Nr. 30/ 21. Dezember 1993

Neuberufungen am Max-Delbrück-Centrum

13 neue Forschungs- und Arbeitsgruppenleiter, darunter drei Bucher Wissenschaftler, sind jetzt an das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch berufen worden. Damit ist die Strukturierung des vor knapp zwei Jahren gegründeten Forschungszentrums MDC weitestgehend abgeschlossen.

Nr. 29/ 13. Dezember 1993

Qualitätskontrolle für Proteine

Die Informationen für den Aufbau einer Zelle liegen im Erbgut. Mit Hilfe dieser Infonnation werden die Proteine, die Bau- und Betriebsstoffe der Zelle, aufgebaut. Proteine sind kettenfönnige Moleküle, die aus einzelnen Bausteinen, den Aminosäuren, bestehen. Die Reihenfolge der Aminosäuren bestimmt die räumliche Faltung der Proteinkette und damit auch ihre Funktion. Ist diese räumliche Struktur gestört, spricht man von einem abnonnalen und defekten Protein.

Nr. 26/ 18. November 1993

Erstmals Max-Delbrück-Stipendium vergeben

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch hat jetzt erstmals das Max-Delbrück-Stipendium vergeben. Die beiden ersten Stipendiaten sind die Biologen Dr. Alexander Gasch, Rockefeller University New York, und Dr. Claudine Eder, Eberhardt-Karls-Universität Tübingen. Beide Wissenschaftler werden mit dem Stipendium für jeweils ein Jahr gefördert.

Nr. 25/ 12. November 1993

Artur-Pappenheim-Preis an Bucher Wissenschaftlerin

Der menschliche Organismus besteht aus Milliarden von Zellen. Das Zusammenspiel dieser Zellen muß präzise aufeinanderabgestimmt sein. Geraten auch nur einige wenige Zellen aus dem Takt. können die Folgen fatal sein. So können zum Beispiel bösartige Wucherungen, Krebserkrankungen. ausgelöst werden.

Nr. 24/ 8. Oktober 1993

Hormone und das Herz

Japanischer Hormonforscher Imura besucht MDC

Ein gesundes Herz schlägt 75mal in der Minute. Es zieht sich alle 0,4 Sekunden zusammen und erschlafft wieder. Gesteuert wird das Schlagen des Herzens von einer Reihe verschiedener Hormone, die in anderen Organen gebildet werden. Dazu gehören zum Beispiel das Schilddrüsenhormon oder das Wachstumshormon der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), genauer des Hypophysenvorderlappens.

Nr. 23/ 8. Oktober 1993

Kooperationsvertrag zwischen Humboldt Universität Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin

Die Humboldt-Universität Berlin und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch haben jetzt einen Vertrag geschlossen, der eine engere Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen in Lehre und Forschung ermöglicht. Ziel ist, die medizinische Forschung in der Universität als auch in außeruniversitären Instituten zu stärken. Der Kooperationsvertrag sieht unter anderem vor: gemeinsame Berufung von Professoren, die Bestellung von Honorarprofessoren, die Erteilung von Lehraufträgen, gemeinsame wissenschaftliche Forschungsprojekte und Veranstaltungen sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Nr. 22/ 5. Oktober 1993

Den genetischen Ursachen des Bluthochdrucks auf der Spur

In den Industriestaaten leidet jeder vierte an Bluthochdruck (Hypertonie). Rund 60 Prozent der Betroffenen haben ihre Anfälligkeit dafür geerbt. Die Betroffenen sind von Herzinfarkt und Hirnschlag, von Arterienverkalkung und Nierenschäden bedroht. Wissenschaftler vermuten, daß an der Entstehung des Bluthochdrucks - von Hypertonie spricht die Medizin wenn der Normalwert 140/90 überschritten wird mehrere Gene (Informationseinheiten der Erbsubstanz DNA) beteiligt sind. Offenbar genügt aber auch eine einzige Genveränderung, um den Blutdruck in die Höhe zu treiben, wie jüngst eine Studie in den USA zeigte. Auf der Basis dieser neuen Erkenntnisse sind Wissenschaftler dabei, blutdrucksenkende Medikamente zu entwickeln, die in die genetischen Steuerungsmechanismen eingreifen.

