Nr. 40/16. Dezember 2010

Prof. Klaus Rajewsky kehrt aus den USA nach Deutschland zurück – Neue Aufgabe am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch

Der Immunologe Prof. Klaus Rajewsky kehrt nach zehnjähriger Forschungstätigkeit an der Universität Harvard in Boston, USA, nach Deutschland zurück und wird Ende 2011 eine Forschungsgruppe am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch aufbauen. Zunächst wird der 74-Jährige zwischen Boston und Berlin pendeln, bevor er Ende 2011 endgültig am MDC arbeiten wird. Der international renommierte Forscher ist damit der erste deutsche Wissenschaftler, der nach Überschreitung des Pensionsalters aus den USA nach Deutschland in die Forschung zurückkehrt. Prof. Rajewsky hatte 2001 ein Angebot der Harvard Universität angenommen, da er in Deutschland nach seiner Emeritierung im Alter von 65 Jahren nur eingeschränkt an der Universität Köln hätte weiterarbeiten können, was damals im In- und Ausland Aufsehen erregt hatte.

Nr. 39/8. Dezember 2010

MDC-Geburtstagssymposium: 100 Jahre Arnold Graffi und 110 Jahre Nikolaj V. Timoféeff-Ressovsky

Mit einem Symposium hat das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch den Krebsforscher Prof. Arnold Graffi zu seinem 100. Geburtstag und den Genetiker Nikolaj V. Timoféeff-Ressovsky zu seinem 110. Geburtstag geehrt. „Beide Forscher haben ihre wichtigsten Arbeiten in Berlin-Buch gemacht, der Krebsforscher Arnold Graffi in den Jahren 1948 – 1975, der Genetiker Timoféeff-Ressovsky in den Jahren 1925 – 1945“, erklärte MDC-Stiftungsvorstand Prof. Walter Rosenthal. Die Festrede zur „Geschichte der Tumorvirologie und von Arnold Graffi in Berlin-Buch“ hielt Nobelpreisträger Harald zur Hausen aus Heidelberg, die Festrede über Timoféeff-Ressovsky Prof. Manfred Rajewsky aus Essen.

Nr. 38/ 26. November 2010

Prof. Ulrike Stein mit Monika-Kutzner-Preis für Krebsforschung ausgezeichnet - Neues Metastasen-Gen für Dickdarmkrebs entdeckt

Für „herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Krebsforschung“ ist Prof. Dr. Ulrike Stein, Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften mit dem Preis der Monika-Kutzner-Stiftung zur Förderung der Krebsforschung in Potsdam ausgezeichnet worden. Sie entdeckte in Patienten mit Dickdarmkrebs ein Gen, das nicht nur das Krebswachstum, sondern auch die Metastasenbildung fördert. Der Preis ist mit 10.000 € dotiert und kann jährlich verliehen werden. Prof. Stein forscht am Experimental and Clinical Research Center (ECRC) von Charité und MDC in Berlin-Buch.

Nr. 37/22. November 2010

Dr. Oliver Daumke und Dr. Matthias Selbach sind EMBO Young Investigators

Zwei der insgesamt sieben in Deutschland von der Europäischen Organisation für Molekularbiologie (engl. Abk. EMBO) geförderten Nachwuchsforscher kommen aus dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch. Es sind der Biochemiker und Proteinkristallograph Dr. Oliver Daumke und der Zellbiologe und Proteomforscher Dr. Matthias Selbach. Von 137 Bewerbern wurden insgesamt 21 junge Wissenschaftler aus neun europäischen Ländern sowie Israel in das EMBO Young Investigators Programme aufgenommen. Sie erhalten jeder in den kommenden drei Jahren insgesamt 45 000 Euro, mit denen sie beim Aufbau einer eigenen, unabhängigen Forschungsgruppe unterstützt werden.

Nr. 36/22. November 2010

„Bayer Early Excellence in Science Award” für Dr. Oliver Daumke vom MDC - Neue Strategien gegen Krankheiten wie Krebs oder Grippe

 

Dem Biochemiker und Proteinkristallographen Dr. Oliver Daumke vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch ist der „Bayer Early Excellence in Science Award 2010“ für Biologie zuerkannt worden. Er erhält die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung für seine Beiträge zur Aufklärung von Struktur und Funktion sogenannter GTP-bindender (G-Proteine). G-Proteine spielen in zellulären Signalwegen und bei der Abwehr von Infektionen eine wichtige Rolle. Der Preis, mit dem die Bayer-Stiftung talentierte Nachwuchswissenschaftler in der frühen Phase ihrer akademischen Laufbahn auszeichnet, wird ihm sowie Prof. Nicolai Cramer (Lausanne, Schweiz) und Dr. Andreas Walther (Helsinki, Finnland), die ebenfalls je 10 000 Euro erhalten, im kommenden Frühjahr in Berlin verliehen.

