Sicherheitshinweise im Foyer H84

Weiter forschen, Abstand halten

Wege festlegen, Abstände sicherstellen, Räume speziell beschildern - während der Corona-Krise gibt es am Max-Delbrück-Centrum einiges neu zu organisieren. Hausmeister Sven Falk und Abteilungsleiter Carsten Oehme berichten für „Wir am MDC“ von der Arbeit in Pandemiezeiten.

Manche Dinge lassen sich in der Krise erstaunlich einfach regeln. Am MDC war das der Zugang zu den Gebäuden, in denen die rund 1700 Beschäftigte und Gäste arbeiten: „Wir haben ab dem 18. März alle Zugangskarten gesperrt. Ausgenommen waren nur diejenigen, die den Notbetrieb aufrechterhalten haben und auf der entsprechenden Liste standen“, berichtet Carsten Oehme, Leiter der Abteilung Einkauf und kommissarischer Leiter der Abteilung Zentrale Dienste. Damit konnte bis Anfang Mai niemand sonst die MDC-Gebäude betreten. Umgesetzt haben das Andreas Arndt und Burkhard Kuhle, die am MDC für die Schließsysteme zuständig sind, und im Notbetrieb stets ad hoc reagierten, um notwendige Zugänge zu ermöglichen. Die meisten Kolleginnen und Kollegen arbeiteten nun mobil, die Forschung in den Laboren lief vorrübergehend auf Sparflamme. 

Dies alles war notwendig, um einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie zu leisten, die Gesundheit aller zu schützen und nicht zuletzt die Vorgaben des Landes Berlin zur Corona-Krise für wissenschaftliche Institutionen einzuhalten. Seit März 2020 tagt regelmäßig der Krisenstab, zu dem unter anderen Oehme gehört, um alles Nötige zu planen. „Als es ernst wurde, mussten wir die Forschung herunterfahren und dabei die Funktionalitäten des Instituts aufrechterhalten“, sagt Oehme. Das hieß konkret: Alles, was für die Corona-Forschung am MDC nötig war, lief weiter, die wissenschaftlichen Werte sollten gesichert und vor allem die Tiere und so manche Probe mussten gut versorgt bleiben.

Carsten Oehme (Leiter der Abteilung Einkauf) and Sven Falk (Hausmeister) am MDC.

Der Jurist Carsten Oehme ist seit 2016 am MDC. Zuvor hatte er als Rechtsanwalt gearbeitet, spezialisiert auf öffentlichen Einkauf. „Wir haben schon im Februar damit begonnen, die technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass unsere Leute mobil arbeiten können“, berichtet er. 55 Mitarbeitende sind in Oehmes Abteilungen tätig. Vor der Pandemie bestand sein Alltag vor allem aus vielen einzelnen Arbeitsgesprächen, außerdem fanden regelmäßig Teammeetings statt. „Da war es schön, mal einen Tag in Ruhe zuhause zu arbeiten“, erinnert sich der Leiter des Einkaufs. Heute sei das genau umgekehrt: Ist er mal am MDC, trifft er kaum Leute und ist eher im Büro ungestört.

Plakate, Piktogramme, Flatterband

Hausmeister Sven Falk ist gelernter Bautischler und arbeitet seit 2012 am MDC. Er und sein Team hatten besonders zu Beginn des Notbetriebs gut zu tun: Spender mit Desinfektionsmitteln an den Eingängen anbringen, Plakate mit Hygieneregeln und Informationen zur aktuellen Situation in allen Gebäuden aufhängen. Die Hausmeister versahen gemeinsam mit dem Team der Rezeptionen um Herrn Klaus Billep Toiletten und Aufzüge mit entsprechenden Piktogrammen, befestigten Flatterband an Haus 31, um Zu- und Abgang zu trennen und an anderen Stellen. Auch die Treppenaufgänge sind seitdem so gekennzeichnet, dass man sich möglichst nicht auf zu engen Wegen begegnet. Nicht, dass die Gefahr dafür im Notbetrieb groß gewesen wäre: „Es war anfangs schon sehr ruhig hier, das Haus hat nicht mehr richtig gelebt“, sagt Falk.

Sein Arbeitsalltag hat sich in den vergangenen Monaten allerdings kaum geändert. Lediglich beim Ausräumen von Büros achten er und seine Kollegen darauf, solche Arbeiten nur noch zu zweit zu machen und nicht mehr zu dritt. Und die Hausmeister von Haus 31, Haus 84 und dem Campus Nord arbeiten getrennt, um Kontakt zu vermeiden – und damit nicht alle auf einmal ausfallen, falls doch einer krank werden sollte.

Besprechungen sind inzwischen wieder möglich

Desinfektionsmittel und Masken werden auch zu normalen Zeiten an vielen Arbeitsplätzen am MDC benötigt. Sie zu beschaffen, war zwischenzeitlich eine Herausforderung für den Einkauf. „Wir konnten zwar die monatlichen Mengen wie im Normalbetrieb bestellen, mehr ging aber nicht. Es gab einfach keine Lieferquelle mehr.“, berichtet Oehme. Deshalb beschaffte das MDC die nötigen Zutaten und mischte Desinfektionsmittel zwischenzeitlich selbst an. Inzwischen hat das Land Berlin die Desinfektionsmittelbeschaffung der wissenschaftlichen Institute zentralisiert, man meldet seinen Bedarf an und wird beliefert. Auch hier bleibt der Weltmarkt außen vor: Herstellerin sind die Universitäten des Landes Berlin.

Langsam wird das MDC wieder lebendiger: Seit 4. Mai läuft der Basisbetrieb. Alle Forschungsteams können nun nicht nur theoretisch, sondern auch im Labor experimentieren und Studien voranbringen. Nach wie vor sind alle verpflichtet, besondere Hygienemaßnahmen einzuhalten, Abstand zu wahren und Masken zu tragen. „An den Regeln hat sich nichts geändert. Aber es sind wieder mehr Leute da“, fasst Oehme zusammen. Auch Besprechungen sind offiziell wieder erlaubt – mit reduzierter Bestuhlung und regelmäßigem Stoßlüften. Außerdem muss eine Anwesenheitsliste geführt werden, damit Teilnehmende kontaktiert werden können, falls jemand aus der Runde sich mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert haben sollte. Der direkte Austausch ist für alle wichtig, sagt Oehme: „Nach drei Monaten will man sich auch mal wieder persönlich sehen“.

Text: Wiebke Peters