Nr. 12 / 3. März 2016

Martin Lohse wird Vorstandsvorsitzender und wissenschaftlicher Direktor des Max-Delbrück-Centrums


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Professor Martin Lohse ist neuer Vorstandsvorsitzender und wissenschaftlicher Direktor des MDC.

Foto: Bettina Flitner

Der Aufsichtsrat des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat Prof. Dr. Martin Lohse zum Vorsitzenden des Vorstandes und wissenschaftlichen Direktor des MDC bestellt. Der Würzburger Pharmakologe wird sein Amt am 1. April antreten.

„Mit Herrn Professor Lohse gewinnen wir einen hervorragenden Wissenschaftler, der die Brücke von der Grundlagenforschung in die klinische Praxis schlägt. So sollen Fortschritte in der lebenswissenschaftlichen Forschung schneller der Gesundheit der Menschen zugute kommen“, sagte Staatssekretär Dr. Georg Schütte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Berlins Forschungssenatorin Cornelia Yzer sagte: „Wir freuen uns sehr, einen so hoch angesehenen Forscher und Wissenschaftsmanager für diesen wichtigen Posten zu gewinnen.“

Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, sagte: „Martin Lohse ist ein national und international hoch geschätzter und erfahrener Kollege und wird mit seinem wissenschaftlichen Know-how und seiner Führungserfahrung eine große Bereicherung für unsere Gemeinschaft und für den Standort Berlin sein. Wir haben jetzt eine herausragende Persönlichkeit gefunden.“ Wiestler dankte Prof. Dr. Thomas Sommer, der nach dem Ausscheiden von Prof. Dr. Walter Rosenthal das MDC als kommissarischer wissenschaftlicher Vorstand leitete: „Ich danke Herrn Sommer ausdrücklich für die hervorragende Arbeit in dieser anspruchsvollen Funktion“, sagt Wiestler. „Er hat sich mit großem Einsatz und fachlichem Können dieser Aufgabe gewidmet.“

Martin Lohse freut sich sehr auf die Zusammenarbeit „mit so vielen herausragenden Kolleginnen und Kollegen in zukunftsweisenden Feldern der molekularen Medizin“. Er fügt hinzu: „Was mich am MDC schon immer beeindruckt hat, ist die überall zu spürende Begeisterung für die Grundlagenforschung mit dem Ziel einer medizinischen Anwendung.“ Die Translation sei eine Kernaufgabe des MDC. „Die langjährige Zusammenarbeit mit der Charité, den Universitäten und den vielen weiteren Forschungseinrichtungen in Berlin wollen wir ausbauen. Dazu eröffnet uns das Berliner Institut für Gesundheitsforschung ganz neue Wege“, sagt Martin Lohse. Ein besonderes Anliegen ist dem Pharmakologen die Nutzung von Forschungsergebnissen. Dazu will er Ausgründungen auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften und Biotechnologie fördern.

Prof. Dr. Martin Lohse (59) ist Vizepräsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Bis vor kurzem war er Vizepräsident für Forschung der Universität Würzburg. Der Mediziner ist Experte für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Seine Forschungsschwerpunkte sind Mechanismen der zellulären Signalverarbeitung und Arzneimittelwirkungen an Rezeptoren. Von 2003 bis 2008 war Martin Lohse Mitglied im Nationalen Ethikrat. Er hat drei Biotechnologiefirmen gegründet und ist seit 2001 Gründungssprecher des Rudolf-Virchow-Zentrums, des DFG-Forschungszentrums für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg. Für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses hat er sich seit 2003 als Direktor der Graduiertenschulen seiner Universität engagiert.

Lohse studierte an den Universitäten Göttingen, London und Paris Medizin und Philosophie. Am Max‐Planck‐Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen fertigte er seine Dissertation in Neurobiologie an. Weitere Stationen führten ihn nach Bonn, Heidelberg, an die Duke University in Durham (USA) und nach München an das Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München und des  Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried bei München. Seit 1993 ist er Professor an der Universität Würzburg und Vorstand des dortigen Instituts für Pharmakologie und Toxikologie. Für seine Forschungen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und zweimal die Förderung durch den europäischen Forschungsrat, ERC. Seit mehr als zwei Jahrzehnten hat er sich in nationalen und internationalen Wissenschaftsorganisationen engagiert; unter anderem war er an den Entscheidungen der Exzellenzinitiative beteiligt.

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde im Januar 1992 auf Empfehlung des Wissenschaftsrats gegründet, um molekulare Grundlagenforschung mit klinischer Forschung zu verbinden. Es wurde nach dem Physiker, Biologen und Nobelpreisträger Max Delbrück benannt. Das MDC hat derzeit mehr als 1.600 Beschäftigte aus nahezu 60 Ländern, davon sind mehr als 1.300 in der Wissenschaft tätig. Das Budget des MDC beträgt über 80 Millionen Euro, hinzu kommen von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eingeworbene Drittmittel in zweistelliger Millionenhöhe. Das MDC wird, wie alle Helmholtz-Einrichtungen, zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Sitzland finanziert.

 

Kontakt

Josef Zens

Pressesprecher

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