Nr. 56/19. Dezember 2008

MDC- und Charité-Forscher identifizieren Gen, das erstmals frühe Vorhersage von Metastasenbildung bei Dickdarmkrebs erlaubt – Niedrige Genaktivität – höhere Überlebenschance

Krebsforscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben ein Gen identifiziert, mit dem sie erstmals bei Dickdarmkrebs mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagen können, ob der Tumor zur Metastasenbildung neigt. Wie PD Dr. Ulrike Stein, Prof. Peter M. Schlag und Prof. Walter Birchmeier zeigen konnten, fördert MACC1 (Metastasis-Associated in Colon Cancer 1) nicht nur das Krebswachstum sondern auch die Metastasenbildung. Sie stellten fest, dass Patienten mit Dickdarmkrebs eine günstigere Lebenserwartung haben, wenn die Aktivität von MACC1 niedrig ist, als Dickdarmkrebspatienten mit hohen MACC1-Werten. (Nature Medicine, doi: 10.1038/nm.1889)*.

Nr. 55/11. Dezember 2008

Herz kann nach Infarkt regenerieren – Erste Versuche mit Mäusen

Forscher und Kardiologen des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Berlin-Buch, haben den Nachweis erbracht, dass körpereigene Herzmuskelstammzellen nach einem Infarkt neues Gewebe aufbauen und die Pumpfunktion des Herzens erheblich verbessern können. Gesteuert wird dieser Regenerationsprozess von dem Genschalter beta-catenin, der auch die Herzentwicklung im Embryo reguliert. In Versuchen mit Mäusen konnten Dr. Laura Zelarayán und Privatdozent Dr. Martin W. Bergmann zeigen, dass Tiere einen Infarkt besser überleben, wenn bei ihnen dieser Genschalter unterdrückt wird. (PNAS, online December 10, 2008, doi: 10.1073/pnas.0808393105)*.

Nr. 54/5. Dezember 2008

Vermeintlicher Helfer gegen Tumorzellen

Wie Tumorzellen Schutzmechanismen des Körpers für sich nutzen

Das Glioblastom ist einer der häufigsten, aber auch aggressivsten Hirntumore und führt meist rasch zum Tod. Es besteht aus unterschiedlichen Zelltypen und deren Vorstufen, was eine  erfolgreiche Behandlung erschwert. Um die treibende Kraft hinter dem Tumor, die Tumorstammzellen, zu bekämpfen, versuchen Forscher  die Tumorzellen in den Selbstmord, den programmierten Zelltod, zu treiben. Dr. Ana Martin-Villalba (Deutsches Krebsforschungszentrum, DKFZ, Heidelberg) vermutet jedoch, dass das aktivierte Zelltodprogramm den Verlauf der Krankheit beschleunigt. Ist dieses Programm aber blockiert, geht das Tumorwachstum stark zurück, berichtete sie auf der Tagung „Brain Tumor 2008“ in Berlin-Buch.

Nr. 53/4. Dezember 2008

Stammzellen reagieren auf Hirntumoren – aber können sie sie bekämpfen?

Seit kurzem hat die Hirnforschung das Dogma ad acta gelegt, wonach sich im Gehirn erwachsener Menschen keine neuen Nervenzellen bilden können. Jüngste Forschungen haben unter anderem gezeigt, dass sich Stammzellen nach einem Schlaganfall stark vermehren und auf diese Weise auf die Verletzung antworten. Reagieren Stammzellen auch, wenn sich ein Hirntumor gebildet hat? Auf dem Kongress „Brain Tumor 2008“ im Max-Delbrück-Centrum (MDC) Berlin-Buch berichtete Dr. Stefan Momma (Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main), dass sich am Tumorrand viele undifferenzierte Vorläuferzellen ansammeln, die vermutlich nicht vom Tumor selbst stammen, und die den Krebs am Wachstum hemmen könnten.

 

Einladung

„Brain Tumor 2008“

Donnerstag, 4. Dezember – Freitag, 5. Dezember 2008

Max Delbrück Communications Center (MDC.C)

Robert-Rössle-Str. 10, 13125 Berlin

Nr. 51/24. November 2008

Sofja Kovalevskaja-Preis für Dr. Jan-Erik Siemens

Kehrt aus den USA nach Deutschland zurück – Gastgruppe am MDC

Der Biochemiker und Neurobiologe Dr. Jan-Erik Siemens ist einer von acht Nachwuchsforschern, die in diesem Jahr mit dem Sofja Kovalevskaja-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) ausgezeichnet worden sind. Mit Hilfe des Stipendiums wird der Forscher nach vier Jahren als Post-Doktorand an der Universität von Kalifornien, San Francisco, USA, im kommenden Jahr nach Deutschland zurückkehren und am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch eine Gastgruppe aufbauen. Die Auszeichnung wurde den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Dienstag, den 25. November 2008, in Berlin überreicht.

Nr. 50/14. November 2008

„Jet-Injektion“ für die Gentherapie - Erste klinische Studie prüft Machbarkeit

Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben jetzt in einer klinischen Studie erstmals eine Technik erprobt, mit der sie genetisches Material mit hohem Druck direkt in einen Tumor injizieren können. Es zeigte sich, dass die so genannte Jet-Injektion ein Gen sicher und zielgenau in das Tumorgewebe bringt, berichten PD Dr. Wolfgang Walther und Prof. Peter M. Schlag (beide MDC und Charité) im Clinical Cancer Research (Vol. 14, Nr. 22, 7545-7553)*. Bei den 17 Patienten, die in dieser Studie eingeschlossen waren, traten keine Nebenwirkungen auf.

Nr. 49/13. November 2008

US-Immunologe William E. Paul mit Max-Delbrück-Medaille ausgezeichnet

Der amerikanische Immunologe Dr. William E. Paul hat in Berlin die Max-Delbrück-Medaille erhalten. Damit würdigte die Jury die Arbeiten des Forschers über einen Schlüsselregulator des Immunsystems, das Interleukin 4 (IL-4). Dr. Paul arbeitet am National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) an den National Institutes of Health (NIH) in Bethesda, Maryland, USA. Die Laudatio hielt Prof. Andreas Radbruch, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlins.

Nr. 48/ 13. November 2008

Neuer Round Table für Forschung und Gesundheitspolitik

Thema Präventionsforschung auf dem ersten Helmholtz-Forum Gesundheit

Berlin, 13. November 2008 - „Mit Spitzenforschung Volkskrankheiten vorbeugen“ - So lautete das Thema des ersten Helmholtz-Forums Gesundheit, zu dem die fünf Gesundheitszentren der Helmholtz-Gemeinschaft heute in Kooperation mit ZEIT WISSEN nach Berlin eingeladen haben. Helmholtz-Wissenschaftler präsentierten neueste Erkenntnisse über innovative Ansätze in der Präventionsforschung. Auf dem einstündigen Podium diskutierten anschließend Vertreter von Gesundheitsforschung, Politik, Pharmaindustrie und Krankenkassen über Möglichkeiten, die Erkenntnisse aus der Forschung zukünftig noch zielgerichteter in die Praxis umzusetzen.