Nr. 21/ 27. September 1993

Prof. Birchmeier neuer Forschungsgruppenleiter am MDC

Entdeckte Mechanismus der Metastasenbildung

Der Zellbiologe Prof. Dr. Walter Birchmeier vom Tumorzentrum des Universitätsklinikums Essen hat jetzt seine Forschungsgruppe am MDC etabliert. Birchmeier ist Forschungsgruppenleiter am MDC - das entspricht einer C4-Professur an einer Universität - und bereits seit Anfang diesen Jahres für das MDC tätig. Er war bereits 1992 in der ersten Berufungsrunde an das MDC berufen worden. Von den insgesamt zehn Stellen für Forschungsgruppenleiter am MDC waren damit 1992 drei besetzt. Die beiden anderen sind Prof. Ernst-Georg Krause aus Berlin-Buch und Prof. Detlev Ganten (MDC-Direktor) von der Universität Heidelberg. Ganten geht davon aus, daß nach der zweiten Berufungsrunde im Herbst diesen bzw. Frühjahr kommenden Jahres 13 weitere Leitungspositionen, darunter vier C4 Stellen, besetzt werden. Derzeit sind am MDC rund 400 Mitarbeiter beschäftigt, davon 133 Wissenschaftler.

Nr. 20/ 29. Juli 1993

Seehofer: Gentechnik Schlüsseltechnologie von morgen

Besuch am Max-Delbrück-Centrum

"Es ist keine Frage mehr, daß die Gentechnik eine Schlüsseltechnologie von morgen sein wird. Insbesondere in der Medizin sind mit ihr große Hoffnungen verbunden." Diese Ansicht vertrat Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag (29. Juli) bei einem Besuch des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, einer Modelleinrichtung des Bundes und des Landes Berlin zur Förderung der Klinischen Forschung. Der Minister begrüßte die besondere Leistung dieser Einrichtung, da sie Forschung mit dem konkreten Krankenhausalltag verbinde. Es müsse alles getan werden, so Seehofer, die Chancen der Gentechnik zu nutzen. Dies nicht zu tun, sei ethisch nicht vertretbar. Zugleich warnte er jedoch davor, unbegründete Hoffnungen zu wecken.

Nr. 19/ 12. Juli 1993

Clawiter-Preis an Forscher aus Buch und Heidelberg

Für ihre Forschungen über den Bluthochdruck (Hypertonie) haben Dr. Martin Paul und Dr. Jürgen Wagner am Mittwoch den "Walter-Clawiter-Preis" erhalten. Die mit insgesamt 20 000 Mark dotierte Auszeichnung wurde den beiden Wissenschaftlern, die am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch und an der Universität Heidelberg arbeiten, in Düsseldorf überreicht.

Nr. 18/ 12. Mai 1993

Trimm-Dich-Pfad im Max-Delbrück-Centrum

Mit einem Fest für Mitarbeiter und die Bucher Bevölkerung ist am Mittwoch, den 12. Mai, ein Trimm-Dich-Pfad auf dem Gelände des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch eröffnet worden. Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) Berlin spendete im Rahmen der Gesundheitsförderung 10.000 Mark für die Sportgeräte dieses Trimm-Dich-Pfads.

Nr. 17/ 10. Mai 1993

Chemotherapie - ja oder nein?

Die Frage, ob eine Chemotherapie nach einer Krebsoperation sinnvoll ist oder nicht, ist für den Patienten und auch für den behandelnden Arzt häufig schwer zu entscheiden. Hilfestellung kann eine Technik geben, die im Fachjargon NMR genannt wird (vom englischen Nuclear Magnetic Resonance - Magnet-Resonanz). Sie basiert auf der Ausrichtung der Atomkerne im Magnetfeld. Damit ist es möglich, Stoffwechselvorgänge im Organismus kontinuierlich zu beobachten. So kann ein Arzt kontrollieren, ob ein Tumor auf bestimmte Medikamente anspricht, die die Krebszellen zerstören, oder nicht. Ein Arzt kann dann sofort - noch während der Untersuchung - entscheiden, ob die Therapie weitergeführt werden sollte oder abgebrochen werden muß, weil der Tumor resistent ist. Zum Vergleich: mit bisher eingesetzten Tumormarkern, Röntgen-, Ultraschall- oder endoskopischen Untersuchungen, ist eine Aussage über die Wirksamkeit einer Chemotherapie erst nach Wochen möglich. Zudem ist die NMR-Untersuchung für den Patienten äußerst schonend - es ist kein Eingriff nötig und es tritt keine Strahlenbelastung auf.

