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Zwei MDC-Gruppen erhalten Helmholtz-Förderung für internationale Kooperationen

Bekämpfung der Adipositas – Stoffwechsel und Neurodegeneration

Zwei Forschungsgruppen des zur Helmholtz-Gemeinschaft gehörenden Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch können ihre Zusammenarbeit mit Brasilien und Dänemark jetzt intensivieren. Prof. Michael Bader und Prof. Thomas Willnow erhalten für die kommenden drei Jahre aus dem neuen Förderprogramm “Helmholtz International Research Groups“ jeweils insgesamt 150 000 Euro. Hinzu kommen Fördermittel in gleicher Höhe aus den jeweiligen Ländern.

Die Bekämpfung von starkem Übergewicht (Adipositas) ist Ziel des gemeinsamen Forschungsprojekts von Prof. Bader, Dr. Natalia Alenina (beide MDC) und Prof. João B. Pesquero (Universidade Federal de São Paulo, Brasilien). Für dieses gewichtige Gesundheitsproblem, das weltweit etwa 250 Millionen Menschen betrifft, gibt es bisher keine langanhaltende wirksame Behandlung. Als Angriffspunkt für eine Therapie haben die Forscher Gewebshormone des Kallikrein-Kinin-Systems im Blick. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Muskelkontraktion, Blutdruckregulation, Blutgerinnung und Schmerzempfindung. Die brasilianischen und deutschen Wissenschaftler konnten kürzlich zeigen, dass einer von zwei Rezeptoren, die die Wirkung der Gewebshormone übermitteln, an der Steuerung des Hormons Leptin beteiligt ist, das den Hunger unterdrückt. Sie wiesen nach, dass Mäuse, denen der Rezeptor B1 fehlt, trotz fettreicher Ernährung nicht dick werden.

Störungen des Stoffwechsels gelten heute mehr und mehr als Risikofaktoren für neurodegenerative Erkrankungen. Jedoch sind die molekularen Mechanismen, die den Stoffwechsel und die Gehirnfunktionen steuern und miteinander verknüpfen, wenig verstanden. Die Forschungsgruppe von Prof. Willnow am MDC konnte eine einzigartige Klasse von Signalrezeptoren, die VPS10P Rezeptoren, identifizieren, die sowohl an der Regulierung von neuronalen Überlebensprozessen im Gehirn (Alzheimer-Krankheit, frontotemporal lobäre Degeneration, bipolare Störung) als auch an der Steuerung des Zucker- und Lipoproteinhaushalts in Stoffwechselgeweben beteiligt sind (Typ-2 Diabetes, Atherosklerose, Hypercholesterinämie). Um die Funktion der VPS10P Rezeptoren im Stoffwechsel und im Gehirn besser zu verstehen, bauen Herz-Kreislauf-Forscher des MDC und Neuro-Forscher des MIND-Zentrums der Universität Aarhus (Dänemark) im Rahmen der Helmholtz International Research Group “Metabolism and Neurodegeneration“ ein neues Forschungsprogramm auf. Koordinatorin ist Dr. Vanessa Schmidt aus der Forschungsgruppe von Prof. Willnow. Sie arbeitet eng mit Dr. Mads Kjolby (Forschungsgruppe Prof. Anders Nykjaer, MIND, Lundbeck Foundation, Aarhus University, Dänemark) zusammen. Ziel ist, Erkenntnisse über die regulatorische Interaktion zwischen Gehirn und peripheren Geweben zu gewinnen, und dabei neue Wege in der Entstehung von Krankheiten aufzudecken, die zu Stoffwechselstörungen und Demenz führen.

Kontakt:
Barbara Bachtler
Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
in der Helmholtz-Gemeinschaft
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 94 06 - 38 96
Fax:  +49 (0) 30 94 06 - 38 33
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http://www.mdc-berlin.de/

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