 

Nr. 35/5. November 2010

MDC informiert Tierschützer über geplantes Tierlabor

Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch haben Vertreter der Akademie für Tierschutz in Neubiberg und des Tierschutzvereins für Berlin über ein geplantes neuartiges Tierlabor auf dem Campus Berlin-Buch informiert. Die Tierschützer hatten das MDC um diesen Termin gebeten, um sich über das so genannte „In-vivo-Pathophysiologie-Labor“ zu informieren. In diesem Labor sollen Tiere über einen langen Zeitraum beobachtet und mit wenig belastenden, nicht-invasiven Methoden, darunter bildgebenden Verfahren, untersucht werden. MDC-Stiftungsvorstand Prof. Walter Rosenthal wies in diesem Zusammenhang darauf hin, „dass mit diesem Labor die Zahl der gehaltenen Tiere nur geringfügig erhöht werde“. Zugleich betonte er, dass für die Erforschung der genetischen Ursachen von Krankheiten Tierversuche unverzichtbar sind.

Nr. 34/3. November 2010

Max-Delbrück-Medaille für Proteinforscherin Prof. Susan Lindquist

Die amerikanische Molekularbiologin Prof. Susan Lindquist vom Whitehead Institut für biomedizinische Forschung in Cambridge, Massachusetts, USA, ist in Berlin mit der Max-Delbrück-Medaille geehrt worden. Die Forscherin, die auch eine Professur am Massachusetts Institute of Technology (MIT) innehat, wird damit für ihre Forschungen über die Faltung von Proteinen ausgezeichnet.

Nr. 33/28. Oktober 2010

MDC-Vorstand begrüßt 1000ste Mitarbeiterin

Die Doktorandin Julia Haseleu ist die 1000ste Mitarbeiterin des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC). MDC-Stiftungsvorstand Prof. Walter Rosenthal und Cornelia Lanz, Administrativer Vorstand des MDC, begrüßten die junge Neurobiologin jetzt mit einem Blumenstrauß. Frau Haseleu hat kürzlich ihre Doktorarbeit am MDC in der Forschungsgruppe von Prof. Gary Lewin begonnen und ist in das Internationale Helmholtz-Doktorandenprogramm „Molecular Neurobiology“ (MolNeuro) eingeschrieben. Die Biologin, die an den Universitäten Marburg und Bonn studiert hat, stammt aus Blankenheim in der Eifel. Sie war im März dieses Jahres von insgesamt 350 Bewerbern für das Internationale Doktorandenprogramm des MDC in die Endrunde gekommen, von denen 22 als PhD-Studenten ausgewählt wurden. Am MDC arbeiten mit Gästen insgesamt 1 471 Menschen aus 58 Ländern der Erde. Davon sind 1 196 Forscher, unter ihnen 328 Doktoranden.

Nr. 32/28. Oktober 2010

Prof. Nikolaus Rajewsky zum EMBO-Mitglied gewählt

 

Der Systembiologe Prof. Nikolaus Rajewsky vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch ist von der Europäischen Organisation für Molekularbiologie (EMBO) zum Mitglied gewählt worden. Mit Prof. Rajewsky wurden damit laut EMBO in diesem Jahr insgesamt 63 Wissenschaftler, darunter 12 Wissenschaftlerinnen, aus elf europäischen Ländern sowie Japan, Taiwan und den USA zu Mitgliedern dieser Organisation gewählt. Sie zählen den Angaben zufolge mit den bisherigen rund 1 500 EMBO-Mitgliedern zu den renommiertesten Molekularbiologen weltweit.

Nr. 31/27. Oktober 2010

Neue Erkenntnisse über die Entwicklung von Epithelzellen

Neue Erkenntnisse über die Entwicklung von Epithelzellen und ihren Zusammenhalt haben Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und des Experimental and Clinical Research Centers (ECRC) von MDC und Charité in Berlin-Buch gewonnen. Dr. Max Werth, Katharina Walentin und Prof. Dr. Kai Schmidt-Ott identifizierten einen Transkriptionsfaktor (grainyhead-like 2, Grhl2), der die Entstehung und den Zusammenhalt von Epithelzellen steuert. Er tut dies, indem er bestimmt, wieviel von welchen Zellverbindungsmolekülen, die quasi als Brücken zwischen den Zellen fungieren, sich bilden. Die Autoren konnten zeigen, dass Grhl2 über die Bindung an die Erbsubstanz DNA die Herstellung zweier solcher Zellverbindungsmoleküle, E-cadherin und Claudin 4, direkt steuert. (Development 137, 3835-3845, 2010; doi:10.1242/dev.055483)*.

