Nr. 49/ 23. Dezember 2015

Wie die DNA Distanzen überbrückt: Ein neues Verständnis der räumlichen Organisation unseres Erbguts

Vor nunmehr 15 Jahren wurde die Entzifferung des menschlichen Genoms gefeiert. Damals hatten die Wissenschaftler die Abfolge der genetischen Buchstaben auf der gesamten DNA bestimmt. Mittlerweile ist bekannt, dass dies nur ein erster Schritt auf einer langen Reise war: Außer in ihrer Buchstabenfolge verschlüsselt die DNA ihre Information auch in der Art und Weise, wie sie im Zellkern gepackt ist. Ein Forscherteam unter Leitung von Ana Pombo vom Max-Delbrück-Centrum hat jetzt gemeinsam mit internationalen Kollegen aus Italien, Kanada und Großbritannien umfassende 3D-Karten der räumlichen Organisation des Erbguts von embryonalen Stammzellen der Maus bis hin zu voll entwickelten Neuronen erstellt und im Fachmagazin Molecular Systems Biology veröffentlicht. Diese Karten könnten künftig dabei helfen, die an Erbkrankheiten beteiligten Gene aufzuspüren.

Nr. 48/ 21. Dezember 2015

Erfolg für den Technologietransfer am MDC: Neues Medikament gegen Blutgerinnungsstörungen zugelassen

Das Medikament „VONVENDI [von Willebrand factor (Recombinant)]“ von Baxalta Incorporated, einem globalen biopharmazeutischen Unternehmen, das aus Baxter International hervorgegangen ist, wurde kürzlich von der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA (U.S. Food and Drug Administration) zugelassen. Es ist der erste und bislang einzige rekombinante Wirkstoff zur Behandlung der von-Willebrand-Krankheit und bietet den Betroffenen zum ersten Mal seit mehr als 10 Jahren eine neue therapeutische Option.

Nr. 47 / 17. Dezember 2015

Dem Ribosom bei der Arbeit zuschauen

Ein neues statistisches Verfahren könnte dabei helfen, die Funktion von bisher unbekannten Genen aufzuklären. Forscherinnen und Forscher um Uwe Ohler vom Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) haben eine Filtermethode aus der Sprachsignalverarbeitung adaptiert und getestet, die Sequenzierdaten besser interpretierbar macht. Erstautor der Studie in Nature Methods ist Lorenzo Calviello. „Wir können mit der Methode dem Ribosom bei der Arbeit zuschauen“, sagt Arbeitsgruppenleiter Uwe Ohler.

Nr. 46/15.Dezember 2015

Medikament gegen aggressive Form der Leukämie erhält europäische Zulassung

Das Medikament Blincyto (Wirkstoff: Blinatumomab) hat jetzt die Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur erhalten. Der Wirkstoff gegen eine sehr aggressive Form von Blutkrebs basiert auf Arbeiten, die vor mehr als zehn Jahren am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) durchgeführt wurden.

 

Nr. 45/14.Dezember 2015

Plötzlicher Herztod: Studie zu besserer Risikoeinschätzung

Eine der häufigsten Ursache für einen plötzlichen Herztod bei jungen Menschen ist eine genetisch bedingte Erkrankung, die so genannte hypertrophe Kardiomyopathie (HCM). Wie hoch das Risiko der Patienten für einen plötzlichen Herztod ist, ist mit heutigen Methoden nur schwer einzuschätzen. Die National Institutes of Health (NIH) haben eine großangelegte internationale Studie initiiert, die die Risikoeinschätzung deutlich verbessern soll. Die Hochschulambulanz für Kardiologie am Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin übernimmt die Leitung für die klinische Prüfung der beteiligten Forschungseinrichtungen mit MRT-Expertise in Deutschland.

Nr. 44/ 2. Dezember 2015

Tausendster MRT-Studienteilnehmer an NAKO in Berlin-Buch

In dem zum NAKO-Studienzentrum Berlin-Nord gehörenden Magnetresonanz-Tomographen (MRT) hat jetzt der tausendste Studienteilnehmer die einstündige Untersuchung absolviert. Es ist Michael Cygan aus Berlin. Das teilte Prof. Thoralf Niendorf, Leiter der Berlin Ultrahigh Field Facility am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft mit. Das Studienzentrum Berlin-Nord auf dem Campus Berlin-Buch ist eines von bundesweit insgesamt 18 Studienzentren, die in die NAKO, der größten Bevölkerungsstudie Deutschlands, eingebunden sind. Es ist zudem eines von insgesamt fünf Studienzentren der NAKO, die über ein MRT verfügen. Ziel der NAKO ist die Verbesserung der Prävention, Früherkennung und Therapie von Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und Demenz.

Nr. 43/ 26. November 2015

Genetische Ursache für Gaumenspalte

Manche Kinder werden mit einer Gaumenspalte geboren, und in einigen Fällen ist das Gesicht asymmetrisch und ein Ohr fehlgebildet. Ein Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um den Berliner Forscher Enno Klußmann vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) hat jetzt einen wichtigen Schritt zur Aufklärung der genetischen Ursachen dieser Krankheit gemacht, die als Goldenhar-Syndrom bekannt ist.

Nr. 42/25. November 2015

Einblicke in die „dunkle Zone“

Neue Erkenntnisse zur Differenzierung und malignen Entartung von B-Lymphozyten

Das B-Zell-Lymphom gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen des lymphatischen Systems. Eine wichtige Rolle bei der Lymphomentstehung spielt die so genannte Keimzentrumsreaktion, bei der B-Lymphozyten, eine Unterart der weißen Blutkörperchen, durch unterschiedlich dichte Zusammenlagerung eine „dunkle“ und „helle“ Zone innerhalb des Keimzentrums organisieren. Diese Zonen haben unterschiedliche Funktionen und interagieren miteinander, um eine effiziente Immunabwehr zu koordinieren. Die Forschungsgruppe um Klaus Rajewsky vom Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) hat nun Licht in die Vorgänge innerhalb der dunklen Zone gebracht.

Nr. 41/ 6. November 2015

Neurodermitis-Gene beeinflussen auch andere Allergien

Die typische Allergiker-Karriere beginnt im frühen Kindesalter mit der Haut: Auf Neurodermitis folgen Nahrungsmittelallergien, Asthma und später dann Heuschnupfen. Eine Gruppe von Forscherinnen und Forschern aus Berlin um die Wissenschaftler Dr. Ingo Marenholz und Prof. Young-Ae Lee vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat zusammen mit vielen internationalen Kollegen sieben genetische Risikoregionen für so eine Allergie-Entwicklung identifiziert. Der Krankheitsverlauf wird „atopischer Marsch“ genannt. Zwei der sieben Genregionen waren bislang unbekannt und betreffen spezifisch den Zusammenhang zwischen Neurodermitis und Asthma. Der Studie zufolge sind es insbesondere jene Genregionen, die bei Neurodermitis eine Rolle spielen, die dann das Risiko erhöhen, an weiteren Allergien zu erkranken. Die Studie umfasste nahezu 20.000 Menschen und erscheint im Fachjournal Nature Communications.

