Lassen Sie uns reden

Transparent kommunizieren

Offen und proaktiv über Tierversuche zu kommunizieren, ist am MDC seit vielen Jahren selbstverständlich. Wir erläutern der Öffentlichkeit Fragestellungen, Methoden und Erfolge der Forschung mit Tieren und tragen so zum besseren Verständnis von wissenschaftlichen Prozessen bei.

Ein Erfolg in der Krebsforschung, sich selbst erneuernde Zellen im Herzen, grundlegend neue Erkenntnisse darüber, wie Säugetiere Vibrationen oder Temperaturen empfinden – es wäre leicht, bei so wichtigen Erkenntnissen Themen ein wesentliches Detail wegzulassen oder es unverfänglich als „in-vivo-Experiment“ zu beschreiben. Am MDC verzichten wir bewusst auf solche Formulierungen. Wir kommunizieren offen und transparent, wenn dieses Wissen zumindest teilweise auf Tierversuchen basiert. Und wir erklären, warum diese Experimente notwendig sind. In unserem Newsroom markieren wir zum Beispiel Beiträge, die sich speziell mit dem Thema Tierversuche beschäftigen, mit dem Schlagwort „Tierversuche“. So sind sie leicht auffindbar.

Eine Frage der Haltung

Die proaktive Kommunikation über Tierversuche und das 3R-Prinzip ist für uns eine Haltung, der wir treu bleiben. Wir wollen mit dieser Transparenz Fakten liefern und so den Dialog versachlichen, stellen uns aber auch Kritik. Dazu gehört, dass wir Journalist*innen in unsere Tierhäuser einladen, die Fragen von Schüler*innen beantworten, Gesprächsrunden mit Politiker*innen organisieren, Podiumsdiskussionen für die Öffentlichkeit veranstalten, Statistiken veröffentlichen und vieles mehr. Damit fördern wir den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und tragen zum besseren Verständnis von wissenschaftlichen Prozessen bei.

Nachrichten

Beitrag vom 4. Mai 2020: Forschende am MDC haben das RBB ins Tierhaus eingeladen. Reporter Sven Oswald will wissen: Wie notwendig sind Tierversuche wirklich?

Unser Netzwerk

Mit dem Anliegen, Kommunikation und Aufklärung zu Tierversuchen und 3R in der Forschung zu fördern, sind wir nicht allein. Das Projekt „Tierversuche verstehen“ zum Beispiel ist eine Initiative der Allianz der Wissenschaftsorganisationen. Das Projekt hat ebenfalls das Ziel, einen Beitrag der Wissenschaft zur Versachlichung der Diskussion über Notwendigkeiten, Nutzen und Alternativen tierexperimenteller Forschung zu leisten. Die Initiative richtet sich an Öffentlichkeit und Medien und bietet auf ihrer Website vielfältiges Informationsmaterial an, vermittelt Expert*innen und ermöglicht Diskussionen. Das MDC trägt dazu bei, denn wir sind eine Einrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft, einem Mitglied der Allianz der Wissenschaftsorganisationen.

Das MDC ist zudem seit 2014 Mitglied der European Animal Research Association (EARA). Diese Vereinigung setzt sich dafür ein, die Öffentlichkeit besser über Tierversuche zu informieren. Ihr gehört in Deutschland neben dem MDC unter anderem auch die Max-Planck-Gesellschaft an.

Auch in Berlin haben wir viele Partner, die unsere Ziele teilen:

Archiv

In unserem Archiv finden Sie umfassende Informationen über Aktivitäten des MDC aus den vergangenen Jahren.

April 2013

Aktionswoche gegen Tierversuche

Oktober 2012

Parlamentarischer Abend des MDC im Humboldt Carré in Berlin-Mitte.

Drei große Themen standen im Mittelpunkt beim ersten Parlamentarischen Abend des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) im Oktober 2012: Tierversuche, die anstehende Kooperation von Charité und MDC im Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG) und das Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB). In kurzen Talkrunden stellten MDC-Protagonisten diese Themen im Humboldt Carré am Gendarmenmarkt vor. So erläuterten zwei Wissenschaftler die Notwendigkeit von Tierversuchen in der biomedizinischen Grundlagenforschung und die Pläne des MDC für ein neues Tierhaus mit darin integrierten modernen Laborräumen (In-vivo- Pathophysiologielabor, kurz IPL) . Vor dem Humboldt Carré hatte sich zeitweise eine 'Mahnwach' des Bündnisses Tierschutzpolitik Berlin postiert, doch die Debatten während des Parlamentarischen Abends waren von großer Sachlichkeit geprägt.

