Dörte Lodka, Jean-Yves Tano. Nele Warmke and Miguel Arbesú Andres

PostDoc Day 2021: Austausch auf Augenhöhe

Forschungsresultate präsentieren, Bekanntschaften schließen, Schnittstellen entdecken und Kooperationen anbahnen – den PostDoc Day am 4. November 2021 organisieren Postdocs für Postdocs. Und wer wissen möchte, was Forschung mit Theater zu tun hat, sollte die Keynote von Uri Alon nicht verpassen.

Als Dr. Miguel Arbesú Andrés gerade nach Berlin gekommen war, war der PostDoc Day eine erste Möglichkeit, sein wissenschaftliches Umfeld kennen zu lernen. „Der direkte Austausch mit Kolleginnen und Kollegen verschiedener Institute, Forschungsgruppen und Firmen ist etwas Besonderes. Das hat mir geholfen, mich zu verorten und ein Kontaktnetz aufzubauen“, sagt der Postdoc am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in der Abteilung „NMR-unterstützte Strukturbiologie“.

Dörte Lodka, Jean-Yves Tano. Nele Warmke and Miguel Arbesú Andres (from left to right.)

Diese Möglichkeit gibt es in diesem Jahr wieder für alle Postdocs in und um Berlin. Themenoffen und auch gerade dadurch spannend lädt die FMP+MDC Joint PostDoc Association am 4. November von 9 Uhr bis 17 Uhr im MDC.C am Campus Buch zum PostDoc Day 2021 ein. In diesem Jahr ist die Veranstaltung sogar Teil der Berlin Science Week. Wer Interesse hat, kann ein Poster präsentieren, einen Vortrag halten oder einfach so teilnehmen und Erfahrungen austauschen. Die Registrierung ist kostenlos, die Deadline für Abstracts ist der 7. Oktober.

„Es ist toll, Einblicke in die Arbeiten aus anderen Disziplinen zu erhalten“, sagt Dr. Nele Warmke, Postdoc am MDC in der Gruppe „Integrative Vaskuläre Biologie“. Das Fehlen „alter Hasen“ nimmt den Druck, etwas beweisen zu müssen und die Abwesenheit absoluter Anfänger erlaubt Diskussionen, ohne dass man Rücksicht auf noch fehlende Grundlagen nehmen müsste. Die Vorträge und Posterpräsentationen ermöglichen einen Einstieg in Gespräche über Forschungsthemen, Methoden und technische Probleme. In diesem Sinne lautet das diesjährige Motto „Communicating your Science“.

Unbekanntes Terrain erkunden – auch über Umwege

Von Fachgesprächen aus lässt es sich wunderbar abschweifen in Diskussionen über alltägliche Probleme oder Führungsaufgaben: Wie lassen sich Konflikte zwischen Kolleg*innen beheben oder Aufgaben sinnvoll verteilen? Vielleicht entwickelt sich die Unterhaltung auch hin zu neuen Projektideen oder drehen sich um das, was nach dem Postdoc-Dasein kommen könnte.

Uri Alon

Kreativität und der Mut, sich immer wieder auf bislang unbekanntes Terrain zu begeben, gehören in jedem Fall zum wissenschaftlichen Prozess. Ein Wissenschaftler, dem das sehr am Herzen liegt, ist der Physiker und Systembiologe Uri Alon, Professor am israelischen Weizmann-Institut. Seine Wissenschaft analysiert Schaltkreise in biologischen Systemen. Neben den üblichen experimentellen und theoretischen Standardvorgehensweisen verwendet er Techniken aus dem Improvisationstheater, um zu neuen Blickwinkeln auf alte Probleme zu gelangen und dadurch Unerwartetes herauszufinden. Wenn seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der „Wolke“ herumirren, sieht er das als Chance auf etwas aufregend Neues, als einen Weg ins Unbekannte und nicht als Sackgasse. Motivation ist für ihn nicht nur bloßes Beiwerk seiner Arbeit, sondern wichtiger Teil seiner Führungsfunktion. Und wer sich jetzt fragt: „Was für eine Wolke?“, der sollte sich schleunigst für den PostDoc Day 2021 anmelden und kann als Einstimmung auf unseren Keynote Speaker schon mal den TED Talk aus dem Jahr 2013 anschauen.

Text: Dörte Lodka

 

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