Gruppenbild Silent Hero Preisverleihung

Unverzichtbare Helfer*innen

Ihr Name steht nur selten über einem Paper, und doch würde es ohne sie keine Publikationen geben: Mitarbeiter*innen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass am Max Delbrück Center geforscht werden kann. Die engagiertesten unter ihnen werden jedes Jahr beim Sommerfest mit dem Silent Hero Award ausgezeichnet.

Von links nach rechts: Benjamin Turley, Gero Hübner und Yannic Rösch sorgten für die musikalische Untermalung.

Der Ruf des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (Max Delbrück Center) reicht weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Das Zentrum verdankt ihn seinen etwa 1.000 Wissenschaftler*innen, die an den Standorten in Berlin-Mitte und Berlin-Buch das „System Mensch“ erforschen. Doch die Arbeit der Forschenden braucht eine solide Grundlage. Diese Grundlage schaffen Tag für Tag viele Mitarbeiter*innen im Hintergrund. Sie sind „stille Heldinnen und Helden“, die in keinem Paper auftauchen und dennoch unverzichtbar sind. Um sie zu ehren und ihre Arbeit wenigstens einmal im Jahr ins Rampenlicht zu holen, stiftet der Freundeskreis des Max Delbrück Centers alljährlich den Silent Hero Award, der beim Sommerfest verliehen wird. Der erste Platz ist mit 500 Euro dotiert, der zweite mit 300 Euro, der dritte Platz mit 200 Euro. Durch die Zeremonie führte in diesem Jahr Dr. Michael Hinz, Koordinator für Nachhaltigkeit.  

And the winner is: Manuela Franzke

 

Von links nach rechts: Prof. Dr. Thomas Sommer, Manuela Franzke, Prof. Dr. Heike Graßmann, Ramona Zummach, Sabrina Golusik und Dr. Michael Hinz.

 

 

Über den ersten Preis freute sich „Spülküchenfee“ Manuela Franzke – so stellten die Laudatorinnen Sabrina Golusik, Technische Assistentin in der Arbeitsgruppe von Dr. Mikhail Kudryashev, und Ramona Zummach, Technische Assistentin bei Dr. Katja Simon, die diesjährige Gewinnerin vor. „Sie hilft, wo sie kann, ist immer freundlich, aufgeschlossen und eine wirklich große Hilfe“, führt Sabrina Golusik aus. Seit sechs Jahren ist Manuela Franzke für das Team „Zentrale Dienste“ in der Spülküche von Haus 31.1 tätig. Sie spült Messbecher und Kolben, sterilisiert und autoklaviert Petrischalen, Pipetten und Laborgefäße. „Es mag sich banal anhören“, sagt Sabrina Golusik, „aber Manuela Franzke erfüllt uns nicht nur jeden Wunsch. Mit ihrer Arbeit macht sie die Arbeit der Wissenschaftler*innen überhaupt erst möglich.“ Die Preisträgerin strahlte bei diesen Worten übers ganze Gesicht: „Ich bin dankbar, dass ihr das so zu schätzen wisst.“

Zweiter Platz: Tim Werth

Professorin Maike Sander, die künftige Wissenschaftliche Vorständin des Max Delbrück Centers, im Gespräch mit dessen Gründer Professor Detlef Ganten

Als „gute Seele des Hauses“ beschrieb Victoria Malchin in ihrer Laudatio den Zweitplatzierten: Tim Werth, technischer Hausmeister in der Abteilung TFM Betreiben. Am Berliner Institut für Medizinische Systembiologie des Max Delbrück Centers (MDC-BIMSB) sorgt er tagtäglich dafür, dass alles reibungslos funktioniert – sowohl was das Gebäude betrifft als auch teilweise dessen technische Infrastruktur. Zudem ist er für die Autoklavierung der Abfälle zuständig. Wenn sie morgens mit ihm durchspricht, was alles anliegt, habe er diese Dinge in der Regel schon erledigt, erzählt Gebäudemanagerin Victoria Malchin. Stets mit einem Lächeln und einem flotten Spruch auf den Lippen, einem außerordentlichen Pflichtbewusstsein, großem handwerklichen Geschick und sehr ideenreich gehört Tim Werth „zu den absoluten Stützen unserer Arbeitsabläufe“, heißt es im Nominierungsschreiben. „Er löst wirklich jedes Problem am BIMSB“, brachte es die administrative Vorständin Professorin Heike Grassmann auf den Punkt. „Er hat diese Auszeichnung mehr als verdient!“

Dritter Platz: Janet Liebold

Beim Sommerfest trat das neue Corporate Design des Max Delbrück Centers erstmals in Erscheinung - unter anderem auf den Liegestühlen.

Auch der dritte Preis ging an eine Mitarbeiterin am MDC-BIMSB: Janet Liebold, Laborleiterin und Technische Assistentin der Arbeitsgruppen von Dr. Leif Ludwig und Dr. Simon Haas. Beide Gruppen starteten vor eineinhalb Jahren und gehören zum gemeinsamen Fokusbereich „Einzelzellansätze für die personalisierte Medizin“ des Max Delbrück Centers, der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH). Janet Liebold war die erste Laborleiterin, die für den Schwerpunktbereich eingestellt wurde, und sie war maßgeblich daran beteiligt, die Prozesse in der institutionsübergreifenden Konstruktion zum Laufen zu bringen. Die Gründungsphase war turbulent, erinnerte sich Laudator Simon Haas: „Janet führte uns durch diese stürmische Zeit und navigierte 30 Mitarbeiter*innen, ohne dass ihr jemals etwas entging.“ Mittlerweile konnte sie ihre „normalen“ Labortätigkeiten aufnehmen, denen sie mit großer Sorgfalt und Präzision nachgeht. Auch weiterhin ist sie das Rückgrat des Labors, heißt es im Nominierungsschreiben. „Janet Liebold ist viel mehr als eine stille Heldin“, sagte Simon Haas, „ich würde sagen, sie ist eine laute Heldin.“ Noch eine, ohne die es nicht geht.

Text: Jana Ehrhardt-Joswig