Nr. 47/5. November 2008

Ursache für Taubheit bei Bartter-Syndrom aufgeklärt

Jetzt wissen Forscher, warum Patienten mit einer bestimmten Form des seltenen Erbleidens Bartter-Syndrom auch taub sind. Dr. Gesa Rickheit und Prof. Thomas Jentsch vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) konnten in Mäusen zeigen, wie ein defekter Bestandteil eines Ionenkanals, Barttin genannt, den Hörverlust verursacht. (The EMBO Journal, Vol. 27, Nr. 21, 2907–2917)*.

Nr. 46/22. Oktober 2008

Spenderzellen gegen Abstoßungsreaktionen

Die Behandlung von Leukämiepatienten mit Knochenmarkspenden könnte in Zukunft sicherer werden. Von Mäusen ist seit einiger Zeit bekannt, dass bestimmte Zellen des Immunsystems (regulatorische T-Zellen, kurz TREGs), die gefährlichen Abstoßungsreaktionen unterdrücken können. Sie bremsen aggressive Immunzellen und verhindern dadurch ungewollte Abwehrreaktionen. Bislang fehlten jedoch geeignete Verfahren, die regulatorischen T-Zellen sicher zu isolieren. Dr. Markus Kleinewietfeld, Dr. Kirsten Falk und Dr. Olaf Rötzschke vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch haben jetzt mit Kollegen der ‚Fondazione Santa Lucia’ in Rom eine einfache Methode entwickelt, diese Zellen in hoher Reinheit aus dem Blut zu filtern. (Blood, doi 10 1182/blood-2008-04-150524)*

Nr. 45/15.Oktober 2008

Prof. Gary Lewin zum Mitglied von EMBO gewählt

Der Neurobiologe und Schmerzforscher Prof. Gary Lewin vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch ist in die Europäische Organisation für Molekularbiologie (EMBO) gewählt worden. Mit Prof. Lewin wurden damit in diesem Jahr insgesamt 59 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus verschiedenen europäischen Ländern sowie Australien, Singapur und den Vereinigten Staaten EMBO-Mitglieder.

Nr. 44/ 15. Oktober 2008

Herzreparatur im Embryo

Erkrankt das Herz während seiner Entwicklung im Embryo, kann es sich soweit regenerieren, dass es zur Geburt voll funktionsfähig ist, vorausgesetzt ein Teil der Herzzellen bleibt gesund. Das hat Dr. Jörg-Detlef Drenckhahn vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch mit Kollegen aus Australien herausgefunden. In Mäuseweibchen konnten sie zeigen, dass sich die gesunden Zellen des Herzens häufiger teilen und so das geschädigte Gewebe verdrängen. „Unsere Ergebnisse können in Zukunft zu neuen Therapien führen“, hofft Dr. Drenckhahn. „Mit den richtigen Signalen könnte beispielsweise ein durch einen Herzinfarkt geschädigtes Herz angeregt werden, sich selbst zu heilen.“ (Developmental Cell, 15, 521-533, Oktober 14, 2008)*.

Nr. 43/8.Oktober 2008

Hodgkin-Lymphom – neue Eigenschaften entdeckt

Botenstoffe helfen Tumorzellen dem Immunsystem zu entkommen

Forscher entdecken immer neue Eigenschaften des Hodgkin-Lymphoms, eines häufigen Lymphdrüsenkrebs, der von weißen Blutzellen (B-Zellen) abstammt, aber viele Merkmale dieser Immunzellen verloren hat. Es ist deshalb einzigartig in seinem Erscheinungsbild und seinen Eigenschaften. In den Tumorzellen des Hodgkin-Lymphoms haben Björn Lamprecht und Dr. Stephan Mathas (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, MDC, Berlin-Buch und Charité - Universitätsmedizin Berlin) die Produktion von Interleukin 21 (IL-21) nachgewiesen. Dieser Botenstoff (Zytokin) des Immunsystems fördert das Wachstum der Krebszellen und hilft ihnen, dem Immunsystem zu entkommen (Blood*, Vol. 112. Nr. 8, 2008, 3339-3347). Bislang galt, dass IL-21 nur von T-Zellen, einer anderen Gruppe von Immunzellen, produziert wird. Die Blockade von IL-21 könnte nach Ansicht der Forscher aus dem Labor von Prof. Bernd Dörken in Zukunft zur Entwicklung neuer Therapiestrategien des Hodgkin Lymphoms führen. Sie kooperierten bei dieser Arbeit mit der Universität Tor Vergata, Rom (Italien).

 

Nr. 42/18. September 2008

Neuer Mechanismus für Herzrhythmusstörungen entdeckt

 

Seit langem gibt es Hinweise, dass Virusinfektionen Herzrhythmusstörungen auslösen können. Die molekularen Grundlagen dafür haben Ulrike Lisewski, Dr. Yu Shi, Michael Radke und Prof. Michael Gotthardt vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch jetzt entdeckt. Der Rezeptor, den das Virus nutzt, um Herzzellen zu befallen, erfüllt normalerweise eine lebensnotwendige Aufgabe. In Mäusen erbrachten die Forscher den Nachweis, dass der Rezeptor für einen regelmäßigen Herzschlag sorgt. Fehlt er, kommt es zu Rhythmusstörungen. Die Forscher ziehen daraus den Schluss, dass bei Virusinfektionen oder Autoimmunerkrankungen die Funktion des Rezeptors gestört werden kann und dadurch der Herzschlag aus dem Takt gerät. Ihre Arbeit ist vorab online im Journal of Experimental Medicine (10.1084/jem.20510iti3)* erschienen.

