Nr. 56/19. Dezember 2008
MDC- und Charité-Forscher identifizieren Gen, das erstmals frühe Vorhersage von Metastasenbildung bei Dickdarmkrebs erlaubt – Niedrige Genaktivität – höhere Überlebenschance
Krebsforscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin
(MDC) Berlin-Buch und der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben ein Gen
identifiziert, mit dem sie erstmals bei Dickdarmkrebs mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit
vorhersagen können, ob der Tumor zur Metastasenbildung neigt. Wie PD Dr. Ulrike
Stein, Prof. Peter M. Schlag und Prof. Walter Birchmeier zeigen konnten,
fördert MACC1 (Metastasis-Associated in Colon Cancer 1) nicht nur das
Krebswachstum sondern auch die Metastasenbildung. Sie stellten fest, dass
Patienten mit Dickdarmkrebs eine günstigere Lebenserwartung haben, wenn die
Aktivität von MACC1 niedrig ist, als Dickdarmkrebspatienten mit hohen
MACC1-Werten. (Nature Medicine, doi: 10.1038/nm.1889)*.
Nr. 55/11. Dezember 2008
Herz kann nach Infarkt regenerieren – Erste Versuche mit Mäusen
Forscher und Kardiologen des Max-Delbrück-Centrums für
Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité – Universitätsmedizin
Berlin, Campus Berlin-Buch, haben den Nachweis erbracht, dass körpereigene
Herzmuskelstammzellen nach einem Infarkt neues Gewebe aufbauen und die
Pumpfunktion des Herzens erheblich verbessern können. Gesteuert wird dieser
Regenerationsprozess von dem Genschalter beta-catenin, der auch die
Herzentwicklung im Embryo reguliert. In Versuchen mit Mäusen konnten Dr. Laura
Zelarayán und Privatdozent Dr. Martin W. Bergmann zeigen, dass Tiere einen
Infarkt besser überleben, wenn bei ihnen dieser Genschalter unterdrückt wird. (PNAS, online December
10, 2008, doi: 10.1073/pnas.0808393105)*.
Nr. 54/5. Dezember 2008
Vermeintlicher Helfer gegen Tumorzellen
Wie Tumorzellen Schutzmechanismen des Körpers für sich nutzen
Das Glioblastom ist einer der häufigsten, aber auch
aggressivsten Hirntumore und führt meist rasch zum Tod. Es besteht aus
unterschiedlichen Zelltypen und deren Vorstufen, was eine erfolgreiche Behandlung erschwert. Um die
treibende Kraft hinter dem Tumor, die Tumorstammzellen, zu bekämpfen, versuchen
Forscher die Tumorzellen in den
Selbstmord, den programmierten Zelltod, zu treiben. Dr. Ana Martin-Villalba
(Deutsches Krebsforschungszentrum, DKFZ, Heidelberg) vermutet jedoch, dass das
aktivierte Zelltodprogramm den Verlauf der Krankheit beschleunigt. Ist dieses
Programm aber blockiert, geht das Tumorwachstum stark zurück, berichtete sie auf
der Tagung „Brain Tumor 2008“ in
Berlin-Buch.
Nr. 53/4. Dezember 2008
Stammzellen reagieren auf Hirntumoren – aber können sie sie bekämpfen?
Seit kurzem hat die Hirnforschung das Dogma ad acta gelegt, wonach
sich im Gehirn erwachsener Menschen keine neuen Nervenzellen bilden können. Jüngste
Forschungen haben unter anderem gezeigt, dass sich Stammzellen nach einem
Schlaganfall stark vermehren und auf diese Weise auf die Verletzung antworten. Reagieren
Stammzellen auch, wenn sich ein Hirntumor gebildet hat? Auf dem Kongress „Brain
Tumor 2008“ im Max-Delbrück-Centrum (MDC) Berlin-Buch berichtete Dr. Stefan
Momma (Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt
am Main), dass sich am Tumorrand viele undifferenzierte Vorläuferzellen
ansammeln, die vermutlich nicht vom Tumor selbst stammen, und die den Krebs am
Wachstum hemmen könnten.
Einladung
„Brain Tumor 2008“
Donnerstag, 4. Dezember – Freitag, 5. Dezember 2008
Max Delbrück Communications Center (
Robert-Rössle-Str. 10, 13125 Berlin
Nr. 51/24. November 2008
Sofja Kovalevskaja-Preis für Dr. Jan-Erik Siemens
Kehrt aus den USA nach Deutschland zurück – Gastgruppe am MDC
Der Biochemiker und Neurobiologe Dr. Jan-Erik Siemens ist
einer von acht Nachwuchsforschern, die in diesem Jahr mit dem Sofja Kovalevskaja-Preis der Alexander von
Humboldt-Stiftung (AvH) ausgezeichnet worden sind. Mit Hilfe des Stipendiums
wird der Forscher nach vier Jahren als Post-Doktorand an der Universität von
Kalifornien, San Francisco, USA, im kommenden Jahr nach Deutschland
zurückkehren und am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch eine Gastgruppe aufbauen. Die Auszeichnung wurde den jungen Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftlern am Dienstag, den 25. November 2008, in Berlin überreicht.
Nr. 50/14. November 2008
„Jet-Injektion“ für die Gentherapie - Erste klinische Studie prüft Machbarkeit
Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin
(MDC) Berlin-Buch und der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben jetzt in
einer klinischen Studie erstmals eine Technik erprobt, mit der sie genetisches
Material mit hohem Druck direkt in einen Tumor injizieren können. Es zeigte
sich, dass die so genannte Jet-Injektion ein Gen sicher und zielgenau in das
Tumorgewebe bringt, berichten PD Dr. Wolfgang Walther und Prof. Peter M. Schlag
(beide MDC und Charité) im Clinical Cancer Research (Vol. 14, Nr. 22, 7545-7553)*.
Bei den 17 Patienten, die in dieser Studie eingeschlossen waren, traten keine
Nebenwirkungen auf.
Nr. 49/13. November 2008
US-Immunologe William E. Paul mit Max-Delbrück-Medaille ausgezeichnet
Der amerikanische Immunologe Dr. William E. Paul hat in Berlin
die Max-Delbrück-Medaille erhalten. Damit würdigte die Jury die Arbeiten des
Forschers über einen Schlüsselregulator des Immunsystems, das Interleukin 4
(IL-4). Dr. Paul arbeitet am
National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) an den National
Institutes of Health (NIH) in Bethesda, Maryland, USA. Die Laudatio hielt Prof. Andreas Radbruch,
wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlins.
Nr. 48/ 13. November 2008
Neuer Round Table für Forschung und Gesundheitspolitik
Thema Präventionsforschung auf dem ersten Helmholtz-Forum Gesundheit
Berlin, 13. November 2008 - „Mit Spitzenforschung Volkskrankheiten
vorbeugen“ - So lautete das Thema des ersten Helmholtz-Forums Gesundheit, zu
dem die fünf Gesundheitszentren der Helmholtz-Gemeinschaft heute in Kooperation
mit ZEIT WISSEN nach Berlin eingeladen haben. Helmholtz-Wissenschaftler
präsentierten neueste Erkenntnisse über innovative Ansätze in der Präventionsforschung.
