Vielfalt fördern, Gemeinschaft stärken
„Ein Umfeld, das Kreativität, Innovation, Ideenvielfalt und Experimentierfreude unterstützt“ zu schaffen, ist ein erklärtes Ziel der Strategie 2030 des Max Delbrück Center. In ihrer neuen Rolle als Diversity-Koordinatorin und Inklusionsbeauftragte will Dr. Dilek Güven neue Ansätze entwickeln, um dieses Ziel in die Praxis umzusetzen. Mehr als die Hälfte der Wissenschaftler*innen am Zentrum stammt nicht aus Deutschland, und mit einem Frauenanteil von 60 Prozent ist das Max Delbrück Center bereits sehr vielfältig aufgestellt, sagt Güven. „Ich werde mich deshalb darauf konzentrieren, wie wir als Gemeinschaft harmonisch zusammenarbeiten können.“
Güven wuchs als Kind türkischstämmiger Eltern in Deutschland auf und hat die Kunst des „Diversity-Managements“ praktisch von klein auf gelernt: „Kinder, die mit verschiedenen Identitäten groß werden, müssen sich schon früh mit Fragen rund um das Thema Identität auseinandersetzen. Oft fungieren sie automatisch als ‚Diversity-Managern*innen‘, da sie Brücken zwischen den Kulturen bauen müssen“, erklärt sie.
Auch in ihrer akademischen Laufbahn beschäftigte sie sich mit Minderheiten und Diskriminierung. Für ihre Doktorarbeit forschte sie zu den Pogromen gegen Armenier, Griechen und Juden in Istanbul 1955. Vor ihrer Tätigkeit am Max Delbrück Center arbeitete Güven am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin und engagierte sich im Frauenrat der Universität. „Vielfalt ist für jede Organisation von entscheidender Bedeutung, denn sie bietet nicht nur kulturellen Reichtum, sondern auch eine Vielfalt an Ideen, die wiederum vielfältige Lösungsansätze ermöglicht. Das ist eine echte Bereicherung“, betont sie.
Das Max Delbrück Center setzt bereits mehrere Diversity-Programme um. Dazu gehört die Förderung von Menschen mit Behinderungen und von Menschen, die sich nicht mit der heteronormativen Kultur identifizieren. Außerdem arbeitet das Zentrum zweisprachig. „Wir haben ein tolles Team, das sich bereits intensiv mit diesen Themen beschäftigt“, sagt Güven. „Ich habe mit vielen Menschen hier gesprochen, um zu verstehen, was bereits getan wird, und um Ideen zu entwickeln, wie wir auf den vorhandenen Programmen aufbauen können, um unser Gemeinschaftsgefühl weiter zu stärken.“
Interview: Gunjan Sinha