Nr. 41/11. September 2008

7-Tesla-Ganzkörper-Magnet-Resonanz-Tomograph nach Berlin-Buch geliefert - Soll ab 2009 für die Forschung von MDC, Charité und PTB betriebsbereit sein

Ein 35 Tonnen schwerer 7-Tesla-Ganzkörper-Magnet-Resonanz-Tomograph (MRT) ist am 11. September 2008 für das Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin auf dem Campus Berlin-Buch angeliefert worden. Der Einbau in das eigens dafür errichtete Gebäude dauerte mehrere Stunden. Der von Siemens Healthcare entwickelte MRT, der rund sieben Millionen Euro kostet, soll ab 2009 in der Herz-Kreislauf-, der Krebs- sowie der Hirnforschung erprobt werden und Bilder von extrem hoher Auflösung aus dem Körperinnern von Probanden und Patienten liefern. Er ist Teil der Ultra-Hochfeld-Magnet-Resonanz-Tomographie-(MRT)-Anlage des ECRC, zu der auch ein 9,4-Tesla-Tierscanner (Firma Bruker) gehört. Dieser war knapp drei Wochen zuvor in das ECRC eingebaut worden. Er soll die Forschungen mit dem 7-Tesla-MRT ergänzen. Wissenschaftlicher Partner des Projekts ist auch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB). Das MDC kooperiert bei der Entwicklung der Hochfeld-Magnet-Resonanz-Verfahren des weiteren mit den Firmen Siemens und Bruker.

Nr. 40/10. September 2008

Erwin-Schrödinger-Preis an das Max-Delbrück-Centrum verliehen - Erstmals einzigartigen „Schaltplan“ für Proteine des Menschen entwickelt

Für den Aufbau eines einzigartigen „Schaltplans“, der erstmals gezeigt hat, wie tausende von Proteinen des Menschen, die Baustoffe und Maschinen des Lebens, miteinander wechselwirken, erhält ein Forschungsteam um Prof. Erich E. Wanker* vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch den Erwin-Schrödinger-Preis. Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde den Forschern am 11. September 2008 von der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, zu der das MDC gehört, im Rahmen ihrer Jahrestagung überreicht. Die Preisträger sind: Prof. Wanker, Dr. Ulrich Stelzl (jetzt Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik, Berlin), Dipl.-Ing. Christian Hänig (MDC), Gautam Chaurasia, M.Sc. (Humboldt-Universität zu Berlin und MDC) und Dr. Matthias Futschik (Charité - Universitätsmedizin Berlin). Wechselwirkungen zwischen Proteinen sind für das Verständnis von Krankheitsmechanismen und für die Entwicklung neuer Medikamente von großem Interesse. Weiter können Forscher mit ihrer Hilfe krankheitsrelevante Gene aufspüren.

Nr. 39/29. August 2008

Erwin-Schrödinger-Preis geht an das Max-Delbrück-Centrum in Berlin - Erstmals einzigartigen „Schaltplan“ für Proteine des Menschen entwickelt

 

Für den Aufbau eines einzigartigen „Schaltplans“, der erstmals gezeigt hat, wie tausende von Proteinen des Menschen, die Baustoffe und Maschinen des Lebens, miteinander wechselwirken, erhält ein Forschungsteam um Prof. Erich E. Wanker vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch den Erwin-Schrödinger-Preis. Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung wird den Forschern am 11. September 2008 von der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, zu der das MDC gehört, im Rahmen ihrer Jahrestagung überreicht. Die Preisträger sind neben Prof. Wanker Dr. Ulrich Stelzl (jetzt Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik, Berlin), Dipl.-Ing. Christian Hänig (MDC), M.Sc. Gautam Chaurasia (Humboldt-Universität zu Berlin und MDC) sowie Dr. Matthias Futschik (Charité - Universitätsmedizin Berlin). Wechselwirkungen zwischen Proteinen sind für das Verständnis von Krankheitsmechanismen und für die Entwicklung neuer Medikamente von großem Interesse. Weiter können Forscher mit ihrer Hilfe krankheitsrelevante Gene aufspüren.

Nr. 38/6. August 2008

Cornelia Lanz – neuer administrativer Vorstand des MDC

Die frühere Kanzlerin der Fachhochschule Lübeck, Cornelia Lanz, ist seit 1. August 2008 neuer administrativer Vorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, einer Einrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft. Die 51-Jährige, die die vergangenen vier Jahre bis zum 31. Juli 2008 in Lübeck arbeitete, tritt die Nachfolge von Dr. Stefan Schwartze an, der im Frühjahr zum Kanzler der Universität Münster ernannt worden war.

Nr. 37/6. August 2008

Neue Erkenntnisse über die Entwicklung von Epithelzellen - MDC-Forscher entdecken mehr Vielfalt als erwartet

Epithelzellen bedecken alle inneren und äußeren Oberflächen des Körpers. Sie besitzen eine Ober- und eine Unterseite, die unterschiedliche Funktionen erfüllen. Bislang nahmen Wissenschaftler an, dass diese beiden Pole in allen Epithelzellen auf dieselbe Art und Weise entstehen - ungeachtet davon, ob sie im Herzen, in der Netzhaut des Auges oder im Nervensystem sitzen. Dr. Nana Bit-Avragim, Dr. Nicole Hellwig und Dr. Salim Abdelilah-Seyfried konnten jetzt zeigen, dass je nach Gewebe eine andere Variation eines Komplexes aus fünf Kernproteinen aktiv ist und die Epithelzellen ausrichtet. Die Ergebnisse der MDC-Wissenschaftler sind jetzt in der Fachzeitschrift Journal of Cell Science (2008, Vol. 121, pp. 2503-2510)* erschienen.

Nr. 36/29. Juli 2008

Feinsteuerung der Proteinproduktion durch microRNA

 

Neue Erkenntnisse darüber, wie Zellen die Produktion von Proteinen mit Hilfe so genannter microRNAs steuern, haben die Forschungsteams von Matthias Selbach und Nikolaus Rajewsky vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch gewonnen. Sie konnten zeigen, dass ein einziges Gen, eine microRNA, die Bildung von hunderten von Proteinen steuern kann. Auf diese Weise können microRNAs das Verhalten menschlicher Zellen programmieren. Ihre Forschungsarbeit ist jetzt in Nature (doi:10.1038/nature07228) online erschienen*.

 

Nr. 35/4. Juli 2008

Curt-Meyer-Gedächtnispreis für Dr. Stephan Mathas und Dr. Martin Janz

Tarnmechanismus von Krebszellen des Hodgkin-Lymphoms entschlüsselt

Die Krebsforscher Dr. Martin Janz und Dr. Stephan Mathas vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben für ihre Forschungen zum Hodgkin-Lymphom den Curt-Meyer-Gedächtnispreis 2007 erhalten. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihnen am 4. Juli 2008 für ihre dazu in Nature Immunology* erschienene Arbeit vom Vorsitzenden der Berliner Krebsgesellschaft, Prof. Peter M. Schlag (Charité, MDC) im Rahmen eines Symposiums verliehen. Das Hodgkin-Lymphom, eine häufige Form des Lymphdrüsenkrebs, entsteht aus weißen Blutzellen (B-Zellen), die ihr Erscheinungsbild völlig ändern und dabei alle Merkmale einer B-Zelle verlieren. Dr. Janz und Dr. Mathas war es gelungen, diesen Tarnmechanismus der B-Zellen zu entschlüsseln. Krebsforscher hoffen, dass es auf diesen Ergebnissen aufbauend gelingt, Therapien zu entwickeln, die das Wachstum der Hodgkin-Zellen stoppen oder ihren Zelltod auslösen.

