Jeanne Mammen

Jeanne Mammen (1890-1976) und Max Delbrück verband seit 1935 eine enge Freundschaft.
Bei seiner Emigration 1937 vertraute sie Max Delbrück einige Bilder und Aquarelle an, die er mit in die USA nahm. Nach Kriegsende unterstützte er die Künstlerin mit CARE-Paketen, die neben Lebensmitteln auch Dinge des künstlerischen Bedarfs enthielten. Bis zum Tod von Jeanne Mammen war die gegenseitige Inspiration von Kunst und Wissenschaft zentraler Bestandteil ihrer Freundschaft.

Junger Mann mit Schal

Junger Mann mit Schal (Portrait Max Delbrück), um 1935-40, Tempera auf Karton


Von Jeanne Mammen konnten im Rahmen des “Projekts Skulpturenpark” die Bilder “Junger Mann mit Schal”, “Der Würgeengel” (um 1939-42, Tempera auf Karton) und “Photogene Monarchen” (um 1967, Öl und Stanniol auf Karton) sowie die Skulpturen “Frauenkopf” (um 1939, Bronze), "Krieger II" (um 1945-49, Bronze), "Kleiner Kopf" (um 1945, Bronze), "Trompete" (um 1940, Bronze) und “Männerkopf” (um 1945-1949, Bronze) erworben werden.

 

Jeanne-Mammen-Saal

Jeanne-Mammen-Saal des
Max-Delbrück-Centrums

Die Ausgestaltung des Tor-hauses am Eingang zum Campus Berlin-Buch und des darin befindlichen Jeanne- Mammen-Saales fand in enger Zusammenarbeit mit der Jeanne-Mammen-Gesellschaft statt, deren Umbenennung in "Förder verein der Jeanne-Mammen-Stiftung e.V." 2003 vollzogen wurde.
In permanenter Ausstellung sind hier Werke der Künstlerin zu sehen. Die Leihgaben sind vor einiger Zeit dem MDC übereignet worden.

 

Jeanne Mammen

Jeanne Mammen bei der Arbeit an der Plastik “Männerkopf”

Jeanne Mammen bei der Arbeit an der Plastik “Männerkopf”,
(undatiert, um 1945-1949)

 

1890 in Berlin geboren, in Paris aufgewachsen; 1906 zusammen mit Schwester Marie Louise Eintritt in die renommierteste private Kunstschule von Paris, das Damenatelier der Académie Julian; 1908 gemeinsames Studium an der Académie Royale des Beaux-Arts in Brüssel und an der Sculoa Libera der Villa Medici in Rom;

1912 gemeinsames Atelier in Paris; 1914 Ausbruch des Ersten Weltkriegs, Flucht der Familie Mammen aus Frankreich in die Niederlande; ab 1915 in Berlin ansässig; Atelier der Mammen-Schwestern am Kurfürstendamm 29; Aquarelle und Zeichnungen für Magazine und Witzblätter; 1930 erste Einzelausstellung Jeanne Mammens in Berlin; 1933 letzte Ausstellung; Begegnung mit dem Physiker und Biologen Max Delbrück; arbeitet als "Gebrauchsgraphikerin" und Schaufensterdekorateurin, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen; malt kubistisch-expressionistische Bilder. Sommer 1945 erste Ausstellung "Antifaschistische Maler und Bildhauer stellen aus" mit Werken von Jeanne Mammen, 1947 erste Einzelaustellung; Delbrück, seit 1937 in den USA, hilft materiell in den Nachkriegsjahren; 1976 stirbt Jeanne Mammen in Berlin; ihr Atelier ist heute Museum und wird von dem Förderverein Jeanne-Mammen-Stiftung e.V. betreut.

Weitere Informationen:

Förderverein der Jeanne-Mammen-Stiftung e.V.
Kurfürstendamm 29, 10719 Berlin