Nr. 40/ 3. November 2015

Aufnahmemechanismus für Zytostatika entdeckt

Wie kommt ein Zytostatikum wie Cisplatin oder Carboplatin eigentlich in die Zelle? Wissenschaftler am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin konnten nun in Zusammenarbeit mit einer holländischen Gruppe zeigen, dass der volumenregulierte Anionen-Kanal VRAC zu 50 Prozent für die Wirkstoffaufnahme verantwortlich ist. Ist eine der VRAC-Untereinheiten LRRC8A oder LRRC8D herunterreguliert, können Zellen wesentlich weniger Krebsmittel aufnehmen. Unabhängig davon ist auch der programmierte Zelltod, die Apoptose, empfindlich gestört, wenn LRRC8A fehlt. Damit haben die Forscher einen potenziellen Verursacher von Therapieresistenzen ausgemacht. Die neuen Erkenntnisse sind soeben im Fachmagazin EMBO Journal erschienen und haben eine hohe klinische Relevanz.

28. Oktober 2015

Berlins neue Biobank für zukunftsweisende biomedizinische Forschung feiert Richtfest

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) und die Charité - Universitätsmedizin Berlin haben heute das Richtfest für ihre neue, hochmoderne Biobank gefeiert. Das Gebäude am Standort Charité Campus Virchow-Klinikum wird bis April 2016 fertiggestellt sein und mehr als zwei Millionen Proben aufnehmen können. BIH und Charité investieren 3,9 Millionen Euro in die gemeinsame Biobank, mit deren Bau im Frühjahr 2015 begonnen wurde.

Nr. 39/21. Oktober 2015

Zu viel Salz im Essen kann das Immunsystem aus dem Gleichgewicht bringen

Zu viel Salz im Essen kann das Immunsystem beeinflussen. In einer jetzt im Journal of Clinical Investigation*, veröffentlichten Studie weisen Dr. Katrina Binger, Matthias Gebhardt und Prof. Dominik Müller vom Experimental Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin nach, dass erhöhter Salzkonsum bei Nagern zu verzögerter Wundheilung führt: Zu viel Salz bringt das Immunsystem aus seinem Gleichgewicht. Zugleich gelang es ihnen, den dahinterstehenden Mechanismus aufzuklären.

Nr. 38/20. Oktober 2015

Zehn neue genetische Risikoregionen für Neurodermitis entdeckt

Internationale Studie mit über 50 000 Neurodermitis-Patienten

In einer Megastudie haben jetzt Forscher aus Europa, Australien, Asien und Amerika zehn neue Risikoregionen für die chronisch entzündliche Hauterkrankung Neurodermitis entdeckt. Unter den Kandidatengenen für Neurodermitis stießen die Forscher auch auf Gene, die für das angeborene Immunsystem und für die Steuerung der T-Zellen des Immunsystems wichtig sind. Das unterstreicht nach ihrer Ansicht die Bedeutung des Immunsystems für die Entstehung der Neurodermitis. Mit den jetzt identifizierten neuen Risikoregionen sind insgesamt 31 Risikoregionen für Neurodermitis bekannt (Nature Genetics, doi:10.1038/ng3424).

Nr. 37/ 19. Oktober 2015

Von Vancouver nach Berlin: W3-Professur für Bioinformatikerin Irmtraud Meyer an der FU Berlin und am Max-Delbrück-Centrum

Die Bioinformatikerin Irmtraud Meyer von der Universität von British Columbia in Vancouver, Kanada, hat den Ruf auf eine W3-Professur für „Bioinformatik der RNA-Struktur und der Transkriptomregulierung“ an der Freien Universität Berlin (FU) in Kooperation mit dem Berliner Institut für Medizinische Systembiologie (BIMSB) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) angenommen. Damit ist es den beiden Einrichtungen gelungen, die international anerkannte Wissenschaftlerin für Berlin zu gewinnen und den Bereich der Systembiologie und Systemmedizin zu verstärken. Prof. Meyer wird ihre Arbeit in Berlin im kommenden Wintersemester aufnehmen und damit nach 16-jähriger Tätigkeit im Ausland nach Deutschland zurückkehren.

Nr. 36/6. Oktober 2015

Helmholtz International Fellow Award für britische Zellbiologin Prof. Amanda Fisher

Preisverleihung im Max-Delbrück-Centrum

Die britische Zellbiologin Prof. Amanda Gay Fisher vom Imperial College (ICL) London hat am Dienstag, den 6. Oktober 2015, den Helmholtz International Fellow Award erhalten. Die Auszeichnung überreichte ihr Prof. Thomas Sommer, Vorstand (komm.) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). Mit dem Preis möchte Prof. Fisher vor allem ihre bereits mit dem Berliner Institut für Medizinische Systembiologie (BIMSB) des MDC bestehende Zusammenarbeit vertiefen. Sie ist eine von sieben herausragenden Forscherinnen und Forschern aus dem Ausland, die den mit je 20 000 Euro dotierten Preis der Helmholtz-Gemeinschaft 2015 zuerkannt bekommen hatten.

Nr. 35/ 2. Oktober 2015

Große Augen – MDC-Forscher klären Ursache genetischer bedingter Kurzsichtigkeit auf

„Großmutter, warum hast Du so große Augen?“ Diese Frage von Rotkäppchen aus dem gleichnamigen Grimm`schen Märchen hat nichts mit der Erkrankung zu tun, deren Ursache jetzt Dr. Annabel Christ und Prof. Thomas Willnow vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) aufgeklärt haben. Es handelt sich dabei um eine seltene, genetisch bedingte Vergrößerung des Augapfels, Buphthalmie genannt. Die Betroffenen sind stark kurzsichtig (Developmental Cell, http://dx.doi.org/10.1016/j.devcel.2015.09.001)⃰⃰⃰⃰⃰⃰.

Nr. 34/30. September 2015

W3-Professur für Dr. Wei Chen vom MDC an der Charité

Der Genetiker und Genomforscher Dr. Wei Chen vom Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat eine W3-Professur für „Funktionelle Genomik und Systembiology“ an der Charité – Universitätsmedizin Berlin erhalten. Prof. Chen ist zudem Forschungsgruppenleiter am BIMSB und leitet dort darüber hinaus eine von ihm in den vergangenen Jahren aufgebaute zentrale Technologieplattform „Genomics“.

Nr. 33/28. September 2015

2 000ster Studienteilnehmer an Nationaler Kohorte in Berlin-Buch

Das Studienzentrum Berlin-Nord der Nationalen Kohorte (NAKO) auf dem Campus Berlin-Buch hat jetzt den 2 000sten Studienteilnehmer begrüßen können. Studienärztin Sabine Mall und das Team des NAKO-Studienzentrums vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) dankten dem Teilnehmer, Thomas Heise aus Zepernick, mit einem Blumenstrauß. Das Studienzentrum Nord ist eines von bundesweit insgesamt 18 Studienzentren, die in die NAKO, der größten Bevölkerungsstudie Deutschlands, eingebunden sind. Ziel dieser Studie ist die Verbesserung der Prävention, Früherkennung und Therapie von Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und Demenz.