Auf dem einstündigen Podium diskutierten anschließend Vertreter von
Gesundheitsforschung, Politik, Pharmaindustrie und Krankenkassen über
Möglichkeiten, die Erkenntnisse aus der Forschung zukünftig noch zielgerichteter
in die Praxis umzusetzen.
Nr. 47/5. November 2008
Ursache für Taubheit bei Bartter-Syndrom aufgeklärt
Jetzt wissen Forscher, warum Patienten mit einer bestimmten
Form des seltenen Erbleidens Bartter-Syndrom auch taub sind. Dr. Gesa Rickheit
und Prof. Thomas Jentsch vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch und vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) konnten
in Mäusen zeigen, wie ein defekter Bestandteil eines Ionenkanals, Barttin
genannt, den Hörverlust verursacht. (The
EMBO Journal, Vol. 27, Nr. 21,
2907–2917)*.
Nr. 46/22. Oktober 2008
Spenderzellen gegen Abstoßungsreaktionen
Die Behandlung von Leukämiepatienten mit Knochenmarkspenden könnte in Zukunft sicherer werden. Von Mäusen ist seit einiger Zeit bekannt, dass bestimmte Zellen des Immunsystems (regulatorische T-Zellen, kurz TREGs), die gefährlichen Abstoßungsreaktionen unterdrücken können. Sie bremsen aggressive Immunzellen und verhindern dadurch ungewollte Abwehrreaktionen. Bislang fehlten jedoch geeignete Verfahren, die regulatorischen T-Zellen sicher zu isolieren. Dr. Markus Kleinewietfeld, Dr. Kirsten Falk und Dr. Olaf Rötzschke vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch haben jetzt mit Kollegen der ‚Fondazione Santa Lucia’ in Rom eine einfache Methode entwickelt, diese Zellen in hoher Reinheit aus dem Blut zu filtern. (Blood, doi 10 1182/blood-2008-04-150524)*
Nr. 45/15.Oktober 2008
Prof. Gary Lewin zum Mitglied von EMBO gewählt
Der Neurobiologe und Schmerzforscher Prof. Gary Lewin vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch ist in die Europäische Organisation für Molekularbiologie (EMBO) gewählt worden. Mit Prof. Lewin wurden damit in diesem Jahr insgesamt 59 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus verschiedenen europäischen Ländern sowie Australien, Singapur und den Vereinigten Staaten EMBO-Mitglieder.
Nr. 44/ 15. Oktober 2008
Herzreparatur im Embryo
Erkrankt das Herz während seiner Entwicklung im Embryo, kann es sich soweit regenerieren, dass es zur Geburt voll funktionsfähig ist, vorausgesetzt ein Teil der Herzzellen bleibt gesund. Das hat Dr. Jörg-Detlef Drenckhahn vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch mit Kollegen aus Australien herausgefunden. In Mäuseweibchen konnten sie zeigen, dass sich die gesunden Zellen des Herzens häufiger teilen und so das geschädigte Gewebe verdrängen. „Unsere Ergebnisse können in Zukunft zu neuen Therapien führen“, hofft Dr. Drenckhahn. „Mit den richtigen Signalen könnte beispielsweise ein durch einen Herzinfarkt geschädigtes Herz angeregt werden, sich selbst zu heilen.“ (Developmental Cell, 15, 521-533, Oktober 14, 2008)*.
Nr. 43/8.Oktober 2008
Hodgkin-Lymphom – neue Eigenschaften entdeckt
Botenstoffe helfen Tumorzellen dem Immunsystem zu entkommen
Forscher entdecken immer neue Eigenschaften des
Hodgkin-Lymphoms, eines häufigen Lymphdrüsenkrebs, der von weißen Blutzellen
(B-Zellen) abstammt, aber viele Merkmale dieser Immunzellen verloren hat. Es
ist deshalb einzigartig in seinem Erscheinungsbild und seinen Eigenschaften. In
den Tumorzellen des Hodgkin-Lymphoms haben Björn Lamprecht und Dr. Stephan
Mathas (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, MDC, Berlin-Buch und
Charité - Universitätsmedizin Berlin) die Produktion von Interleukin 21 (IL-21)
nachgewiesen. Dieser Botenstoff (Zytokin) des Immunsystems fördert das Wachstum
der Krebszellen und hilft ihnen, dem Immunsystem zu entkommen (Blood*, Vol. 112. Nr. 8, 2008, 3339-3347).
Bislang galt, dass IL-21 nur von T-Zellen, einer anderen Gruppe von
Immunzellen, produziert wird. Die Blockade von IL-21 könnte nach Ansicht der
Forscher aus dem Labor von Prof. Bernd Dörken in Zukunft zur Entwicklung neuer
Therapiestrategien des Hodgkin Lymphoms führen. Sie kooperierten bei dieser
Arbeit mit der Universität Tor Vergata, Rom (Italien).
Nr. 42/18. September 2008
Neuer Mechanismus für Herzrhythmusstörungen entdeckt
Seit langem gibt es Hinweise, dass Virusinfektionen
Herzrhythmusstörungen auslösen können. Die molekularen Grundlagen dafür haben Ulrike
Lisewski, Dr. Yu Shi, Michael Radke und Prof. Michael Gotthardt vom
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch jetzt entdeckt.
Der Rezeptor, den das Virus nutzt, um Herzzellen zu befallen, erfüllt normalerweise
eine lebensnotwendige Aufgabe. In Mäusen erbrachten die Forscher den Nachweis,
dass der Rezeptor für einen regelmäßigen Herzschlag sorgt. Fehlt er, kommt es
zu Rhythmusstörungen. Die Forscher ziehen daraus den Schluss, dass bei
Virusinfektionen oder Autoimmunerkrankungen die Funktion des Rezeptors gestört
werden kann und dadurch der Herzschlag aus dem Takt gerät. Ihre Arbeit ist vorab
online im Journal of Experimental
Medicine (10.1084/jem.20510iti3)*
erschienen.