September 2012

Besuch von Simon Kowalewski, MdA, Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus

Tour durch das Tierhaus mit Simon Kowalewski, MdA, und drei seiner Mitarbeiter_innen. Danach Debatte mit Wissenschaftler_innen aus dem MDC über biomedizinische Grundlagenforschung und die Notwendigkeit von Tierversuchen. Weiteres Diskussionsthema: Die Begehungen durch die Genehmigungsbehörde, deren Berichte und die Kleine Anfrage dazu (siehe unten) aus dem Abgeordnetenhaus.

August 2012

„Besuch bei den Versuchs-Mäusen in Buch”

Nach seinem Artikel „Tierschützer gegen Mäusekäfige in Buch” (siehe unten) erhielt Gunnar Schupelius, Mitglied der Chefredaktion der B.Z., viele Leserkommentare. Daraufhin besuchte Schupelius unser Tierhaus und sprach mit einem leitenden Wissenschaftler. Das ist das Ergebnis seines Besuchs:

„Besuch bei den Versuchs-Mäusen in Buch” Gunnar Schupelius, BZ, 30. August 2012

August 2012

„Tierversuche beenden!!! Demo gegen das Max-Delbrück-Zentrum in Berlin”

Am 11. August demonstrierte eine Gruppe von Tierversuchsgegnern in Berlin-Buch. Aufgerufen hatte dazu der Verein „Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg e.V.”. Anlass war das MDC-Sommerfest. Die Angaben zur Anzahl der Demonstrationsteilnehmer schwanken; die Polizei spricht von 175 Menschen, die Organisatoren von 500. Sprecher_innen waren Claudia Hämmerling (Die Grünen), Thomas Sprenger (Die Piraten) und Vertreter_innen mehrerer Tierschutzorganisationen.

Fast alles fand am Torhaus statt, wo die Demo auch angemeldet war. Später kamen rund 25 Demonstranten zum Sommerfest und versuchten, es durch Zwischenrufe, Plakate und lautstarke Diskussionen zu stören. Dieses Mal konnten wir keine offene Debatte anbieten, aber viele MDC-Angehörige und auch Gäste diskutierten mit den Protestierern. Wir boten ausdrücklich an, zu einem späteren Zeitpunkt zu debattieren. Wie schon zuvor gab es sehr ausführliche Facebook-Diskussionen.

Juli 2012

Informationsfreiheitsgesetz: Kleine Anfragen über Tierversuche und Kontrollen am Max-Delbrück-Centrum (und anderen Einrichtungen in Berlin)

Nach dem Artikel in der „taz" – „Kritik an Tierversuchsanlage: Blutige Bisswunden, hungernde Mäuse" –, der Verstöße gegen den Tierschutz und Fehler in der Tierhaltung beschreibt, die bei Begehungen in den Jahren 2008 und 2009 festgestellt wurden (siehe weitere Informationen unten), stellte Simon Kowalewski, MdA (Die Piraten), eine Kleine Anfrage an den Senat zu den Tierhaus-Inspektionen am MDC (ka17 – 10521) in den Jahren zwischen 2005 und 2012.

Die Antworten fielen auf den ersten Blick negativ aus, da es insbesondere 2010 viele Beanstandungen gab – ohne, dass Details genannt wurden. Das führte zu mehreren Medienberichten, in denen die Beanstandungen als massive Verstöße gegen das Tierschutzgesetz dargestellt wurden. Tatsache ist aber, dass die Beanstandungen in den meisten Fällen auf Fehler beim Ausfüllen von Formularen beruhten. Es gab sogar Fälle, in denen Wissenschaftler Versuche vorzeitig abbrachen, weil das Ergebnis feststand. Damit verkürzten sie die Versuchsdauer, um im Sinne des Tierschutzgesetzes die Eingriffe zu minimieren. Dennoch wurde das als Verstoß gegen das Gesetz gewertet. Es gab allerdings auch tatsächliche Fehler bei der Tierhaltung, wie sie in den Berichten der Jahre 2008 und 2009 beschrieben wurden (Bisswunden; eine Maus, die wegen eines Fütterungsfehlers über ein Wochenende verhungerte). Diese Verstöße stellen jedoch nach wie vor absolute Einzelfälle dar, deren erneutes Auftreten wir durch entsprechende Maßnahmen zu verhindern versuchen. Gleichwohl bedauern wir diese Einzelfälle außerordentlich.