22. September 2015

Zwei neue Einstein-Zentren für Berlin

Die Einstein Stiftung fördert zukünftig zwei weitere Einstein-Zentren: Das Einstein-Zentrum für Neurowissenschaften sowie das Einstein-Zentrum für Katalyse. Die Förderung beginnt im Januar 2016 und beträgt insgesamt rund 16 Millionen Euro für eine Laufzeit von fünf Jahren. Beide Einstein-Zentren wurden gemeinschaftlich von der Charité-Universitätsmedizin, der Technischen Universität Berlin, der Freien Universität sowie der Humboldt-Universität beantragt.

Nr. 32/17. September 2015

Prof. Thomas Willnow: Immer mehr Erkenntnisse über die Entstehung der Alzheimer-Krankheit

Verschiedene Forschungsansätze am MDC

Weltweit sind etwa 35 Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt, in Deutschland wird die Zahl auf eine Million Betroffene geschätzt. Mit steigender Lebenserwartung der Menschen befürchten Wissenschaftler, dass sich die Zahl der Demenz- und Alzheimer-Patienten in den kommenden 25 Jahren verdoppelt, wenn es nicht gelingt, die Erkrankung zu behandeln, oder ihre Entstehung zu verhindern. „Wir verstehen mehr und mehr, wie die Alzheimer-Krankheit entsteht“, erklärt Prof. Thomas Willnow vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) anlässlich des Welt-Alzheimertages. Er verbindet damit die Hoffnung, dass es künftig gelingt, Therapien gegen Alzheimer zu entwickeln.

17. September 2015

Friedmund Neumann Preis 2015 geht an Dr. Nina Henriette Uhlenhaut

Die Schering Stiftung in Berlin verleiht den Friedmund Neumann Preis 2015 an die Molekularbiologin Dr. Nina Henriette Uhlenhaut vom Helmholtz Zentrum München für Gesundheit und Umwelt, für ihre herausragenden Beiträge zur Erforschung molekulargenetischer Mechanismen endokrinologischer und metabolischer Erkrankungen.

Nr. 31/15. September 2015

Prof. Thomas Jentsch eröffnete vor 25 Jahren ein neues Forschungsfeld

Britische Fachzeitschrift widmet Entdeckung Sonderteil

Vor 25 Jahren hat der Physiker, Mediziner und Zellbiologe Prof. Thomas Jentsch mit seinen Mitarbeitern ein völlig neues Forschungsfeld im Bereich des Ionentransports eröffnet. Jetzt hat die britische Fachzeitschrift „The Journal of Physiology“ seiner Entdeckung einen Sonderteil in ihrem neuesten Heft gewidmet. Darin berichten Prof. Jentsch (DOI: 10.1113/jphysiol.2014.270043), der am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und am benachbarten Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) eine Forschungsgruppe leitet, sowie mehrere Autoren, über dieses Forschungsgebiet, das nicht nur für die Grundlagenforschung sondern auch für die klinische Forschung große Bedeutung erlangt hat.

11. September 2015

MDC-Forscher ausgezeichnet für beste Stammzellpublikation des Jahres

Jichang Wang und Dr. Zsuzsanna Izsvák aus der Forschungsgruppe „Mobile DNA“ am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind vom German Stem Cell Network (GSCN) mit dem „GSCN Publication of the Year Award“ ausgezeichnet worden. Sie erhielten die Auszeichnung für ihre Publikation “Primate-specific endogenous retrovirus driven transcription defines naïve-like stem cells“ im Fachjournal Nature (Wang, J. et al., 2014, Nature, doi:10.1038/nature13804). Der Preis wurde den beiden Stammzellforschern am Donnerstagabend, den 10. September 2015, in Frankfurt auf der 3. GSCN Jahreskonferenz von GSCN-Präsident Prof. Thomas Braun überreicht.

31. August 2015

Zu Besuch im BMBF

Rund 9000 Bürgerinnen und Bürger haben am letzten Augustwochenende das Bundesministerium für Bildung und Forschung am Kapelle-Ufer 1 in Berlin besucht und mit einigen Schülerlaboren in der Helmholtz-Gemeinschaft experimentiert. Das auf dem Campus Berlin-Buch angesiedelte Gläserne Labor, eins von 30 bundesweiten Schülerlaboren in der Helmholtz Gemeinschaft, war am Tag der offenen Tür mit dabei. Bundesministerin Johanna Wanka nutzte den Tag der offenen Tür, um mit den Gästen ins Gespräch zu kommen und am Stand des Gläsernen Labors zu experimentieren. Frau Wanka verriet Biologin Claudia Jacob vom Gläsernen Labor, dass ihr Großvater Imker war. Als Kind hat sie ihrem Großvater beim Schleudern des Honigs geholfen. Neben dem Thema Bienen in der Großstadt konnten die Besucher am Experimentierstand des Gläsernen Labors viele anschauliche Experimente zur Energiewende ausprobieren. In einem Experiment konnte Wasser mit Muskelkraft in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten werden. Mit dem so erzeugten Wasserstoff wurde über eine Minibrennstoffzelle ein Modellauto angetrieben.

Nr. 30/31. August 2015

MDC- und Charité-Forscher: Mit Gen MACC1 Hochrisikopatienten mit Gallenwegskarzinom erkennen

Entscheidungshilfe für Leberoperationen

Gallenwegskrebs ist selten und wird meist zu spät erkannt. Helfen kann oft nur noch eine große Leberoperation, in seltenen Fällen auch eine Lebertransplantation. Aber welche Patienten profitieren von einer Operation und welche nicht, weil ihr Risiko, dass der Krebs wieder kommt, zu hoch ist? Mit dem Krebsgen MACC1 steht Ärzten jetzt erstmals eine Entscheidungshilfe für die Therapie dieses Tumors zur Verfügung. Ist die Aktivität von MACC1 niedrig, haben die Patienten eine gute Therapiechance und eine höhere Lebenserwartung. Ist das Gen hochreguliert, ist das Rückfallrisiko hoch. Das ist das Fazit einer Studie von Andri Lederer und Prof. Ulrike Stein vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin auf dem Campus Berlin-Buch (Hepatology; 2015;62:841-850)*.

26. August 2015

New Yorker Spitzenforscher kommt nach Berlin

Böttinger wechselt ans Berliner Institut für Gesundheitsforschung / Wanka: „Beleg für die Attraktivität des Forschungsstandorts Deutschland“

Der deutsche Mediziner Erwin Böttinger wechselt von New York nach Berlin und wird neuer Vorstandsvorsitzender des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIG). Er tritt am 1. November 2015 die Nachfolge von Ernst Theodor Rietschel an. Mit dem Amtsbeginn beim Berliner Institut für Gesundheitsforschung erhält Böttinger zugleich einen Ruf als Professor für „Personalisierte Medizin“ an die Charité - Universitätsmedizin Berlin.

