Wir forschen an den Ursachen von Krankheiten

Medizinische Forschung hat das Leben von Millionen Menschen gerettet und Leiden vermindert. Aber für die meisten Krankheiten des Menschen gibt es lediglich Behandlungen, die die Symptome mildern, ohne die Ursachen zu beheben. Mit der Grundlagenforschung am MDC wollen wir helfen, das zu ändern: Wir untersuchen die Ursachen von Krankheiten, um diese besser erkennen und behandeln zu können und um ihnen besser vorzubeugen. Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft werden wir auf absehbare Zeit in der biomedizinischen Forschung nicht ohne Tierversuche auskommen.

Alternative Methoden

Ein großer Teil der biomedizinischen Forschung ist nicht auf Tierexperimente angewiesen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten mit einzelnen Molekülen oder Proteinen, mit Zell- und Gewebekulturen oder mit Computermodellen. Auch Studien mit Zellmaterial von Menschen und epidemiologische Untersuchungen liefern wertvolle Ergebnisse. Viele Gruppen am MDC arbeiten ausschließlich mit solchen „alternativen“ oder tierfreien Methoden, viele Gruppen machen beides. Dennoch können wir nicht vollständig auf Versuche an und mit Tieren verzichten.

Tierversuche sind unverzichtbar

Tierversuche sind integraler Bestandteil der biomedizinischen Forschung. Nur so können Forscherinnen und Forscher beispielsweise den Einfluss von Genen oder eines neuen Wirkstoffes auf die Funktionen komplexer Organsysteme wie dem Herz-Kreislaufsystem oder dem Nervensystem aufklären.

Wenn wir die Funktion des menschlichen Organismus detailliert aufklären wollen oder auch nur verstehen möchten, was bei einer Krankheit im Körper vorgeht, müssen wir den ganzen lebenden Körper untersuchen. Denn um Krankheiten zu verstehen und zu behandeln, muss man die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Zelltypen und verschiedenen Organen berücksichtigen. Kein noch so ausgefeiltes Experiment im Reagenzglas kann Alzheimer simulieren, und auch die besten Computersimulationen müssen an Organismen validiert werden.

Die biomedizinische Forschung am MDC untersucht eine Vielzahl von unterschiedlichen Fragestellungen. Nach der spezifischen Frage richtet sich, welche Methoden zum Einsatz kommen oder welche Organismen studiert werden: Am MDC arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hauptsächlich mit Nagern, wie Mäusen und Ratten, aber auch mit Zebrafischen und Fröschen sowie anderen Organismen wie Fruchtfliegen oder Platt- und Fadenwürmer. Mehr dazu unter Zahlen und Fakten.

Genetisch veränderte Tiere

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich ein wichtiger Zweig der Forschung etabliert, der mit genetisch veränderten Tieren arbeitet. Mäuse und Ratten lassen sich ebenso wie Zebrafische leicht gentechnisch verändern – ein Teil der verwendeten Tiere am MDC hat daher gentechnisch verändertes Erbgut mit zusätzlichen oder stillgelegten Genen.

Solche transgenen Tiere können als Modelle für eine Vielzahl von Krankheiten genutzt werden. Das heißt, sie werden eingesetzt, um die Frage zu klären, welche Rolle bestimmte Gene in der Biologie oder bei einer Krankheit spielen. Tritt beispielsweise bei Mäusen, bei denen ein bestimmtes Gen stillgelegt wurde, Diabetes oder Bluthochdruck auf, weist dies darauf hin, dass das betreffende Gen bei der Krankheit eine Rolle spielt. Mit Hilfe dieser Mäuse können Krankheitsursachen und Verläufe auf molekularer Ebene untersucht und verstanden werden. Sie können ebenfalls dazu beitragen, neue Medikamente zu entwickeln.