Forschungsprogramm Krebs
HGF-Sprecher: Prof. Dr. Claus Scheidereit
Krebs entsteht durch Mutation des Erbgutes in Zellen und umfasst eine Vielzahl von Krankheiten unterschiedlicher Organe. Krebszellen entgehen der natürlichen Nachbarschaftskontrolle in Zellverbänden und Organen, teilen sich unkontrolliert, entkommen dem natürlichen Zelltod, beschaffen sich unabhängige Nährstoffversorgung (Angiogenese), entgehen der Kontrolle des Immunsystems, sowie gelangen über das Blut- und Lymphsystem zu entfernten Zielorganen, um dort Metastasen zu bilden. Diese vielfältigen Eigenschaften werden durch Gene vermittelt, die sonst nur während der frühen Embryogenese aktiv sind. Somit rekapitulieren Tumorzellen Charakteristika von Embryonalzellen. Zur Erforschung der Ursachen und Bekämpfung der Krebsentstehung sind Kenntnisse in verschiedenen biomedizinischen Disziplinen erforderlich. Diese sind Genetik, Wachstum- und Zelldifferenzierungskontrolle, Apoptose und Angiogenese sowie Immun- und Entwicklungsbiologie. Das menschliche Genom umfasst etwa 35 000 Gene. Einige sind besonders wichtige und häufig wiederkehrende Ziele von Mutationen bei der Krebsentstehung. Sie fallen in die Klasse der "Onkogene" oder "Tumorsupressorgene" und kodieren für Struktur- und Regulatorproteine, die die oben aufgeführten Prozesse wie zum Beispiel Zellteilung, Differenzierung, Apoptose und Zellwanderung kontrollieren. Die Aufgabe dieses Forschungsbereiches besteht darin, Gene zu ermitteln, die für die Krebsentstehung verantwortlich sind und deren Produkte und Funktionsweisen den oben genannten zellulären Prozessen zuzuordnen. Die so gewonnenen Erkenntnisse bilden die Vorraussetzung und Grundlage zur Entwicklung zukünftiger rationaler Krebstherapien. Der Koordinationsbereich Krebsforschung des MDC besteht aus einer Gruppe wissenschaftlich angesehener Laboratorien, die auf den Gebieten Signaltransduktion und Wachstumskontrolle, strukturelle Genomforschung und Tumorimmunologie arbeiten. Fragen zur Krebsentstehung werden in enger Zusammenarbeit den Forschungsgruppen des MDC und den klinisch ausgerichteten Gruppen der Robert-Rössle-Krebsklinik der Charité/Humboldt-Universität zu Berlin und des Helios-Klinikums untersucht. Ziel ist es, durch exzellente Grundlagenforschung die Entstehung und die Progression von Krebserkrankungen auf molekularer Ebene zu verstehen, eine verbesserte Diagnostik zu entwickeln und schließlich den Erkenntnisgewinn für die Entwicklung neuer Therapien einzusetzen. Im Programm werden Signaltransduktionssysteme wie Wnt/β-Catenin, C/EBP und Myb, NFκB, Chemokin-Rezeptoren sowie das Ubiquitin-Proteasom-System erforscht. Es werden neue Gene identifiziert, die bei der Entstehung, Progression und Metastasierung von Tumoren eine Rolle spielen. Andere Gruppen unseres Programms sind an der weltweiten Initiative zur Aufklärung der Struktur aller Proteinfamilien beteiligt. Diese Erkenntnisse werden es erlauben, durch rational entwickelte Pharmaka die Proteinfunktionen zu beeinflussen. Ein Schwerpunkt der Forschung in der Tumorimmunologie ist die Identifizierung potentieller Antigene für zukünftige Immuntherapien sowie Untersuchungen der unmittelbaren räumlichen Umgebung von Immunzellen im Körper (des sogenannten "Micro-Environment"), welche die Richtung und Intensität einer Immunantwort entscheidend beeinflussen. Zusammen mit der Robert-Rössle-Klinik konnten bereits mehrere Phase1-Studien gestartet werden, die zusätzlich durch den Einsatz experimenteller Tumormodelle unterstützt werden.
Signalwege, Zellbiologie und Krebs
(Prof. Dr. Achim Leutz)
( Prof. Dr. Clemens Schmitt )
( Prof. Dr. Achim Leutz )
( Prof. Dr. Peter Daniel )
( Dr. Miguel Andrade )
( Prof. Dr. Thomas Sommer )
( Prof. Dr. Claus Scheidereit )
( Prof. Dr. Walter Birchmeier )
( Dr. Oliver Rocks )
( Prof. Dr. Peter M. Schlag )
Strukturelle und funktionelle Genomik
(Prof. Dr. Udo Heinemann)
( Prof. Dr. Udo Heinemann )
( Prof. Dr. Oliver Daumke )
Tumorimmunolgie
(Dr. Martin Lipp)
( Dr. Iduna Fichtner )
( Prof. Dr. Bernd Doerken )
( Prof. Dr. Wolfgang Uckert )
( Prof. Dr. Thomas Blankenstein )
( Prof. Dr. Antonio Pezzutto )
( PD Dr. Martin Lipp )