Unsere Einschätzung wurde durch die Antwort auf eine weitere Anfrage von Simon Kowalewski (MdA) bestätigt. Er hatte nach dem Grund für die hohe Anzahl von Verstößen im Jahr 2010 gefragt (siehe unten). Der zuständige Justizsenator antwortete: „Die Verstöße waren in der Mehrzahl geringfügig bzw. formaler Natur.“ (ka17 – 10765). Zu den Tierschutzbeauftragten des MDC sagte der Senator Folgendes: „Da die Zuverlässigkeit und Kompetenz der Tierschutzbeauftragten vom LAGeSo nicht in Frage gestellt wurden, bestand keine Notwendigkeit, gegen diese vorzugehen.

Juni 2012

„Demo gegen Tierversuche am Max-Delbrück-Centrum in Berlin”

Am 11. Juni protestierten rund 40 Tierversuchsgegner auf unserem Campus-Gelände. Zu der Demonstration war über Facebook aufgerufen worden und nicht von einem Verein oder einer Organisation. Wir boten den Teilnehmer_innen nach dem Ende der Demonstration an, mit uns zu diskutieren. Rund 20 Demonstrant_innen nahmen an der Debatte teil, vom MDC waren rund 40 Personen dabei (Wissenschaftler, Doktoranden, Tierpfleger, TAs, Verwaltungsmitarbeiter, Kommunikationsmitarbeiter). In rund eineinhalb Stunden hatte jeder die Möglichkeit, ihren oder seinen Standpunkt in einer offenen und konstruktiven Atmosphäre zu äußern.

Juni 2012

Lange Nacht der Wissenschaften 2012

Zur Langen Nacht der Wissenschaften haben wir mehrere spezielle Führungen zum Thema Tierversuche angeboten. Außerdem gab es eine Ausstellung und eine Kunstinstallation (siehe unten). Mehr zu dem Thema (mit Hintergrund-Informationen zum geplanten Neubau eines Tierhauses) finden Sie hier:

Download Info-Blatt „Hintergrund-Infos zu Tierversuchen am MDC"

Mai 2012

„Tierversuche: Weniger Leid – für Mensch wie Tier”

Der Tagesspiegel schreibt zum Thema Tierversuche, dass es Bemühungen gibt, sie zu reduzieren, dass aber auf absehbare Zeit keine Alternativen dazu in Sicht sind. Walter Rosenthal, Wissenschaftlicher Vorstand des MDC, wird in dem Artikel wie folgt zitiert: „,Kein noch so ausgefeiltes Reagenzglasexperiment kann Alzheimer simulieren, und auch die besten Computersimulationen müssen an Organismen überprüft werden’, sagte Walter Rosenthal, Vorstandsvorsitzender des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch, anlässlich des ‚Tages zur Abschaffung von Tierversuchen’.

„Tierversuche: Weniger Leid – für Mensch wie Tier“ Der Tagesspiegel, 4. Mai 2012

April 2012

„Kritik an Tierversuchsanlage: Blutige Bisswunden, hungernde Mäuse”

Ein Artikel in der „taz“ beschreibt detailliert Kritikpunkte, die das Landesamt für Gesundheit und Soziales in den Jahren 2008 und 2009 moniert hatte. Wir haben die damalige Kritik außerordentlich ernst genommen und dafür Sorge getragen, dass alle Mängel behoben wurden. Die Behörde hat uns daraufhin alle Genehmigungen erteilt. Aus unserer Sicht sind die späteren Schilderungen in der „taz“ sehr übertrieben.

April 2012

Das MDC unterzeichnet die „Basler Deklaration“

Die Basler Deklaration ist ein Aufruf für mehr Vertrauen, Transparenz und Kommunikation in der Tierforschung, angenommen am 29. November 2010 im Rahmen der ersten Basler Konferenz «Research at a crossroads».

