Tierschutz am MDC

Niemand am MDC tötet gerne Tiere oder tut ihnen gerne weh. Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber den Tieren sehr wohl bewusst und nehmen das deutsche Tierschutzgesetz, übrigens eines der strengsten weltweit, sehr ernst.

Video von "Tierversuche verstehen"

Die 3-R-Regel

Gute Wissenschaft und gute Tierhaltung gehen Hand in Hand: Wenn Tiere leiden oder gestresst sind, werden unter Umständen Ergebnisse verfälscht. So geht beispielsweise Stress mit einer erhöhten Ausschüttung bestimmter Hormone einher und wirkt sich auf den Blutdruck und den Stoffwechsel der Tiere aus.

Aus all diesen Gründen leitet sich die „3-R-Regel“ ab. Sie steht für “reduce, refine, replace” – zu Deutsch: reduzieren, verbessern, ersetzen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind stets bemüht, aus möglichst wenigen Experimenten das Maximum an Erkenntnis zu gewinnen (reduce & refine), das Leiden von Tieren auf ein Minimum zu beschränken (refine) oder die gesuchten Erkenntnisse ohne Tierexperimente zu gewinnen (replace). Viele Forschende am MDC arbeiten an der Verbesserung von Methoden und Technologien. Dazu gehören zum Beispiel die so genannten omics-Methoden (Genomics, Proteomics, Metabolomics), mit deren Hilfe wir eine enorme Menge an Daten aus wenigen Experimenten gewinnen (reduction/refinement), oder bildgebende Verfahren wie Ultraschall- und Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT), die nicht-invasiv und daher schonend sind (refinement). Am IPL, dem neuen Tierhaus des MDC, das zurzeit gebaut wird, erweitern wir unsere Infrastruktur für bildgebende, nicht-invasive Verfahren.

Rechtlicher Rahmen

Deutschland hat eines der strengsten Tierschutzgesetze weltweit. Seit 2002 nimmt der Tierschutz sogar Verfassungsrang ein. Selbstverständlich halten wir uns an die Gesetze und die ethischen Standards.

Die zuständige Behörde in Berlin ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo). Ihre Entscheidungen werden von einer Tierversuchskommission unterstützt. In dieser Kommission sitzen ständig Vertreterinnen und Vertreter von Tierschutzorganisationen (ein Drittel der Mitglieder), Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie eine mit ethischen Fragen beauftragte Person.

Jeder Versuch muss begründet, exakt beschrieben und dann von der Tierschutzbehörde genehmigt werden. Der erwartete wissenschaftliche und medizinische Nutzen jedes Tierversuchs muss gegen die Belastung der Versuchstiere abgewogen werden. Es ist überdies Standard, dass vor jedem Versuch eine umfangreiche Literaturrecherche stattfindet, die klärt, ob dieser Versuch nicht woanders bereits durchgeführt wurde und mithin verzichtbar wäre. Kurz gesagt: Die 3-R-Regel muss befolgt werden. Während der Versuche überwachen Tierschutzbeauftragte des MDC – derzeit sind es fünf, eine davon hauptamtlich – die Einhaltung der Standards und stehen den Wissenschaftlern beratend zur Seite. Die zuständige Behörde kann jederzeit die Einhaltung der Standards prüfen. Die Versuche werden protokolliert und die Anzahl der verwendeten Tiere wird dem LaGeSo jährlich gemeldet.

Das MDC unterstützt die Europäische Direktive zum Schutz von Labortieren

Im November 2010 trat die Europäische Direktive 2010/63/EU zum Schutz von Tieren, die für wissenschaftliche Zwecke eingesetzt werden, in Kraft. Das MDC unterstützt diese Direktive, denn sie verbessert Standards zum Schutz des Tierwohls europaweit und verpflichtet die Forschenden, Tierversuche so weit wie möglich durch andere Methoden zu ersetzen, die Zahl der Versuchstiere zu reduzieren und die Versuche zu verfeinern. „Verfeinern“ meint zum Beispiel, Methoden zu wählen, die weniger belastend für das Tier sind und damit das Leiden verringern. Die Direktive legt Mindeststandards für Haltung und Pflege von Versuchstieren fest, verlangt regelmäßige Inspektionen und verpflichtet dazu, allgemeinverständliche Versuchsbeschreibungen zu veröffentlichen.

Im März 2015 veröffentlichte das MDC gemeinsam mit zahlreichen europäischen Forschungseinrichtungen einen Aufruf, die Direktive zu unterstützen. Das Statement finden Sie unter folgendem Link: Erklärung zur Unterstützung der Direktive 2010/63/10.