ECRC-Nachrichten 2015

21. Dezember 2015

Den Ursachen für Herzmuskelverdickung auf der Spur

Molekularer Signalweg entschlüsselt

Für das Wachstum und die Entwicklung des Herzens in frühen Entwicklungsphasen sind bestimmte Gene verantwortlich. Werden diese im späteren Leben reaktiviert, kommt es zu einer krankhaften Verdickung des Herzmuskels. Den verantwortlichen molekularen Mechanismus haben jetzt Wissenschaftler der CharitéUniversitätsmedizin Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Rickert-Sperling entschlüsselt. Die Studie, publiziert im Fachjournal Nucleic Acids Research*, ist die erste, die die Rolle eines bestimmten Schlüsselproteins bei dieser weit verbreiteten Form von Herzerkrankungen zeigt.

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14. Dezember 2015

Plötzlicher Herztod: Studie zu besserer Risikoeinschätzung

Eine der häufigsten Ursache für einen plötzlichen Herztod bei jungen Menschen ist eine genetisch bedingte Erkrankung, die so genannte hypertrophe Kardiomyopathie (HCM). Wie hoch das Risiko der Patienten für einen plötzlichen Herztod ist, ist mit heutigen Methoden nur schwer einzuschätzen. Die National Institutes of Health (NIH) haben eine großangelegte internationale Studie initiiert, die die Risikoeinschätzung deutlich verbessern soll. Die Hochschulambulanz für Kardiologie am Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin übernimmt die Leitung für die klinische Prüfung der beteiligten Forschungseinrichtungen mit MRT-Expertise in Deutschland.

6. November 2015

Neurodermitis-Gene beeinflussen auch andere Allergien

Die typische Allergiker-Karriere beginnt im frühen Kindesalter mit der Haut: Auf Neurodermitis folgen Nahrungsmittelallergien, Asthma und später dann Heuschnupfen. Eine Gruppe von Forscherinnen und Forschern aus Berlin um die Wissenschaftler Dr. Ingo Marenholz und Prof. Young-Ae Lee vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat zusammen mit vielen internationalen Kollegen sieben genetische Risikoregionen für so eine Allergie-Entwicklung identifiziert. Der Krankheitsverlauf wird „atopischer Marsch“ genannt. Zwei der sieben Genregionen waren bislang unbekannt und betreffen spezifisch den Zusammenhang zwischen Neurodermitis und Asthma. Der Studie zufolge sind es insbesondere jene Genregionen, die bei Neurodermitis eine Rolle spielen, die dann das Risiko erhöhen, an weiteren Allergien zu erkranken. Die Studie umfasste nahezu 20.000 Menschen und erscheint im Fachjournal Nature Communications.

21. Oktober 2015

Zu viel Salz im Essen kann das Immunsystem aus dem Gleichgewicht bringen

Zu viel Salz im Essen kann das Immunsystem beeinflussen. In einer jetzt im Journal of Clinical Investigation*, veröffentlichten Studie weisen Dr. Katrina Binger, Matthias Gebhardt und Prof. Dominik Müller vom Experimental Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin nach, dass erhöhter Salzkonsum bei Nagern zu verzögerter Wundheilung führt: Zu viel Salz bringt das Immunsystem aus seinem Gleichgewicht. Zugleich gelang es ihnen, den dahinterstehenden Mechanismus aufzuklären.

20. Oktober 2015

Zehn neue genetische Risikoregionen für Neurodermitis entdeckt

Internationale Studie mit über 50 000 Neurodermitis-Patienten

In einer Megastudie haben jetzt Forscher aus Europa, Australien, Asien und Amerika zehn neue Risikoregionen für die chronisch entzündliche Hauterkrankung Neurodermitis entdeckt. Unter den Kandidatengenen für Neurodermitis stießen die Forscher auch auf Gene, die für das angeborene Immunsystem und für die Steuerung der T-Zellen des Immunsystems wichtig sind. Das unterstreicht nach ihrer Ansicht die Bedeutung des Immunsystems für die Entstehung der Neurodermitis. Mit den jetzt identifizierten neuen Risikoregionen sind insgesamt 31 Risikoregionen für Neurodermitis bekannt (Nature Genetics, doi:10.1038/ng3424).

31. August 2015

MDC- und Charité-Forscher: Mit Gen MACC1 Hochrisikopatienten mit Gallenwegskarzinom erkennen

Entscheidungshilfe für Leberoperationen

Gallenwegskrebs ist selten und wird meist zu spät erkannt. Helfen kann oft nur noch eine große Leberoperation, in seltenen Fällen auch eine Lebertransplantation. Aber welche Patienten profitieren von einer Operation und welche nicht, weil ihr Risiko, dass der Krebs wieder kommt, zu hoch ist? Mit dem Krebsgen MACC1 steht Ärzten jetzt erstmals eine Entscheidungshilfe für die Therapie dieses Tumors zur Verfügung. Ist die Aktivität von MACC1 niedrig, haben die Patienten eine gute Therapiechance und eine höhere Lebenserwartung. Ist das Gen hochreguliert, ist das Rückfallrisiko hoch. Das ist das Fazit einer Studie von Andri Lederer und Prof. Ulrike Stein vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin auf dem Campus Berlin-Buch (Hepatology; 2015;62:841-850)*.

