Nr. 17./ 5. Mai 2008

Berlin erhält Institut für Systembiologie - Gemeinsames Projekt von Max-Delbrück-Centrum und Charité - Neues BMBF-Förderprogramm

Mit rund 7,5 Millionen Euro fördert das Bundesforschungsministerium (BMBF) in den kommenden drei Jahren den Aufbau eines Instituts für medizinische Systembiologie in Berlin. Es ist ein gemeinsames Projekt des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, einer Einrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Federführung des Instituts für Systembiologie Berlin hat das MDC mit Prof. Nikolaus Rajewsky. Das Institut ist eines von sechs Pilotprojekten des neuen BMBF-Förderprogramms „Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern“. Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan stellte das mit 45 Millionen Euro ausgestattete Programm in Berlin auf einer “Innovationskonferenz” der Öffentlichkeit vor.

Die Systembiologie erforscht Vorgänge des Lebens und ihr Zusammenspiel. Sie will dadurch verstehen, wie Krankheiten entstehen und Strukturen für zielgerichtete, neue und wirksamere Therapien identifizieren. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht mehr einzelne, isoliert betrachtete Gene und ihre Proteine, sondern ihre Regulation und ihre Wechselwirkungen miteinander.

 

Die Forscher vergleichen dazu Genomdaten von Modellorganismen wie Nematoden C. elegans oder Plattwürmern (Planarien) sowie von Fischen, Mäusen und Menschen. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch sogenannte microRNAs. Einige hundert Gene dieser kleinen RNAs regulieren mindestens ein Drittel der Gene des Menschen. Wichtig ist auch der Vergleich von Genomen innerhalb einer Spezies. Die Forscher wollen damit herausfinden, ob Variationen im Genom eine Rolle für die Entstehung von Krankheiten spielen.

 

„Mit dem ¸Berlin Institute for Medical Systems Biology‛ bekommt dieser immer wichtiger werdende Forschungszweig einen großen Schub“, sagte Prof. Rajewsky. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit in diesem Institut wird die Einrichtung und Entwicklung von neuen Hochdurchsatzverfahren sein, mit denen die Forscher in kurzer Zeit systemweite Daten erzeugen und systematisch auswerten können, um damit das Verhalten von gesunden und erkrankten biologischen Systemen vorherzusagen. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern.

 

Das Institut erhält, wie die anderen fünf Pilotprojekte dieser Fördermaßnahme, zunächst eine Anschubfinanzierung. Für das Berliner Systembiologie-Institut sind das für die Jahre 2008-2010 rund 7,5 Millionen Euro vom BMBF. Das MDC unterstützt das Projekt zusätzlich mit rund zwei Millionen Euro in Form von Ressourcen und Infrastruktur. Der Senat wird das Projekt mit zusätzlichen finanziellen Mitteln des Landes unterstützen. Partner des MDC sind neben der Charité die Humboldt Universität zu Berlin, die Freie und Technische Universität (FU, TU) Berlin, das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin-Buch, das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum sowie Institute der Max-Planck-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft beteiligt.

 

Berlin bietet auf Grund verschiedener, bereits existierender Forschungsprojekte im Rahmen der Genom- und Proteomforschung gute Voraussetzungen für Forschung und Entwicklung in dem neuen Institut für medizinische Systembiologie. So verfügt etwa das MDC seit Jahren über ein Genkartierungszentrum (Gene Mapping Center), die FU über die Proteinstrukturfabrik und das FMP über eine akademische Screening-Einheit für kleinmolekulare interaktive Substanzen.

 

Barbara Bachtler
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