Nr. 41/11. September 2008
7-Tesla-Ganzkörper-Magnet-Resonanz-Tomograph nach Berlin-Buch geliefert - Soll ab 2009 für die Forschung von MDC, Charité und PTB betriebsbereit sein
Ein 35 Tonnen schwerer 7-Tesla-Ganzkörper-Magnet-Resonanz-Tomograph (MRT) ist am 11. September 2008 für das Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin auf dem Campus Berlin-Buch angeliefert worden. Der Einbau in das eigens dafür errichtete Gebäude dauerte mehrere Stunden. Der von Siemens Healthcare entwickelte MRT, der rund sieben Millionen Euro kostet, soll ab 2009 in der Herz-Kreislauf-, der Krebs- sowie der Hirnforschung erprobt werden und Bilder von extrem hoher Auflösung aus dem Körperinnern von Probanden und Patienten liefern. Er ist Teil der Ultra-Hochfeld-Magnet-Resonanz-Tomographie-(MRT)-Anlage des ECRC, zu der auch ein 9,4-Tesla-Tierscanner (Firma Bruker) gehört. Dieser war knapp drei Wochen zuvor in das ECRC eingebaut worden. Er soll die Forschungen mit dem 7-Tesla-MRT ergänzen. Wissenschaftlicher Partner des Projekts ist auch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB). Das MDC kooperiert bei der Entwicklung der Hochfeld-Magnet-Resonanz-Verfahren des weiteren mit den Firmen Siemens und Bruker.
Nr. 40/10. September 2008
Erwin-Schrödinger-Preis an das Max-Delbrück-Centrum verliehen - Erstmals einzigartigen „Schaltplan“ für Proteine des Menschen entwickelt
Für den Aufbau eines einzigartigen „Schaltplans“, der erstmals
gezeigt hat, wie tausende von Proteinen des Menschen, die Baustoffe und
Maschinen des Lebens, miteinander wechselwirken, erhält ein Forschungsteam um Prof.
Erich E. Wanker* vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch den Erwin-Schrödinger-Preis. Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung
wurde den Forschern am 11. September 2008 von der Helmholtz-Gemeinschaft
Deutscher Forschungszentren, zu der das MDC gehört, im Rahmen ihrer
Jahrestagung überreicht. Die Preisträger sind: Prof. Wanker, Dr. Ulrich Stelzl
(jetzt Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik, Berlin), Dipl.-Ing.
Christian Hänig (MDC), Gautam Chaurasia, M.Sc. (Humboldt-Universität zu Berlin
und MDC) und Dr. Matthias Futschik (Charité - Universitätsmedizin Berlin). Wechselwirkungen
zwischen Proteinen sind für das Verständnis von Krankheitsmechanismen und für
die Entwicklung neuer Medikamente von großem Interesse. Weiter können Forscher
mit ihrer Hilfe krankheitsrelevante Gene aufspüren.
Nr. 39/29. August 2008
Erwin-Schrödinger-Preis geht an das Max-Delbrück-Centrum in Berlin - Erstmals einzigartigen „Schaltplan“ für Proteine des Menschen entwickelt
Für den Aufbau eines einzigartigen „Schaltplans“, der erstmals gezeigt hat, wie tausende von Proteinen des Menschen, die Baustoffe und Maschinen des Lebens, miteinander wechselwirken, erhält ein Forschungsteam um Prof. Erich E. Wanker vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch den Erwin-Schrödinger-Preis. Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung wird den Forschern am 11. September 2008 von der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, zu der das MDC gehört, im Rahmen ihrer Jahrestagung überreicht. Die Preisträger sind neben Prof. Wanker Dr. Ulrich Stelzl (jetzt Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik, Berlin), Dipl.-Ing. Christian Hänig (MDC), M.Sc. Gautam Chaurasia (Humboldt-Universität zu Berlin und MDC) sowie Dr. Matthias Futschik (Charité - Universitätsmedizin Berlin). Wechselwirkungen zwischen Proteinen sind für das Verständnis von Krankheitsmechanismen und für die Entwicklung neuer Medikamente von großem Interesse. Weiter können Forscher mit ihrer Hilfe krankheitsrelevante Gene aufspüren.
Nr. 38/6. August 2008
Cornelia Lanz – neuer administrativer Vorstand des MDC
Die frühere Kanzlerin der Fachhochschule Lübeck, Cornelia Lanz,
ist seit 1. August 2008 neuer administrativer Vorstand des
Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, einer
Einrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft. Die 51-Jährige, die die vergangenen
vier Jahre bis zum 31. Juli 2008 in Lübeck arbeitete, tritt die Nachfolge von Dr.
Stefan Schwartze an, der im Frühjahr zum Kanzler der Universität Münster ernannt
worden war.
Nr. 37/6. August 2008
Neue Erkenntnisse über die Entwicklung von Epithelzellen - MDC-Forscher entdecken mehr Vielfalt als erwartet
Epithelzellen bedecken alle inneren und äußeren Oberflächen
des Körpers. Sie besitzen eine Ober- und eine Unterseite, die unterschiedliche
Funktionen erfüllen. Bislang nahmen Wissenschaftler an, dass diese beiden Pole
in allen Epithelzellen auf dieselbe Art und Weise entstehen - ungeachtet davon,
ob sie im Herzen, in der Netzhaut des Auges oder im Nervensystem sitzen. Dr. Nana
Bit-Avragim, Dr. Nicole Hellwig und Dr. Salim Abdelilah-Seyfried konnten jetzt
zeigen, dass je nach Gewebe eine andere Variation eines Komplexes aus fünf
Kernproteinen aktiv ist und die Epithelzellen ausrichtet. Die Ergebnisse der
MDC-Wissenschaftler sind jetzt in der Fachzeitschrift Journal of Cell Science (2008, Vol. 121, pp. 2503-2510)* erschienen.
Nr. 36/29. Juli 2008
Feinsteuerung der Proteinproduktion durch microRNA
Neue Erkenntnisse darüber, wie Zellen die Produktion von Proteinen mit Hilfe so genannter microRNAs steuern, haben die Forschungsteams von Matthias Selbach und Nikolaus Rajewsky vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch gewonnen. Sie konnten zeigen, dass ein einziges Gen, eine microRNA, die Bildung von hunderten von Proteinen steuern kann. Auf diese Weise können microRNAs das Verhalten menschlicher Zellen programmieren. Ihre Forschungsarbeit ist jetzt in Nature (doi:10.1038/nature07228) online erschienen*.
Nr. 35/4. Juli 2008
Curt-Meyer-Gedächtnispreis für Dr. Stephan Mathas und Dr. Martin Janz
Tarnmechanismus von Krebszellen des Hodgkin-Lymphoms entschlüsselt
Die Krebsforscher Dr. Martin Janz und Dr. Stephan Mathas vom
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité -
Universitätsmedizin Berlin haben für ihre Forschungen zum Hodgkin-Lymphom den Curt-Meyer-Gedächtnispreis
2007 erhalten. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihnen am 4. Juli
2008 für ihre dazu in Nature Immunology*
erschienene Arbeit vom Vorsitzenden der Berliner Krebsgesellschaft, Prof. Peter
M. Schlag (Charité, MDC) im Rahmen eines Symposiums verliehen. Das
Hodgkin-Lymphom, eine häufige Form des Lymphdrüsenkrebs, entsteht aus weißen
Blutzellen (B-Zellen), die ihr Erscheinungsbild völlig ändern und dabei alle
Merkmale einer B-Zelle verlieren. Dr. Janz und Dr. Mathas war es gelungen,
diesen Tarnmechanismus der B-Zellen zu entschlüsseln. Krebsforscher hoffen,
dass es auf diesen Ergebnissen aufbauend gelingt, Therapien zu entwickeln, die das
Wachstum der Hodgkin-Zellen stoppen oder ihren Zelltod auslösen.