10. August 2015

Skelettmuskelschwund bei Herzschwäche

MDC- und Charité-Forscher klären Mechanismus auf

Es ist paradox: Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche (Herzinsuffizienz) verlieren an Skelettmuskelmasse, während sich ihr Herzmuskel dagegen vergrößert, um den Körper noch ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff zu versorgen. Seit langem ist bekannt, dass bei diesem Prozess ein Eiweiß, das Angiotensin II, eine unrühmliche Rolle spielt, jedoch war bisher nicht klar, wie dieser Prozess genau vor sich geht. In siebenjähriger Puzzlearbeit ist es jetzt dem Biologen Dr. Philipp Du Bois und dem Kardiologen PD Dr. Jens Fielitz vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin in Zusammenarbeit mit dem Molekularbiologen Prof. Eric N. Olson vom Southwestern Medical Center der University von Texas, Dallas, USA, gelungen, den Vorgang zu entschlüsseln und neue Angriffspunkte für die Therapie aufzuzeigen (Circulation Research, doi: 10.1161/CIRCRESAHA.114.305393)*.

3. August 2015

Neue Rolle von ursprünglichem Herz-Kreislaufmolekül für das Immunsystem entdeckt

Er wurde erst vor wenigen Jahren in der Herz-Kreislauf-Forschung entdeckt und allmählich kristallisiert sich heraus, dass er für die Entwicklung der verschiedensten Zellen des Organismus unverzichtbar ist. Die Rede ist von dem (Pro)Renin-Rezeptor (PRR). Jetzt haben Sabrina Geisberger, Dr. Ulrike Maschke, Dr. Katrina J. Binger, Prof. Dominik N. Müller (alle vom Experimental and Clinical Research Center des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin) sowie Dr. Mark D. Wright von der Monash Universität in Prahran, Australien, gezeigt, dass dieser Rezeptor auch eine wichtige Rolle für die Entwicklung der T-Zellen des Immunsystems spielt (Blood, 126(4):504-507)*.

11. Mai 2015

MDC- und Charité-Forscher identifizieren Gen, das Bluthochdruck und Kurzfingrigkeit auslöst

Die Betroffenen haben ererbten Bluthochdruck und zugleich eine Skelettfehlbildung (Brachydaktylie Typ E). Sie sterben vor dem 50. Lebensjahr, wenn ihr Bluthochdruck nicht behandelt wird. Nach mehr als 20 Jahren Arbeit haben Forscherinnen und Forscher vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des MDC Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft und der Charité – Universitätsmedizin Berlin jetzt das Gen identifizieren können, das dieses ungewöhnliche und seltene Krankheitsbild auslöst. In sechs, nicht miteinander verwandten Familien entdeckten sie sechs unterschiedliche Punktmutationen in dem Gen PDE3A. Diese Mutationen führen stets zu Bluthochdruck und zu verkürzten Knochen der Extremitäten, insbesondere der Mittelhand- und Mittelfußknochen. Damit haben sie den ersten vererbten von Salz unabhängigen Bluthochdruck entschlüsselt. Er basiert nicht auf der Rückresorption von Salz durch die Niere sondern auf dem Aufbau und der Funktion der Gefäßwand (Nature Genetics online, 

doi:10.1038/ng.3302)*.

17. März 2015

MDC- und Charité-Forscher schärfen das Immunsystem gegen Krebs

Forschern des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Berlin-Buch, ist es gelungen, Zellen des Immunsystems im Labor so aufzurüsten, dass sie Krebszellen ganz gezielt erkennen und zerstören können. Die Ergebnisse der Forschungen von Matthias Obenaus, Prof. Thomas Blankenstein (MDC und Charité), Dr. Matthias Leisegang (MDC) und Prof. Wolfgang Uckert (Humboldt-Universität zu Berlin und MDC) sowie Prof. Dolores Schendel (Medigene AG, Planegg/Martinsried) sind jetzt in Nature Biotechnology online (doi:10.1038/nbt.3147)* erschienen.

17. März 2015

Familienbüro mit Kinderzimmer im ECRC von MDC und Charité eröffnet

Was tun, wenn Mutter oder Vater zur Arbeit müssen aber niemanden haben, der sich um ihr Kind kümmert? Ab 17. März dieses Jahres können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin ihren Nachwuchs mit zur Arbeit nehmen und in dem jetzt eröffneten Familienbüro betreuen. Ermöglicht hat das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Mittel aus dem Sonderforschungsbereich TR36 von Prof. Thomas Blankenstein dafür zur Verfügung gestellt hat. Gestaltet und eingerichtet hat die eineinhalb Räume – ein Kinderzimmer und einen Computerarbeitsplatz für die Eltern – die Malerin und Zeichnerin Franziska Peter, die auf Wandgestaltungen im privaten und öffentlichen Raum spezialisiert ist.

10. März 2015

Salz bringt das Immunsystem in der Haut gegen Infektionen auf Trab

Zu viel Salz im Essen ist ungesund. Es löst nicht nur Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Krankheiten aus, sondern fördert auch die Entstehung von Autoimmunerkrankungen. Jetzt haben Dr. Jonathan Jantsch, Valentin Schatz (bisher Universität Erlangen-Nürnberg, FAU, jetzt Universität Regensburg) sowie Prof. Friedrich Luft (Experimental and Clinical Research Center, ECRC, des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin, MDC, Berlin-Buch) und Prof. Jens Titze (FAU und Vanderbilt University, Nashville, USA) gezeigt, dass hoher Salzkonsum jedoch auch die Fresszellen (Makrophagen) des Immunsystems auf Trab bringt, die bei Mäusen bakterielle Infektionen der Haut bekämpfen. Auch bei Patienten sammelt sich Salz verstärkt um Entzündungsherde der Haut an (Cell Metabolism, http://dx.doi.org/10.1016/j.cmet.2015.02.003)*.

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