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Zweifel als oder am System? Wie umgehen mit Wissenschaftsskepsis und Technologiefeindlichkeit?

Skepsis ist eine Grundhaltung, die eigentlich konstruktiv für Forschung und Wissenschaft ist: Basiert wissenschaftliche Erkenntnis doch darauf, das erlangte Wissen stets kritisch zu hinterfragen, um beim Verständnis der Welt und ihrer Teile immer weiter voran zukommen. Oftmals stößt jedoch die wissenschaftsimmanente Kultur des Zweifelns an Annahmen, des Verfeinerns von Forschungsdesigns sowie des immer wieder Hinterfragens von Forschungsergebnissen auf Unverständnis in Öffentlichkeit, Medien und Politik.

Die Wissenschaft wird zunehmend mit immer mehr grundlegenderer Skepsis, ja gar Misstrauen konfrontiert, insbesondere dann, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse für politische, wirtschaftliche oder soziale Diskussionen relevant werden. Dies zeigt sich nicht nur im Hinblick auf die Anerkennung des Klimawandels und den Debatten über Anpassungsmöglichkeiten an dessen Konsequenzen, sondern auch im Rahmen von COVID-19. Es wird nicht nur die Wirksamkeit von Impfungen und die Anwendung schützenden Maßnahmen in Frage gestellt, sondern teilweise sogar die Existenz der Pandemie an sich. Ein weiterer Aspekt ist die grundsätzliche Ablehnung neuer technologischer Entwicklungen, sei es im Bereich der Gentechnik, bei neuen Formen der Energieerzeugung oder in der Anwendung maschinellen Lernens und künstlicher Intelligenz.

Dies stellt Forschende, die an diesen als sensibel wahrgenommenen Themen arbeiten, vor besondere Herausforderungen. Wird doch parallel zunehmend politisch und gesellschaftlich erwartet, dass Wissenschaftler*innen ihre Ergebnisse auch öffentlich kommunizieren, sich im Wissenstransfer engagieren oder gar dazu beitragen, neu entwickelten Technologien in konkrete praktische Anwendungen zu übersetzen und mit Praxispartnern in Industrie und Gesellschaft nutzbar zu machen. Wissenschafts- und Technologieskepsis gefährdet nicht nur den Fortschritt, etwa in der Medizin, bestimmten Industriebereichen oder auch im Kampf gegen die Klimakrise. Immer öfter werden auch Wissenschaftler*innen selbst zum Ziel verbaler Attacken oder gar offener Drohungen.

Erfahrungsaustausch unter Forschenden
Zu welchen Ergebnissen kommt die Sozialforschung hinsichtlich Technologie- und Wissenschaftsskepsis in der Bevölkerung? Welche Erfahrungen haben Forschende in Ihrer Arbeit gemacht? Wie kann Vorurteilen begegnet werden und das Vertrauen in die Wissenschaft wieder gestärkt werden? Und wie können
Forschungseinrichtungen ihre Wissenschaftler*innen unterstützen, wenn diese Ziel von Attacken werden? Diese Themen sollen zunächst bei einem interdisziplinären Erfahrungsaustausch unter Forschenden auf Einladung der WISTA und der IGAFA in Zusammenarbeit mit den BR50-Geschäftsstellen am 28. Juni 2022 ab 15 Uhr im Technologiepark Adlershof erörtert werden. Die Teilnahme ist kostenlos, bei Interesse ist eine Verstetigung des Austausches im Rahmen einer BR50-Interest Group denkbar.

Austausch, Vernetzung, Outreach
Das Treffen dient einerseits dem Austausch und der Vernetzung und andererseits als Input für die Organisierenden in der Vorbereitung weiterer Aktivitäten in diesem Bereich, insbesondere einer für den Herbst 2022 geplanten öffentlichen Podiumsdiskussion zum Thema.

Wir freuen uns über Anmeldungen aus allen Disziplinen. Wenn Sie selbst gerne einen kurzen, fünfminütigen Input mit Erfahrungen aus Ihrem Forschungsfeld beisteuern möchten, geben Sie dies gerne in Ihrer Anmeldung unter Nennung des groben Themas an.
 

Anmeldungen bis zum 30. April per E-Mail bitte an: pr@wista.de

Venue

Technology Park Adlershof
Rudower Chaussee 17
12489 Berlin
Deutschland

Zeit

-

Organisator*innen

WISTA Management GmbH, IGAFA in Adlershof  & BR50