Nr. 34/2. Juli 2008
Sechs Millionen Euro zur Verbesserung von Diagnostik und Therapie akuter Leukämien - Bundesweiter Forschungsverbund mit Charité und MDC
Die Behandlung von Kindern und Erwachsenen, die an Leukämie
erkrankt sind, soll verbessert werden. Im Rahmen des Nationalen
Genomforschungsnetzes NGFNplus des Bundesforschungsministeriums (BMBF) erhalten
jetzt zu diesem Zweck elf Universitätskliniken und zwei außeruniversitäre
Einrichtungen* in den kommenden drei Jahren sechs Millionen Euro mit der
Perspektive einer zweijährigen Verlängerung. Mit Hilfe der Molekularbiologie
und Genomforschung wollen die Kliniker und Grundlagenforscher in insgesamt 15
Forschungsprojekten neue Erkenntnisse über die Entstehung und die
Krankheitsmechanismen akuter Leukämien gewinnen. Eingeschlossen in diese
Projekte sind auch alle derzeit laufenden klinischen Leukämiestudien in
Deutschland mit mehr als 1000 Patienten im Jahr. Ziel ist, die Diagnose zu
präzisieren und die Mechanismen für Krankheitsentstehung, Therapieansprechen
bzw. Therapieversagen besser zu verstehen, um neue, gezielte
Behandlungsstrategien zu entwickeln. Koordinatoren des Forschungsverbundes sind
Prof. Christian Hagemeier (Charité Campus Mitte) und Prof. Wolf-Dieter Ludwig
(Charité Campus Berlin-Buch). An dem Projekt ist auch Prof. Achim Leutz vom
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch beteiligt.
Nr. 33/27. Juni 2008
Bundesverdienstkreuz für Dr. Gudrun Erzgräber bei Verabschiedung in den Ruhestand - Bucher Biotechnologiepark zu einem der größten in Deutschland aufgebaut
Für ihre Verdienste beim Aufbau des Biocampus Berlin-Buch ist die Geschäftsführerin der BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch, Dr. Gudrun Erzgräber, mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Die Staatssekretärin Almuth Nehring-Venus von der Berliner Senatsverwaltung für Technologie und Frauen überreichte ihr die Ehrung am 27. Juni 2008 zur Verabschiedung in den Ruhestand. In den vergangenen zwölf Jahren habe Dr. Erzgräber mit „außerordentlichem Engagement die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft vorangetrieben und Berlin-Buch zu einem der führenden Biotechstandorte entwickelt, der den Vergleich mit internationalen Standorten standhält“, betonte die Staatssekretärin. Die Arbeit von Dr. Erzgräber würdigte auch Prof. Detlev Ganten. Der Vorstandsvorsitzende der Charité - Universitätsmedizin Berlin hatte 1995 als Stiftungsvorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch die BBB GmbH gegründet. Der Biotechnologiepark in Berlin-Buch zählt neben Heidelberg und München zu den größten in Deutschland. Heute arbeiten dort 50 Firmen mit rund 750 Mitarbeitern. Nachfolger von Dr. Erzgräber sind Dr. Andreas Mätzold, Prokurist der BBB GmbH, und Dr. Ulrich Scheller, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Campus Berlin-Buch mit dem „Gläsernen Labor“.
Nr. 32/26. Juni 2008
Herzmuskelstammzellen können das Herz regenerieren - Wilhelm P. Winterstein-Preis für PD Dr. Martin Bergmann von MDC und Asklepios-Klinik Hamburg
Für den Nachweis, dass Herzmuskelstammzellen in der Lage sind,
die Pumpfunktion des Herzens bei Herzschwäche zu verbessern, hat Privatdozent
Dr. Martin Bergmann den Wilhelm P. Winterstein-Preis der Deutschen Herzstiftung
erhalten. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. Die Arbeiten hatte er am Max
Delbrück Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch durchgeführt. Er
konnte in Versuchen mit Mäusen zeigen, dass es möglich ist, die Regeneration
des Herzens deutlich zu steigern, wenn ein Genschalter in den
Herzmuskelstammzellen, das beta-catenin, verändert wird. „Die Arbeit zeigt in beeindruckender Weise,
wie Grundlagenforschung neue Perspektiven für die Behandlung von Herzpatienten
eröffnen kann“, sagte Prof. Dr. med. Hellmut Oelert, Vorsitzender des
Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung, anlässlich
der Preisverleihung in Frankfurt am Main.
Nr. 31/13. Juni 2008
Innere Uhren bestimmen den Takt des Lebens
Innere Uhren bestimmen, ob Menschen eher Frühaufsteher,
Langschläfer, Partymuffel oder Nachteulen sind. Wie Prof. Hanspeter Herzel
(Institut für Theoretische Biologie, Humboldt Universität, Berlin) jetzt auf
dem internationalen Kongress „Computational & Experimental Molecular
Biology“ in Berlin berichtete, regulieren diese biologischen Uhren Schlaf-Wach-Phasen,
aber auch den Blutdruck und die Körpertemperatur. „Gesteuert werden sie von
einer Zentraluhr, die aus tausenden von Nervenzellen besteht, die im Gehirn
zusammenarbeiten, um uns an wechselnde Anforderungen bei Tag und Nacht zu
gewöhnen.“
Einladung
“Computational & Experimental Molecular Biology”
Donnerstag, 12. Juni - Samstag, 14. Juni 2008
Langenbeck-Virchow-Haus
Nr. 29/9. Juni 2008
Alzheimer-Krankheit - Angehörige informieren sich über MDC-Forschung
Wie entsteht die Alzheimer-Krankheit? Wie lange dauert die
Entwicklung einer Therapie? Welche Rolle spielt dabei die Grundlagenforschung? Diese
und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung, zu der die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) zahlreiche Unterstützer dieses
größten privaten Förderers von Alzheimer-Forschung in Deutschland in das
Gläserne Labor des Campus Berlin-Buch eingeladen hatte. Rund 40 Förderern,
unter ihnen auch Angehörige von Patienten, berichtete Prof. Thomas Willnow vom
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch über seine
Forschungen zur Entstehung der Alzheimer-Krankheit. Für diese Arbeit hatte er 2006
von der AFI einen mit 80 000 Euro dotierten Förderpreis erhalten.
