Skulpturen der Künstlerin Ulrike Mohr: Carvon

Science and Art

(content available in german only)

„Entscheidend ist die Erkenntnis, daß es mit dem Verfügungswissen, das uns die Naturwissenschaften in zunehmendem Maße bereitstellen, alleine nicht mehr getan ist“, sagt Detlev Ganten, ehemaliger MDC-Stiftungsvorstand, zur Eröffnung des Skulpturenparks auf dem Campus.

Max Delbrück hat in seiner Person wissenschaftliches und künstlerisches Denken in exemplarischer Weise vereint.
Detlev Ganten
Prof. Detlev Ganten MDC-Stiftungsvorstand am 14.9. 2000

Die Kunst kann und muss die wissenschaftliche Erkenntnis inspirieren und hinterfragen. Denn der schwer faßbare Prozess, in dem die Erkenntnisse über den Menschen und die Natur fortschreiten, ist sowohl auf die materiell-rationalen, als auch auf emotionale und anschauliche Ressourcen angewiesen. „[Dem Verfügungswissen] muß ein entsprechendes Orientierungswissen an die Seite treten, wobei dieses Ziel nur im interdisziplinären Gespräch erreicht werden kann, das die geisteswissenschaftlichen und künstlerischen Bemühungen mit einschließt“, sagt Ganten.

Die zahlreichen künstlerischen Werke auf dem Campus und in den Forschungsgebäuden soll diesen Prozess anregen. Das kulturelle Ambiente auf dem Campus hat daher nicht nur den Aspekt des ästhetischen Erlebens, sondern ist Anspruch auf ernsthafte Auseinandersetzung.

Im Kern handelt es sich bei der Wissenschaft, als auch bei bei Künsten um denselben Vorgang: nämlich das Unsichtbare sichtbar zu machen und die nicht sichtbare Realität mit Modellen und Symbolen zu erfassen.

Skulpturenpark

Der Skulpturenpark wurde 2000 eingeweiht. Die Exponate erwarb das MDC aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie in Höhe von 1,5 Millionen Mark. Sie sind auf dem Campus Berlin-Buch sowie in verschiedenen Gebäuden des MDC und des Campus ausgestellt.

Die Auswahl der Kunstwerke für den Skulpturenpark trafen Vertreterinnen und Vertreter des Museumspädagogischen Dienstes Berlin, des Künstlerhofs Buch, der Akademie der Künste, der Stiftung Berlinische Galerie, der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie des MDC. Außerdem war auch die Jeanne-Mammen-Gesellschaft beteiligt. Sie hatte dem MDC zuvor schon mehrere Gemälde der Berliner Malerin Jeanne Mammen (1890-1976) als Leihgaben zur Verfügung gestellt. Sie war mit dem MDC-Namenspatron Max Delbrück befreundet.

Bestandteil des Skulpturenparks ist zudem ein Mahnmal der Bildhauerin Anna Franziska Schwarzbach. Es erinnert an die Mordopfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms, deren Gehirne Wissenschaftler des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Hirnforschung in Berlin-Buch in den Jahren 1939 bis 1944 für "Forschungszwecke benutzt" haben.

Ausgewählte Werke

Verschiedene Werke von Jeanne Mammen

Von Jeanne Mammen konnten die Bilder “Junger Mann mit Schal”, “Der Würgeengel” (um 1939-42, Tempera auf Karton) und “Photogene Monarchen” (um 1967, Öl und Stanniol auf Karton) sowie die Skulpturen “Frauenkopf” (um 1939, Bronze), "Krieger II" (um 1945-49, Bronze), "Kleiner Kopf" (um 1945, Bronze), "Trompete" (um 1940, Bronze) und “Männerkopf” (um 1945-1949, Bronze) erworben werden.

L'Homme – Mann mit drei Beinen von Jean Ipousteguy (1963)

Der Mann mit drei Beinen vom französischen Bildhauer Ipoustéguy fand schon auf der documenta III (1964) große Beachtung. Das MDC hat sie 2000 erworben.