Nr. 34/2. Juli 2008

Sechs Millionen Euro zur Verbesserung von Diagnostik und Therapie akuter Leukämien - Bundesweiter Forschungsverbund mit Charité und MDC

 

Die Behandlung von Kindern und Erwachsenen, die an Leukämie erkrankt sind, soll verbessert werden. Im Rahmen des Nationalen Genomforschungsnetzes NGFNplus des Bundesforschungsministeriums (BMBF) erhalten jetzt zu diesem Zweck elf Universitätskliniken und zwei außeruniversitäre Einrichtungen* in den kommenden drei Jahren sechs Millionen Euro mit der Perspektive einer zweijährigen Verlängerung. Mit Hilfe der Molekularbiologie und Genomforschung wollen die Kliniker und Grundlagenforscher in insgesamt 15 Forschungsprojekten neue Erkenntnisse über die Entstehung und die Krankheitsmechanismen akuter Leukämien gewinnen. Eingeschlossen in diese Projekte sind auch alle derzeit laufenden klinischen Leukämiestudien in Deutschland mit mehr als 1000 Patienten im Jahr. Ziel ist, die Diagnose zu präzisieren und die Mechanismen für Krankheitsentstehung, Therapieansprechen bzw. Therapieversagen besser zu verstehen, um neue, gezielte Behandlungsstrategien zu entwickeln. Koordinatoren des Forschungsverbundes sind Prof. Christian Hagemeier (Charité Campus Mitte) und Prof. Wolf-Dieter Ludwig (Charité Campus Berlin-Buch). An dem Projekt ist auch Prof. Achim Leutz vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch beteiligt.

Nr. 33/27. Juni 2008

Bundesverdienstkreuz für Dr. Gudrun Erzgräber bei Verabschiedung in den Ruhestand - Bucher Biotechnologiepark zu einem der größten in Deutschland aufgebaut

Für ihre Verdienste beim Aufbau des Biocampus Berlin-Buch ist die Geschäftsführerin der BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch, Dr. Gudrun Erzgräber, mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Die Staatssekretärin Almuth Nehring-Venus von der Berliner Senatsverwaltung für Technologie und Frauen überreichte ihr die Ehrung am 27. Juni 2008 zur Verabschiedung in den Ruhestand. In den vergangenen zwölf Jahren habe Dr. Erzgräber mit „außerordentlichem Engagement die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft vorangetrieben und Berlin-Buch zu einem der führenden Biotechstandorte entwickelt, der den Vergleich mit internationalen Standorten standhält“, betonte die Staatssekretärin. Die Arbeit von Dr. Erzgräber würdigte auch Prof. Detlev Ganten. Der Vorstandsvorsitzende der Charité - Universitätsmedizin Berlin hatte 1995 als Stiftungsvorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch die BBB GmbH gegründet. Der Biotechnologiepark in Berlin-Buch zählt neben Heidelberg und München zu den größten in Deutschland. Heute arbeiten dort 50 Firmen mit rund 750 Mitarbeitern. Nachfolger von Dr. Erzgräber sind Dr. Andreas Mätzold, Prokurist der BBB GmbH, und Dr. Ulrich Scheller, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Campus Berlin-Buch mit dem „Gläsernen Labor“.

Nr. 32/26. Juni 2008

Herzmuskelstammzellen können das Herz regenerieren - Wilhelm P. Winterstein-Preis für PD Dr. Martin Bergmann von MDC und Asklepios-Klinik Hamburg

 

Für den Nachweis, dass Herzmuskelstammzellen in der Lage sind, die Pumpfunktion des Herzens bei Herzschwäche zu verbessern, hat Privatdozent Dr. Martin Bergmann den Wilhelm P. Winterstein-Preis der Deutschen Herzstiftung erhalten. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. Die Arbeiten hatte er am Max Delbrück Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch durchgeführt. Er konnte in Versuchen mit Mäusen zeigen, dass es möglich ist, die Regeneration des Herzens deutlich zu steigern, wenn ein Genschalter in den Herzmuskelstammzellen, das beta-catenin, verändert wird. „Die Arbeit zeigt in beeindruckender Weise, wie Grundlagenforschung neue Perspektiven für die Behandlung von Herzpatienten eröffnen kann“, sagte Prof. Dr. med. Hellmut Oelert, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung, anlässlich der Preisverleihung in Frankfurt am Main.

Nr. 31/13. Juni 2008

Innere Uhren bestimmen den Takt des Lebens

Innere Uhren bestimmen, ob Menschen eher Frühaufsteher, Langschläfer, Partymuffel oder Nachteulen sind. Wie Prof. Hanspeter Herzel (Institut für Theoretische Biologie, Humboldt Universität, Berlin) jetzt auf dem internationalen Kongress „Computational & Experimental Molecular Biology“ in Berlin berichtete, regulieren diese biologischen Uhren Schlaf-Wach-Phasen, aber auch den Blutdruck und die Körpertemperatur. „Gesteuert werden sie von einer Zentraluhr, die aus tausenden von Nervenzellen besteht, die im Gehirn zusammenarbeiten, um uns an wechselnde Anforderungen bei Tag und Nacht zu gewöhnen.“

Einladung

Berlin Summer Meeting 2008

Computational & Experimental Molecular Biology

Donnerstag, 12. Juni - Samstag, 14. Juni 2008

Langenbeck-Virchow-Haus

Nr. 29/9. Juni 2008

Alzheimer-Krankheit - Angehörige informieren sich über MDC-Forschung

Wie entsteht die Alzheimer-Krankheit? Wie lange dauert die Entwicklung einer Therapie? Welche Rolle spielt dabei die Grundlagenforschung? Diese und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung, zu der die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) zahlreiche Unterstützer dieses größten privaten Förderers von Alzheimer-Forschung in Deutschland in das Gläserne Labor des Campus Berlin-Buch eingeladen hatte. Rund 40 Förderern, unter ihnen auch Angehörige von Patienten, berichtete Prof. Thomas Willnow vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch über seine Forschungen zur Entstehung der Alzheimer-Krankheit. Für diese Arbeit hatte er 2006 von der AFI einen mit 80 000 Euro dotierten Förderpreis erhalten.