Nr. 30/22. Oktober 2010

Zwei Forscher von MDC und Charité erhalten Millionenförderung vom European Research Council

Der amerikanische Diabetesforscher Dr. Matthew Poy und der britische Neurowissenschaftler Dr. James Poulet, beide vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité – Universitätsmedizin Berlin, erhalten vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) in den kommenden fünf Jahren jeder Forschungsgelder in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro. Sie gehören damit zu den rund 427 Spitzenforschern, die der ERC aus 2873 Bewerbern zur Förderung in diesem Jahr ausgewählt hat.

 

Nr. 29/20. Oktober 2010

Wie Zellen auf DNA-Schaden reagieren: MDC-Forscher entschlüsseln dualen Signalweg für die Aktivierung des Überlebensfaktors NF-kappaB

Kommt es zur Schädigung des Erbguts (DNA), werden Reparaturenzyme und Genschalter aktiviert, die dann über das weitere Schicksal der betroffenen Zellen entscheiden. Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch haben jetzt gezeigt, wie der Genschalter NF-kappaB, der ein zelluläres Überlebensprogramm koordiniert, durch DNA Schäden aktiviert wird. Dr. Michael Hinz, Dr. Michael Stilmann und Prof. Dr. Claus Scheidereit beschreiben einen dualen Signalweg, der die Signalweiterleitung ermöglicht. NF-kappaB wird mit der Resistenz von Krebszellen gegen Strahlen- und Chemotherapie in Verbindung gebracht, die ihre Wirkung durch DNA-Schädigung entfalten (Molecular Cell, DOI 10.1016/j.molcel.2010.09.008)*.

Nr. 28/22. September 2010

Neue Erkenntnisse zur Multiplen Sklerose - Fehlgeleitete Immunzellen greifen auch Nervenzellen direkt an

Neue Erkenntnisse über die Multiple Sklerose (MS), eine schwere Erkrankung des Nervensystems, haben jetzt Forscher in Berlin und Mainz gewonnen. Mit Hilfe bildgebender Verfahren, mit denen es möglich ist, Prozesse im lebenden Organismus zu untersuchen, konnten Dr. Volker Siffrin und Prof. Frauke Zipp (bisher Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, MDC, Berlin-Buch, jetzt Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz) zeigen, dass fehlgeleitete Zellen des Immunsystems auch Nervenzellen direkt angreifen und schädigen und nicht nur die Isolierschicht um ihre Ausläufer (Axone). (Immunity, DOI 10.1016/j.immuni.2010.08.018)*.

 

 

Nr. 27/15. September 2010

Zwei Helmholtz-Nachwuchsgruppen für das MDC

Dr. Daniela Panákova (Harvard Medical School, Boston, USA) und Dr. Oliver Rocks (Mount Sinai Hospital, Toronto, Kanada) werden Helmholtz-Nachwuchsforschergruppenleiter am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Sie erhalten je insgesamt 1,25 Millionen Euro für fünf Jahre. Die Förderung stammt zur Hälfte aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft und vom MDC. Insgesamt fördert die Helmholtz-Gemeinschaft, zu der auch das MDC gehört, in der achten Ausschreibungsrunde 18 Nachwuchsforscher.

Nr. 26/10. September 2010

Heisenberg-Stipendium für MDC-Entwicklungsbiologen Dr. Salim Seyfried

Der Entwicklungsbiologe Dr. Salim Seyfried vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch hat jetzt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die kommenden fünf Jahre ein Heisenberg-Stipendium erhalten. Er wird damit in Zebrafischen die Rolle der Zellen der Herzinnenhaut (Endokard) für die frühe Entwicklung des Herzens erforschen. Defekte in diesen wenig erforschten endokardialen Zellen haben nach Aussage des Forschers eine „immense Bedeutung bei angeborenen Herzfehlern“.

