ECRC-Nachrichten 2009

 

Nr. 41/20. November 2009

AIO-Wissenschaftspreis der Deutschen Krebsgesellschaft für Prof. Ulrike Stein - Neues Metastasen-Gen für Dickdarmkrebs entdeckt

Für die Entdeckung eines neuen Metastasen-Gens bei Dickdarmkrebs und die Veröffentlichung darüber in der Fachzeitschrift Nature Medicine* hat die Krebsforscherin Prof. Ulrike Stein vom Experimental and Clinical Research Center des Max-Delbrück-Centrums (MDC) und der Charité in Berlin-Buch den Teilpreis der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft erhalten. Der Preis für ihre laut AIO innovative präklinische Forschung wurde Prof. Stein auf dem 6. Herbstkongreß der Arbeitsgemeinschaft in Berlin überreicht. Er ist mit 7 500 Euro dotiert, ebenso wie der AIO-Teilpreis für klinische Forschung, der an Prof. Klaus Pantel** vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf geht.

Nr. 38/9. November 2009

Erstes Internationales Graduiertenkolleg für Skelettmuskelerkrankungen Partner: MDC, Charité Berlin und Université Pierre et Marie Curie Paris VI

Es gibt rund 400 verschiedene Skelettmuskelerkrankungen. Jede einzelne davon ist selten und unheilbar. Hinzu kommt, dass es keine strukturierte Ausbildung zu diesen Krankheiten gibt. Das soll sich jetzt ändern. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Université Pierre et Marie Curie Paris VI (UPMC), Paris, Frankreich richten jetzt am Experimental and Clinical Research Center (ECRC) in Berlin-Buch und an der UPMC das erste internationale, systematisch aufgebaute Ausbildungs- und Forschungsprogramm für Doktoranden auf dem Gebiet der Skelettmuskelerkrankungen ein. Das Graduiertenkolleg MyoGrad beginnt am 1. April 2010 und hat eine Laufzeit von viereinhalb Jahren.

Nr. 36/3. November 2009

Erweiterung: Berlin-Buch erhält 3-Tesla-MRT - Ergänzt Forschungen mit 7-Tesla-MRT

Die Forschungsanlage für medizinische Bildgebung am Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrums (MDC) und der Charité auf dem Campus Berlin-Buch wird erweitert. Am 3. November 2009 erhielt sie einen von der Firma Siemens Healthcare gebauten 3-Tesla-Magnetresonanz-Tomographen (MRT), der in den kommenden Tagen installiert wird. Das ECRC verfügt bereits über einen der weltweit stärksten MRTs, ein 7-Tesla-Ganzkörpersystem (ebenfalls von Siemens) für Untersuchungen am Menschen und einem 9,4-Tesla-Tierscanner (Bruker Biospin). Sie wurden im Januar 2009 von Bundesforschungsministerin Annette Schavan eingeweiht.

Nr. 28/10. August 2009

MRT-Spezialist Prof. Thoralf Niendorf Ruf nach Berlin-Buch angenommen

Der Physiker Prof. Thoralf Niendorf hat den Ruf auf einen Lehrstuhl für Experimentelle Ultrahochfeld-Magnetresonanz-Tomographie (MRT) an das Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité – Universitätsmedizin Berlin angenommen. Der Spezialist für bildgebende Verfahren von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen ist damit seit 10. August 2009 zugleich Leiter der MR-Anlage des ECRC auf dem Campus Berlin-Buch. Die Forschungsanlage mit einem der weltweit stärksten Magnetresonanz-Tomographen, einem 7-Tesla Ganzkörper-MRT war im Januar 2009 von Bundesforschungsministerin Annette Schavan eingeweiht worden.

