Anton Henssen

Kinderonkologe Anton Henssen tritt Stiftungsprofessur an

Anton G. Henssen wird Professor für „Funktionelle pädiatrische Krebsgenomik“ an der Berliner Charité. Im Rahmen einer Mildred-Scheel-Stiftungsprofessur unterstützt die Stiftung Deutsche Krebshilfe den Kinderarzt und Forscher für fünf Jahre mit einer Million Euro.

Professor Anton G. Henssen ist als Arzt an der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin tätig und forscht am Experimental and Clinical Research Center (ECRC). Das ECRC ist eine gemeinsame Einrichtung der Charité und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). Zum 1. Juni tritt er eine W3-Professur für „Funktionelle pädiatrische Krebsgenomik“ an der Charité an.

Im vergangenen Jahr hat er für seine zukunftsweisende Forschung den Nachwuchspreis beim Berliner Wissenschaftspreis erhalten. Mit seiner Arbeit trägt er maßgeblich dazu bei, neue Mechanismen in der Entwicklung von Tumoren im Kindesalter zu verstehen und damit neue Ansätze in der Diagnose und Therapie zu ermöglichen.

Seltene Tumorarten bei Kindern

Zirkuläre DNA

Der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin leitet seit 2018 am ECRC eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe und erforscht die Ursachen von seltenen Tumorarten bei Kindern wie dem Neuroblastom. Dabei konzentriert er sich auf die Rolle von DNA-Ringen – einem völlig neuen genetischen Mechanismus der Krebsentstehung – und nutzt Technologien wie die Einzelzellanalyse. Sein Ziel ist es, seinen kleinen Patient*innen mit personalisierten Therapien künftig besser helfen zu können. Seit 2020 wird seine Forschung im Rahmen eines Starting Grants des European Research Council (ERC) gefördert.

Mit der Mildred-Scheel-Stiftungsprofessur unterstützt die Stiftung Deutsche Krebshilfe junge, hochqualifizierte Wissenschaftler*innen im Sinne der Nachwuchsförderung, die auf innovativen Gebieten der kliniknahen onkologischen Grundlagenforschung oder der klinischen Krebsforschung tätig sind. Nach der Förderung von Professor Frederik Damm ein Jahr zuvor ging die Stiftungsprofessur zum zweiten Mal in Folge an die Charité.

Mehrfach ausgezeichneter Wissenschaftler

Anton George Henssen studierte Medizin in Düsseldorf, bevor er eine neurowissenschaftliche Ausbildung im Forschungszentrum Jülich erhielt. 2013 promovierte er an der RWTH Aachen zum Doktor der Medizin. Als Assistenzarzt am Universitätsklinikum Essen befasste er sich anschließend erstmals vertieft mit kindlichen Tumoren. Während eines Forschungsaufenthalts in den USA am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York von 2013 bis 2016 spezialisierte er sich auf die DNA-Sequenzierung von Tumoren in Kindesalter. Seither ist er als Arzt an der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie der Charité tätig. Eine Förderung durch das Clinician Scientist Programm des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) und der Charité ermöglichte ihm, parallel seiner Forschung nachzugehen. Anton Henssen ist wissenschaftliches Mitglied des Deutschen Krebskonsortiums (DKTK) am Standort Berlin. Für seine Forschungsleistung hat der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mehrere Preise erhalten, unter anderem den Forschungspreis der Hector Stiftung, den Preis der Kind-Philipp-Stiftung für pädiatrisch-onkologische Forschung sowie den Nachwuchspreis beim Berliner Wissenschaftspreis.

 

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