Nr. 29/25. August 2015

MDC- und MHH-Forscher zeigen, wie Membranen abgeschnürt werden

Ein lebenswichtiger Prozess

Zellen bilden kontinuierlich Membranbläschen (Vesikel) aus, die in die Zelle freigesetzt werden. Ist dieser lebenswichtige Prozess gestört, können zum Beispiel Nervenzellen nicht miteinander kommunizieren. Für die Aufnahme vieler Vesikel ist das Eiweißmolekül Dynamin unentbehrlich. Wissenschaftlern des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und des Instituts für Biophysikalische Chemie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun gemeinsam mit Forschern der Freien Universität Berlin und des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) gezeigt, wie sich der molekulare Motor Dynamin in einem regulierten Prozess zu einer spiralförmigen Struktur verbindet. Zugleich konnten sie erklären, wie bestimmte Mutationen die Funktion von Dynamin etwa bei den erblichen Muskelkrankheiten Morbus Charcot-Marie-Tooth und der Centronuklearen Myopathie beeinträchtigen (Nature, doi:10.1038/nature14880)**. Das ist ein wichtiger Beitrag für die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze.

Nr. 28/10. August 2015

Skelettmuskelschwund bei Herzschwäche

MDC- und Charité-Forscher klären Mechanismus auf

Es ist paradox: Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche (Herzinsuffizienz) verlieren an Skelettmuskelmasse, während sich ihr Herzmuskel dagegen vergrößert, um den Körper noch ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff zu versorgen. Seit langem ist bekannt, dass bei diesem Prozess ein Eiweiß, das Angiotensin II, eine unrühmliche Rolle spielt, jedoch war bisher nicht klar, wie dieser Prozess genau vor sich geht. In siebenjähriger Puzzlearbeit ist es jetzt dem Biologen Dr. Philipp Du Bois und dem Kardiologen PD Dr. Jens Fielitz vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin in Zusammenarbeit mit dem Molekularbiologen Prof. Eric N. Olson vom Southwestern Medical Center der University von Texas, Dallas, USA, gelungen, den Vorgang zu entschlüsseln und neue Angriffspunkte für die Therapie aufzuzeigen (Circulation Research, doi: 10.1161/CIRCRESAHA.114.305393)*.

4. August 2015

Deutsches Stammzellnetzwerk vergibt erstmalig Wissenschaftspreise

Ausgezeichnete Stammzellenforscher

Das German Stem Cell Network (GSCN) verleiht zum ersten Mal Preise für Stammzellforscherinnen und Stammzellforscher in Deutschland. Mit den Auszeichnungen betont das deutsche Stammzellnetzwerk die Bedeutung des dynamischen Forschungsfeldes. „Wissenschaftspreise sind neben Publikationen die Meilensteine in der Karriere“, begründet Dr. Daniel Besser, Geschäftsführer des GSCN, die Auslobung der drei Ehrungen. Ein Preis richtet sich an Nachwuchswissenschaftler. Ein zweiter Preis geht an eine herausragende Forscherin und unterstreicht die wichtige Rolle, die Frauen in der Wissenschaft spielen und verstärkt einnehmen sollten. Die internationale Spitzenposition der deutschen Stammzellforschung macht der dritte Preis deutlich mit der Auszeichnung der besten Publikation des Jahres (Juli 2014 bis Juni 2015).

Nr. 27/3. August 2015

Neue Rolle von ursprünglichem Herz-Kreislaufmolekül für das Immunsystem entdeckt

Er wurde erst vor wenigen Jahren in der Herz-Kreislauf-Forschung entdeckt und allmählich kristallisiert sich heraus, dass er für die Entwicklung der verschiedensten Zellen des Organismus unverzichtbar ist. Die Rede ist von dem (Pro)Renin-Rezeptor (PRR). Jetzt haben Sabrina Geisberger, Dr. Ulrike Maschke, Dr. Katrina J. Binger, Prof. Dominik N. Müller (alle vom Experimental and Clinical Research Center des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin) sowie Dr. Mark D. Wright von der Monash Universität in Prahran, Australien, gezeigt, dass dieser Rezeptor auch eine wichtige Rolle für die Entwicklung der T-Zellen des Immunsystems spielt (Blood, 126(4):504-507)*.

3. August 2015

MDC und Formula Pharmaceuticals schließen exklusives Lizenzabkommen und strategische Partnerschaft zur Entwicklung von C.I.K.-CAR™-Immuntherapien

Formula Pharmaceuticals, Inc. und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) haben eine exklusive Lizenzvereinbarung und eine strategische Kooperation abgeschlossen. Das Ziel besteht darin, zellbasierte Immuntherapien, sogenannte „Cytokine Induced Killer (C.I.K.) Chimeric Antigen Receptor (CAR) Immunotherapies” zu entwickeln. Dafür soll die SB100X-Transposase aus dem MDC genutzt werden, die ein Bestandteil des nicht-viralen Sleeping Beauty (SB) Gentransfer-Systems ist.

Nr. 26/31. Juli 2015

RNA-bindendes Protein beeinflusst zentralen Mediator zellulärer Entzündungs- und Stressreaktionen

Boten-Ribonukleinsäuren (englisch: messenger RNA, mRNA) sind eine zentrale Komponente der Proteinbiosynthese. Sie werden zunächst als Arbeitskopie der DNA umgeschrieben und anschließend in Proteinsequenzen übersetzt. RNA-bindende Proteine wie RC3H1 (auch bekannt als ROQUIN) steuern den Abbau der mRNA Moleküle und verhindern so die Produktion spezifischer Proteine. Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) konnten jetzt zeigen, dass ROQUIN mehrere tausend mRNA Moleküle bindet. Sie wiesen nach, dass ROQUIN zudem den Genschalter NF-kappaB beeinflusst, einen zentralen Mediator zellulärer Entzündungs- und Stressreaktionen (Nature Communications, Article number: 7367)*.

Nr. 25/27. Juli 2015

Georg Forster-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung für brasilianischen Herz-Kreislaufforscher

Zusammenarbeit mit dem MDC

Dem Herz-Kreislaufforscher Prof. Robson Augusto Souza dos Santos von der Bundesuniversität von Minas Gerias in Belo Horizonte, Brasilien, ist der Georg Forster-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) zuerkannt worden. Der Preis ermöglicht es ihm seine seit 1998 bestehende Zusammenarbeit mit Prof. Michael Bader und seiner Forschungsgruppe am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) in diesem und im kommenden Jahr durch mehrmonatige Forschungsaufenthalte zu vertiefen. Die Auszeichnung ist mit 60 000 Euro dotiert.

Nr. 24/24. Juli 2015

Skulpturen von Ulrike Mohr vor Max-Rubner-Haus des MDC in Berlin-Buch installiert

Zwei Skulpturen der in Berlin lebenden Künstlerin Ulrike Mohr sind jetzt auf dem Campus Berlin-Buch installiert worden. Sie stehen vor dem Eingang des Max-Rubner-Hauses, eines Laborbaus des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). Sie stellen die Molekülstruktur von Carvon dar, Hauptbestandteil der ätherischen Öle von Kümmel und Pfefferminze. Zu den Skulpturen gehören schmale Beete, die mit diesen beiden Heil- und Gewürzkräutern bepflanzt worden sind. Ulrike Mohr hatte 2013 den vom MDC ausgelobten Wettbewerb „Kunst am Bau“ mit diesem Projekt gewonnen.