Nr. 27/6. August 2009

Von Östrogen abhängiger molekularer Schalter zügelt Immunabwehr

Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben in Mäusen herausgefunden, dass das Sexualhormon Östrogen vor allem die Immunzellen zügelt, die Krebszellen und von Viren befallene Zellen bekämpfen sollen. Dreh- und Angelpunkt dabei ist ein seit langem bekanntes Molekül (EBAG9), das in diesen Immunzellen, den zytotoxischen T-Zellen (CTL) vorkommt und dessen Funktion Dr. Constantin Rüder und Dr. Armin Rehm in Zusammenarbeit mit der Immunologin Dr. Uta Höpken jetzt aufklären konnten. Ist EBAG9 durch Östrogen hochreguliert, sind die CTL blockiert. Ist EBAG9 ausgeschaltet, ist die Abwehr verstärkt (Journal of Clinical Investigation, Vol. 119, Nr. 8, pp 2184-2203, 3. August 2009)*.

Nr. 23/1. Juli 2009

Dickdarmkrebs - MDC-Forscher identifizieren genetischen Fingerabdruck für Metastasenbildung

Bei Dickdarmkrebs standen bisher nur einzelne Gene im Verdacht, die Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) zu begünstigen. Forscher des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben jetzt jedoch 115 Gene identifiziert, die sowohl im Ursprungstumor als auch in dessen Metastasen verändert sind. Ihre Ergebnisse könnten in Zukunft helfen, Patienten mit aggressiven Tumoren früher zu erkennen (Gastroenterology 2009, doi:10.1053/j.gastro.2009.03.041).*

Nr. 22/28. Juni 2009

Körpereigenes Kontrollsystem für Wanderung von Immunzellen ins Gehirn entdeckt - Möglicherweise neue Zielstruktur für künftige Therapien

Forschern in Berlin ist es gelungen, von Immunzellen ausgelöste Gehirnentzündungen bei Mäusen erheblich zu bessern. Schlüsselrolle spielt dabei ein auf den T-Zellen des Immunsystems im Zentralen Nervensystem (ZNS) von den Forschern entdeckter Rezeptor, der Bradykinin-Rezeptor-1 (B1). Er kontrolliert, wie sie jetzt zeigen konnten, die Wanderung von Immunzellen in das ZNS. Aktivierten sie bei den erkrankten Mäusen den Rezeptor, konnten sie die Wanderung der Immunzellen über die Blut-Hirn-Schranke in das Gehirn bremsen und die Entzündung ging zurück. Dr. Ulf Schulze-Topphoff, Prof. Orhan Aktas und Prof. Frauke Zipp (Cecilie Vogt-Klinik der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Max Delbrück Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und NeuroCure Research Center) haben damit möglicherweise eine neue Zielstruktur für die Behandlung chronischer Entzündungen wie der Multiplen Sklerose entdeckt (Nature Medicine, doi 10.1038/nm.1980)*.

Nr. 20/9. Juni 2009

Immunzellen bessern Bluthochdruck bedingte Herzschäden in Mäusen

 Wissenschaftlern in Berlin ist es gelungen, durch Bluthochdruck bedingte Herzverdickung und Herzrhythmusstörungen bei Mäusen zu mildern, indem sie den Tieren Immunzellen injizierten, die überschießende Reaktionen des Immunsystems unterdrücken. Der positive Effekt dieser regulatorischen T-Zellen (Treg) war jedoch blutdruckunabhängig, denn die Tiere hatten weiterhin hohen Blutdruck. „Wir haben mit diesen Versuchen neue Einblicke in die Rolle des Immunsystems bei der Entstehung von Herzschäden durch Bluthochdruck gewonnen. Eine neue Therapie ist das jedoch nicht“, betonen Dr. Dominik Müller und Dr. Heda Kvakan vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und des Helios-Klinikums Berlin-Buch. (Circulation, Vol. 119, Nr. 22, 9. Juni 2009, 2904-2912)*.