Einladung

The Sixth Annual International Conference on

Transposition and Animal Biotechnology”

Donnerstag, 19. Juni - Samstag, 21. Juni 2008

Max Delbrück Communications Center (MDC.C)

Nr. 27/4. Juni 2008

Mutationen lösen schwere Herzmuskelerkrankung aus

Mutationen in drei Genen, die für das Zusammenziehen des Herzens wichtig sind, können eine spezielle Form der Herzmuskelerkrankung, die Linksventrikuläre Noncompaction (LVNC), auslösen. Das haben jetzt Dr. Sabine Klaassen, Susanne Probst und Prof. Ludwig Thierfelder vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, Prof. Erwin Oechslin (Adult Congenital Cardiac Centre, Toronto, Canada) und Prof. Rolf Jenni (Cardiovascular Center, Zürich, Schweiz) herausgefunden. Bei dieser Erkrankung ist das Muskelgewebe der linken Herzkammer schwammartig verändert und ragt in die Herzkammer hinein. Das kann die Pumpleistung des Herzens stark beeinträchtigen. Unter 63 Patienten, die an LVNC leiden, fanden die Wissenschaftler elf Patienten (17 Prozent), bei denen einzelne dieser Herzmuskelgene mutiert sind. Die Forscher vermuten, dass diese genetischen Veränderungen die schwere Herzerkrankung auslösen. In Zukunft können Gentests Aufschluss darüber geben, ob Familienmitglieder von Betroffenen die Mutationen ebenfalls tragen und somit an LVNC erkranken können. Die Ergebnisse der Studie sind jetzt in der Fachzeitschrift Circulation (2008, Vol. 117, pp. 2893-2901)* erschienen.

Nr. 26/30. Mai 2008

Substanz EGCG in grünem Tee verhindert tödliche Plaquebildung bei Parkinson und Alzheimer - Erste Ergebnisse im Reagenzglas

 

Die Substanz EGCG (Epigallocatechin-3-gallate) in grünem Tee kann offenbar den tödlichen Prozess der Plaquebildung bei Parkinson und Alzheimer umkehren. Statt der giftigen Eiweißablagerungen bilden sich durch EGCG ungiftige und damit für die Nervenzellen harmlose, kugelige Eiweißaggregate. Das haben Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch in Versuchen im Reagenzglas und in Nervenzellmodellen festgestellt. Die Arbeit von Dr. Dagmar Ehrnhöfer und Dr. Jan Bieschke aus der Forschungsgruppe von Prof. Erich Wanker hat die Fachzeitschrift Nature Structural and Molecular Biology*(http://dx.doi.org/10.1038/nsmb.1437) jetzt veröffentlicht.

Nr. 25/28. Mai 2008

Erneut Millionenförderung der Helmholtz-Gemeinschaft für das MDC

Verbesserung der Doktorandenausbildung in der Herz-Kreislauf-Forschung

 

Für eine verbesserte Ausbildung von Doktoranden im Forschungsbereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselkrankheiten erhält das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch in den kommenden sechs Jahren von der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren 1,8 Millionen Euro. Damit wird das MDC eine „Helmholtz International Research School in Translational Cardiovascular and Metabolic Medicine - TransCard“ einrichten. Vorrangiges Ziel dieses Doktorandenprogramm ist es, Forscher so auszubilden, dass sie die Brücke von der Grundlagen- zur klinischen Forschung schlagen können. Sprecher des Kollegs sind Prof. Michael Gotthardt und Dr. Salim Seyfried (beide MDC). Partner der neuen Helmholtz International Research School sind die Freie Universität Berlin und die Humboldt Universität zu Berlin.

Nr. 24/ 27. Mai 2008

„Berliner Gedenktafel“ für amerikanischen Genetiker Hermann Joseph Muller

Der amerikanische Genetiker und spätere Nobelpreisträger Hermann Joseph Muller (1890 - 1967) ist mit einer „Berliner Gedenktafel“ geehrt worden. Auf dem Campus Berlin-Buch enthüllten seine Tochter, Prof. em. Helen Juliette Muller, University of New Mexico, Albuquerque (USA), Prof. Hans-Jörg Rheinberger, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte, Berlin und der Wissenschaftliche Vorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, Prof. Walter Birchmeier, die Tafel am ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Institut (KWI) für Hirnforschung, dem heutigen Oskar- und Cécile-Vogt-Haus. Dort hatte Hermann Joseph Muller von November 1932 bis September 1933 als Gastwissenschaftler mit dem russischen Genetiker Nikolaj Timoféeff-Ressovsky gearbeitet. Wie wichtig die wissenschaftliche Kooperation von Muller, Timoféeff-Ressovsky und – darauf aufbauend – mit dem jungen Max Delbrück für die Entwicklung der Genetik war, untersucht das vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) zu diesem Anlass in Deutsch und Englisch herausgegebene Buch „Genetiker in Berlin-Buch/Geneticists in Berlin-Buch“.

Nr. 23/Montag, 26. Mai 2008

Cecilie-Vogt-Klinik für Neurologie in Berlin-Buch eröffnet

Die Charité - Universitätsmedizin Berlin, die Helios-Kliniken GmbH und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch haben am Montag, den 26. Mai 2008 die Cecilie-Vogt-Klinik für Neurologie eröffnet. Wissenschaftliche Leiterin der Klinik ist Prof. Frauke Zipp. Mit dieser Position ist eine Professur für Molekulare Neurologie an der Charité verbunden. Die Neurologin leitet außerdem eine Forschungsgruppe am MDC.

Nr. 22/16. Mai 2008

Angriffspunkte für gezielte Schmerztherapie identifiziert

Prof. Hanns Ulrich Zeilhofer: „Jetzt ist die Pharmaindustrie gefordert“

 

Angriffspunkte für eine gezielte Schmerztherapie chronisch Schmerzkranker haben Forscher in Zürich/Schweiz identifiziert. In Versuchen mit Mäusen konnten sie mit einer bestimmten Wirkstoffgruppe (Benzodiazepinen) im Rückenmark die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Gehirn hemmen. Damit gelang es ihnen, die bei chronischen Schmerzen gestörte Filterfunktion des Rückenmarks wieder zu aktivieren, die normalerweise dafür sorgt, dass nicht jedes Schmerzsignal an das Gehirn gemeldet wird. Das berichtete Prof. Hanns Ulrich Zeilhofer, Pharmakologe von der Universität Zürich und der ETH (Eidgenössische Technische Hochschule) auf einem internationalen Kongress zur Entwicklung und Funktion des Tastsinns und des Schmerzempfindens des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch. „Jetzt ist die Pharmaindustrie gefordert, diese Ergebnisse für die Entwicklung von Schmerzmitteln zu nutzen, die für die Therapie beim Menschen geeignet sind“, sagte er.