22. Juli 2015

Neues Programm fördert vielversprechende Innovationen in der Berliner Gesundheitsforschung

BIH und Stiftung Charité schnüren Förderpaket / Drei Transferprojekte wurden bereits ausgewählt

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) und die Stiftung Charité starten ihr neues Programm zur Innovationsförderung im Bereich der Gesundheitsforschung. Mit „SPARK Berlin“ soll die Nutzung von Forschungsergebnissen für die konkrete Entwicklung von Diagnoseverfahren und neuen Medikamenten verbessert werden. Insgesamt rund 300.000 Euro stellen das BIH und die Stiftung Charité dafür in diesem Jahr zur Verfügung. Als eine erste Maßnahme wurden in dieser Woche drei besonders vielversprechende Transferprojekte ausgewählt. Für jeweils ein Jahr werden gefördert:

  • die Entwicklung eines Medikaments für Patientinnen und Patienten mit neuropathischen Schmerzen (Christiane Wetzel und Gary Lewin vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin),

  • die Suche nach neuen Behandlungsmethoden für Menschen mit seltenen Autoimmunerkrankungen (Karolin Krause und Marcus Mauer von der Charité – Universitätsmedizin Berlin) und

  • der Aufbau einer Plattform, mit der T-Zell-Rezeptoren für bestimmte Immuntherapien isoliert werden können (Felix Lorenz, Elisa Kieback, Inan Edes und Julian Clauss vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin).

16. Juli 2015

BIH fördert neue Anwendungen in der Medizintechnik

Vom Prototyp zum Medizinprodukt: Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) unterstützt Forscherinnen und Forscher bei der Prototypentwicklung von Medizinprodukten. Drei Vorhaben werden jetzt vom BIH mit jeweils bis zu 50.000 Euro gefördert.

Nr. 23/10. Juli 2015

MDC ehrt Prof. Carmen Birchmeier-Kohler zum 60. Geburtstag mit wissenschaftlichem Symposium

Mit einem Symposium über neueste Erkenntnisse in den Neurowissenschaften – „Frontiers in Developmental Neuroscience“ – hat das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) Prof. Carmen Birchmeier-Kohler geehrt. Die international angesehene Entwicklungsbiologin und Genforscherin leitet seit 1995 eine Forschungsgruppe am MDC. In seiner Laudatio würdigte Prof. Thomas Sommer, wissenschaftlicher Vorstand (komm.) des MDC, die herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten der Forscherin, für die sie 2002 mit dem Leibniz-Preis, dem wichtigsten Forschungsförderpreis in Deutschland, ausgezeichnet wurde. „Darüber hinaus hat Carmen Birchmeier-Kohler das MDC mitgeprägt und dazu beigetragen, dass es fest in der Wissenschaftsszene in Berlin eingebunden ist“, betonte er.

Nr. 22/8. Juli 2015

W2-Professur für MDC-Hirnforscher Jochen Meier an der TU Braunschweig

Der Hirnforscher Jochen Meier vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) ist jetzt W2-Professor für Zellphysiologie an der Technischen Universität (TU) Braunschweig. In Braunschweig nahm er jetzt seine Ernennungsurkunde entgegen. Er wird dort am Institut für Zoologie der TU arbeiten.

Nr. 21/7. Juli 2015

Prof. Michael Bader vom MDC in São Paulo ausgezeichnet

Der Herz-Kreislaufforscher Prof. Michael Bader vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) ist jetzt in São Paulo, Brasilien, mit der Goldmedaille der E.K. Frey - E. Werle Stiftung ausgezeichnet worden. Er erhielt die Auszeichnung für seine Forschungen über die Funktion von Kininen. Kinine sind Gewebshormone, die bei Gefäßerkrankungen und Entzündungsprozessen eine Rolle spielen. Sie wurde ihm im Rahmen der Tagung „Kinin 2015“ überreicht.

24. Juni 2015

Neue Omics-Technologieplattform des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung eröffnet

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) hat jetzt eine hochmoderne Omics-Technologieplattform für die Analyse von Biomolekülen auf dem Campus Berlin-Buch eingerichtet. Der BIH-Vorstand eröffnete die Plattform am 22. Juni 2015. Sie vereint mit Genomik, Metabolomik und Proteomik drei modernste Omics-Technologien, die zur Analyse von Genen, Proteinen und Stoffwechselprodukten sowie ihrer Wechselwirkungen eingesetzt werden. Ein besonderes Highlight: Für die Analyse von Proteinen und Metaboliten wurde ein spezielles, in Deutschland einzigartiges Roboter-basiertes Forschungsgerät entwickelt, das automatisierte Probenvorbereitungen und Messabläufe ermöglicht. BIH-Forschergruppen nutzen die umfassende Omics-Infrastruktur zur Analyse klinischer Daten, etwa um neue Therapieansätze für Alzheimer zu entwickeln.

Nr. 20/18. Juni 2015

Helmholtz International Fellow Award für Prof. Yehudit Bergman aus Israel

Preisverleihung im Max-Delbrück-Centrum

Die israelische Krebsforscherin und Immunologin Prof. Yehudit Bergman von der Hebrew University in Jerusalem (HUJI), Israel, ist für ihre exzellente Forschung mit dem Helmholtz International Fellow Award geehrt worden. Die Auszeichnung überreichte ihr Prof. Thomas Sommer, Vorstand (komm.) des MDC Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft. Der Preis war ihr bereits 2013 zuerkannt worden, aber Prof. Bergman konnte ihn erst jetzt persönlich entgegennehmen. Die Auszeichnung ermöglicht es ihr, eine bereits mit dem MDC bestehende Kooperation zu vertiefen. Prof. Bergman ist eine von mehreren herausragenden Forscherinnen und Forschern aus dem Ausland, die den mit jeweils 20 000 Euro dotierten Preis der Helmholtz-Gemeinschaft erhalten haben.

10. Juni 2015

Vom Neuroblastom lernen, wie sich Krebstumoren behandeln lassen

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) bewilligt 3,1 Millionen Euro für ein breit angelegtes Forschungsprojekt, das in den nächsten vier Jahren neue Wege zur Erkennung und Behandlung des Neuroblastoms erforschen wird. Diese vor allem bei Kindern auftretende Krebserkrankung soll als Modellsystem dienen, anhand dessen bösartige Tumoren künftig individuell besser charakterisiert und behandelt werden können. In diesem Projekt arbeiten ForscherInnen des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Klinik und Grundlagenforschung der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Nr. 19/10. Juni 2015

Kleine Unterschiede – Neue Einblicke in die Genregulation von Krankheitsgenen

Neue Einblicke in die Genregulation von Erkrankungen haben jetzt Forscher des MDC Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft in Zusammenarbeit mit dem National Heart Research Institute in Singapore (NHRIS) gewonnen. Sie setzten dazu eine neue Technik ein, die es ermöglicht, die Genregulation auf der Ebene der Proteinproduktion zu verfolgen. So konnten sie mehr individuelle Genregulationen erfassen, wie mit klassischen Methoden, die nur das Anschalten und Ablesen von Genen dokumentieren (Nature Communications, doi: 10.1038/ncomms8200)*.