Nr. 15/5. Mai 2009

Salz und Bluthochdruck – Forscher werfen neues Licht auf dieses Rätsel

Seit Menschengedenken gilt hoher Salzkonsum als Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen. Dennoch ist es nach wie vor ein Rätsel, wieso zuviel Salzaufnahme zu Bluthochdruck führen kann. Jetzt ist es Forschern der Universität Erlangen, des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Universität Regensburg zusammen mit Forschern in Helsinki, Finnland, und Wien, Österreich, gelungen, neues Licht auf die Verbindung zwischen Salzkonsum, Wasserhaushalt und Blutdruckregulation zu werfen. In der Haut von Laborratten haben sie einen neuen Salzspeicher im Körper entdeckt. Ist dieser Speicherprozess gestört, bekommen die Tiere Bluthochdruck (Nature Medicine, doi: 10.1038/nm.1960)*.

Nr. 13/29. April 2009

Gentest vor Herzoperation?

 Unterschiedliche Formen eines Gens sind möglicherweise der Grund dafür, dass einige Patienten nach einer Herzoperation einen Kreislaufschock und Nierenversagen erleiden, andere hingegen von diesen lebensbedrohlichen Komplikationen verschont bleiben. Das haben Forscher der Charité – Universitätsmedizin Berlin zusammen mit Forschern des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und des Austin Hospitals in Melbourne, Australien gezeigt. (Journal of the American Society of Nephrology, JASN,doi 10.1681/ASN.2008080915)*.

Gemeinsame Pressemitteilung Nr. 10/6. April 2009

Neue Risikovariante für Neurodermitis identifiziert

Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité-Universitätsmedizin Berlin haben in Zusammenarbeit mit Forschern des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel eine Genvariante auf Chromosom 11 identifiziert, die das Risiko für Neurodermitis erhöht. In einer großen klinischen Studie untersuchten sie das Erbgut von über 9 600 Teilnehmern aus Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik. „Mit unseren Ergebnissen werfen wir ein neues Licht auf die Entstehung der Krankheit“, sagt Prof. Young-Ae Lee (Charité / MDC). Mit den an der Studie beteiligten Wissenschaftlern hofft die Kinderärztin und Forscherin auf neue Ansatzpunkte für eine gezieltere Therapie dieser chronischen Hauterkrankung (Nature Genetics doi: 10.1038/ng.347)*.

Nr. 7/24. März 2009

Was den Stein ins Rollen bringt

 Dr. Stephan Mathas und Prof. Bernd Dörken vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben in enger Kooperation mit Professor Tom Misteli vom National Cancer Institute, Bethesda, USA, drei Krebsgene identifiziert, die an der Entstehung einer Krebserkrankung des lymphatischen Systems beteiligt sind. Zugleich gelang es ihnen damit, Licht in einen Prozess zu bringen, den die Forschung Translokation nennt und der ebenfalls eine wesentliche Rolle bei der Krebsentstehung spielt. Dabei verlagern sich Genbruchstücke von einem Chromosom auf ein anderes Chromosom und fusionieren, wenn sie nah genug beieinander liegen, zu einem neuen Gen. Dieses Fusionsgen kurbelt zusätzlich das Wachstum von Krebszellen an. (PNAS, Early Edition, 2009).

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Nr. 3/20. Januar 2009

Bundesforschungsministerin Annette Schavan übergibt MDC Forschungsgebäude mit medizinischem High-Tech

Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat auf dem Campus Berlin-Buch ein Gebäude mit einem der weltweit stärksten Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT), einem 7-Tesla-MRT, für die medizinische Forschung eingeweiht. Sie sagte: „Wir alle wünschen uns Gesundheit, ein Leben lang und zu tragbaren Kosten. Unser Ziel ist daher eine neue Qualität der Medizin: Wir brauchen frühere Diagnosen und wirksamere Therapien, die schonender für die Patienten sind. Deshalb setzen wir auf neue Verfahren, die uns noch genauere Einblicke in die Abläufe im Körper liefern. Ich bin mir sicher, dass die moderne Bildgebung hierzu einen entscheidenden Beitrag leisten wird.“

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