Imaging

UHF-MR-Symposium in diesem Jahr virtuell am Start

Am 3. und 4. September findet das 11. UHF-MR-Symposium am MDC statt. Das Organisationsteam möchte durch das virtuelle Format mehr Forschende aus aller Welt zusammenzubringen.

Noch können sich Interessierte für das Ultrahigh Field Magnetic Resonance (UHF-MR) Symposium anmelden – eine jährlich stattfindende Konferenz, die sich mit den klinischen Anforderungen, Forschungsversprechen und technischen Lösungen leistungsfähiger Imaging-Technologien befasst. Aufgrund der Corona-Pandemie können Teilnehmer*innen die Veranstaltung dieses Jahr sowohl persönlich als auch online über Zoom besuchen, unter Einhaltung der vorgeschriebenen Abstands- und Hygienemaßnahmen.

„Meiner Meinung nach bietet dieses Format nur Vorteile“, sagt Professor Thoralf Niendorf, Leiter der Berlin Ultrahigh Field Facility (B.U.F.F.) des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), der die Konferenz organisiert. „Das bisherige Feedback war durchweg positiv. Daher planen wir, das Symposium auch im kommenden Jahr in diesem Hybrid-Format durchzuführen.“

Angesichts der aktuellen Situation dauert die Konferenz statt bisher einen Tag nun zwei Tage, um mehrere Zeitzonen zu berücksichtigen. Die Teilnehmenden aus den USA schalten sich am Morgen dazu, am späten Abend folgt dann das Publikum aus Asien und Australien. In Europa beginnt das Programm zur Mittagszeit. Das Hybrid-Format vereinfacht die Teilnahme für Interessierte aus aller Welt. Bisher haben sich über 450 Personen angemeldet – mehr als doppelt so viele wie im letzten Jahr. „Das diesjährige Format ist spannend. Nur dank der Leidenschaft und des Engagements des MDC-Event-Teams ist dies möglich“, erklärt Dr. Sonia Waiczies, B.U.F.F.-Wissenschaftlerin und Mitorganisatorin der Konferenz. „Corona bringt durchaus etwas Positives mit sich: Wir lernen, wie wir uns mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am anderen Ende der Welt besser digital vernetzen können. In diesem Jahr werden wir unsere Ziele erreichen – vielleicht sogar effektiver als bisher.“

Inspirierende Connections

Wir möchten junge, aufstrebende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu ermutigen, sich zu Wort zu melden.
Prof. Dr. Thoralf Niendorf
Thoralf Niendorf Lead Conference Organizer

Ziel des Symposiums ist es, verschiedenste Menschen – von Studierenden über Expert*innen bis hin zu Physiker*innen, Ingenieur*innen, Biolog*innen und Kliniker*innen – zusammenzubringen, um Imaging-Technologien aus zahlreichen Bereichen zu thematisieren.

Niendorf trifft bei den großen MRT-Konferenzen in der Regel auf bekannte Gesichter. Die Inspiration kommt da meist zu kurz und Gespräche mit denselben Personen führen ungewollt oft zur Verstärkung bestehender Annahmen. Aus diesem Grund legen Niendorf und seine Co-Organisator*innen großen Wert darauf, ein Umfeld zu schaffen, das Teilnehmende und Referent*innen aus deutlich mehr Bereichen anspricht.

„Wir möchten junge, aufstrebende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu ermutigen, sich zu Wort zu melden“, sagt Niendorf. „Viele Dinge, die hinter den Kulissen unserer Arbeit passieren, werden in den Papers erst gar nicht erwähnt. Aber genau diese kleinen Details sind oft sehr wichtig, um Experimente nachzuvollziehen oder Ideen weiterzuentwickeln.“

Alle 22 Vorträge, darunter zwei Keynotes sowie Podiumsdiskussionen und kurze Poster-Sessions, werden live übertragen. Das gibt den Teilnehmenden die Möglichkeit, in Echtzeit Fragen zu stellen und sich im Anschluss mit den Referent*innen und auch untereinander auszutauschen. Die Vorträge und Poster stehen nach dem Symposium zum Download bereit.

Mehr als MRT

Das Symposium konzentriert sich in erster Linie auf das Ultrahochfeld-Magnetresonanz-Imaging, also auf MRT-Geräte mit einer Magnetfeldstärke von mindestens sieben Tesla. Sie sind deutlich leistungsstärker als Geräte, die in der Regel bei Patient*innen zum Einsatz kommen und eine Stärke von 1,5 bis 3,0 Tesla aufweisen. In diesem Jahr berichten die Forschenden auch über ihre Erfahrungen mit noch empfindlicheren „extremen“ Hochfeld-MRT-Geräten mit Magnetfeldstärken von 14 bis 20 Tesla. Diese sind in der Lage, Natrium- und Kaliumionen im Körper aufzuspüren.

Kurzachsenansicht des schlagenden menschlichen Herzens, aufgenommen mit einem neuartigen Hochfrequenz-Antennenarray hoher Dichte bei 7,0 T unter Verwendung einer räumlichen Auflösung von (1,0x1,0x2,5) mm3.

Die Konferenz geht in diesmal noch einen Schritt weiter: Verschiedene bildgebende Verfahren und wie deren Kombination zusätzliche Erkenntnisse ermöglichen kann, werden Thema sein. Tatsächlich kommt die erste Keynote nicht von einer MRT-Fachkraft. Zum Auftakt spricht Dr. Katrin Heinze, Expertin für Optical Engineering und molekulare Mikroskopie der Universität Würzburg, zum Thema: „Why all the Fuss About Ultrahigh Field MRI: New Directions in Optical Imaging from the Nanoscopic to the Mesoscopic Scale“ (Was an Ultrahochfeld-MRT so besonders ist: neue Horizonte der optischen Bildgebung von der nanoskopischen zur mesoskopischen Ebene).

Weitere wichtige Themen sind die Integration mit den Datenwissenschaften und die direkte Einbeziehung von Kliniker*innen in bildgebende Verfahren. „Nichts gegen das geschulte Auge von Imaging-Fachpersonal, aber das reicht bei weitem nicht aus“, weiß Niendorf. „Wir brauchen datenwissenschaftliche Methoden, um mehr Informationen aus den Bildern zu erhalten. Außerdem müssen wir die molekulare und physiologische Bedeutung bildgebender Befunde besser verstehen.“

Diese Themen sind Teil einer größeren Bewegung, die immer mehr an Dynamik gewinnt. Das Symposium markiert gleichzeitig den offiziellen Beginn der neuen Helmholtz International Research School: „Imaging from the Nanoscopic to the Mesoscopic Scale“ (iNAMES) – ein Gemeinschaftsprojekt des MDC, der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Weizmann Institute of Science in Israel und bietet künftig eine interdisziplinäre Ausbildung für verschiedene Imaging-Plattformen und Datenwissenschaften an.

Anmeldeschluss für das UHF-MR-Symposium ist der 26. August.

Autorin: Laura Petersen

 

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