Nr. 21/16. Mai 2008

Durch Lernen zum Erfolg – kleinstes Säugetier erkennt Beute an der Form

 

Die Etruskerspitzmaus (Suncus etruscus) ist eines der kleinsten Säugetiere der Welt. Sie ist etwa vier Zentimeter lang und wiegt lediglich zwei Gramm. Als nachtaktives Tier jagt sie überwiegend mit Hilfe ihres Tastsinnes. Prof. Michael Brecht (Bernstein Center for Computional Neuroscience, Berlin) berichtete jetzt auf dem internationalen Kongress über die Entwicklung und Funktion des Tastsinns und des Schmerzempfindens („Development and function of somatosensation and pain“) des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch von den Besonderheiten ihres Jagdverhaltens. „Die Etruskerspitzmaus tastet ihre Beute blitzschnell ab und ändert, wenn nötig, ihre Jagdstrategie“, erklärte er in seinem Vortrag. „So entwischt ihr keine Beute.“

Nr. 20/15. Mai 2008

Wirkstoffsuche per Computer

 

Wissenschaftler versuchen weltweit, Wirkstoffe aufzuspüren, die krankheitsrelevante Proteine gezielt ausschalten. Dr. Klaus Hellmuth und Prof. Walter Birchmeier vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch ist es in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gelungen, ein Protein (Shp2) im Labor spezifisch zu blockieren. Ist Shp2 mutiert, kann es eine spezielle Form der Leukämie bei Kindern (juvenile myelomonozytäre Leukämie - JMML) und andere Krebsarten sowie eine relativ häufige Entwicklungsstörung (Noonan Syndrom) hervorrufen. Ihre Arbeit ist jetzt in der aktuellen Ausgabe von PNAS (Vol. 105, Nr. 20. pp. 7275-7280)* erschienen.

Nr. 19/14. Mai 2008

Schmerzfrei ohne Taubheitsgefühl – Wirkstoffkombination mit Chilipfeffer

Die Spritze beim Zahnarzt hinterlässt meist für einige Stunden ein taubes Gefühl. Doch das könnte bald der Vergangenheit angehören. Prof. Clifford Woolf (Harvard Medical School und Massachusetts General Hospital, Boston, USA) hat mit seinen Kollegen eine Wirkstoffkombination entwickelt, die gezielt den Schmerz ausschalten kann, ohne dass sich dabei ein Taubheitsgefühl und eine Bewegungseinschränkung einstellen. Sie besteht aus einem Abkömmling (QX314) des lokalen Schmerzmittels Lidocain und Capsaicin, der Brennen verursachenden Substanz aus Chilischoten. Capsaicin öffnet Ionenkanäle, die nur in der Membran von Nervenzellen vorkommen, die für die Wahrnehmung von Schmerz zuständig sind. Über die geöffneten Kanäle gelangt QX314 in die Nervenzellen und blockiert die Schmerzsensoren“, erklärte Prof. Woolf in seinem Festvortrag „Using Pain to Block Pain“ („Wie man Schmerz zur Schmerzblockade nutzt“) zur Eröffnung des internationalen Kongresses „Development and function of somatosensation and pain“ des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch. „Erstmals ist es uns gelungen, körpereigene Membrankanäle für den Medikamententransport zu nutzen, um gezielt Schmerzsensoren auszuschalten“, sagte er.

Einladung

International Conference

“Development and function of somatosensation and pain”

Mittwoch, 14. Mai bis Samstag, 17. Mai 2008

Max Delbrück Communications Center (MDC.C)

Nr. 17./ 5. Mai 2008

Berlin erhält Institut für Systembiologie - Gemeinsames Projekt von Max-Delbrück-Centrum und Charité - Neues BMBF-Förderprogramm

Mit rund 7,5 Millionen Euro fördert das Bundesforschungsministerium (BMBF) in den kommenden drei Jahren den Aufbau eines Instituts für medizinische Systembiologie in Berlin. Es ist ein gemeinsames Projekt des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, einer Einrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Federführung des Instituts für Systembiologie Berlin hat das MDC mit Prof. Nikolaus Rajewsky. Das Institut ist eines von sechs Pilotprojekten des neuen BMBF-Förderprogramms „Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern“. Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan stellte das mit 45 Millionen Euro ausgestattete Programm in Berlin auf einer “Innovationskonferenz” der Öffentlichkeit vor.

Nr. 16. /2. Mai 2008

25 Jahre Forschung - Geschichte eines Signalpfads

Wie falsch regulierte Signalwege Krankheiten auslösen können

 

In den vergangenen Jahren haben Biologen immer tiefere Einblicke in die biochemischen und molekularen Netzwerke gewonnen, die die Entwicklung von Lebewesen von der befruchteten Eizelle bis zum ganzen Organismus mit Billionen von Zellen und unterschiedlichen Organen regulieren. Nur eine Hand voll Signalwege steuert diese Entwicklung. Sie sind dabei genau aufeinander abgestimmt, damit es nicht zu Fehlentwicklungen oder zur Tumorbildung kommt. Einer der bisher am besten erforschten Signalwege ist der „Wnt-Signalweg“, der vor 25 Jahren erstmals beschrieben wurde. Der Zellbiologe Walter Birchmeier, Forschungsgruppenleiter am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, der in den vergangenen Jahren wichtige Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet erzielt hat, und seine Doktorandin Alexandra Klaus haben für Nature Reviews Cancer einen Übersichtsartikel verfasst, der jetzt (Vol. 8, Nr. 5, pp. 387 – 398)* erschienen ist.

Nr. 15/28. April 2008

Neues Werkzeug für Suche nach krankheitsrelevanten Variationen im Genom

Die genetische Grundlage von Krankheiten lässt sich jetzt leichter erforschen. Dr. Kathrin Saar und Prof. Norbert Hübner vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch haben in einem europäisch-japanischen Forschungsverbund eine Genomkarte mit über 300 verschiedenen Rattenstämmen erstellt. Das neue Werkzeug kann helfen, die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes in Laborratten und auch beim Menschen zu verstehen. Die Arbeit ist in dem Fachjournal Nature Genetics (Vol. 40, Nr. 5, 2008) online veröffentlicht.

