Zuschlag für neue Forschungsprojekte
Ohne sie könnten wir weder riechen, schmecken noch sehen: G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCR) sitzen auf der Oberfläche von Zellen im gesamten menschlichen Körper und leiten Signale, wie etwa Sinnesreize, ins Zellinnere weiter. Sie sind wichtige Zielmoleküle für die pharmazeutische Wirkstoffentwicklung: Etwa 30 Prozent aller verschreibungspflichtigen Arzneimittel wirken über GPCR.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Ende vergangenen Jahres einen Sonderforschungsbereich „Strukturelle Dynamik der GPCR-Aktivierung und Signaltransduktion“ an der Universität Leipzig bewilligt. Der Bereich trage zu einem übergreifenden Verständnis der während der Signalübertragung ablaufenden molekularen Prozesse bei, sagt eine Sprecherin der Universität Leipzig. Auch das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz Gemeinschaft (MDC), die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sind an dem neuen Sonderforschungsbereich beteiligt. Er umfasst 17 individuelle Projekte, darunter zwei, die am 1. Januar 2020 in der Arbeitsgruppe von Professor Martin Lohse am MDC gestartet sind.
Drei neue PhD Stellen am MDC
Dr. Andreas Bock vom MDC und Professorin Irene Coin von der Universität Leipzig erhalten den Zuschlag von der DFG, um die molekularen Vorgänge der zellulären Signalverarbeitung genau unter die Lupe zu nehmen. Ein weiteres Projekt am MDC leiten die Wissenschaftler Dr. Paolo Annibale und Martin Lohse. Sie wollen herausfinden, wie die Lage der Membranrezeptoren ihre Funktion beeinflusst. Knapp 650.000 Euro für vier Jahre stehen den MDC-Projektleitern insgesamt für ihre Forschungsarbeiten zur Verfügung. Das MDC besetzt dafür momentan drei neue Doktorandenstellen, eine weitere PhD-Stelle entsteht in Leipzig.
Weiterführende Informationen
Pressemitteilung der DFG (25. November 2019)
Sonderforschungsbereich 1423 der Universität Leipzig
Nachrichtenübermittler bei der Arbeit