Nr. 25/ 8. September 2010

Forscher entdecken Gennetzwerk, das Entstehung von Diabetes begünstigt

Diabetes mellitus Typ 1 ist eine derzeit noch unheilbare Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Patienten müssen deshalb ihr Leben lang Insulin spritzen. Im Rahmen einer internationalen Studie haben Forscher erstmals ein ganzes Netzwerk an Genen aufgedeckt, das an der Entstehung des insulinabhängigen Typs der Zuckerkrankheit beteiligt ist. Weiter identifizierten sie den Rezeptor, der dieses Netzwerk steuert. Federführend bei der Studie, die jetzt die Fachzeitschrift Nature* veröffentlicht hat, sind Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch sowie des Imperial College London.

Nr. 24/8. September 2010

Genvariante entscheidet darüber, ob Menschen einen zu hohen Cholesterinspiegel haben oder nicht – Neueste Erkenntnisse von Forschern in Dänemark und Deutschland

Weshalb haben manche Menschen einen zu hohen Cholesterinspiegel und erleiden einen Herzinfarkt, während andere offenbar geschützt sind? Forscher in Dänemark und Deutschland haben darauf jetzt eine Antwort gefunden: „schuld“ ist ein Gen. Es tritt in verschiedenen Varianten auf – eine Variante des Gens schützt, die andere nicht. Forscher um Prof. Anders Nykjaer von der Universität Aarhus, Dänemark sowie Prof. Thomas Willnow vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin konnten zeigen, dass das fragliche Gen bestimmt, wieviel Cholesterin die Leber ins Blut freisetzt (Cell Metabolism, doi: 10.1016/j.cmet.2010.08.006)*.

Nr. 23/6. August 2010

Mehr Schlagkraft gegen Krebs

MDC- und Charité-Forscher entwickeln Maus mit „hochwirksamem“ Bestandteil vom Immunsystem des Menschen

Wie kann das Immunsystem schlagkräftiger gegen Krebs gemacht werden? Dr. Liang-Ping Li und Prof. Thomas Blankenstein vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben in zehnjähriger Entwicklungsarbeit die Antennen bestimmter Immunzellen (T-Zellen), die T-Zell-Rezeptoren, so geschärft, dass sie Krebszellen künftig nicht mehr unerkannt links liegen lassen, sondern gezielt aufspüren. Das ist die Voraussetzung dafür, dass das Immunsystem die Krebszellen zerstören kann. Die Forscher entwickelten eine Maus mit einem ganzen Arsenal dieser T-Zell-Rezeptoren des Menschen (Nature Medicine, doi: 10.1038/nm.2197)*. Ziel ist, diese Rezeptoren künftig für eine gezielte Immuntherapie bei Patienten einzusetzen.

Nr. 22/6. Juli 2010

Neuronale Stammzellen greifen Glioblastome an

Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch haben jetzt gezeigt, wie hirneigene Stammzellen und Vorläuferzellen Glioblastome, in Schach halten. Sie zählen zu den häufigsten und bösartigsten Hirntumoren. Dr. Sridhar Reddy Chirasani, Prof. Helmut Kettenmann und Dr. Rainer Glass (alle MDC) und Dr. Michael Synowitz von der Charité – Universitätsmedizin Berlin, haben jetzt in der Zellkultur und in Mäusen zeigen können, wie dieser von ihnen vor einiger Zeit entdeckte körpereigene Schutzmechanismus funktioniert (Brain, July 6, 2010, doi:10.1093/brain/awq128)*.

Nr. 21/5. Juli 2010

Grundsteinlegung für neues Forschungsgebäude von MDC und Charité auf dem Campus Berlin-Buch

 

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und die Charité – Universitätsmedizin Berlin haben am 5. Juli 2010 auf dem Campus Berlin-Buch den Grundstein für das neue Laborgebäude des Experimental and Clinical Research Center (ECRC) gelegt. Mit dem Gebäude, das das MDC für rund 19 Millionen Euro errichtet, bauen MDC und Charité ihre Zusammenarbeit im Rahmen des Experimental and Clinical Research Center (ECRC) weiter aus. Es soll 2012 der Forschung übergeben werden. Ziel des ECRC, ist es, Erkenntnisse aus den Labors beschleunigt in die medizinische Anwendung zu bringen.

Nr. 20/11. Juni 2010

MDC als familienfreundliche Forschungseinrichtung ausgezeichnet

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch ist mit dem Zertifikat zum audit berufundfamilie für familienfreundliche Personalpolitik ausgezeichnet worden. Die Urkunde nahmen die MDC-Vorstände Prof. Walter Rosenthal und Cornelia Lanz am 11. Juni 2010 in Berlin von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und Peter Hintze, Parlamentarischer Staatsekretär im Bundeswirtschaftsministerium, entgegen. Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft dieser beiden Ministerien. Mit dem MDC erhielten rund 300 Unternehmen, Einrichtungen und Hochschulen dieses Zertifikat für ihre Bemühungen, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern.

