Die schönsten wissenschaftlichen Bilder vom Campus Buch 2016

Biomedizinische Forschung kann ästhetisch sehr reizvoll sein. Das zeigt sich etwa in den Fotos, die viele Wissenschaftler tagtäglich aufnehmen. Beim alljährlichen Best Scientific Images Contest werden drei Gewinner aus den eingesendeten Bildern der Campusmitarbeiter gekürt. Die Gewinner aus den 42 Bewerbern stehen nun fest. 

Die ganze Erhabenheit, Eleganz und Schönheit der Wissenschaften erschließt sich häufig nur denen, die sich in sie vertiefen und neben ihrem oberflächlichen Erscheinen der Natur auch ihre komplexen inneren Zusammenhänge verstehen. Diese Menschen sehen die Welt oft mit anderen Augen und fühlen beim Betrachten der Natur häufig Ergriffenheit, Faszination oder sogar Ehrfurcht. Das macht die Wissenschaft auch zu einem schönen Beruf.

Der Best Scientific Images Contest will den Betrachter direkt über diesen emotionalen Zugang erreichen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Campus senden für den Wettbewerb jedes Jahr Bilder ein, die sie als besonders schön, beeindruckend oder faszinierend empfinden. Besucher der Langen Nacht der Wissenschaften wählen aus den großformatig gedruckten Bildern ihre Favoriten aus. Der Wettbewerb wurde organisiert vom Team um Prof. Helmut Kettenmann.

1. Preis: Signalvermittlung in Entwicklung und Krebsentstehung

 

Julian Heuberger aus der MDC-Gruppe von Walter Birchmeier, sowie Anje Sporbert von der MDC-Technologieplattform für Lichtmikroskopie haben das Bild eines Mausembryos eingereicht. Eigentlich ist das Bild sogar eine dreidimensionale Rekonstruktion, zusammengesetzt aus 360 Einzelbildern. Das sich entwickelnde Nervensystem ist grün gefärbt.

Zu ihrem Bild sagen die Wissenschaftler: „Feine Nervenfasern durchziehen den Embryo. Das Nervensystem wird während der embryonalen Entwicklung angelegt, entwickelt sich nach der Geburt weiter und bleibt ein flexibles und anpassungsfähiges Organ. Die feinen neuronalen Strukturen sind während der gesamten Schwangerschaft äußerst empfindlich und anfällig gegenüber äußeren Einflüssen. So können Alkoholkonsum, Rauchen, Strahlung, und bestimmte Erkrankungen der Mutter zu einer Schädigung des sich entwickelnden Nervensystems führen.“

2. Preis: Zirkuläre RNAs in neuronalen Zellen

 

Christin Stottmeister aus der Gruppe um Nikolaus Rajewsky reichte ein Bild ein, das an ferne Galaxien und Sterne erinnert. Dabei sind es Zellen von bösartigen Hirntumoren mit einer wenig erforschten Sorte von Erbgutmolekülen, den zirkulären RNAs (circRNAs). Diese kommen in vielen Geweben vor, am stärksten jedoch im Gehirn. „Welche Rolle sie dort spielen, etwa in Erkrankungen oder auch bei neuraler Differenzierung, ist noch unklar und Gegenstand unserer Forschung“, kommentiert Christin. „Mit Hilfe von bioinformatischen Methoden sowie molekularbiologischen Manipulationen in Zellkultur versuchen wir, die Funktionen der circRNAs zu verstehen.“

3. Preis: Querschnitt eines Hodenkanälchens der Maus

 

Das Bild von Fatimunnisa Qadri aus der Arbeitsruppe von Michael Bader am MDC leuchtet in verschiedenen Farbene und zeigt ein Hodenkanälchen der Maus in 40-facher Vergrößerung. Die Zellkerne sind blau gefärbt. Im äußeren Bereich finden sich die Keimzellen, aus denen sich die Spermien entwickeln. Daneben ist in grün das Zellplasma der Sertoli-Zellen markiert, die die Spermien in ihrer Entwicklung unterstützen. „Man kann erkennen, dass die sich entwickelnden Spermien fest zwischen den weitverzweigten Zytoplasma-Ausläufern der Sertolizellen eingebettet sind“, beschreibt Fatimunnisa die Aufnahme.

In ihrem Projekt untersucht sie Mäuse, denen das Protein Importin-alpha7 fehlt. „Eine Auffälligkeit dieser Mäuse ist die Unfruchtbarkeit der Männchen. Um die im Hoden vorliegende Störung genauer zu charakterisieren, haben wir Paraffinschnitte von Maushoden mit verschiedenen Antikörpern immunhistochemisch angefärbt,“ sagt Fatimunnisa.

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