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Gute wissenschaftliche Praxis

Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und anderen ist eines der Grundprinzipien wissenschaftlichen Arbeitens. Das Max Delbrück Center legt hohen Wert auf die Beachtung und Verinnerlichung dieser Regeln durch den wissenschaftlichen Nachwuchs und die Wissenschaftler*innen. Denn Vertrauen untereinander ist die Voraussetzung für erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten.

Wissenschaftliche Integrität bildet die Grundlage einer vertrauenswürdigen Wissenschaft. Sie ist eine Ausprägung wissenschaftlicher Selbstverpflichtung, die den respektvollen Umgang miteinander, mit Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern, Tieren, Kulturgütern und der Umwelt umfasst und das unerlässliche Vertrauen der Gesellschaft in die Wissenschaft stärkt und fördert. (…) Die Wissenschaft selbst gewährleistet durch redliches Denken und Handeln, nicht zuletzt auch durch organisations- und verfahrensrechtliche Regelungen, gute wissenschaftliche Praxis. 
(DFG Kodex 2019)

Das Max Delbrück Center ist der Wahrung wissenschaftlicher Integrität zutiefst verpflichtet. Wissenschaftliche Integrität ist der Grundpfeiler vertrauenswürdiger Forschung, der auf intellektueller Redlichkeit gegenüber sich selbst als auch anderen sowie der Einhaltung der Grundprinzipien guter wissenschaftlicher Praxis beruht. Mit den Regeln guter wissenschaftlicher Praxis legt das Max Delbrück Center Verantwortlichkeiten und Erwartungen klar fest. Die Verfahrensregeln im Falle von wissenschaftlichem Fehlverhalten beschreiben den Ablauf einer formalen Untersuchung am MDC und skizzieren die Arten wissenschaftlichen Fehlverhaltens und mögliche Sanktionen.

Unsere wichtigsten Grundsätze sind hier zusammengefasst:

  1. Integrität: Wissenschaftler*innen übernehmen die Verantwortung für die Vertrauenswürdigkeit ihrer Forschung. 
     
  2. Führungsverantwortung und Forschungsumfeld: Die Leitung des Max Delbrück Center schafft und erhält ein Umfeld, das Integrität durch Aufklärung, klare Richtlinien und angemessene Karriereentwicklung fördert. Alle Führungskräfte fördern ein Arbeitsumfeld, das die Integrität der Forschung unterstützt.
     
  3. Bewertung von Forschungsergebnissen: Wissenschaftler*innen bewerten fair und objektiv. Bei der Überprüfung der Arbeit anderer wahren sie die Vertraulichkeit und minimieren implizierte Voreingenommenheit oder Vorurteile. Sie nutzen einen mehrdimensionalen Bewertungsansatz.
     
  4. Forschungsdesign: Wissenschaftler*innen planen ihre Studien sorgfältig, wenden geeignete Forschungsmethoden an, stützen ihre Schlussfolgerungen auf eine kritische Analyse der Beweise und berichten die Ergebnisse und Interpretationen vollständig und objektiv. 
     
  5. Einhaltung des ethischen und rechtlichen Rahmens: Wissenschaftler*innen sind sich der Vorschriften und Richtlinien für die Forschung bewusst und halten diese ein.
     
  6. Forschungsdokumentation: Wissenschaftler*innen führen genaue Aufzeichnungen über alle Forschungsarbeiten in einer Weise, die eine Überprüfung und Replikation ihrer Arbeit durch andere ermöglicht. 
     
  7. Publikation: Wissenschaftler*innen veröffentlichen Daten und Ergebnisse in einem sorgfältig ausgewählten Publikationsmedium und in Übereinstimmung mit den FAIR-Grundsätzen (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable = aufffindbar, zugänglich, interoperabel, wiederverwendbar). Fehler in bereits veröffentlichen Daten werden korrigiert.
     
  8. Autor*innenschaft: Wissenschaftliche Veröffentlichungen erfordern die faire Zuweisung von Verdienst und Verantwortung sowie eine offene Diskussion und Einigung zwischen Kolleg*innen über die Autorenschaft. 
     
  9. Vertraulichkeit und Neutralität: Wissenschaftler*innen wahren bei der Bewertung eingereichter Manuskripte, Drittmittelanträgen oder persönlicher Qualifikationen strikte Vertraulichkeit. Sie legen alle Fakten offen, die den Anschein eines Interessenkonflikts erwecken könnten.
     
  10. Geistiges Eigentum: Neue Ideen und wissenschaftliche Erkenntnisse werden als geistiger Verdienst der Wissenschaftler*innen geschützt, die einen genuinen Beitrag zu deren Entwicklung geleistet haben.

Ethische Normen und Grundlagen sind in anliegenden Dokumenten ausführlich geschildert.

Ombudspersonen für Fragen guter wissenschaftlicher Praxis

Die Einrichtung eines Ombudsmanns geht zurück auf die Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Mit dem Ombudsmann soll sichergestellt werden, dass Forscher, die Fehlverhalten gegen „good scientific practice“ vermuten, einen Ansprechpartner haben, der sie berät und ihnen in Konfliktsituationen behilflich ist. Er wird durch den Vorstand des MDC im Einvernehmen mit dem Wissenschaftlichen Rat aus dem Kreis der Arbeitsgruppenleiter bestellt.

 

Vertrauenspersonen für Doktoranden

Die Vertrauenspersonen unterstützen und beraten Doktoranden. Dabei bieten sie eine Anlaufstelle für Gespräche, die grundsätzlich vertraulich sind. Auf Wunsch der Doktoranden können die sie auch bei Konflikten vermitteln helfen. Die Vertrauenspersonen werden von den Studentinnen und Studenten am MDC gewählt.