Nr. 22/28. Juni 2012

Staatspräsident von Singapur im Max-Delbrück-Centrum


Besuch des Staatspräsidenten von Singapur1

Der Präsident der Republik von Singapur, Dr. Tony Tan Keng Yam (r.) bei seinem Besuch im Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch am Donnerstag, den 28. Juni 2012 mit Prof. Walter Rosenthal, Wissenschaftlicher Vorstand und Stiftungsvorstand des MDC (l.) Mit dabei der Parlamentsabgeordnete Vikraim Nair, die Staatsministerin im Gesundheitsministerium von Singapur, Frau Dr. Amy Khor, und die Parlamentsabgeordnete Foo Mee Har (v. l.).

Besuch des Staatspräsidenten von Singapur2

Der Präsident der Republik von Singapur, Dr. Tony Tan Keng Yam (Mitte) im Elektrophysiologielabor von Prof. Thomas Jentsch (l.), Forschungsgruppenleiter am MDC und am Leibniz Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und Jonas Münch (r.). (Photo: David Ausserhofer/Copyright: MDC)

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Der Präsident der Republik von Singapur, Dr. Tony Tan Keng Yam (r.) trägt sich bei seinem Besuch im Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch am Donnerstag, den 28. Juni 2012, ins Gästebuch ein. Es schauen zu: Prof. Thomas Jentsch, Forschungsgruppenleiter am MDC und am Leibniz Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP), Cornelia Lanz, Administrativer Vorstand des MDC, Prof. Walter Rosenthal, Wissenschaftlicher Vorstand und Stiftungsvorstand des MDC. (Photo: David Ausserhofer/Copyright: MDC)

Der Staatspräsident der Republik Singapur, Dr. Tony Tan Keng Yam, hat am Donnerstag, den 28. Juni 2012, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch auf dem Campus Berlin-Buch besucht. Das MDC, das in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, zählt zu den weltweit besten Forschungseinrichtungen. Dr. Tan weilt auf Einladung von Bundespräsident Joachim Gauck zu einem offiziellen Besuch in Deutschland. Er wird begleitet von der Staatsministerin im Gesundheitsministerium, Frau Dr. Amy Khor, dem Botschafter der Republik Singapur in Deutschland, Herrn Jacky Foo und zwei Parlamentsabgeordneten, Frau Foo Mee Har und Herrn Vikraim Nair.

Dr. Tan, der selbst Physiker und Mathematiker ist und bevor er in die Politik ging, als Hochschullehrer tätig war, informierte sich im MDC über die Verbindung von Grundlagenforschung, Klinik und Biotechnologie. Prof. Walter Rosenthal, Wissenschaftlicher Vorstand und Stiftungsvorstand des MDC, wies in seiner Einführung darauf hin, dass das MDC in der Gesundheitsstadt Berlin-Buch angesiedelt ist, in der fast 2 000 Menschen in der Forschung arbeiten, über 3 000 in der Klinik und nahezu 800 in Biotechnologie-Firmen. In den 20 Jahren seines Bestehens habe sich das MDC einen exzellenten Ruf erarbeitet. „Laut Thomson Reuters steht das MDC auf Platz 14 der weltweit 20 besten Forschungsinstitute für Molekularbiologie und Genetik“, sagte er. Erst kürzlich habe das MDC außerdem für seine Forschung von einer internationalen Gruppe von Gutachtern die Bestnote „outstanding“ erhalten.

 

„Für das MDC ist die Zusammenarbeit mit Kliniken, vor allem mit der Charité – Universitätsmedizin essentiell“, betonte Prof. Rosenthal und erwähnte die geplante noch engere institutionelle Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen. Gemeinsam mit der Charité betreibt das MDC auf dem Campus Berlin-Buch das Experimental and Clinical Research Center (ECRC), in dem bereits jetzt Grundlagenforscher und Kliniker in Projekten eng zusammen.

 

Besuch im Labor von Prof. Thomas Jentsch von MDC und FMP

Dr. Tan besuchte in Berlin-Buch auch das Labor des Mediziners und Physikers Prof. Thomas Jentsch (MDC/Leibniz Institut für Molekulare Pharmakologie, FMP). Der Leibniz-Preisträger forscht über Ionenkanäle und ihre Rolle bei der Entstehung von neurodegenerativen Krankheiten, Hörverlust, Knochen- und Nierenkrankheiten. So fand er unter anderem in Zusammenarbeit mit Prof. Gary Lewin vom MDC und Klinikern in Spanien und den Niederlanden heraus, dass Menschen mit einer bestimmten Form der erblichen Schwerhörigkeit mit ihren Fingern empfindlicher für Vibrationen sind und sie deutlicher wahrnehmen als andere Menschen.

 

Prof. Jentsch und seine Mitarbeiter haben ein neues Forschungsfeld im Bereich des Ionentransports eröffnet. In dem elektrischen Organ des Zitterrochens hatten sie das Gen für einen spannungsabhängigen Chloridkanal identifiziert und isoliert. Inzwischen sind knapp ein Dutzend verschiedene Gene für verwandte Chloridkanäle auch bei Säugetieren und dem Menschen bekannt. Sie haben unterschiedliche Funktionen in den verschiedenen Geweben und Zellen. In Zusammenarbeit mit Humangenetikern konnte Prof. Jentsch zeigen, dass eine Mutation in solch einem Chloridkanal die Ursache für mehrere erbliche Formen der Muskelsteifheit (Myotonia congenita) ist. Weiter entdeckte er, dass Defekte in drei anderen Chloridkanälen zu massivem Salzverlust, oder zu Nierensteinen, oder zu krankhafter Verkalkung von Knochen und Neurodegeneration führen und dass Mutationen in bestimmten Kaliumkanälen die Ursache für eine Form der Neugeborenen-Epilepsie sowie einer dominant vererbten fortschreitenden Taubheitsform sind.

 

MDC und FMP

Das MDC wurde im Januar 1992 gegründet. Es ist aus drei Instituten der Akademie der Wissenschaften der DDR hervorgegangen. Schwerpunkte der Forschung am MDC sind Herz-Kreislauf-Forschung und Stoffwechselerkrankungen, Krebs sowie Erkrankungen des Nervensystems. Es ist eine von 18 Forschungseinrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Forschungseinrichtung in Deutschland, und wird zu 90 Prozent vom Bund und zu zehn Prozent vom Land Berlin finanziert.

 

Das FMP wurde ebenfalls 1992 gegründet. Es ist Nachfolger des Instituts für Wirkstoffforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin-Friedrichsfelde. 2000 zog das FMP in einen Neubau auf den Campus Berlin-Buch. Schwerpunkt der Forschung sind die Proteine, die Bau- und Betriebsstoffe des Lebens. Das FMP gehört zur Leibniz-Gemeinschaft und wird jeweils zu 50 Prozent vom Bund und vom Land Berlin finanziert.

 

Kontakt:

Barbara Bachtler
Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch

in der Helmholtz-Gemeinschaft
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin

Tel.: +49 (0) 30 94 06 - 38 96
Fax:  +49 (0) 30 94 06 - 38 33

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