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Prof. Birchmeier neuer Forschungsgruppenleiter am MDC

Entdeckte Mechanismus der Metastasenbildung

Der Zellbiologe Prof. Dr. Walter Birchmeier vom Tumorzentrum des Universitätsklinikums Essen hat jetzt seine Forschungsgruppe am MDC etabliert. Birchmeier ist Forschungsgruppenleiter am MDC - das entspricht einer C4-Professur an einer Universität - und bereits seit Anfang diesen Jahres für das MDC tätig. Er war bereits 1992 in der ersten Berufungsrunde an das MDC berufen worden. Von den insgesamt zehn Stellen für Forschungsgruppenleiter am MDC waren damit 1992 drei besetzt. Die beiden anderen sind Prof. Ernst-Georg Krause aus Berlin-Buch und Prof. Detlev Ganten (MDC-Direktor) von der Universität Heidelberg. Ganten geht davon aus, daß nach der zweiten Berufungsrunde im Herbst diesen bzw. Frühjahr kommenden Jahres 13 weitere Leitungspositionen, darunter vier C4 Stellen, besetzt werden. Derzeit sind am MDC rund 400 Mitarbeiter beschäftigt, davon 133 Wissenschaftler.

Prof. Birchmeier's Arbeitsgruppe besteht aus insgesamt 14 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einschließlich Doktoranden und drei technischen Assistentinnen (TA's). Zwei der Wissenschaftler kommen aus den neuen Bundesländern, und zwei aus China bzw. Österreich. Die drei TA's sind aus Berlin-Buch.

Birchmeier und seine Mitarbeiter untersuchen die molekularen Mechanismen, die zu der Bildung von Metastasen führen. Sie entdeckten, daß wandernden Karzinomzellen ein bestimmtes Oberflächenmolekül (Adhäsionsmolekül) fehlt. Dieses Molekül, E-Cadherin genannt, sorgt bei weniger bösartigen Tumorzellen dafür, daß sie nicht aus dem Zellverband ausscheren können. Ferner gelang es Birchrneier und seinen Mitarbeitern nachzuweisen, daß bestimmte Moleküle im Gegensatz dazu die Wanderung von Tumorzellen fördern. Dazu zählt der sogenannte Scatter-Faktor, ein Eiweiß, dessen Struktur die Gruppe Birchmeier' s entschlüsselte. Weiter konnte sie den dazugehörigen Rezeptor (Bindestelle) auf Epithelzellen identifizieren.

Für seine Arbeiten, die eine frühzeitige Diagnose gefährlicher Tumoren und in Zukunft neue Ansatzpunkte zur Therapie ermöglichen, erhielt Birchmeier Anfang diesen Jahres den mit 30 000 Mark dotierten Meyenburg-Preis für Krebsforschung.

Birchmeier studierte Biologie an der Universität Zürich, wo er auch promovierte. Danach arbeitete er an der Cornell Universität, Ithaca, US-Staat New York, am Biozentrum in Basel sowie an der Universität von Kalifornien in San Diego. Später leitete er Forschungsgruppen an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich und am Friedrich-Miescher Labor der Max-Planck-GeseIIschaft in Tübingen. Von 1988 bis 1993 war er C4 Professor für Zellbiologie an der Universitätsklinik Essen.

 

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