Nr. 19/8. Juni 2010

Prof. Thoralf Niendorf und Team erhalten Helmholtzförderung zur Firmengründung

Der Physiker Prof. Thoralf Niendorf und sein Team vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch erhalten aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft, Bereich Helmholtz-Enterprise, 100.000 Euro zur Gründung einer Firma für neuartige Komponenten für die Magnetresonanztomographie (MRT). Insgesamt werden aus diesem Fonds in diesem Jahr vier Ausgründungen von Forschungseinrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft mit jeweils 100.000 Euro unterstützt, ein weiteres Vorhaben erhält eine Förderung von 25.000 Euro.

Nr. 18/19. Mai 2010

MDC-Forscher entwickeln „knock-out“-Ratten mit Hilfe springender Gene

Krankheiten des Menschen können Wissenschaftler jetzt auch mit „knock-out“-Ratten erforschen. Das war bisher nur mit entsprechenden Mäusen möglich. Dr. Zsuzsanna Izsvák und Dr. Zoltán Ivics vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch haben zusammen mit Dr. F. Kent Hamra von der Southwestern University in Dallas, Texas, USA, mit sogenannten springenden Genen (Transposons) eine alternative Methode entwickelt, mit der sie Gene, deren Funktion sie untersuchen wollen, in Ratten ausschalten (engl. to knock out) können. (Nature Methods, doi:10.1038/nmeth.1461)*.

Nr. 17/3. Mai 2010

„Junk“-DNA entpuppt sich als gefährlicher Krebstreiber - Forscher in Berlin und Leeds entdecken neuen Aktivierungsmechanismus von Krebsgenen

Forscher der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin sowie der Universität Leeds in Großbritannien haben einen neuen Mechanismus der Aktivierung von Krebsgenen und des Krebswachstums entdeckt. Beim Hodgkin-Lymphom, einem Lymphdrüsenkrebs, konnten sie erstmals für eine Tumorerkrankung des Menschen nachweisen, dass wiederholt auftretende Abschnitte im Genom, sogenannte LTRs, als gefährliche Krebstreiber agieren können. Dr. Stephan Mathas (Charité, MDC) und Prof. Constanze Bonifer (Universität Leeds) vermuten, dass aktivierte LTRs auch bei der Entstehung anderer Krebsarten eine wichtige Rolle spielen (Nature Medicine, doi 10.1038/nm.2129)*.

Nr. 16/30. April 2010

MDC- und FMP-Forscher klären grundlegenden Prozess für Proteinabbau auf - Störung führt zu schweren Krankheiten

 

Der Abbau von Eiweißen (Proteinen) in Zellen ist lebenswichtig. Ist er gestört, können schwere Erkrankungen die Folge sein. Jetzt hat die Forschergruppe von Prof. Thomas Jentsch (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, MDC, Berlin-Buch/Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie, FMP) einen dafür grundlegenden zellbiologischen Vorgang aufgeklärt. In gleich zwei Publikationen, die jetzt die amerikanische Fachzeitschrift Science veröffentlicht hat, konnten sie zeigen, dass der Proteinabbau in winzigen Zellorganellen entgegen gängiger Lehrmeinung nicht allein vom pH-Wert abhängt, sondern von der Anreicherung von Chloridionen in ihrem Innern (Science Express online DOI: 10.1126/science.1188070; DOI: 10.1126/science.1188072)*.

Nr. 15/29. April 2010

Ausstellung „EVA YEH In den Raum – Objekte aus Plexiglas“ im MDC.C eröffnet

Im Foyer des Max Delbrück Communications Center (MDC.C) auf dem Campus Berlin-Buch ist jetzt die Ausstellung „EVA YEH In den Raum – Objekte aus Plexiglas“ eröffnet worden. Noch bis zum 28. Mai zu sehen sind zehn geometrische Objekte aus unterschiedlich eingefärbtem Plexiglas. Die Laudatio hielt die Berliner Kunsthistorikern Bettina Güldner. Im Rahmen der Ausstellung würdigte MDC-Stiftungsvorstand Prof. Walter Rosenthal zugleich die Verdienste des Forschers und ehemaligen DDR-Bürgerrechtlers Prof. Jens Reich sowie von Prof. Nikolaus Rajewsky, Systembiologe am MDC.