Nr. 14/28. April 2008

Genetische Ursache von Herzschwäche entdeckt

Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité - Universitätsmedizin Berlin/Helios Klinikum Berlin-Buch haben jetzt Variationen in einem Gen entdeckt, die zusammen mit Bluthochdruck Herzschwäche (Herzinsuffizienz) auslösen. Das Gen, kurz Ephx2, produziert ein Enzym, das normalerweise körpereigene Substanzen abbaut, die der gesunde Körper nicht benötigt. Im Notfall werden sie jedoch nicht abgebaut, sondern schützen das Herz. Die Variationen in dem Gen führen aber dazu, dass das Enzym die rettenden Substanzen, obwohl sie benötigt würden, weiter abbaut. Dem Gen auf die Spur gekommen sind die Kliniker Dr. Jan Monti, Prof. Friedrich Luft und der Genomforscher Prof. Norbert Hübner sowie Kollegen in der Schweiz, England und den USA. Ihre Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals Nature Genetics (Vol. 40, Nr. 5, 2008) online veröffentlicht. Die Forscher hoffen, dass sie zu Fortschritten bei der Diagnose und Therapie von Herzinsuffizienz führen.

Nr. 13/8. April 2008

„Aufregender neuer Ansatz“ für die Suche nach MicroRNAs – Doktorand am MDC entwickelt neues Computerprogramm

MicroRNAs sind Gene, die wichtige Steuerelemente der verschiedensten Prozesse in Pflanzen, Tieren und Menschen produzieren. MicroRNAs gelten als aussichtsreiche Kandidaten für Diagnostik und Therapie von Krankheiten des Menschen. Wissenschaftler versuchen daher weltweit Methoden zu entwickeln, um zu erkennen, welche microRNAs in Gewebeproben aktiv sind oder um neue microRNA Gene aufzuspüren. Bisher kennt die Forschung über 600 microRNAs des Menschen, die jede für sich die Aktivität von mehreren hundert Proteinen, den Bau- und Betriebsstoffen des Lebens regulieren. Jetzt hat Marc Friedländer, Doktorand im Labor von Prof. Nikolaus Rajewsky am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch ein Computerprogramm („miRDeep“) entwickelt, mit dem Forscher nicht nur erkennen können, welche microRNAs in einer Gewebeprobe aktiv sind, sondern sie können damit auch bisher unbekannte microRNAs auffinden. MiRDeep basiert auf der Analyse von modernen Hochdurchsatz-Sequenziertechnologien. Die Arbeit in Kooperation mit Wei Chen vom Max-Planck-Institut (MPI) für Molekulare Genetik, Berlin ist in Nature Biotechnology* (Vol. 26, Nr. 4, pp. 407-415, 2008) online erschienen. Sie enthält auch über 250 neue oder nicht analysierte microRNA Gene, davon 15 menschliche, die Friedländer und Kollegen identifizieren konnten.

Nr. 12/28. März 2008

Immunsystem und Krebs

Neue Erkenntnisse über ein nicht immer gutes Wechselspiel

 

Lang haben Wissenschaftler geglaubt, dass die körpereigene Abwehr Krebs nur bekämpfen, nicht aber unterstützen würde. Jüngere Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass das Immunsystem die Krebsentwicklung sogar vorantreiben kann. Dr. David DeNardo aus der Forschungsgruppe von Prof. Lisa Coussens von der University of California, San Francisco, USA, berichtete auf dem internationalen Kongress „Invasion und Metastasis“ des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch wie Tumore das Immunsystem nutzen, um schneller zu wachsen und sich im Körper zu verbreiten.

Nr. 11/27. März 2008

Mobile Krebsstammzellen – die eigentlichen Bösewichte?

Neues Modell über die Entstehung von Metastasen in Berlin vorgestellt

 

Mobile Krebsstammzellen sind nach einem von Prof. Thomas Brabletz von der Universitätsklinik Freiburg entwickelten Modell die Ursache für Metastasen beim Dickdarmkrebs und vielen anderen bösartigen Geschwüren. „Die mobilen Krebsstammzellen sind die gefährlichsten Zellen für den Krebspatienten, denn sie sind nach unserem Modell der Hauptursprung von Metastasen“, sagte er auf dem internationalen Kongress „Invasion and Metastasis“ des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch. Bisher ging die Forschung davon aus, dass jede einzelne Tumorzelle Metastasen bilden kann.

Nr. 10/27. März 2008

Professor Robert Weinberg: Krebsforschung sieht klarer bei Metastasenbildung

Krebszellen beuten Schlüsselkontrollgene für ihre Zwecke aus

 

„Bisher war der Prozess, wie Krebsmetastasen entstehen, von einer verwirrenden Komplexität. Jetzt sehen wir klarer und können beginnen, diesen Vorgang Stück für Stück zu entwirren.“ Das sagte Prof. Robert Weinberg vom Whitehead Institut für Biomedizinische Forschung, Cambridge, USA, am Mittwochabend (26. März) bei seinem Festvortrag zur Eröffnung des Internationalen Kongresses über „Invasion und Metastasierung“ des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin.

Nr. 9/25. März 2008

Internationaler Krebskongress in Berlin über die Entstehung von Metastasen

160 Krebsforscher aus mehreren europäischen Ländern sowie Israel, Japan, den USA, Singapur, und der Türkei kommen vom 26. bis 29. März 2008 in Berlin zusammen, um neueste Erkenntnisse über die Entstehung und Ausbreitung von Metastasen, den gefürchteten Tochtergeschwülsten bei einer Krebserkrankung, zu diskutieren. 2007 gab es allein in Europa und in den USA mehr als 1,8 Millionen bzw. fast 560 000 Krebstote. Die meisten von ihnen starben nicht an ihrem Primärtumor, sondern an den Metastasen. Ihre Entstehung ist bisher nur zum Teil verstanden.

Nr. 8/18. März 2008

Ein „Schuhlöffel“ für das Immunsystem

Forscher öffnen Schlüsselement der Erregerabwehr mit kurzen Proteinfragmenten

 

Ziel jeder Impfung ist es, das Immunsystem in die Lage zu versetzen, Krankheitserreger oder Krebszellen zu erkennen und zu zerstören. Die dazu in den Körper eingebrachten Bestandteile dieser Erreger (Antigene), können jedoch nur dann die Abwehrzellen des Immunsystems aktivieren, wenn die Erregerbruchstücke zuvor auf Antigenrezeptoren einer anderen Gruppe von Immunzellen geladen werden, die sie der Abwehr präsentieren. Forscher haben nun entdeckt, dass von ihnen entwickelte winzige Proteinbruchstücke dabei offenbar eine wichtige Rolle spielen können. Im Labor konnten sie zeigen, dass diese künstlichen Fragmente die Beladbarkeit der Antigenrezeptoren und damit die Stärke der Immunantwort deutlich verbessern können. Die Arbeit, die Dr. Olaf Rötzschke vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch koordiniert hat und die in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP), Berlin, sowie der Universität Tübingen entstanden ist, hat jetzt PLoS ONE (Vol. 3, Nr. 3, e1814) veröffentlicht.*