Nr. 13/ 20. April 1993

Biosensoren aus Buch - Technologie von Weltformat

Herzoperationen bedeuten für den betroffenen Patienten Streß. Nicht nur für ihn, sondern auch für seinen Organismus. Seit kurzem können Herzchirurgen mit Hilfe von Meßfühlern (Biosensoren) noch während der Operation feststellen, wie belastet der Organismus des Patienten ist und rechtzeitig gegensteuern, wenn erforderlich. Eingriffe am offenen Herzen können so sicherer gemacht werden. Mit dem Biosensor messen die Ärzte den Anteil von Milchsäure (Lactat) im Blut und können so einen unter Umständen lebensbedrohlichen Sauerstoffmangel in den Herzzellen erkennen. Milchsäure sammelt sich dann im Muskelgewebe an, wenn der Organismus wegen körperlicher Überlastung (die Folge ist ein Muskelkater) oder mangelnder Blutzufuhr nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Ein Prototyp des Geräts wird zur Zeit an der Universität Bonn zur Kontrolle des Herzstoffwechsels bei Belastungsuntersuchungen mit einem Katheter erprobt. Mit diesen Untersuchungen können die Ärzte feststellen, wie weit sich ein Herzpatient körperlich betätigen kann, ohne sich zu gefährden. Der Lactat-Biosensor wird auch in der Sportmedizin eingesetzt. Mit einem dieser Sensoren können mehrere tausend Messungen gemacht werden.

Nr. 12/ 20. April 1993

Solidarpakt zum Aufbau der Wissenschaft in neuen Bundesländern gefordert

Einen Solidarpakt zum Aufbau von Wissenschaft und Forschung in den neuen Bundesländern hat der Direktor des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, Prof. Detlev Ganten, am Dienstag auf der Wissenschaftspressekonferenz in Bonn gefordert. Der von der Universität Heidelberg kommende Pharmakologe, der seit über einem Jahr das MDC leitet, sagte, "die Politik müsse klare Akzente zur Förderung der Wissenschaft und Forschung zu diesem historischen Zeitpunkt unserer Geschichte setzen, da die Zukunft der Bundesrepublik von der Innovationskraft der Technik und der Leistungsfähigkeit der Wissenschaft abhängt." Die Wissenschaft dürfe aber nicht nur auf die Politik alleine warten, sondern müsse selber vermehrt Verantwortung übernehmen. Dazu gehört u. a. auch die aktivere Mitarbeit der großen Forschungsorganisationen und der einzelnen Wissenschaftler am Aufbau einer forschungs- und wissenschaftsfreundlichen Infrastruktur mit allen ihren komplexen Aspekten in Deutschland.

Nr. 11/ 11. April 1993

Biosensoren gefragt in Ost und West: Erfolgreiche Unternehmensgründung von Bucher Wissenschaftlern

Eine für die neuen Bundesländer beispielhafte Karriere als Wissenschaftler und Unternehmer hat Prof. Frieder Scheller in Berlin-Buch gemacht. Scheller, der seit über zwanzig Jahren Biosensoren entwickelt und auf diesem Gebiet, auf dem die DDR führend war, weltweit anerkannt ist, hat jetzt zusammen mit seinen Mitarbeitern ein eigenes Unternehmen gegründet die "BioSensorTechnologie GmbH".

Nr. 10/ 26./27. März 1993

Internationales Symposium zur Gen-Therapie in Berlin-Buch

Rund 200 Wissenschaftler aus dem In-und Ausland sind Ende März in Berlin-Buch auf einem internationalen Symposium zur Gentherapie zusammengekommen. Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin Buch standen folgende Bereiche: Tiermodelle zum Studium von Erbkrankheiten und deren Ursachen, wie zum Beispiel die Untersuchung von Bluthochdruck an sogenannten transgenen Ratten; das Einbringen von Genen in Körperzellen mit Hilfe von Gen-Taxis -sogenannten Vektoren -zu therapeutischen Zwecken; Modellsysteme für die Gentherapie.