Nr. 14/27. April 2010

Fesseln für unbekannte Grippeviren - Forscher aus Berlin und Freiburg lüften Geheimnis um Immunantwort

Bei einer Infektion mit neuen, dem Körper unbekannten Grippenviren kann das menschliche Immunsystem rasch einen angeborenen Schutzmechanismus gegen die Erreger aktivieren. Dabei spielt ein Protein, kurz Mx genannt, eine wichtige Rolle. Es hindert die Viren daran, sich ungehemmt zu vermehren. Wie, war jedoch bislang unverstanden. Jetzt haben Strukturbiologen vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und Virologen vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums Freiburg die Struktur des Mx-Proteins zum Teil entschlüsselt und damit klären können, wie das Mx-Protein seine antivirale Wirkung entfaltet (Nature, doi: 10.1038/nature08972)*.

Nr. 13/15. April 2010

Substanz EGCG in grünem Tee macht giftige Plaques bei Alzheimer unschädlich

Die Substanz EGCG (Epigallocatechin-3-gallate) in grünem Tee kann giftige Eiweißablagerungen, wie sie zum Beispiel bei der Alzheimerschen Erkrankung auftreten, unschädlich machen. Die Substanz bindet zunächst an die faserigen Eiweißablagerungen und wandelt sie in ungiftige und damit für die Nervenzellen harmlose, kugelige Eiweißaggregate um. Diese können dann von den Nervenzellen abgebaut werden. Das haben Forscher aus der Nachwuchsgruppe von Dr. Jan Bieschke und der Forschungsgruppe von Prof. Erich Wanker des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch in Versuchen im Reagenzglas und in Zellkulturen festgestellt ( PNAS, doi: 10.1073/pnas.0910723107)*.

Nr. 12/29. März 2010

Spatenstich für neues Forschungsgebäude des Experimental and Clinical Research Center - Zusammenarbeit von MDC und Charité wird intensiviert

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und die Charité – Universitätsmedizin Berlin wollen ihre Zusammenarbeit im Rahmen des Experimental and Clinical Research Center (ECRC) weiter ausbauen. Für rund 19 Millionen Euro errichtet das MDC als Teil des ECRC auf dem Campus Berlin-Buch ein Gebäude für experimentelle Forschung. Am 29. März 2010 erfolgte der Spatenstich für den Bau, der in zwei Jahren, 2012, der Forschung übergeben werden soll. Ziel des ECRC, einer gemeinsamen Einrichtung des MDC und der Charité, ist es, die Nutzung molekularbiologischer Erkenntnisse in der medizinischen Anwendung zu beschleunigen.

Nr. 11/23. März 2010

Analytica Forschungspreis für Dr. Matthias Selbach vom MDC - Neue Methode zur Messung der Produktion tausender Proteine entwickelt

 

Der Biologe Dr. Matthias Selbach vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch ist in München mit dem Analytica Forschungspreis 2010 ausgezeichnet worden. Dr. Selbach erhielt den mit 25 000 Euro dotierten Preis „für seine Arbeiten über den Einfluß von microRNAs auf die Proteinproduktion von Krebszellen“. Die Auszeichnung wurde dem Forscher auf der Messe „Analytica 2010“ in München am 23. März 2010 überreicht. Den Preis vergibt die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie e. V (GBM), das Preisgeld stiftet das Gesundheitsunternehmen Roche.

Nr. 10/16. März 2010

Zwei auf einen Streich – wie Zellen sich vor Krebs schützen

Neue Erkenntnisse von MDC und Charité-Forschern

 

Zellen haben zwei verschiedene Schutzprogramme, die sie davor bewahren, bei Stress außer Kontrolle zu geraten, sich ungebremst zu teilen und Krebs zu entwickeln. Bisher ging die Forschung davon aus, dass sich diese Sicherungssysteme unabhängig und getrennt voneinander anschalten. Jetzt haben Krebsforscher des Max-Delbrück-Centrums (MDC) Berlin-Buch und der Charité – Universitätsmedizin Berlin erstmals bei Lymphdrüsenkrebs (Lymphom) im Tiermodell gezeigt, dass beide Schutzprogramme durch ein Wechselspiel mit normalen Abwehrzellen zur Verhinderung von Tumoren zusammenarbeiten. Die Erkenntnisse von Dr. Maurice Reimann und seinen Kollegen aus der Forschungsgruppe von Prof. Clemens Schmitt könnten grundlegende Bedeutung für die Krebsbekämpfung haben (Cancer Cell, Vol. 17, Issue 3, 16 March 2010, pp. 262-272; DOI 10.1016/j.ccr.2009.12.043)*.

