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Wissenschaft und Kunst

"Der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Berliner Wissenschaftler Max Delbrück, hat in seiner Person wissenschaftliches und künstlerisches Denken in exemplarischer Weise vereint.

Entscheidend ist die Erkenntnis, daß es mit dem Verfügungswissen, das uns die Naturwissenschaften in zunehmendem Maße bereitstellen, alleine nicht mehr getan ist. Ihm muß ein entsprechendes Orientierungswissen an die Seite treten, wobei dieses Ziel nur im interdisziplinären Gespräch erreicht werden kann, das die geisteswissenschaftlichen und künstlerischen Bemühungen mit einschließt.

Wir sind der festen Überzeugung, daß der schwer faßbare Prozeß, in dem unsere Erkenntnisse über uns und die Natur fortschreiten, sowohl auf die materiell-rationalen als auch auf die emotionalen und anschaulichen Ressourcen angewiesen ist.

Die fruchtbare Verbindung von Wissenschaft und Künsten kann im Fortschreiten gerade des Forschungsfeldes der Molekularmedizin, bei der es sich um denselben Vorgang wie bei den Künsten handelt, nämlich das Unsichtbare sichtbar zu machen - die nicht sichtbare Realität mit Modellen und Symbolen zu erfassen - nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Das kulturelle Ambiente hat für uns nicht nur den Aspekt des ästhetischen Erlebens, sondern ist zugleich und vor allem Anspruch auf ernsthafte Auseinandersetzung, "Recreation des Gemüts" (J.S. Bach), aber auch Inspiration und Instrument der Erkenntnis.

Im Zuge der Entwicklung des Forschungscampus Berlin-Buch, auch in seiner äußeren Gestalt - dem Abriss alter Baracken, den Neubauten und der Neugestaltung der Gesamtanlage - spielt die bildende Kunst eine wichtige Rolle.

Wissenschaft und Kunst stellen aneinander Ansprüche, helfen sich gegenseitig bei der Entwicklung neuer Perspektiven und Methoden."

Detlev Ganten, 2000