Nr. 18/2. Juni 2015

W2-Professur für Alexander Löwer vom MDC an der TU Darmstadt

Der Biologe Dr. Alexander Löwer vom Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) des MDC Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft ist jetzt auf eine W2-Professur für „Systembiologie der Stressantwort“ an die Technische Universität (TU) Darmstadt berufen worden. Prof. Löwer erforscht, wie das Wachstum und die Spezialisierung von Zellen durch interne und externe Signale reguliert wird und welche Bedeutung dies im Körper für Krankheit und Gesundheit hat.

Nr. 17/2. Juni 2015

Georg Forster-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung für Immunologin aus Mexiko

Zusammenarbeit mit dem MDC

Die Biologin und Immunologin Dr. Lorena Gómez-García vom Mexikanischen Institut für Kardiologie (Instituto Nacional de Cardiologia) in Mexiko-Stadt hat ein Georg Forster-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung erhalten. Es ermöglicht ihr, bis Januar 2017 am MDC Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft zu arbeiten und die seit 2013 bestehende Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe von Prof. Michael Bader auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Krankheiten zu vertiefen.

20. Mai 2015

BIH fördert Transferprojekte zu neuen Wirkstoffen und Diagnosemethoden

Forscherinnen und Forscher des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) entwickeln neue Wirkstoffe zur Therapie von Krebs und Alzheimer. Diese beiden Vorhaben sowie zwei Projekte, in denen es um neue Diagnosemethoden geht, werden vom BIH mit jeweils 50.000 Euro gefördert. Ziel dieser Förderung: innovative Erkenntnisse der translational und systemmedizinisch orientierten Forschung schneller in diagnostische und therapeutische Ansätze zu überführen.

Meldung der Abteilung Kommunikation: Tierversuchszahlen des MDC für 2014 (mit Korrektur vom 13. Mai 2015)

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin hat dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) die Tierversuchszahlen für 2014 mitgeteilt. Insgesamt wurden 30.923 Tiere am MDC in Versuchen eingesetzt und getötet, mehr als 80 Prozent davon Mäuse (25.570 Tiere). Da sich die verpflichtende Zählweise aufgrund einer Gesetzesänderung grundlegend geändert hat, sind diese Zahlen nicht mit dem Vorjahr vergleichbar. Für das Jahr 2013 hatte das MDC 147.985 Tiere gemeldet.

Nr. 16/11. Mai 2015

MDC- und Charité-Forscher identifizieren Gen, das Bluthochdruck und Kurzfingrigkeit auslöst

Die Betroffenen haben ererbten Bluthochdruck und zugleich eine Skelettfehlbildung (Brachydaktylie Typ E). Sie sterben vor dem 50. Lebensjahr, wenn ihr Bluthochdruck nicht behandelt wird. Nach mehr als 20 Jahren Arbeit haben Forscherinnen und Forscher vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des MDC Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft und der Charité – Universitätsmedizin Berlin jetzt das Gen identifizieren können, das dieses ungewöhnliche und seltene Krankheitsbild auslöst. In sechs, nicht miteinander verwandten Familien entdeckten sie sechs unterschiedliche Punktmutationen in dem Gen PDE3A. Diese Mutationen führen stets zu Bluthochdruck und zu verkürzten Knochen der Extremitäten, insbesondere der Mittelhand- und Mittelfußknochen. Damit haben sie den ersten vererbten von Salz unabhängigen Bluthochdruck entschlüsselt. Er basiert nicht auf der Rückresorption von Salz durch die Niere sondern auf dem Aufbau und der Funktion der Gefäßwand (Nature Genetics online, 

doi:10.1038/ng.3302)*.

Nr. 15/29. April 2015

Größte Gesundheitsstudie Deutschlands lädt Wandlitzer zur Teilnahme ein

Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Wandlitz in Brandenburg erhalten in diesen Tagen Post von der größten Gesundheitsstudie in Deutschland, der Nationalen Kohorte (NAKO). Prof. Tobias Pischon, Leiter des Studienzentrums Berlin-Nord der Nationalen Kohorte und Sprecher des Clusters Berlin-Brandenburg vom MDC Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft und Studienärztin Sabine Mall laden mit ihrem Brief zur Teilnahme an dieser Gesundheitsstudie ein. Ziel der Studie ist es, die Vorbeugung, Früherkennung und Therapie von Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenz und Infektionen zu verbessern.

Nr. 14/ 24. April 2015

Rasterfahndung in Biobanken: MDC-Neurobiologen entdecken Protein, das vor Chorea Huntington schützt

Auf der Suche nach Angriffspunkten gegen das unheilbare Erbleiden Chorea Huntington sind Neurobiologen der Forschungsgruppe von Prof. Erich Wanker vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft mit der von Kriminologen entlehnten Idee der Rasterfahndung fündig geworden. Systematisch durchforsteten die Forscher verschiedene Biodatenbanken und grenzten ihr Untersuchungsgebiet immer mehr ein, bis sie schließlich auf ein Protein (CRMP1) stießen, das, wie anschließende Untersuchungen im Labor zeigten, als „Anstandsdame“ dafür sorgt, dass das Protein Huntingtin (HTT) sich korrekt verhält, nicht falsch faltet und verklumpt. Der fehlgeleitete Prozess gilt als Auslöser für Chorea Huntington (Genome Research, doi:10.1101/gr.182444.114)*.

Nr. 13/ 23. April 2015

Neue Rechtsform für das MDC jetzt in Kraft – Neuer Name

Notwendige Änderung durch Gründung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung BIG

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch hat eine neue Rechtsform. Die seit 1992 bestehende Stiftung des öffentlichen Rechts ist seit 23. April 2015 eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR). An diesem Tag ist das vom Berliner Abgeordnetenhaus am 26. März 2015 verabschiedete Gesetz zur Errichtung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIG) und zur Umwandlung des MDC in eine Körperschaft öffentlichen Rechts in Kraft getreten. Die Änderung wurde im Zuge der Gründung des BIG erforderlich, da das BIG selbst eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist und aus zwei Gliedkörperschaften besteht: der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem MDC, dessen Rechtsform dafür angepasst wurde. Beide Einrichtungen bleiben voll rechtsfähig, also selbstständig.

15. April 2015

OMEICOS Therapeutics erhält 6,2 Millionen Euro in Serie-A-Finanzierung, um seinen Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von Vorhofflimmern voranzubringen

OMEICOS Therapeutics, ein biopharmazeutisches Unternehmen mit dem Ziel, eine neue Generation niedrigmolekularer Therapeutika zur Prävention und Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen, insbesondere Vorhofflimmern (VF), zu entwickeln, gab heute bekannt, in einer Serie-A-Finanzierung Mittel in Höhe von 6,2 Millionen Euro erhalten zu haben. Beteiligt an dieser Runde sind Vesalius Biocapital II S.A. SICAR als Lead-Investor, ein Unternehmen der SMS Group, der VC Fonds Technologie Berlin GmbH, der Hightech Gründerfonds II GmbH & Co. KG (HTGF) und die KfW Bankengruppe. Im Rahmen der Finanzierungsrunde erhält OMEICOS Fördermittel in Höhe von 550.000 Euro über das Spinnovator Programm der Ascenion GmbH, das mit Zuschüssen für Forschung und Entwicklung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt wird.