Nr. 9/18. Februar 2010

MDC-Forscher dem Geheimnis der Berührung auf der Spur - Winziges Proteinfilament steuert Öffnung und Schließung von Ionenkanälen

 

Der Tastsinn befähigt den Menschen über die Haut selbst leichteste Berührungen und Vibrationsreize wahrzunehmen. Dabei spielen mechanosensitive Ionenkanäle eine entscheidende Rolle. Ionenkanäle sind Proteine, die die Zellmembran von innen nach aussen durchspannen und durch die Ionen aus der Zelle heraus oder in die Zelle hinein gelangen können, sobald der Ionenkanal geöffnet ist. Dr. Jing Hu und Prof. Gary Lewin vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch haben jetzt entdeckt, dass ein Proteinfilament für die Öffnung und  Schließung spezieller mechanosensitiver Ionenkanäle unerläßlich ist (EMBO Journal,Vol. 29, No. 4, pp 855-867; doi: 10.1038/emboj.2009.398)*.

Nr. 8/8. Februar 2010

MDC-Forscher entwickeln neues Instrument zur Erforschung von Ionenkanälen - Gifte der Kegelschnecke und Trichterspinne helfen dabei

Mit Giften (Toxinen) von Kegelschnecken sowie der australischen Trichterspinne erforschen Sebastian Auer, Annika S. Stürzebecher und Dr. Inés Ibañez-Tallon vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch die Funktion von Ionenkanälen in Nervenzellen. Ionenkanäle in der Zellmembran ermöglichen die Kommunikation von Zellen mit ihrer Umgebung und sind daher lebenswichtig. Die Forscher entwickelten ein System, mit dem es erstmals möglich ist, gezielt und langandauernd die Funktion einzelner Ionenkanäle von Säugetieren zu untersuchen und mit Toxinen zu blockieren. In transgenen Mäusen gelang es ihnen, durch ein in den Organismus eingebrachtes Toxin-Gen chronische Schmerzen zu blockieren (Nature Method, doi:10.1038/NMETH.1425)*.

Nr. 7/4. Februar 2010

Dem genetisch bedingten Schlaganfall auf der Spur

Forscher in Frankreich und Deutschland haben ein Mausmodell entwickelt, das es ihnen jetzt ermöglicht, die genauen Entstehungsmechanismen einer genetisch bedingten Form des Schlaganfalls und der Demenz des Menschen zu erforschen. Die Erkrankung, kurz CADASIL* genannt, geht zurück auf Veränderungen (Mutationen) in dem Gen Notch3, das auf dem kurzen Arm des Chromosoms 9 liegt. Sie gehört zu den häufigsten genetisch verursachten Hirninfarkten. Betroffen sind meist Menschen in mittleren Jahren. Forscher um Dr. Anne Joutel (Université Paris 7, Frankreich) und Prof. Norbert Hübner (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, MDC, Berlin-Buch) haben das Mausmodell mit Hilfe eines künstlichen Chromosoms entwickelt. Sie konnten damit bereits zeigen, dass die Mutationen wie vermutet, tatsächlich zu einer Verengung und Blockade kleiner Blutgefäße führen, deren Folge ein Schlaganfall sowie eine Verringerung der geistigen Leistungen sind (Journal of Clinical Investigation, Vol. 120, No. 2., Februar 2010, pp. 433-445)**.

Nr. 6/29. Januar 2010

Neuer Forschungsbericht des Max-Delbrück-Centrums erschienen - Prof. Rosenthal: „Rasante Technologieentwicklung - Chance und Herausforderung für die Forschung“

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch hat jetzt seinen neuen Forschungsbericht veröffentlicht. In dem 284 Seiten starken Buch geben die 54 Forschungsgruppen des MDC einen Überblick über ihre Arbeit in den Jahren 2008 – 2009. Forschungsschwerpunkte des MDC sind Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, Krebs und Erkrankungen des Nervensystems. Doch sind die Forschungen des MDC, wie MDC-Stiftungsvorstand Prof. Walter Rosenthal im Vorwort betont, „nicht auf einzelne Organe oder Krankheiten beschränkt“. Molekulare Forschung ist fast immer „grenzüberschreitend“. Dies wird durch neue Forschungsansätze wie etwa der Systembiologie, die biologische Vorgänge im Gesamtzusammenhang in Zellen, Geweben und Organismen erforscht, besonders deutlich.

