EINLADUNG
Erste internationale Konferenz
„Neurodegenerative Diseases: Molecular Mechanisms
in a Functional Genomics Framework"
Mi., 6. September - Sa., 9. September 2006
Max Delbrück Communications Center (MDC.C)
Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Kliniker und Genomforscher rücken näher zusammen. Bei der Erforschung von Krankheitsursachen stehen immer mehr die molekularbiologischen Zusammenhänge im Mittelpunkt. Zu diesem so genannten systembiologischen Forschungsansatz gehört auch die Erforschung der Genprodukte, der Proteine, und ihre Wechselwirkungen (Interaktionen).
Erstmals veranstaltet das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch zusammen mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Universität Bonn unter dem Dach des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) eine internationale Konferenz, zu der Genomforscher und Kliniker aus Europa, Japan, Kanada und den USA kommen. Im Mittelpunkt der Konferenz
„Neurodegenerative Diseases: Molecular Mechanisms in a Functional Genomics Framework“
Mi., 6. September – Sa., 9. September 2006
Max Delbrück Communications Center (MDC.C)
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin
zu der ich Sie sehr herzlich einladen möchte, stehen die neuesten Erkenntnisse bei der Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen, die mit Hilfe der Gen- und Proteinforschung erzielt worden sind.
Zu den neurodegenerativen Krankheiten gehören unter anderem Alzheimer, Parkinson und Chorea Huntington. Bei diesen bislang unheilbaren Erkrankungen sterben zunehmend Nervenzellen ab, geistiger Verfall, schwere motorische Störungen und Verlust verschiedener körperlicher Funktionen führen im Verlauf mehrerer Jahre zum Tod.
Vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Bevölkerung in den westlichen Industriestaaten kommt den neurodegenerativen Erkrankungen, die meist in fortgeschrittenen Lebensphasen auftreten, eine immer größere Bedeutung zu. Wissenschaftler schätzen, dass 20 Prozent der Menschen über 80 Jahre und mehr, an Demenz erkranken werden, in der Gruppe der über 90-jährigen gar ein Drittel, rund 35 Prozent.
Die Ursachen sind eine Kombination aus genetischer Veranlagung und erworbenen Störungen im Proteinstoffwechsel und beim Proteinabbau, die dazu führen, dass sich unlösliche Eiweißbruchstücke in den Nervenzellen ablagern und ihren Untergang auslösen. Das ist der Fall bei der häufigsten neurodegenerativen Erkrankung, der Alzheimerschen Krankheit. Von ihr sind allein in Deutschland nach Schätzungen von Wissenschaftern 1,2 Millionen Menschen betroffen.
Von der so genannten funktionellen Genomforschung erhoffen sich Wissenschaftler und Kliniker nicht nur die Identifizierung von krankheitsrelevanten Genen, ihren Proteinen und die Entschlüsselung ihrer Funktion im Organismus. Sie hoffen auch, an Hand dieser Erkenntnisse Therapien entwickeln zu können, die direkt an den molekularen Ursachen der Krankheitsentstehung eingreifen.
Auf der Konferenz in Berlin wird zum Beispiel Prof. Michael Hayden vom Centre for Molecular Medicine and Therapeutics aus Vancouver, Kanada, über die Identifizierung neuer Angriffspunkte gegen Chorea Huntington sprechen. Prof. Ron Kopito von der Stanford Universität, USA, wird über zelluläre und molekulare Mechanismen zur Unterdrückung schädlicher Eiweißablagerungen referieren. Prof. Robert Korneluk vom Children's Hospital of Eastern Ontario Research Institute aus Ottawa, Kanada, wird über Versuche berichten, gezielt das Absterben von Nervenzellen mit Hilfe von Proteinen zu stoppen, welche die Apoptose, den programmierten Zelltod, regulieren.
Organisatoren der viertägigen Veranstaltung sind der Berliner Genomforscher Prof. Erich Wanker (MDC) mit seinem NGFN-Projekt zu Protein-Protein-Interaktionen (kurz SMP-Protein) - sein Labor erstellte vor kurzem eine einzigartige Landkarte des menschlichen Protein-Netzwerks -, der Humangenetiker Prof. Karl Sperling (Charité - Universitätsmedizin Berlin) - er leitet den Sonderforschungsbereich 577 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Identifizierung genetischer Faktoren, die zu unterschiedlichen Erscheinungsformen monogener Erkrankungen führen -, und Prof. Thomas Klockgether von der Neurologischen Universitätsklinik und Poliklinik der Universität Bonn. Er ist Sprecher der DFG-Forschergruppe 427, die sich mit der Erforschung der spinozerebellären Ataxie Typ 3 befasst, einer erblich bedingten Krankheit, bei der motorische Fähigkeiten, Gleichgewichtssinn und Sprachvermögen verloren gehen. Das unheilbare Nervenleiden bricht zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr aus.
Die Konferenz beginnt am Mittwoch, den 6. September mit einer Abendveranstaltung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW), auf der Prof. Richard I. Morimoto von der Northwestern University, Evanston, Illinois (USA), den Festvortrag halten wird. Die zweite „Keynote Lecture“ wird Prof. Hans Lehrach (Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik, Berlin) am Donnerstag, den 7. September im Max Delbrück Communications Center (MDC.C) in Berlin-Buch halten: „From functional genomics to systems biology“.
Ich würde mich freuen, Sie bei dieser Konferenz in Berlin begrüßen zu dürfen.
Mit freundlichen Grüßen,
Barbara Bachtler
Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
Barbara Bachtler
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