1. April 2015

Weltgesundheitstag zur Lebensmittelsicherheit

NAKO: 200.000 geben Auskunft über Lebensmittelverzehr und Essgewohnheiten

Sichere und möglichst natürliche Lebensmittel, also ohne Rückstände aus der Pflanzenbehandlung und aus der Behandlung von Tieren, ohne infektiöse Keime und  unnötige Zusatzstoffe – das ist Gegenstand der Lebensmittelsicherheit, der auch eine wichtige gesundheitspolitische Aufgabe zukommt. Der Verzehr von Lebensmitteln hat aber auch Einfluss auf die Entwicklung von Krankheiten. Angesichts der weiter steigenden Lebenserwartung stellt sich die Frage, mit welcher Ernährung wir in Deutschland möglichst lange gesund  bleiben können. Und ob diese Erkenntnisse für alle gelten oder ob die „optimale“ Ernährung auf einzelne Typen und Lebenssituationen angepasst werden muss. Daher hat es sich Deutschlands größte Gesundheitsstudie, die NAKO, zum Ziel gesetzt, auch das Ernährungsverhalten der Studienteilnehmenden möglichst genau zu erfassen.   „Wir wissen aus bisherigen Studien schon einiges dazu, brauchen aber weiter Gewissheit, denn Erzeugung,  Vertrieb und Konsum der „richtigen“ Lebensmittel hat erhebliche ökonomische Bedeutung“, erläutert Professor Dr. Heiner Boeing, Leiter der Abteilung Epidemiologie am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), an dem eines der  bundeweit  18 NAKO-Studienzentren angesiedelt ist.

31. März 2015

Neues Medikament - basierend auf einem Patent des MDC - zur Zulassung eingereicht

Ende letzten Jahres hat Baxter International Inc. bei der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA (U.S. Food and Drug Administration) einen Antrag auf Zulassung von BAX111 gestellt. Das ist eine rekombinante Version des von-Willebrand-Faktors (VWF), die Baxter zur Behandlung von Patienten mit von-Willebrand-Krankheit, der häufigsten Form erblicher Blutgerinnungsstörungen, entwickelt. Sie hat von der europäischen und der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde Orphan-Drug Status erhalten:

Nr. 12/27. März 2015

BIH-Vorstand: „Berliner Institut für Gesundheitsforschung erhält gesetzliche Grundlage“

Der Vorstand des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) dankt dem Berliner Abgeordnetenhaus für die Verabschiedung des Gesetzes über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung, mit dem der letzte Schritt im Gesetzgebungsverfahren erfolgt ist. Damit wird das BIH jetzt in eine Körperschaft des öffentlichen Rechts überführt. Das Gesetz wurde gestern, am 27. März 2015, mit breiter Zustimmung der Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen. Rechtskräftig wird dieser Beschluss innerhalb der kommenden 14 Tage.

Nr. 11/25. März 2015

MDC-Forscher steigern Effizienz des Redigierens im Erbgut

„Innovatives Forschungsgebiet“

Sie trägt einen komplizierten Namen und ist eine neue Gentechnikmethode, die Forscher weltweit elektrisiert: die CRISPR-Cas9-Technik, mit der sich das Erbgut von Zellen und Organismen präzise und mit hoher Effizienz redigieren lässt. Jetzt haben Dr. Van Trung Chu und Prof. Klaus Rajewsky vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch sowie Dr. Ralf Kühn (MDC und Berliner Institut für Gesundheitsforschung, BIH) das Verfahren, mit dem Gene gezielt verändert werden können, durch molekulare Tricks deutlich effizienter gemacht. Die Erfolgsrate der Methode konnte um das Achtfache erhöht werden, was die Grundlagenforschung massiv beschleunigt (Nature Biotechnology, doi:10.1038/nbt.3198)**.

Nr. 10/19. März 2015

MDC-Forscher entschlüsseln regulatorisches Netzwerk in der Niere

Die Niere filtert das Blut und bildet den Harn. Dabei wird der Urin in einem komplexen System von Nierenkanälchen transportiert und in seiner Zusammensetzung reguliert. Wie Teile dieser Kanälchen sich während der Entwicklung aufweiten und gleichzeitig eine Barriere gegenüber angrenzenden Strukturen ausbilden, haben jetzt die Doktorandin Annekatrin Aue, Dr. med. Christian Hinze und Prof. Dr. med. Kai Schmidt-Ott vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) herausgefunden. Der Prozess wird maßgeblich durch einen neuartigen molekularen Signalweg in den Epithelzellen der Nierenkanälchen selbst gesteuert (Journal of the American Society of Nephrology, doi: 10.1681/ASN.2014080759)1.

Nr. 8/17. März 2015

MDC- und Charité-Forscher schärfen das Immunsystem gegen Krebs

Forschern des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Berlin-Buch, ist es gelungen, Zellen des Immunsystems im Labor so aufzurüsten, dass sie Krebszellen ganz gezielt erkennen und zerstören können. Die Ergebnisse der Forschungen von Matthias Obenaus, Prof. Thomas Blankenstein (MDC und Charité), Dr. Matthias Leisegang (MDC) und Prof. Wolfgang Uckert (Humboldt-Universität zu Berlin und MDC) sowie Prof. Dolores Schendel (Medigene AG, Planegg/Martinsried) sind jetzt in Nature Biotechnology online (doi:10.1038/nbt.3147)* erschienen.

Nr. 9/17. März 2015

Familienbüro mit Kinderzimmer im ECRC von MDC und Charité eröffnet

Was tun, wenn Mutter oder Vater zur Arbeit müssen aber niemanden haben, der sich um ihr Kind kümmert? Ab 17. März dieses Jahres können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin ihren Nachwuchs mit zur Arbeit nehmen und in dem jetzt eröffneten Familienbüro betreuen. Ermöglicht hat das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Mittel aus dem Sonderforschungsbereich TR36 von Prof. Thomas Blankenstein dafür zur Verfügung gestellt hat. Gestaltet und eingerichtet hat die eineinhalb Räume – ein Kinderzimmer und einen Computerarbeitsplatz für die Eltern – die Malerin und Zeichnerin Franziska Peter, die auf Wandgestaltungen im privaten und öffentlichen Raum spezialisiert ist.

Nr. 7/ 16. März 2015

MDC-Krebsforscher: Neue Funktion eines alten Bekannten

Enzym hebelt Zellschutzprogramm Seneszenz aus

Zellen haben zwei verschiedene Programme, die sie vor Krebs schützen. Eines davon ist die Seneszenz (lat.: senex für Greis). Sie versetzt Krebszellen in eine Art Dauerschlaf und verhindert, dass sie sich weiter teilen und ungehemmt wachsen. Jetzt hat die Forschungsgruppe von Prof. Walter Birchmeier vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch entdeckt, dass ein Enzym, das bei Brustkrebs und Leukämien aktiv ist, dieses Schutzprogramm aushebelt und dadurch das Tumorwachstum ankurbelt. Mit einem Hemmstoff (small molecule) gelang es ihnen bei Mäusen mit Brustkrebs das Enzym zu blockieren, damit das Schutzprogramm zu reaktivieren und das Krebswachstum zu stoppen (EMBO-Journal, DOI 10.15252/embj.201489004)*.