Einladung
The Sixth Annual International Conference on
“Transposition and Animal Biotechnology”
Donnerstag, 19. Juni - Samstag, 21. Juni 2008
Max Delbrück Communications Center (MDC.C)
Nr. 27/4. Juni 2008
Mutationen lösen schwere Herzmuskelerkrankung aus
Mutationen in drei Genen, die für das Zusammenziehen des
Herzens wichtig sind, können eine spezielle Form der Herzmuskelerkrankung, die Linksventrikuläre
Noncompaction (LVNC), auslösen. Das haben jetzt Dr. Sabine Klaassen, Susanne
Probst und Prof. Ludwig Thierfelder vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare
Medizin (MDC) Berlin-Buch, Prof. Erwin Oechslin (Adult Congenital Cardiac
Centre, Toronto, Canada) und Prof. Rolf Jenni (Cardiovascular Center, Zürich,
Schweiz) herausgefunden. Bei dieser Erkrankung ist das Muskelgewebe der linken
Herzkammer schwammartig verändert und ragt in die Herzkammer hinein. Das kann
die Pumpleistung des Herzens stark beeinträchtigen. Unter 63 Patienten, die an LVNC
leiden, fanden die Wissenschaftler elf Patienten (17 Prozent), bei denen einzelne
dieser Herzmuskelgene mutiert sind. Die Forscher vermuten, dass diese genetischen
Veränderungen die schwere Herzerkrankung auslösen. In Zukunft können Gentests
Aufschluss darüber geben, ob Familienmitglieder von Betroffenen die Mutationen ebenfalls
tragen und somit an LVNC erkranken können. Die Ergebnisse der Studie sind jetzt
in der Fachzeitschrift Circulation (2008,
Vol. 117, pp. 2893-2901)* erschienen.
Nr. 26/30. Mai 2008
Substanz EGCG in grünem Tee verhindert tödliche Plaquebildung bei Parkinson und Alzheimer - Erste Ergebnisse im Reagenzglas
Die Substanz EGCG (Epigallocatechin-3-gallate) in grünem Tee kann
offenbar den tödlichen Prozess der Plaquebildung bei Parkinson und Alzheimer
umkehren. Statt der giftigen Eiweißablagerungen bilden sich durch EGCG ungiftige
und damit für die Nervenzellen harmlose, kugelige Eiweißaggregate. Das haben
Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch in Versuchen
im Reagenzglas und in Nervenzellmodellen festgestellt.
Die Arbeit von Dr. Dagmar Ehrnhöfer und Dr. Jan Bieschke aus der
Forschungsgruppe von Prof. Erich Wanker hat die Fachzeitschrift Nature Structural and Molecular Biology*(http://dx.doi.org/10.1038/nsmb.1437) jetzt veröffentlicht.
Nr. 25/28. Mai 2008
Erneut Millionenförderung der Helmholtz-Gemeinschaft für das MDC
Verbesserung der Doktorandenausbildung in der Herz-Kreislauf-Forschung
Für eine verbesserte Ausbildung von Doktoranden im Forschungsbereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselkrankheiten erhält das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch in den kommenden sechs Jahren von der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren 1,8 Millionen Euro. Damit wird das MDC eine „Helmholtz International Research School in Translational Cardiovascular and Metabolic Medicine - TransCard“ einrichten. Vorrangiges Ziel dieses Doktorandenprogramm ist es, Forscher so auszubilden, dass sie die Brücke von der Grundlagen- zur klinischen Forschung schlagen können. Sprecher des Kollegs sind Prof. Michael Gotthardt und Dr. Salim Seyfried (beide MDC). Partner der neuen Helmholtz International Research School sind die Freie Universität Berlin und die Humboldt Universität zu Berlin.
Nr. 24/ 27. Mai 2008
„Berliner Gedenktafel“ für amerikanischen Genetiker Hermann Joseph Muller
Der amerikanische Genetiker und spätere Nobelpreisträger Hermann Joseph Muller (1890 - 1967) ist mit einer „Berliner Gedenktafel“ geehrt worden. Auf dem Campus Berlin-Buch enthüllten seine Tochter, Prof. em. Helen Juliette Muller, University of New Mexico, Albuquerque (USA), Prof. Hans-Jörg Rheinberger, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte, Berlin und der Wissenschaftliche Vorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, Prof. Walter Birchmeier, die Tafel am ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Institut (KWI) für Hirnforschung, dem heutigen Oskar- und Cécile-Vogt-Haus. Dort hatte Hermann Joseph Muller von November 1932 bis September 1933 als Gastwissenschaftler mit dem russischen Genetiker Nikolaj Timoféeff-Ressovsky gearbeitet. Wie wichtig die wissenschaftliche Kooperation von Muller, Timoféeff-Ressovsky und – darauf aufbauend – mit dem jungen Max Delbrück für die Entwicklung der Genetik war, untersucht das vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) zu diesem Anlass in Deutsch und Englisch herausgegebene Buch „Genetiker in Berlin-Buch/Geneticists in Berlin-Buch“.
Nr. 23/Montag, 26. Mai 2008
Cecilie-Vogt-Klinik für Neurologie in Berlin-Buch eröffnet
Die Charité - Universitätsmedizin Berlin, die Helios-Kliniken
GmbH und das Max-Delbrück-Centrum
für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch haben am Montag, den 26. Mai
2008 die Cecilie-Vogt-Klinik für Neurologie eröffnet. Wissenschaftliche Leiterin der Klinik ist Prof. Frauke Zipp. Mit
dieser Position ist eine Professur für Molekulare Neurologie an der Charité verbunden.
Die Neurologin leitet außerdem eine Forschungsgruppe am MDC.
Nr. 22/16. Mai 2008
Angriffspunkte für gezielte Schmerztherapie identifiziert
Prof. Hanns Ulrich Zeilhofer: „Jetzt ist die Pharmaindustrie gefordert“
Angriffspunkte für eine gezielte Schmerztherapie chronisch
Schmerzkranker haben Forscher in Zürich/Schweiz identifiziert. In Versuchen mit
Mäusen konnten sie mit einer bestimmten Wirkstoffgruppe (Benzodiazepinen) im
Rückenmark die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Gehirn hemmen. Damit
gelang es ihnen, die bei chronischen Schmerzen gestörte Filterfunktion des
Rückenmarks wieder zu aktivieren, die normalerweise dafür sorgt, dass nicht
jedes Schmerzsignal an das Gehirn gemeldet wird. Das berichtete Prof. Hanns
Ulrich Zeilhofer, Pharmakologe von der Universität Zürich und der ETH (Eidgenössische
Technische Hochschule) auf einem internationalen Kongress zur Entwicklung und
Funktion des Tastsinns und des Schmerzempfindens des Max-Delbrück-Centrums für
Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch. „Jetzt ist die Pharmaindustrie gefordert,
diese Ergebnisse für die Entwicklung von Schmerzmitteln zu nutzen, die für die
Therapie beim Menschen geeignet sind“, sagte er.
Nr. 21/16. Mai 2008
Durch Lernen zum Erfolg – kleinstes Säugetier erkennt Beute an der Form
Die Etruskerspitzmaus (Suncus etruscus) ist eines der kleinsten
Säugetiere der Welt. Sie ist etwa vier Zentimeter lang und wiegt lediglich zwei
Gramm. Als nachtaktives Tier jagt sie überwiegend mit Hilfe ihres Tastsinnes.