L’Homme, 1963, Bronze

Jean Ipoustéguy sagte: "Für mich gilt: hat man drei Punkte im Raum fixiert, ist das Problem des Raumes gestellt, und dementsprechend auch das der Skulptur, die ein sphärischer Gegenstand ist, im Gegensatz zur Malerei oder zum Film. Diese drei Punkte habe ich immer in meinen Skulpturen betont. Man denke hier an die Gestalt mit den drei Armen oder mit den drei Gesichtern. Sie werden es auch in meinen anderen Werken wiederfinden. (...) Als ich von Griechenland zurückkam, habe ich Figuren mit drei Beinen geschaffen, denn die sind für mich die Haltepunkte, die notwendig sind für die Stabilisierung im Raum. (...) Außerdem läßt es sich vielleicht metaphysisch deuten. (...)”

Lichtspur von Hermann Bachmann (1990)

Das Bild “Lichtspur” von Hermann Bachmann (1922-1995) befindet sich im Otto-Warburg-Saal der Campus-Mensa.

Lichtspur, 1990, Acryl auf Nessel

Traum vor Sonnenaufgang im Februar 1992, Hermann Bachmann

„Vor mir ein prachtvoller Bau - - - schloßähnlich mit großer Freitreppe, Rampe wahrscheinlich. Ich besuche meine Ausstellung. Viele Menschen in Betrachtung meiner Bilder - - - Riesenraum, vollgehängt. Sieht sehr gut aus so. Es genügt mir diese Ausstellung trotzdem nicht. Fliegen will ich, was ich kann. Vor mir eine Gruppe von aufmerksamen Wissenschaftlern, Filmapparate, Presse usw. Als ich um Gehör bitte, ist vollkommene Ruhe; meine Behauptung, fliegen zu können, stößt auf verlegenes Schweigen. In der Mitte des Raumes wird Platz gemacht und ich beginne mit Drehbewegungen um die eigene Achse, hebe vom Boden ab, sehr leicht, beginne zu schweben, habe schon eine Höhe von 5 bis 6 Metern erreicht, über der Mitte der Raumhöhe wird das Schweben sehr leicht, die Zimmerdecke zieht mich an. Es ist wunderbar, weil mühelos. Zurück zum Fußboden gelingt auch, ich lande auf beiden Füßen. Großer Applaus, die Wissenschaftler umringen mich und sind begeistert, - - - eine Sensation. Von links kommt mein Freund Rudolf Springer, er hat alles gesehen, ich frage: na? - - - darauf er: ganz gut, aber fliegen kann jede Fliege. Baselitz jedoch kann auf dem Stuhl sitzen, ohne umzufallen - - - darauf ich: und Beuys konnte liegen, ohne umzufallen. - Schluß.“

CROSSING OVER - A Metasystem of Genes & Arts von Karsten K. Panzer

Die vier Arbeiten im Foyer des Max Delbrück Communications Center (MDC.C) stammen aus einer gemeinsamen Ausstellung von MDC und der Internationalen Konferenz für Strukturelle Genomforschung (ICSG) im Jahr 2002.

PerZan über seine Kunst: „Die explodierende Fülle von Informationen sorgt einerseits für eine überwältigende Entwicklung in Naturwissenschaft und Technologie, aber andererseits wird eine umfassende und interdisziplinäre Kommunikation der Ergebnisse unmöglich, sie verliert sich in der Sprachlosigkeit der getrennten Terminologien und der Nichtübertragbarkeit ihrer Symbole. Notwendig, wenn nicht zwingend, ist eine "Metasprache" als interdisziplinäre Verknüpfung und "Grammatik" der Fachsprachen bei deren spezifischer Wahrnehmung und Deutung unserer Wirklichkeit. Gerade in der Komplexität von Genetik und Biotechnologie gilt es, ein solches Transfersystem zügig zu entfalten, bevor uns die Kontrolle und der Überblick entgleiten.“

Portraitbüsten

Auf dem Campus befinden befinden Büsten von einflussreichen Persönlichkeiten aus der biologisch-medizinischen Forschung.