Nr. 5/29. Januar 2010

Genregulation

Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch haben für die Funktionsweise eines bestimmten Genschalters, des Transkriptionsfaktors C/EBPb, einen neuen Mechanismus entdeckt, der darüber entscheidet, welches seiner Zielgene im Genom aktiviert wird und welche stumm bleiben. Die Ergebnisse von Dr. Elisabeth Kowenz-Leutz, Dr. Ole Pless, Dr. Gunnar Dittmar, Maria Knoblich und Professor Achim Leutz tragen zum grundlegenden Verständnis der Genregulation bei und liefern Ansatzpunkte für die Entwicklung medizinischer Wirkstoffe (EMBO Journal, doi:10.1038/emboj.2010.3)*

Nr. 4/21. Januar 2010

Berliner Wissenschaftspreis für Prof. Nikolaus Rajewsky vom MDC

Der Systembiologe Prof. Nikolaus Rajewsky vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch hat den Wissenschaftspreis des Regierenden Bürgermeisters von Berlin erhalten. Berlin würdigt damit seine „hervorragenden Forschungsleistungen, die in ihrer Umsetzung zu Problemlösungen in Wissenschaft und Gesellschaft beitragen“. Der Preis ist mit 40 000 Euro dotiert und geht an das MDC, in dem die Leistung erbracht wurde. Den Nachwuchspreis erhielt Dr. Vera Beyer, Freie Universität Berlin. Beide Auszeichnungen wurden im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Wissenschaftsjahres 2010 im Konzerthaus in Berlin überreicht. Laudatoren waren Prof. Günter Stock, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, für den Hauptpreis und Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, für den Nachwuchspreis.

Nr. 3/19. Januar 2010

„Dornröschen“ ist Molekül des Jahres

Das springende Gen (Transposon) „Dornröschen“ ist Molekül des Jahres 2009. Das gab der Präsident der International Society for Molecular and Cell Biology and Biotechnology Protocols and Researches (ISMCBBPR), Prof. Isidro T. Savillo, jetzt bekannt. Das Transposon haben Dr. Zsuzsanna Izsvák, Dr. Zoltán Ivics und Dr. Lajos Mátés vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch zusammen mit Wissenschaftlern der Katholischen Universität Leuven, Belgien, entwickelt. Eine internationale Jury hatte es aus 15 Molekülen ausgewählt, weil es „sehr vielversprechend für den Einsatz in der Gentherapie“ sei. Es könne Gene sogar in Stammzellen und Vorläuferzellen einschleusen und stabil in deren Erbanlagen einbauen und sei sicherer als virale Genträger. Damit hat erstmals ein Labor außerhalb der USA diese Auszeichnung erhalten.

Nr. 2/6. Januar 2010

Neue Erkenntnisse über Kontrolle der zellulären Proteinproduktion

Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch haben neue Erkenntnisse über die Kontrolle der zellulären Proteinproduktion gewonnen. Mit Hilfe gentechnisch veränderter Mäuse konnten sie jetzt erstmals nachweisen, dass ein evolutionär konservierter Regulationsmechanismus der Proteinproduktion auch in hoch entwickelten Säugetieren von großer Bedeutung ist. Die grundlegenden Ergebnisse von Dr. Klaus Wethmar, Prof. Achim Leutz und Mitarbeitern könnten helfen, neue Therapien und Medikamente gegen Erkrankungen wie beispielsweise Krebs zu entwickeln. (Genes & Development, doi: 10.1101/gad.557910).*

Nr. 1/6. Januar 2010

Abgedichtet

Mit Flüssigkeit gefüllte Hirnkammern fangen wie Stoßdämpfer Erschütterungen oder Stöße ab und schützen das Gehirn vor Schaden. Forscher des Max-Delbrück-Centrums (MDC) und des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin-Buch konnten jetzt bei Zebrafischen zeigen, auf welche Weise sich diese Hirnventrikel bereits vor der Anlage der Blut-Hirn-Schranke bilden. Ein Protein (Claudin5a) ist dabei entscheidend. Es bildet eine Barriere zwischen dem Nervenzellgewebe und den Kammern. Fehlt es, können sich die Kammern nicht ausdehnen und die Formgestaltung des Gehirns der Tiere ist gestört. Diese Erkenntnisse könnten nach Ansicht der Forscher für Tests zur Durchlässigkeit von Medikamenten ins Gehirn genutzt werden. (PNAS, doi:10.1073/pnas.0911996107)*.