Nr. 7/14.März 2008

MDC-Forscher rekonstruieren springendes Gen

Neues Werkzeug für die Aufklärung der Funktion von Genen

In Pflanzen, Tieren und auch im Menschen sind sie zu finden - inaktive Überreste springender Gene, sogenannte Transposons. Forscher versuchen aus diesen Resten aktive Transposons zu entwickeln, um mit diesen Werkzeugen die Funktion von Genen zu entschlüsseln. Jetzt ist es Forschern am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch gelungen, das erste aktive Transposon der Familie der Harbinger-Transposons (Harbinger - engl. für Vorbote) zu konstruieren. Das künstliche Transposon von Dr. Ludivine Sinzelle, Dr. Zsuzsanna Izsvák und Dr. Zoltán Ivics ist im Zelllabor auch in menschlichen Zellen aktiv und kann, so hoffen die Forscher, Aufschluss über die Rolle menschlicher Gene geben. Ihre Ergebnisse sind jetzt online im den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)* (10.1073/pnas.0707746105) veröffentlicht worden.

Einladung

International Conference

“Invasion and Metastasis”

Mittwoch, 26. März bis Samstag, 29. März 2008

Max Delbrück Communications Center (MDC.C)

Nr. 5/7. März 2008

Neuer Mechanismus kontrolliert Überleben von Immunzellen und beeinflusst Antikörpervielfalt

Kooperation der Labore von Klaus und Nikolaus Rajewsky an der Harvard Medical School und am MDC

 

Ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems sind so genannte B-Zellen. Sie produzieren bei einer Infektion Antikörper, die gezielt Bakterien, Viren und andere Erreger bekämpfen. Die Schlagkraft dieser Immunzellen hängt entscheidend von der Vielfalt ihrer Antikörper ab. Jetzt haben Forscher der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts, USA und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch einen neuen Mechanismus entdeckt, der die Entwicklung dieser Abwehrzellen steuert und das Arsenal an Antikörpervarianten beeinflusst. Die Ergebnisse von Sergej Koralov, Stefan Muljo, Klaus Rajewsky (Harvard), Azra Krek, Nikolaus Rajewsky (MDC) und Mitarbeitern hat jetzt das Fachjournal Cell* (Vol. 132, Nr. 5, pp. 860-874, 2008) veröffentlicht.

Nr. 4./4. Februar 2008

Neuer Forschungsbericht des Max-Delbrück-Centrums erschienen

Prof. Birchmeier: „Akkumulierte Erfahrung in Grundlagenforschung und Medizin“

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch hat jetzt seinen neuen Forschungsbericht veröffentlicht. In dem 236 Seiten starken Buch geben die 65 Forschungsgruppen des MDC einen Überblick über ihre Arbeit in den Jahren 2006 – 2007. Hauptanliegen des MDC, so MDC-Stiftungsvorstand Prof. Walter Birchmeier in seinem Vorwort, ist es, „auf hohem Niveau die Erforschung der Mechanismen voranzubringen, die Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, Krebs und neurodegenerativen Krankheiten zugrunde liegen.“ Der Forschungsbericht enthält in Deutsch und Englisch verfaßte Übersichtsbeiträge zu diesen Forschungsschwerpunkten des MDC, die Berichte der einzelnen Forschergruppen, die sich vor allem an Wissenschaftler richten, sind in Englisch.

Nr. 3/1. Februar 2008

Wie das Herz Form annimmt

MDC-Forscher beobachten erstmals frühe Entwicklung im Wirbeltier

Zum ersten Mal haben Wissenschaftler bei einem Wirbeltier beobachtet, wie sich aus einer flachen Scheibe die Vorstufe des Herzens, das Herzrohr, entwickelt. Ihre Untersuchungen machten Stefan Rohr und Cécile Otten aus der Forschungsgruppe von Dr. Salim Abdelilah-Seyfried vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch an Embryonen von Zebrafischen. Diese Embryonen sind durchsichtig, sodass Forscher jede Zelle des lebenden Tieres unter dem Mikroskop verfolgen können. Das macht diese Wirbeltiere für Entwicklungsbiologen besonders interessant. Die Ergebnisse der MDC-Forscher hat jetzt die Fachzeitschrift Circulation Research (Vol. 102, Nr. 2, 31. Januar 2008)* veröffentlicht.

Nr. 2/31. Januar 2008

Dr. Stefan Schwartze - Kanzler der Uni Münster

Der administrative Vorstand des MDC, Dr. Stefan Schwartze, wird Kanzler der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Am 3. Januar 2008 erhielt er in Münster seine Ernennungsurkunde. Der Senat der Universität hatte den 41jährigen Juristen am 19. Dezember 2007 in einer außerordentlichen Sitzung dem nordrhein-westfälischen Wissenschaftsminister zur Ernennung vorgeschlagen. Dr. Schwartze tritt sein neues Amt zum 1. Februar 2008 an. Seine Amtszeit beträgt acht Jahre. Bis ein Nachfolger für ihn am MDC gefunden ist, wird der Leiter der MDC-Personalabteilung, Dr. Hans-Joachim Seehrich, die Amtsgeschäfte leiten.

Nr. 1/29. Januar 2008

Leben ohne Schmerz – der Afrikanische Nacktmull

Säure und Chilipfeffer lassen ihn kalt – Forscher vermuten, Unempfindlichkeit beruht auf Anpassung an extreme Lebensbedingungen

Der Afrikanische Nacktmull (Heterocephalus glaber) ist eines der ungewöhnlichsten Säugetiere der Erde. Er ist nur 15 Zentimeter groß, kaum behaart, lebt eng gedrängt mit seinen Artgenossen in unterirdischen, stickigen Höhlen und er kennt keinen Schmerz. Was es mit diesem außergewöhnlichen Nagetier auf sich hat, erforschen die Schmerzforscher Prof. Gary R. Lewin vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und Prof. Thomas J. Park von der University of Illinois in Chicago, USA. Sie konnten jetzt zeigen, dass Säure, die im Normalfall starke, schmerzhafte Verätzungen verursacht, Nacktmullen nichts anhaben kann. „Das ist für Wirbeltiere absolut einzigartig“, sagt Prof. Lewin. Auch das Capsaicin in Chilipfeffer, das normalerweise auf der Haut brennende Schmerzen auslöst, lässt die Tiere kalt. Die Forscher vermuten, dass die extremen Lebensbedingungen die Tiere im Laufe der Evolution unempfindlich gegen Schmerzen gemacht haben (PLoS Biology, Vol. 6, Nr. 1, 29. Januar 2008, doi:10.1371/journal.pbio.0060013)*.