Eine Brücke in die Wirtschaft
Forschende und Industrievertreter*innen, die sich alle dem Thema prädiktive Systemmedizin verschrieben haben, tauschten sich Anfang Dezember am Max Delbrück Center bei einem ganztägigen Vernetzungstreffen aus. Die Veranstaltung stärkte die Brücke zwischen unseren Forschenden und der Industrie und sollte unternehmerisches Denken fördern.
„Wir wollen unsere Entdeckungen in Vorteile für die Gesundheit der einzelnen Menschen in unserer Gesellschaft übersetzen. Das können wir nicht alleine schaffen“, sagt Professorin Maike Sander, wissenschaftliche Vorständin des Max Delbrück Center bei ihrer Begrüßung. Sie stellte das Zentrum und seine Partner vor und betonte: „Wir brauchen die Zusammenarbeit mit der Industrie. Das wird in Zukunft noch wichtiger werden.“
Die Leiterin der Abteilung Innovation & Entrepreneurship, Nevine Shalaby, und die Wissenschaftliche Vorständin Maike Sander vom Max Delbrück Center
Am Vormittag stellten sich Investoren wie der High-Tech Gründerfonds und IBB Ventures vor. Sie luden Wissenschaftler*innen dazu ein, sich bereits in einer frühen Phase um Fördermittel für ihre Geschäftsideen zu bewerben. Andere Institutionen wie Berlin Partner, BIH Clinical Incubator und CellCo Lab präsentierten ihre Dienstleistungen für Forschende, die ein Start-up gründen möchten. Am Nachmittag waren die Forschenden des Max Delbrück Center, kooperierender Institutionen und Spin-offs selbst an der Reihe und gaben einen Einblick in ihre Ideen. In den Pausen und während zweier Matchmaking-Sessions hatten die Teilnehmer*innen Gelegenheit, mögliche Kooperationen auszuloten.
„Veranstaltungen wie diese sind wichtig, um etwas über die verfügbaren Möglichkeiten zu erfahren, Kontakte zu Menschen in der Community zu knüpfen und ihre Bedürfnisse zu verstehen“, sagt Tobias Helmstorf, Projektleiter bei Bayer für das Berlin Center for Gene and Cell Therapies. „Daraus können sich dann wirklich interessante Entwicklungen ergeben.“
Kontakte und Chancen
Besonders aufschlussreich fand diesen Tag Dr. Laurent Jutras-Dubé, er hat gerade als Postdoktorand in den Laboren von Dr. Melissa Birol und Dr. Jacob Metzger angefangen. Im vergangenen Jahr hatten beide Arbeitsgruppen eine PreGoBio-Förderung erhalten. Mit diesem Förderprogramm unterstützt das Max Delbrück Center vielversprechende Technologien, die Proof-of-Concept-Phase zu erreichen. Jutras-Dubé wurde eingestellt, um gemeinsam mit den Forschenden eine Hochdurchsatz-Methode zum Wirkstoffscreening weiterzuentwickeln, die Gehirn-Organoide mit mehreren Bildgebungsverfahren kombiniert und durch KI-Algorithmen zur Datenverarbeitung unterstützt wird. Während der Veranstaltung knüpfte er Kontakte zu einigen Vertreter*innen der Industrie, die sich für die Technologie interessieren. Er hat bereits informelle Treffen vereinbart, um die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit weiter zu sondieren.
„Ich bin hierher ans Max Delbrück Center gekommen, weil ich mich für Entrepreneurship interessiere. Die Kontakte, die sich aus dem Partnering Event ergeben haben, sind jetzt hoffentlich ein Sprungbrett, um das Projekt voranzutreiben“, sagt er.
Beide Seiten haben Vorteile
Solche Veranstaltungen bieten nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, Kontakte zur Industrie zu knüpfen – der Austausch funktioniert in beide Richtungen. „Veranstaltungen wie diese ermöglichen es uns, mehr über die Forschung zu erfahren, die bei uns auf dem Campus stattfindet“, fügt Andreas Hüser hinzu, CEO von CheckImmune, einem Spin-off der Charité – Universitätsmedizin Berlin hinzu. Das Unternehmen hat seinen Sitz im BioCube auf dem Campus Buch. „Wir haben uns mit Vertreter*innen anderer Unternehmen und Forschenden unterhalten, um zu sehen, wie wir vor Ort zusammenarbeiten oder unser Geschäft in neue Richtungen lenken können.“
Ein zentrales Ziel der Strategie 2030 des Max Delbrück Center ist es, unsere Forschung in klinische Anwendungen umzusetzen. Durch einen engeren Kontakt zur Industrie und die Ausrichtung unserer Forschung auf deren Bedürfnisse kommt unser Zentrum diesem Ziel näher, sagt Dr. Nevine Shalaby, Leiterin der Abteilung Innovation und Entrepreneurship. „Die Zusammenarbeit mit der Industrie hilft uns, die Entdeckungen zu identifizieren, die wirklich einen Einfluss auf die Gesellschaft haben – und welche Experimente nötig sind, um unsere Forschung auf die nächste Stufe zu heben.“
Die Veranstaltung wurde von Berlin Partner unterstützt.
Text: Gunjan Sinha