Milz mit fluoreszierenden B-Zellen

AG Blois

Signalnetzwerke des plazentalen Glycocodes: Auswirkungen auf die maternale und fötale Gesundheit

Profil

Wir erforschen, wie Zuckerketten an der Zelle die Plazenta-Entwicklung und Komplikationen während und nach der Schwangerschaft beeinflussen. 

Der Fokus liegt dabei auf verzweigten Ketten aus verschiedenen Zuckerarten, die sich auf der Oberfläche der Zelle befinden und Glykane genannt werden. Die Abfolge der Zucker bildet eine Art „Code“ und dient damit der Kommunikation zwischen dem Innenraum der Zelle und ihrer Umgebung. Sie steuert auch verschiedene biologische Vorgänge, einschließlich des Immunsystems.

Unsere Forschung soll besseren Diagnoseverfahren und individualisierten Therapien gegen Schwangerschaftskomplikationen den Boden bereiten.

Die Forschungsgruppe wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG ) im Rahmen des Heisenberg-Programms gefördert und ist am Experimental and Clinical Research Center (ECRC ) von MDC und Charité angesiedelt.

Forschung

Wir wollen herausfinden, welche Glyko-Signale zwischen Mutter und Plazenta das Risiko für Fettleibigkeit oder Herzerkrankungen bei dem Nachwuchs steigern. Uns interessiert auch, wie Wechselwirkungen der Glykane mit ihren Bindungspartnern, den Galectinen, die Entwicklung und Funktion der Plazenta beeinflussen.

In den Projekten am MDC werden wir analysieren, wie sich der „Glyko-Code“ mit der Zeit verändert, und zwar sowohl in gesunden wie in krankhaft veränderten Plazenten. Zudem wird sie die Zusammensetzung der Glykan-Ketten im mütterlichen Blutkreislauf charakterisieren.

Publikationen

Chen Q, Pang PC, Cohen ME, Longtine MS, Schust DJ, Haslam SM, Blois SM, Dell A, Clark GF.
Evidence for Differential Glycosylation of Trophoblast Cell Types.
Mol Cell Proteomics. 2016 Jun;15(6):1857-66.

Freitag N, Tirado-González I, Barrientos G, Herse F, Thijssen VL, Weedon-Fekjær SM, Schulz H, Wallukat G, Klapp BF, Nevers T, Sharma S, Staff AC, Dechend R, Blois SM.
Interfering with Gal-1-mediated angiogenesis contributes to the pathogenesis of preeclampsia.
Proc Natl Acad Sci U S A. 2013 Jul 9;110(28):11451-6.