Veränderungen der mentalen Gesundheit während der COVID-19-Pandemie-eine Analyse von Daten der NAKO Gesundheitsstudie von 2014-2022
Authors
- Yanding Wang
- Yue Xi
- Susanne Breitner-Busch
- Frank Padberg
- Andrea Rachow
- Hermann Brenner
- Stefanie Castell
- Volker Harth
- Stefan Haug
- Muhammad Nasir Khan Khattak
- Lena Koch-Gallenkamp
- Lilian Krist
- Benedikt M.J. Lampl
- Berit Lange
- Michael Leitzmann
- Wolfgang Lieb
- Claudia Meinke-Franze
- Rafael Mikolajczyk
- Ilais Moreno Velásquez
- Nadia Obi
- Cara Övermöhle
- Laura Pfrommer
- Tobias Pischon
- Stefan Rach
- Börge Schmidt
- Stefan N. Willich
- Marie-Theres Huemer
- Annette Peters
Journal
- Deutsches Aerzteblatt
Citation
- Dtsch Arztebl 123 (4): 93-96
Abstract
HINTERGRUND: Die COVID-19-Pandemie und ihre Begleiterscheinungen haben weltweit Besorgnis erregt hinsichtlich ihrer Folgen für die mentale Gesundheit. Die NAKO Gesundheitsstudie bietet die Möglichkeit, die Trends der Veränderungen der mentalen Gesundheit während der Pandemie bei Erwachsenen in Deutschland zu untersuchen. METHODS: Wir haben Daten von 79 239 Teilnehmenden der NAKO Gesundheitsstudie analysiert, die an Erhebungen zu depressiven und Angstsymptomen, Stress und selbst wahrgenommener Gesundheit zu drei Zeitpunkten teilgenommen haben: Baseline (2014–2019), in der frühen (2020) und in der späten Phase der Pandemie (2022). Die Veränderungen der mentalen Gesundheit über die drei Zeitpunkte wurden anhand deskriptiver Statistiken, Sankey-Diagrammen und einer post-hoc multinomialen logistischen Regression analysiert. ERGEBNISSE: Wir beobachteten eine anfängliche Verbesserung der selbst wahrgenommenen Gesundheit von der Baseline bis 2020, später (2020–2022) jedoch eine Verschlechterung. Die mentale Gesundheit der meisten Teilnehmenden blieb über die Zeit gleich. Von Baseline bis 2022 stieg der Anteil der Personen, die depressive Symptome berichteten, von 5,9 % auf 9,7 %, bei moderaten bis schweren Angstsymptomen von 3,9 % auf 6,2 % und bei moderatem bis schwerem Stress von 4,1 % auf 10,2 %. Darüber hinaus erlebten mehr jüngere Erwachsene und Frauen eher Verschlechterungen als Verbesserungen der selbst wahrgenommenen Gesundheit. SCHLUSSFOLGERUNG: Unsere Ergebnisse deuten auf eine Zunahme an mentaler Symptombelastung bei Erwachsenen in Deutschland während der Pandemie hin. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Monitorings und gezielter Strategien zur Verbesserung der öffentlichen mentalen Gesundheit.