Klaus Ruckpaul

Zum Gedenken an Klaus Ruckpaul

Der Pionier der Strukturforschung auf dem Campus Berlin-Buch ist im Dezember 2017 verstorben.

Er war ein Visionär und ein Optimist. So beschrieb ihn im Jahr 2010 Ronald W. Estabrock von der University of Texas in einem Gratulationsartikel zum 80. Geburtstag in der Zeitschrift „Biochimica et Biophysika Acta“. Kollegen und Schüler, die ihre wissenschaftliche Heimat in der ganzen Welt hatten, schlossen sich der herzlichen Gratulation an Klaus Ruckpaul an, dessen Ostberliner Tagungen und die damit verbundenen Feste unter ihnen Legende waren.  Professor Dr. Klaus Ruckpaul war ein international hochgeachteter Wissenschaftler und in historisch bewegten Zeiten eine zuverlässige Konstante auf dem Forschungscampus Berlin-Buch. Am 3. Dezember 2017 ist er in Berlin gestorben. Klaus Ruckpaul wurde am 29. Mai 1930 in Eisenach, Thüringen, geboren. Dort absolvierte er nicht nur sein Abitur, sondern auch eine Maurerlehre. Zum Studium der Medizin zog es ihn nach Berlin, an die Humboldt-Universität und Charité. Schon bald wurde ihm klar, dass nicht die klinische Medizin seine Berufung war, sondern die Erforschung der Strukturen und molekularen Mechanismen der Zelle. Bereits seine Doktorarbeit befasste sich mit Hämoglobinen, die er in den 1960er Jahren am Zentralinstitut für Molekulare Biologie in Berlin-Buch intensiv erforschte. Anfang der 70er Jahre wandte sich sein Interesse dem Cytochrom P-450 System zu und er übernahm er die Leitung einer Abteilung am Zentralinstitut. Mit insgesamt 230 Publikationen lieferte er einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Literatur, u.a. auf diesem Gebiet.

Große Weitsicht und persönliche Großzügigkeit

Als 1992 Teile der wissenschaftlichen Akademie-Institute auf dem Bucher Campus in das neu gegründete Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) überführt wurden, stand Klaus Ruckpaul dem Neubeginn aufgeschlossen gegenüber und erkannte die großen Chancen. Die hohe Qualität seiner Arbeit im Bereich der Strukturforschung, gemeinsam mit Mitarbeitern und Schülern,  war  ausschlaggebend dafür, dass dieser wichtige wissenschaftliche Bereich auch nach der Wiedervereinigung fortgesetzt, ja sogar erweitert wurde und bis heute eine bedeutende Rolle auf dem Bucher Campus spielt. „Klaus Ruckpaul hat die schwierigen Zeiten des Überganges mit großer Weitsicht und persönlicher Großzügigkeit unterstützt“, erinnert sich der Gründungsdirektor des MDC, Prof. Dr. Detlev Ganten.  Besonders intensiv sei die Zusammenarbeit bei der Herausgabe des „Journal of Molecular Medicine“ und der Buch-Serie „Molekulare Medizin“ gewesen, die Klaus Ruckpaul auch nach seiner Emeritierung im Jahr 1995 fortgesetzt hat. „Das MDC, seine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden das Andenken an Klaus Ruckpaul dankbar in Ehren halten“, sagte Prof. Dr. Martin Lohse, der jetzige Wissenschaftliche Vorstand des MDC.