Prof. Michael Brecht (Bernstein Center for Computional Neuroscience, Berlin)
berichtete jetzt auf dem internationalen Kongress über die Entwicklung und
Funktion des Tastsinns und des Schmerzempfindens („Development
and function of somatosensation and pain“) des Max-Delbrück-Centrum für
Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch von den Besonderheiten ihres
Jagdverhaltens. „Die Etruskerspitzmaus tastet ihre Beute blitzschnell ab und
ändert, wenn nötig, ihre Jagdstrategie“, erklärte er in seinem Vortrag. „So
entwischt ihr keine Beute.“
Nr. 20/15. Mai 2008
Wirkstoffsuche per Computer
Wissenschaftler versuchen weltweit, Wirkstoffe aufzuspüren,
die krankheitsrelevante Proteine gezielt ausschalten. Dr. Klaus Hellmuth und
Prof. Walter Birchmeier vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch ist es in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Molekulare
Pharmakologie (FMP) gelungen, ein Protein (Shp2) im Labor spezifisch zu
blockieren. Ist Shp2 mutiert, kann es eine spezielle Form der Leukämie bei
Kindern (juvenile myelomonozytäre
Leukämie - JMML) und andere Krebsarten sowie eine relativ häufige
Entwicklungsstörung (Noonan Syndrom) hervorrufen. Ihre Arbeit ist jetzt in der
aktuellen Ausgabe von PNAS (Vol. 105, Nr.
20. pp. 7275-7280)* erschienen.
Nr. 19/14. Mai 2008
Schmerzfrei ohne Taubheitsgefühl – Wirkstoffkombination mit Chilipfeffer
Die Spritze beim Zahnarzt hinterlässt meist für einige Stunden
ein taubes Gefühl. Doch das könnte bald der Vergangenheit angehören. Prof. Clifford
Woolf (Harvard Medical School und Massachusetts General Hospital, Boston, USA)
hat mit seinen Kollegen eine Wirkstoffkombination entwickelt, die gezielt den
Schmerz ausschalten kann, ohne dass sich dabei ein Taubheitsgefühl und eine
Bewegungseinschränkung einstellen. Sie besteht aus einem Abkömmling (QX314) des
lokalen Schmerzmittels Lidocain und Capsaicin, der Brennen verursachenden
Substanz aus Chilischoten. Capsaicin öffnet Ionenkanäle, die nur in der Membran
von Nervenzellen vorkommen, die für die Wahrnehmung von Schmerz zuständig sind.
Über die geöffneten Kanäle gelangt QX314 in die Nervenzellen und blockiert die
Schmerzsensoren“, erklärte Prof. Woolf in seinem Festvortrag „Using Pain to
Block Pain“ („Wie man Schmerz zur Schmerzblockade nutzt“) zur Eröffnung des
internationalen Kongresses „Development and function of somatosensation
and pain“ des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch. „Erstmals ist es uns gelungen, körpereigene Membrankanäle für den Medikamententransport
zu nutzen, um gezielt Schmerzsensoren auszuschalten“, sagte er.
Einladung
International Conference
“Development and function of somatosensation and pain”
Mittwoch, 14. Mai bis Samstag, 17. Mai 2008
Max Delbrück Communications Center (MDC.C)
Nr. 17./ 5. Mai 2008
Berlin erhält Institut für Systembiologie - Gemeinsames Projekt von Max-Delbrück-Centrum und Charité - Neues BMBF-Förderprogramm
Mit rund 7,5 Millionen Euro fördert das
Bundesforschungsministerium (BMBF) in den kommenden drei Jahren den Aufbau
eines Instituts für medizinische Systembiologie in Berlin. Es ist ein
gemeinsames Projekt des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch, einer Einrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren,
und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Federführung des Instituts für
Systembiologie Berlin hat das MDC mit Prof. Nikolaus Rajewsky. Das Institut ist
eines von sechs Pilotprojekten des neuen BMBF-Förderprogramms „Spitzenforschung
und Innovation in den Neuen Ländern“. Bundesforschungsministerin Dr. Annette
Schavan stellte das mit 45 Millionen Euro ausgestattete Programm in Berlin auf
einer “Innovationskonferenz” der Öffentlichkeit vor.
Nr. 16. /2. Mai 2008
25 Jahre Forschung - Geschichte eines Signalpfads
Wie falsch regulierte Signalwege Krankheiten auslösen können
In den vergangenen Jahren haben Biologen immer tiefere
Einblicke in die biochemischen und molekularen Netzwerke gewonnen, die die
Entwicklung von Lebewesen von der befruchteten Eizelle bis zum ganzen
Organismus mit Billionen von Zellen und unterschiedlichen Organen regulieren.
Nur eine Hand voll Signalwege steuert diese Entwicklung. Sie sind dabei genau
aufeinander abgestimmt, damit es nicht zu Fehlentwicklungen oder zur
Tumorbildung kommt. Einer der bisher am besten erforschten Signalwege ist der
„Wnt-Signalweg“, der vor 25 Jahren erstmals beschrieben wurde. Der Zellbiologe Walter
Birchmeier, Forschungsgruppenleiter am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare
Medizin (MDC) Berlin-Buch, der in den vergangenen Jahren wichtige Forschungsergebnisse
auf diesem Gebiet erzielt hat, und seine Doktorandin Alexandra Klaus haben für Nature Reviews Cancer einen Übersichtsartikel
verfasst, der jetzt (Vol. 8, Nr. 5, pp. 387 – 398)* erschienen ist.
Nr. 15/28. April 2008
Neues Werkzeug für Suche nach krankheitsrelevanten Variationen im Genom
Die genetische Grundlage von Krankheiten lässt sich jetzt
leichter erforschen. Dr. Kathrin Saar und Prof. Norbert Hübner vom
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch haben in einem
europäisch-japanischen Forschungsverbund eine Genomkarte mit über 300 verschiedenen Rattenstämmen erstellt.
Das neue Werkzeug kann helfen, die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
oder Diabetes in Laborratten und auch beim Menschen zu verstehen. Die Arbeit
ist in dem Fachjournal Nature Genetics
(Vol. 40, Nr. 5, 2008) online veröffentlicht.
Nr. 14/28. April 2008
Genetische Ursache von Herzschwäche entdeckt
Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin
(MDC) Berlin-Buch und der Charité - Universitätsmedizin Berlin/Helios Klinikum
Berlin-Buch haben jetzt Variationen in einem Gen entdeckt, die zusammen mit
Bluthochdruck Herzschwäche (Herzinsuffizienz) auslösen. Das Gen, kurz Ephx2,
produziert ein Enzym, das normalerweise körpereigene Substanzen abbaut, die der
gesunde Körper nicht benötigt. Im Notfall werden sie jedoch nicht abgebaut,
sondern schützen das Herz. Die Variationen in dem Gen führen aber dazu, dass
das Enzym die rettenden Substanzen, obwohl sie benötigt würden, weiter abbaut.