MDC Pressemitteilung Nr. 16/23. April 2012: MDC wird die Basler Deklaration unterzeichnen: Tierversuche sind unverzichtbar für die biomedizinische Forschung

April 2012

Politischer Besuch im Max Delbrück Centrum in Berlin-Buch

Thorsten Karge, Sprecher für Forschung der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, besuchte das MDC und informierte sich über die Forschung, insbesondere auch über Tierversuche.

Februar 2012

„Die Tierversuch-Branche boomt: Sterben für die Krebsforschung”

Ein Artikel in der „taz“ erscheint zum Thema Tierversuche. Wir haben dem Reporter der taz Zugang zum Tierhaus gewährt und uns seinen Fragen gestellt. Wir sehen den Artikel mit gemischten Gefühlen, stellen uns aber nach wie vor auch kritischen Fragen aus der Öffentlichkeit.

„Die Tierversuch-Branche boomt: Sterben für die Krebsforschung” Die „taz“, 8. Februar 2012

Dezember 2011

„Mehr Transparenz bei der Forschung mit Tieren“

Unser Mitarbeitermagazin iMDC berichtet über Tierversuche und die politische Debatte. Lesen Sie das Interview mit Prof. Stefan Treue vom Deutschen Primatenzentrum, einem der Initiatoren der Basler Deklaration.

September 2011

Round Table Discussion: Animal Research

SCIENSATION, 13th Joint MDC/FMP PhD Retreat

Sprecher: Prof. Michael Bader, Max Delbrück Centrum; Prof. Klaus Rajewsky, Harvard Medical School; Dr. Mardas Daneshian, C.E.O. CAAT-Europe, University of Konstanz

Bei einer Doktorandenveranstaltung (PhD retreat) findet eine Debatte über Tierversuche statt, an der auch Dr. Mardas Daneshian, Vorsitzender des europäischen Zentrums für Alternativen zu Tierversuchen teilnimmt.

Mai 2011

„Warum nutzen wir Tiere in der Forschung?”

Ausstellung zur Langen Nacht der Wissenschaften 2011

Mit der Kunstinstalltion von Boris Hars-Tschachotin (siehe unten) und Ausstellungstafeln haben wir unsere Besucher eingeladen, sich mit dem Thema Tierversuche auseinanderzusetzen. Die Installation befindet sich im Foyer des zentralen Verwaltungsgebäudes des MDC und ist nach wie vor zugänglich. Auch die Schautafeln hängen noch davor.

Hier geht es zu den Schautafeln (52,2Mb)

2011

BMBF Forschungsbörse

Seit 2011 bietet Boris Jerchow, Chef der „Transgenic Facility“ am MDC, auf der Internetplattform des Wissenschaftsjahres Vorträge und Diskussionsrunden an Schulen zum Thema Tierversuche an.

www.forschungsboerse.de

November 2010

Besuch der „Akademie für Tierschutz” und des „Tierschutzvereins für Berlin”

Vertreter der Akademie für Tierschutz in Neubiberg und des Tierschutzvereins für Berlin hatten das MDC um diesen Termin gebeten, um sich über ein geplantes Tierlabor, das „In-vivo-Pathophysiologie-Labor“ (IPL) auf dem Campus Berlin-Buch zu informieren.

MDC Pressemitteilung Nr. 35/5. November 2012: MDC informiert Tierschützer über geplantes Tierlabor

September 2010

„White Tub – Schwimmlabyrinth”

Für die umfassende Ausstellung „Weltwissen”, die im Jahr 2010 in Berlin stattfand, hat der Künstler Boris Hars-Tschachotin eine Videoinstallation konzipiert, die später ans MDC ging und seither hier öffentlich zugänglich ist. Die Installation trägt den Titel „White Tub – Schwimmlabyrinth”. In ihr hat Boris Hars-Tschachotin das Verhaltensexperiment „Morris Water Maze" an Mäusen neu interpretiert und nachvollzogen. Die künstlerische Arbeit ist eine Kombination aus begehbarem Erlebnisraum und einer Videorundprojektion. Das „Morris Water Maze“ hilft, die Alzheimersche Krankheit zu erforschen. Auch am MDC arbeiten Wissenschaftler daran, dieses Leiden besser zu verstehen. Mehr dazu hier:

iMDC 02/2011 „White Tub – Schwimmlabyrinth”: Ein Artikel in unserer Mitarbeiterzeitschrift erklärt mehr zu den Hintergründen