Nr. 8/ 23. März 1993

Domagk-Preis an Bucher Wissenschaftler

Der mit insgesamt 20 000 Mark dotierte Gerhard-Domagk-Preis für Krebsforschung ist in diesem Jahr drei Wissenschaftlern des Max-Delbrück-Centrums (MDC) für Molekulare Medizin Berlin-Buch sowie drei Chirurgen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zuerkannt worden. Die Auszeichnung der in Münster ansässigen Stiftung geht an Prof. Heinz Bielka, Dr. Rainer Benndorf und Dr. Matthias Gaestel vom MDC sowie an Dr. Joachim Jähne, Prof. Hans-Joachim Meyer und Prof. Rudolf Pichlmayr von der MHH.

Nr. 6/15. März 1993

Zielwert 140/90

In den Industriestaaten leidet jeder vierte unter Bluthochdruck. Von Bluthochdruck, Hypertonie, sprechen die Ärzte, wenn der Normalwert von 140/90 überschritten wird. Die Mehrzahl der Bluthochdruck-Kranken - rund 60 Prozent - haben ihre Anfalligkeit dafür geerbt. Sie sind von Herzinfarkt und Hirnschlag, von Arterienverkalkung und Nierenschäden bedroht.

Nr. 5/9. März 1993

DFG-Förderprogramm für über vierzigjährige Wissenschaftler in den neuen Bundesländern

Eine neues Förderprogramm für Wissenschaftler im Alter ab 42 Jahren aus den neuen Bundesländern hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn eingerichtet. Damit können Wissenschaftler dieser Altersgruppe, denen sowohl von den Ehrenkommissionen als auch von den Fachkommissionen persönliche Eignung bescheinigt worden ist, in in bereits positiv beurteilte DFG-Projekte aufgenommen werden. Darauf hat DFG-Präsident Prof. Wolfgang Frühwald bei einem Besuch im Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch hingewiesen. Für diese Altersgruppe ist die Gefahr besonders hoch, aufgrund der Reduzierung der Stellenpläne in der Wissenschaft nicht weiter beschäftigt zu werden.

Nr. 4/1. März 1993

Das Max-Delbrück-Centrum (MDC) für Molekulare Medizin - einzigartige Verbindung von Grundlagenforschung und klinischer Forschung

Das Max-Delbrück-Centrum (MDC) für Molekulare Medizin ist eine im vereinigten Deutschland einzigartige Forschungseinrichtung - sie verbindet molekulare Grundlagenforschung mit klinischer Forschung. Das MDC knüpft damit an eine bereits in der ehemaligen DDR geübte Forschungstradition an.

Nr. 3/ 26. Februar 1993

Prof. Ganten in Polnische Akademie der Wissenschaften gewählt

Prof. Detlev Ganten, Gründungsdirektor des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch ist zum auswärtigen korrespondierenden Mitglied der Medizinischen Fakultät der Polnischen Akademie der Wissenschaften gewählt worden. Dies teilten Prof. Jozef Skapski und Prof. Adam Bielanski von der Polnischen Akademie in Krakau jetzt mit. Mit der Wahl Gantens sollen seine wissenschaftlichen Arbeiten über den Bluthochdruck (Hypertonie) sowie sein Engagement für die polnische Wissenschaft und Kultur gewürdigt werden.

Nr. 1/ 19. Januar 1993

Auszeichnung für Jens Reich als Wissenschaftler und Essayist

Prof. Jens Reich, Molekularbiologe am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und Mitbegründer der Bürgerrechtsbewegung Neues Forum in der ehemaligen DDR, erhält den neugestifteten "Anna-Krüger-Preis des Wissenschaftskollegs zu Berlin". Reich ist der erste Träger dieser mit 50 000 Mark dotierten Auszeichnung. Er arbeitet am MDC und leitet dort die Arbeitsgruppe Bioinformatik, die sich mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms und ihrer Erfassung in Datenbanken befaßt.