden zwar zunächst funktionstüchtige
Sarkomere aus. Sie sind jedoch nicht stabil, so dass den Tieren nach
zehneinhalb Tagen der Embryonalentwicklung buchstäblich das Herz bricht. Die
Arbeit von Stefanie Weinert ist jetzt im Journal of Cell Biology (Vol. 173, Nr.
4, pp. 559-570, 2006) erschienen.
*M
line deficient titin causes cardiac lethality through impaired maturation of
the sarcomere Stefanie Weinert,1 Nora Bergmann,1
Xiuju Luo,3 Bettina Erdmann,2 and Michael Gotthardt,1,3 1Neuromuscular and Cardiovascular
Cell Biology and 2ElectronMicroscopy, Max Delbrück Center for
Molecular Medicine , D-13122 3Department
of Veterinary and Comparative Anatomy, Pharmacology, and Physiology,
Barbara Bachtler
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