Silent Heroes 2020

Held*innen im Hintergrund

Bereits zum sechsten Mal sind in diesem Jahr Beschäftigte des MDC als „Stille Heldinnen und Helden“ in einer kleinen Zeremonie geehrt worden. Die Silent Heroes tragen mit ihrem Engagement wesentlich zum Gelingen der Forschung bei.

Damit exzellente Forschung gelingt, muss vieles zusammenkommen – und das sind ganz unterschiedliche Dinge. Das zeigte die diesjährige Preisverleihung des „Silent Hero Awards“ am MDC: Der erste Platz ging an die technische Assistentin Astrid Schiche und damit an die Vertreterin einer Personengruppe, ohne die kein Labor funktionieren würde. Außerdem gab es wegen Punktgleichheit zwei zweite Preise. Sie gingen an Mitarbeiter, die sich um reibungslose Abläufe in der IT (Mathias Decker) und beim technischen Gebäudebetrieb (Reinhard Gaede) kümmern. Den dritten Platz als „Stille Heldin“ belegte die Nachwuchswissenschaftlerin Ella Bahry. Sie gibt seit drei Jahren wöchentlich kostenlose Yoga-Kurse für ihre Kolleginnen und Kollegen.

„Der Silent Hero Award ist wichtig, denn er zeigt, dass viele Menschen am MDC nach rechts und links schauen und das besonderes Engagement ihrer Kolleginnen und Kollegen gewürdigt wissen wollen“, sagte Dana Lafuente, Leiterin der Mitarbeiterförderung am MDC und Vertreterin des Freundeskreises, zu Beginn der Preisverleihung. 117 Nominierungen für insgesamt 16 Beschäftigte waren für den Silent Hero Award eingegangen, eine Jury aus sieben Mitgliedern des Freundeskreises des MDC hatte die Aufgabe, per Punktvergabe über die Auszuzeichnenden zu entscheiden. Der erste Platz ist mit 500 Euro dotiert, an die Zweit- und Drittplatzierten gehen 300 bzw. 200 Euro.

Silent Heroes 2020: Reinhard Gaede, Astrid Schiche und Mathias Decker

Yoga, IT-Hilfe und funktionierende Gebäudetechnik

Ella Bahry, PhD-Studentin in der Arbeitsgruppe von Stefan Preibisch (dritter Platz) ist Wissenschaftlerin – und zertifizierte Yoga-Lehrerin. „Wir sind Ella sehr dankbar, dass sie uns in den vergangenen drei Jahren mit insgesamt 120 kostenfreien Yoga-Stunden beschenkt hat“, sagte Laudatorin Marta Bastos de Oliveira, PhD-Studentin am MDC. Die Kurse seien Entspannung, Stressabbau, aber auch Herausforderung gewesen und hätten die Gemeinschaft am MDC gestärkt.

Victoria Malchin betonte in ihrer Laudatio das Engagement des Zweitplatzierten Reinhard Gaede vom TFM Betreiben, sein umfassendes Wissen sowie seinen unermüdlichen Einsatz. „Er hat mir an meinem ersten Arbeitstag als Objektverantwortliche die technischen Aspekte des Hauses gezeigt, die so wichtig für die Arbeit der Forschenden sind, und steht für mich für die vielen Heinzelmännchen im Haus, die man nicht wahrnimmt. Heute soll die ganze Abteilung gesehen werden für das, was sie täglich leistet“, sagte die Laudatorin, die als Objektverantwortliche am MDC in Mitte / BIMSB arbeitet.

„Mathias ist offensichtlich überall, und er teilt gerne sein Wissen und seine Erfahrungen mit anderen“, berichtete Ivo Bodurski über seinen Kollegen Mathias Decker, den anderen zweitplatzierten Preisträger. Wer Mathias Decker nicht kenne, habe offenbar noch nie Probleme mit der Hardware gehabt. Mit seiner ruhigen, unaufgeregten Art und seiner Fähigkeit, gut zuzuhören, sei er seit vielen Jahren ein unverzichtbarer Mitarbeiter, unter anderem für die NAKO-Studie und für neue Forschungsgruppen.

„Jetzt ist der Zeitpunkt, ihr etwas zurückzugeben“

Der erste Platz beim Silent Hero Award ging an eine Mitarbeiterin, die sich bald in den Ruhestand verabschieden wird: Astrid Schiche, technische Assistentin in der Arbeitsgruppe am ECRC von Professor Friedrich C. Luft, der auch die Laudatio hielt. „Man braucht in der Wissenschaft Leute, mit denen man Pferde stehlen kann, und das hatten wir mit Astrid!“ sagte er. Die Preisträgerin war von zahlreichen Kolleginnen und Kollegen am MDC nominiert worden, darunter von sieben PIs. Astrid Schiche ist seit mehr als 25 Jahren am MDC und auf tierexperimentelle Tätigkeiten spezialisiert. Ihre Arbeit sei für viele Gruppen am MDC unersetzbar, hieß es in den Nominierungsschreiben. Zahlreiche Arbeitsgruppen hätten von ihrem langjährigen Wissen, ihrem exzellenten praktischen Können und einzigartig freundlichen Wesen profitiert. „Astrid lässt uns Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler alle strahlen mit ERC-Grants oder anderen Auszeichnungen. Jetzt sollte der Zeitpunkt sein, um ihr etwas zurückzugeben und ihr zu zeigen, wie wichtig sie für uns alle ist – wissenschaftlich und menschlich“, schrieb eine Arbeitsgruppe in ihrer Nominierung. Für genau solche Momente ist der Silent Hero Award des MDC gedacht.

Text: Wiebke Peters