Dem Gen auf die Spur gekommen sind die Kliniker Dr. Jan Monti, Prof. Friedrich
Luft und der Genomforscher Prof. Norbert Hübner sowie Kollegen in der Schweiz,
England und den USA. Ihre Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des
Fachjournals Nature Genetics (Vol.
40, Nr. 5, 2008) online
veröffentlicht. Die Forscher hoffen, dass sie zu Fortschritten bei der Diagnose
und Therapie von Herzinsuffizienz führen.
Nr. 13/8. April 2008
„Aufregender neuer Ansatz“ für die Suche nach MicroRNAs – Doktorand am MDC entwickelt neues Computerprogramm
MicroRNAs sind Gene, die wichtige Steuerelemente der
verschiedensten Prozesse in Pflanzen, Tieren und Menschen produzieren.
MicroRNAs gelten als aussichtsreiche Kandidaten für Diagnostik und Therapie von
Krankheiten des Menschen. Wissenschaftler versuchen daher weltweit Methoden zu
entwickeln, um zu erkennen, welche microRNAs in Gewebeproben aktiv sind oder um
neue microRNA Gene aufzuspüren. Bisher kennt die Forschung über 600 microRNAs
des Menschen, die jede für sich die Aktivität von mehreren hundert Proteinen,
den Bau- und Betriebsstoffen des Lebens regulieren. Jetzt hat Marc Friedländer,
Doktorand im Labor von Prof. Nikolaus Rajewsky am Max-Delbrück-Centrum für
Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch ein Computerprogramm („miRDeep“)
entwickelt, mit dem Forscher nicht nur erkennen können, welche microRNAs in
einer Gewebeprobe aktiv sind, sondern sie können damit auch bisher unbekannte
microRNAs auffinden. MiRDeep basiert auf der Analyse von modernen
Hochdurchsatz-Sequenziertechnologien. Die Arbeit in Kooperation mit Wei Chen
vom Max-Planck-Institut (MPI) für Molekulare Genetik, Berlin ist in Nature Biotechnology* (Vol. 26, Nr. 4, pp.
407-415, 2008) online erschienen. Sie enthält auch über 250 neue oder nicht
analysierte microRNA Gene, davon 15 menschliche, die Friedländer und Kollegen
identifizieren konnten.
Nr. 12/28. März 2008
Immunsystem und Krebs
Neue Erkenntnisse über ein nicht immer gutes Wechselspiel
Lang haben
Wissenschaftler geglaubt, dass die körpereigene Abwehr Krebs nur bekämpfen,
nicht aber unterstützen würde. Jüngere Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass
das Immunsystem die Krebsentwicklung sogar vorantreiben kann. Dr. David DeNardo aus der Forschungsgruppe
von Prof. Lisa Coussens von der
University of California, San Francisco, USA, berichtete auf dem
internationalen Kongress „Invasion und Metastasis“ des Max-Delbrück-Centrums
für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch wie Tumore das Immunsystem nutzen, um
schneller zu wachsen und sich im Körper zu verbreiten.
Nr. 11/27. März 2008
Mobile Krebsstammzellen – die eigentlichen Bösewichte?
Neues Modell über die Entstehung von Metastasen in Berlin vorgestellt
Mobile Krebsstammzellen sind nach einem von Prof. Thomas
Brabletz von der Universitätsklinik Freiburg entwickelten Modell die Ursache
für Metastasen beim Dickdarmkrebs und vielen anderen bösartigen Geschwüren. „Die mobilen
Krebsstammzellen sind die gefährlichsten Zellen für den Krebspatienten, denn
sie sind nach unserem Modell der Hauptursprung von Metastasen“, sagte er auf
dem internationalen Kongress „Invasion and Metastasis“ des
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch. Bisher
ging die Forschung davon aus, dass jede einzelne Tumorzelle Metastasen bilden
kann.
Nr. 10/27. März 2008
Professor Robert Weinberg: Krebsforschung sieht klarer bei Metastasenbildung
Krebszellen beuten Schlüsselkontrollgene für ihre Zwecke aus
„Bisher war der Prozess, wie Krebsmetastasen entstehen, von
einer verwirrenden Komplexität. Jetzt sehen wir klarer und können beginnen,
diesen Vorgang Stück für Stück zu entwirren.“ Das sagte Prof. Robert Weinberg
vom Whitehead Institut für Biomedizinische Forschung, Cambridge, USA, am
Mittwochabend (26. März) bei seinem Festvortrag zur Eröffnung des Internationalen
Kongresses über „Invasion und Metastasierung“ des Max-Delbrück-Centrums für
Molekulare Medizin (MDC) in Berlin.
Nr. 9/25. März 2008
Internationaler Krebskongress in Berlin über die Entstehung von Metastasen
160 Krebsforscher aus mehreren europäischen Ländern sowie
Israel, Japan, den USA, Singapur, und der Türkei kommen vom 26. bis 29. März
2008 in Berlin zusammen, um neueste Erkenntnisse über die Entstehung und
Ausbreitung von Metastasen, den gefürchteten Tochtergeschwülsten bei einer
Krebserkrankung, zu diskutieren. 2007 gab es allein in Europa und in den USA mehr als 1,8 Millionen bzw. fast 560 000 Krebstote.
Die meisten von ihnen starben nicht an ihrem Primärtumor, sondern an den
Metastasen. Ihre Entstehung ist bisher nur zum Teil verstanden.
Nr. 8/18. März 2008
Ein „Schuhlöffel“ für das Immunsystem
Forscher öffnen Schlüsselement der Erregerabwehr mit kurzen Proteinfragmenten
Ziel jeder Impfung ist es, das Immunsystem in die Lage zu
versetzen, Krankheitserreger oder Krebszellen zu erkennen und zu zerstören. Die
dazu in den Körper eingebrachten Bestandteile dieser Erreger (Antigene), können
jedoch nur dann die Abwehrzellen des Immunsystems aktivieren, wenn die
Erregerbruchstücke zuvor auf Antigenrezeptoren einer anderen Gruppe von
Immunzellen geladen werden, die sie der Abwehr präsentieren. Forscher haben nun
entdeckt, dass von ihnen entwickelte winzige Proteinbruchstücke dabei offenbar eine
wichtige Rolle spielen können. Im Labor konnten sie zeigen, dass diese künstlichen
Fragmente die Beladbarkeit der Antigenrezeptoren und damit die Stärke der
Immunantwort deutlich verbessern können. Die Arbeit, die Dr. Olaf Rötzschke vom
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch koordiniert hat
und die in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie
(FMP), Berlin, sowie der Universität Tübingen entstanden ist, hat jetzt PLoS ONE (Vol. 3, Nr. 3, e1814)
veröffentlicht.*
Nr. 7/14.März 2008
MDC-Forscher rekonstruieren springendes Gen
Neues Werkzeug für die Aufklärung der Funktion von Genen
In Pflanzen, Tieren und auch im Menschen sind sie zu finden -
inaktive Überreste springender Gene, sogenannte Transposons. Forscher versuchen
aus diesen Resten aktive Transposons zu entwickeln, um mit diesen Werkzeugen
die Funktion von Genen zu entschlüsseln. Jetzt ist es Forschern am
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch gelungen, das
erste aktive Transposon der Familie der Harbinger-Transposons (Harbinger -
engl. für Vorbote) zu konstruieren. Das künstliche Transposon von Dr. Ludivine Sinzelle, Dr. Zsuzsanna Izsvák
und Dr. Zoltán Ivics ist im Zelllabor auch in menschlichen Zellen aktiv und
kann, so hoffen die Forscher, Aufschluss über die Rolle menschlicher Gene
geben. Ihre Ergebnisse sind jetzt online im den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)* (10.1073/pnas.0707746105)
veröffentlicht worden.