Nr. 5/10. März 2015

Salz bringt das Immunsystem in der Haut gegen Infektionen auf Trab

Zu viel Salz im Essen ist ungesund. Es löst nicht nur Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Krankheiten aus, sondern fördert auch die Entstehung von Autoimmunerkrankungen. Jetzt haben Dr. Jonathan Jantsch, Valentin Schatz (bisher Universität Erlangen-Nürnberg, FAU, jetzt Universität Regensburg) sowie Prof. Friedrich Luft (Experimental and Clinical Research Center, ECRC, des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin, MDC, Berlin-Buch) und Prof. Jens Titze (FAU und Vanderbilt University, Nashville, USA) gezeigt, dass hoher Salzkonsum jedoch auch die Fresszellen (Makrophagen) des Immunsystems auf Trab bringt, die bei Mäusen bakterielle Infektionen der Haut bekämpfen. Auch bei Patienten sammelt sich Salz verstärkt um Entzündungsherde der Haut an (Cell Metabolism, http://dx.doi.org/10.1016/j.cmet.2015.02.003)*.

Nr. 6/10. März 2015

MDC-Forscher entdecken neuen Signalweg der Embryonalentwicklung

Der Fetus wird während der Schwangerschaft der Mutter über die Plazenta mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Ist die Entwicklung der Plazenta beeinträchtigt, kann dies zu Wachstumsstörungen des Embryos oder zu lebensbedrohlichen Erkrankungen der Mutter führen, wie etwa der Präeklampsie, die einhergeht mit Bluthochdruck und vermehrter Eiweißausscheidung im Urin. Jetzt haben Dr. Katharina Walentin und Prof. Kai Schmidt-Ott vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch einen neuen molekularen Signalweg entdeckt, der die Plazentaentwicklung reguliert. Wird er gestört, verursacht das bei Mäusen schwerwiegende Fehlentwicklungen der Plazenta (Development, doi:10.1242/dev.113829)*.

Nr. 4/ 19. Februar 2015

Neue Erkenntnisse zum Ablesen der DNA: Startregion weist nur in eine Richtung

Damit Enzyme, die ein Gen ablesen, an der richtigen Stelle ansetzen, enthält die DNA unmittelbar davor Erkennungssequenzen, Promotoren genannt. Seitdem sich mit Hochdurchsatzdaten die Aktivierung von Genen genau untersuchen lässt, gingen Wissenschaftler davon aus, dass ein großer Teil dieser Promotoren nicht auf eine Richtung festgelegt ist und die DNA auf beiden gegenläufigen Strängen abgelesen wird. Prof. Uwe Ohler vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) und Prof. James T. Kadonaga von der Universität von Kalifornien in San Diego (USA) stellten jetzt aber an menschlichen Zellen fest, dass das Kernstück eines Promotors nur in eine Richtung weist. Kopien des gegenläufigen DNA-Stranges gehen demnach auf einen eigenen Kernpromotor zurück (Molecular Cell, doi:10.1016/j.molcel.2014.12.029)*.

12. Februar 2015

MINT400 – Das Hauptstadtforum des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC begeistert 400 junge Schülerinnen und Schüler in Berlin

Wie kann Wikipedia als Plattform im Unterricht eingesetzt werden? Wie funktioniert das „Navi“ im Auto und was hat das mit Mathe zu tun? Wie kann ich ganz einfach Programmieren lernen? Das sind einige der Fragen, die bei Workshops der MINT400 diskutiert werden. Das nationale Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC hat 400 Schülerinnen und Schüler sowie 50 Lehrkräfte zum Hauptstadtforum MINT400 nach Berlin eingeladen. Die Tagung findet am 12./13. Februar 2015 am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch (MDC) statt.

Nr. 3/26. Januar 2015

Helmholtz International Fellow Award für britische Zellbiologin Prof. Amanda Fisher

Kooperation mit Max-Delbrück-Centrum

Die britische Zellbiologin Prof. Amanda Gay Fisher vom Imperial College (ICL) London ist mit dem Helmholtz International Fellow Award geehrt worden. Sie ist eine von sieben herausragenden Forscherinnen und Forschern aus dem Ausland, die den mit jeweils 20 000 Euro dotierten Preis der Helmholtz-Gemeinschaft erhalten haben. Damit verbunden sind Einladungen zu Forschungsaufenthalten an einem oder mehreren Helmholtz-Zentren. Mit der Auszeichnung möchte Prof. Fisher vor allem ihre bereits mit dem Berliner Institut für Medizinische Systembiologie (BIMSB) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch bestehende Zusammenarbeit vertiefen.

26. Januar 2015

Meldung der Abteilung Kommunikation des MDC: Baustart für Labor

Das neue In vivo-Pathophysiologielabor des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin wird ein älteres Tierhaus ersetzen und Raum für modernste Untersuchungsmethoden schaffen. Die Bauarbeiten haben jüngst begonnen. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2017 vorgesehen.

Nr. 2/ 12. Januar 2014

Post von der Nationalen Kohorte

Bernauer Bürger werden zur Teilnahme an der größten Gesundheitsstudie in Deutschland eingeladen

In diesen Tagen erhalten die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bernau in Brandenburg Post von der größten Gesundheitsstudie in Deutschland, der Nationalen Kohorte (NAKO). Prof. Tobias Pischon, Leiter des Studienzentrums Nord der Nationalen Kohorte Berlin-Brandenburg und Sprecher des Clusters Berlin-Brandenburg vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und Studienärztin Sabine Mall laden mit ihrem Brief zur Teilnahme an dieser Gesundheitsstudie ein. Ziel der Studie ist es, die Prävention, Früherkennung und Therapie von Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenz und Infektionen zu verbessern.

 

Nr. 1/ 7. Januar 2015

Erneut ERC-Förderung für MDC-Diabetesforscherin Dr. Francesca Spagnoli

Lassen sich Leberzellen des Menschen in Bauchspeicheldrüsenzellen umprogrammieren? Dieser Frage geht die Diabetes-Forscherin Dr. Francesca Spagnoli vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch mit Hilfe einer „Proof-of-Concept“ (PoC)-Förderung des Europäischen Forschungsrats (engl. Abk. ERC) nach. Diese Förderung geht nur an Forscher, die bereits vom ERC gefördert wurden. Sie beträgt 150 000 Euro, hat eine Laufzeit von zwei Jahren und soll helfen, die Forschung in die Anwendung zu bringen. Dr. Spagnoli ist eine von 50* PoC-Empfängern 2014. Bereits 2009 hatte sie einen ERC Starting Grant von einer Million Euro für ihre Forschung erhalten.