Entwurf des Käthe-Beutler-Hauses (BIH)

Berliner Institut für Gesundheitsforschung

Personalisierte Medizin, neuartige Therapien

Im Berliner Institut für Gesundheitsforschung vereinen MDC und Charité ihre Stärken. Das Institut verschränkt die translationale Forschung mit dem fächerübergreifenden Ansatz der Systemmedizin.

Wie fließen die Erkenntnisse aus den Lebenswissenschaften schneller und gezielter in die Entwicklung medizinische Therapien ein, in die Diagnostik und Prävention? Wie gelangen Beobachtungen aus der klinischen Praxis zurück in die Grundlagenforschung?

Diese Fragen der „translationalen Forschung“ bearbeiten Wissenschaftler und Ärzte von MDC und Charité schon seit vielen Jahren gemeinsam in Einzel- oder Verbundprojekten. 

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (Berlin Institute of Health, BIH) gibt dieser Zusammenarbeit seit 2013 ein Gerüst. Das BIH, als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet, institutionalisiert und bündelt die langjährigen projektbezogenen Kooperationen zwischen MDC und Charité und sorgt für wissenschaftliche Synergien. Seit Sommer 2017 ist Prof. Martin Lohse, Wissenschaftlicher Vorstand des MDC, auch Interims-Vorstandsprecher des BIH (Stand: Ende 2017).

Lückenschluss zwischen Grundlagenforschung und Anwendung

Der Zusammenschluss der beiden Institutionen füllt die Kluft zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung. Das BIH bringt die beiden Welten in einem gemeinsamen Forschungsraum zusammen.

Der enge Austausch zwischen Forschung und medizinischer Praxis ist essentiell, wenn verbesserte diagnostische, therapeutische und präventive Verfahren für die Gesundheit der Menschen entstehen sollen. Das Ziel des BIH ist es, Fortschritte in der lebenswissenschaftlichen Forschung für die Gesundheit der Menschen nutzbar zu machen.

Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Vorhersagen und neuartige Therapien bei progredienten (fortschreitenden) Krankheiten und ungelösten Gesundheitsproblemen. Damit sollen Menschen Lebensqualität zurückbekommen oder erhalten.

Forschungsprogramme am BIH

In translationalen Forschungsprogrammen setzt das BIH seinen Auftrag um. Technologische Forschungsplattformen ergänzen die Programme durch die Entwicklung neuer Technologien, Methoden und Infrastrukturen.

Das BIH etabliert zwei translationale Forschungsschwerpunkte:  

  1. Forschungsprogramm „Personalisierte Medizin progredienter Krankheiten“ für eine verbesserte Vorhersage progredienter Krankheiten für einzelne Patientinnen und Patienten (neue Marker und Modelle),
  2. Forschungsprogramm „Neuartige Therapien für progrediente Krankheiten“ für die Entwicklung und Anwendung von neuartigen und regenerativen und personalisierten Therapien progredienter Krankheiten (neue Therapeutika und Produkte).

Vier große wissenschaftliche, technologische Forschungsplattformen ergänzen die translationalen Forschungsprogramme: 

  • Digitale Medizin,
  • Klinisch-Translationale Wissenschaften,
  • Multiskalen-Genomik,
  • Humanisierte Modellsysteme und Zell-Engineering.

Die Plattformen bieten den Forschenden Zugriff auf neueste Technologien, Methoden, Initiativen und Forschungsstrukturen.

Entwurf des Käthe-Beutler-Hauses

Ein Dach für Forscher, Ärzte und Patienten

Auf dem Forschungscampus Berlin-Buch entsteht in direkter Nachbarschaft zum MDC bis 2020 ein neues Gebäude – ein neuer, zentraler Standort für das BIH. Der Neubau wird den Namen der 1935 vertriebenen Berliner Kinderärztin Käthe Beutler tragen. 

Er stellt die Verbindung zwischen Forschern, Ärzten, Patienten und Probanden auch baulich her. Der enge Kontakt und Austausch ist ganz zentral für die translationale Forschung. Es entsteht ein neuer und kommunikativer Raum mit großzügigem Innenhof und zahlreichen Begegnungsflächen. Der Neubau ersetzt Gebäude der alten Robert-Rössle-Klinik, die in den siebziger Jahren errichtet wurden.

Geschichte des Berliner Institut für Gesundheitsforschung

Das BIH wurde im März 2013 zunächst als Innen-Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet. Ein Berliner Landesgesetz überführte das Institut 2015 in eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. MDC und Charité bleiben als Gliedkörperschaften des BIH weiterhin rechtlich selbstständig.

Bereits im Juli 2011 unterzeichneten beide Einrichtungen eine Vereinbarung für die Zusammenarbeit (Memorandum of Understanding) in Form einer gemeinsamen Institution. Erste Gespräche auf politischer Ebene über die Einrichtung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung führten die damalige Bundesforschungsministerin Annette Schavan und der damalige Berliner Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner im Jahr 2011. Am 6. November 2012 wurde die geplante Neugründung von Bund und Land Berlin öffentlich bekannt gemacht. 

Der erste Vorstand des BIH zum Eröffnungs-Festakt am 18. Juni 2013: Prof. Walter Rosenthal, Prof. Ernst Rietschel (Vorstandsvorsitzender), Prof. Karl Max Einhäupl und Prof. Annette Grüters-Kieslich (v.l.)

Im Januar 2013 besiegelten der Bund und das Land Berlin die Verwaltungsvereinbarung zur „Errichtung, Organisation und Finanzierung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung“. Zwei Monate später, am 25. März 2013, unterzeichneten die Charité – Universitätsmedizin Berlin, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Berlin sowie die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren den Gründungsvertrag.

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung wurde zunächst als Innen-GbR gegründet. Seit 23. April 2015 ist es als Körperschaft des öffentlichen Rechts (KöR) eigenständig und rechtsfähig.

    Website des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung 

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