Einladung
International Conference
“Invasion and Metastasis”
Mittwoch, 26. März bis Samstag, 29. März 2008
Max Delbrück Communications Center (MDC.C)
Nr. 5/7. März 2008
Neuer Mechanismus kontrolliert Überleben von Immunzellen und beeinflusst Antikörpervielfalt
Kooperation der Labore von Klaus und Nikolaus Rajewsky an der Harvard Medical School und am MDC
Ein wichtiger
Bestandteil des Immunsystems sind so genannte B-Zellen. Sie produzieren bei
einer Infektion Antikörper, die gezielt Bakterien, Viren und andere Erreger
bekämpfen. Die Schlagkraft dieser Immunzellen hängt entscheidend von der
Vielfalt ihrer Antikörper ab. Jetzt haben Forscher der Harvard Medical School
in Boston, Massachusetts, USA und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare
Medizin (MDC) Berlin-Buch einen neuen Mechanismus entdeckt, der die Entwicklung
dieser Abwehrzellen steuert und das Arsenal an Antikörpervarianten beeinflusst.
Die Ergebnisse von Sergej Koralov, Stefan Muljo, Klaus Rajewsky (Harvard), Azra
Krek, Nikolaus Rajewsky (MDC) und Mitarbeitern hat jetzt das Fachjournal Cell* (Vol. 132, Nr. 5, pp. 860-874,
2008) veröffentlicht.
Nr. 4./4. Februar 2008
Neuer Forschungsbericht des Max-Delbrück-Centrums erschienen
Prof. Birchmeier: „Akkumulierte Erfahrung in Grundlagenforschung und Medizin“
Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
hat jetzt seinen neuen Forschungsbericht veröffentlicht. In dem 236 Seiten
starken Buch geben die 65 Forschungsgruppen des MDC einen Überblick über ihre
Arbeit in den Jahren 2006 – 2007. Hauptanliegen des MDC, so
MDC-Stiftungsvorstand Prof. Walter Birchmeier in seinem Vorwort, ist es, „auf
hohem Niveau die Erforschung der Mechanismen voranzubringen, die
Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, Krebs und neurodegenerativen
Krankheiten zugrunde liegen.“ Der Forschungsbericht enthält in Deutsch und Englisch
verfaßte Übersichtsbeiträge zu diesen Forschungsschwerpunkten des MDC, die
Berichte der einzelnen Forschergruppen, die sich vor allem an Wissenschaftler
richten, sind in Englisch.
Nr. 3/1. Februar 2008
Wie das Herz Form annimmt
MDC-Forscher beobachten erstmals frühe Entwicklung im Wirbeltier
Zum ersten Mal haben Wissenschaftler bei einem Wirbeltier
beobachtet, wie sich aus einer flachen Scheibe die Vorstufe des Herzens, das
Herzrohr, entwickelt. Ihre Untersuchungen machten Stefan Rohr und Cécile Otten
aus der Forschungsgruppe von Dr. Salim Abdelilah-Seyfried vom
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch an Embryonen von
Zebrafischen. Diese Embryonen sind durchsichtig, sodass Forscher jede Zelle des
lebenden Tieres unter dem Mikroskop verfolgen können. Das macht diese
Wirbeltiere für Entwicklungsbiologen besonders interessant. Die Ergebnisse der
MDC-Forscher hat jetzt die Fachzeitschrift Circulation Research (Vol. 102, Nr.
2, 31. Januar 2008)* veröffentlicht.
Nr. 2/31. Januar 2008
Dr. Stefan Schwartze - Kanzler der Uni Münster
Der administrative Vorstand des MDC, Dr. Stefan Schwartze,
wird Kanzler der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Am 3. Januar 2008
erhielt er in Münster seine Ernennungsurkunde. Der Senat der Universität hatte
den 41jährigen Juristen am 19. Dezember 2007 in einer außerordentlichen Sitzung
dem nordrhein-westfälischen Wissenschaftsminister zur Ernennung vorgeschlagen. Dr.
Schwartze tritt sein neues Amt zum 1. Februar 2008 an. Seine Amtszeit beträgt
acht Jahre. Bis ein Nachfolger für ihn am MDC gefunden ist, wird der Leiter der
MDC-Personalabteilung, Dr. Hans-Joachim Seehrich, die Amtsgeschäfte leiten.
Nr. 1/29. Januar 2008
Leben ohne Schmerz – der Afrikanische Nacktmull
Säure und Chilipfeffer lassen ihn kalt – Forscher vermuten, Unempfindlichkeit beruht auf Anpassung an extreme Lebensbedingungen
Der Afrikanische Nacktmull (Heterocephalus glaber) ist eines
der ungewöhnlichsten Säugetiere der Erde. Er ist nur 15 Zentimeter groß, kaum
behaart, lebt eng gedrängt mit seinen Artgenossen in unterirdischen, stickigen
Höhlen und er kennt keinen Schmerz. Was es mit diesem außergewöhnlichen
Nagetier auf sich hat, erforschen die Schmerzforscher Prof. Gary R. Lewin vom
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und Prof. Thomas
J. Park von der University of Illinois in Chicago, USA. Sie konnten jetzt
zeigen, dass Säure, die im Normalfall starke, schmerzhafte Verätzungen
verursacht, Nacktmullen nichts anhaben kann. „Das ist für Wirbeltiere absolut
einzigartig“, sagt Prof. Lewin. Auch das Capsaicin in Chilipfeffer, das
normalerweise auf der Haut brennende Schmerzen auslöst, lässt die Tiere kalt.
Die Forscher vermuten, dass die extremen Lebensbedingungen die Tiere im Laufe
der Evolution unempfindlich gegen Schmerzen gemacht haben (PLoS Biology, Vol.
6, Nr. 1, 29. Januar 2008, doi:10.1371/journal.pbio.0060013)*.

