Nr. 15/28. April 2008
Sperrfrist: Montag, 28. April 2008, 20:00 Uhr MESZ
Neues Werkzeug für Suche nach krankheitsrelevanten Variationen im Genom
Auf dieser Genomkarte können Wissenschaftler erkennen, wie die genetischen Variationen (SNPs, markiert in grün, rot und blau) auf die einzelnen Chromosomen der Ratte (schwarz-weiß markiert) verteilt sind. (Graphik: Matthias Heinig, Copyright: MDC)
Die genetische Grundlage von Krankheiten lässt sich jetzt
leichter erforschen. Dr. Kathrin Saar und Prof. Norbert Hübner vom
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch haben in einem
europäisch-japanischen Forschungsverbund eine Genomkarte mit über 300 verschiedenen Rattenstämmen erstellt.
Das neue Werkzeug kann helfen, die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
oder Diabetes in Laborratten und auch beim Menschen zu verstehen. Die Arbeit
ist in dem Fachjournal Nature Genetics
(Vol. 40, Nr. 5, 2008) online veröffentlicht.
Für die Analyse der genetischen Ursachen von Volkskrankheiten sind Laborratten besonders geeignet. Forscher nutzen Laborratten seit über 150 Jahren als Modelltier in klinischen Forschungslabors. Im Genom eines jeden Lebewesens, so auch der Laborratte, gibt es Variationen (SNPs) in der Bausteinabfolge der Erbsubstanz DNA, die sie von ihren Artgenossen unterscheiden. Wissenschaftler untersuchen diese SNPs, um zu klären, ob es Variationen im Genom gibt, die Krankheiten verursachen oder ihre Entstehung beeinflussen. Einige Millionen dieser Variationen gibt es in jedem Individuum. Die MDC-Forscher und ihre Kollegen aus dem Ausland haben jetzt drei Millionen SNPs im Rattengenom identifiziert. Sie haben damit ihr bisheriges Werkzeug, das auf der Analyse von drei Laborrattenstämmen beruhte, erheblich verfeinern können.
The STAR Consortium1 The complete list of authors is as follows: The STAR Consortium: Kathrin Saar1, Alfred Beck2,
Marie-Thérèse Bihoreau3, Ewan Birney4, Denise Brocklebank3,
Yuan Chen4, Edwin Cuppen5, Stephanie Demonchy6,
Paul Flicek4, Mario Foglio6, Asao Fujiyama7,8,
Ivo G Gut6, Dominique Gauguier3, Roderic Guigo9,
Victor Guryev5, Matthias Heinig1, Oliver Hummel1,
Niels Jahn10, Sven Klages2, Vladimir Kren11,
Heiner Kuhl2, Takashi Kuramoto12, Yoko Kuroki7,
Doris Lechner6, Young-Ae Lee1, Nuria Lopez-Bigas9,
G Mark Lathrop6, Tomoji Mashimo12, Michael Kube2,
Richard Mott3, Giannino Patone1, Jeanne-Antide
Perrier-Cornet6, Matthias Platzer10, Michal Pravenec11,
Richard Reinhardt2, Yoshiyuki Sakaki7, Markus Schilhabel10,
Herbert Schulz1, Tadao Serikawa12, Medya Shikhagaie9,
Shouji Tatsumoto7, Stefan Taudien10, Atsushi Toyoda7,
Birger Voigt12, Diana Zelenika6, Heike Zimdahl1
& Norbert Hübner1 Affiliations for participants: 1Max-Delbrück-Center for
Molecular Medicine (MDC), Robert-Roessle-Strasse 10, 13125,
Barbara Bachtler
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