Berlin Science Week 2020

Künstliche Intelligenz für die Zukunft der Medizin

Am 7. November 2020 laden das Berlin Institute of Health und der Tagesspiegel zum fünften Future Medicine Science Match ein: In diesem Jahr lautet das Thema „Künstliche Intelligenz in der Translationalen Medizin“. MDC-Forscher Roland Schwarz ist Chair der Session zur KI in der Grundlagenforschung.

Die Sprecher*innen haben beim Science Match nur drei Minuten Zeit, um ihre Idee, ihr Projekt oder ihr Produkt vorzustellen. Erstmals findet ein Wettbewerb zwischen allen Sprecher*innen statt: Das Publikum ist aufgerufen, seinen Favoriten aus Akademie und StartUp, aus Medizin und Wissenschaft zu wählen; die wissenschaftliche Jury kürt den Gewinner oder die Gewinnerin des besten wissenschaftlichen Vortrags. Aufgrund der Corona-Pandemie findet die gesamte Konferenz – wie die meisten Veranstaltungen während der Berlin Science Week – online statt. 

Die modernen molekularbiologischen Methoden produzieren unglaubliche Mengen an Daten, die kein menschliches Gehirn mehr allein erfassen oder gar auswerten kann. Hierzu braucht man die künstliche Intelligenz.
Roland Schwarz
Roland Schwarz Leiter der Arbeitsgruppe "Evolutionäre und Krebsgenomik"

Das Programm gliedert sich in drei Teile: Künstliche Intelligenz in der Grundlagenforschung, Künstliche Intelligenz bei der Entscheidungsfindung, und Künstliche Intelligenz in der SARS-CoV-2 bzw. COVID-19-Forschung. „Die modernen molekularbiologischen Methoden produzieren unglaubliche Mengen an Daten, die kein menschliches Gehirn mehr allein erfassen oder gar auswerten kann. Hierzu braucht man die künstliche Intelligenz“, sagt Dr. Roland Schwarz, Gruppenleiter für Genomforschung in der Evolution und bei Krebs am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), und Chair der ersten Session. In den Vorträgen geht es zum Einsatz von KI in der Auswertung von Genomsequenzen, in der Krebsforschung oder zur Vorhersage des Verlaufs von Blutvergiftungen.

BIH Johanna Quandt-Professorin für Gehirnsimulation am BIH und an der Charité Petra Ritter leitet die zweite Session zur Entscheidungsfindung in der Medizin: „Welche Therapie für welchen Patienten die richtige ist, ist oft nicht so leicht zu entscheiden, gerade wenn sehr viele Parameter zu berücksichtigen sind. Genau hier kann die Künstliche Intelligenz helfen, weil sie viele Dinge gleichzeitig auswerten kann.“ In dieser Session werden KI-Entwicklungen vorgestellt, die das Smartphone Herzversagen erkennen lässt, Hochrisikoschwangerschaften überwachen oder Röntgenbilder von Tuberkulosekranken im ländlichen Südafrika auswerten können.

KI hilft auch der COVID-19-Forschung

In der dritten Session schließlich geht es um Künstliche Intelligenz und ihren Einsatz in der gegenwärtigen Coronapandemie: „Die KI hilft uns dabei, die Ausbreitungswege des Virus in der Bevölkerung nachzuvollziehen, die vielen unterschiedlichen Daten aus der Erforschung des SARS-CoV-2 Virus zusammen zu führen und damit auch so schnell wie möglich aus den Ergebnissen Schlüsse für die Behandlung von COVID-19 Patienten zu ziehen“, sagt BIH-Professorin für Interoperabilität und eHealth Sylvia Thun, die auch die wissenschaftliche Gesamtleitung für das diesjährige Future Medicine Science Match übernommen hat.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek im Interview

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek beantwortet im Interview Fragen nach der KI-Strategie des Bundes. Die Keynote Lecture hält Pawel Swieboda, der Direktor des Human Brain Projects, das sich die Erforschung des menschlichen Gehirns mit der Hilfe des Computers und von Künstlicher Intelligenz vorgenommen hat. Swieboda ist ebenfalls Gründungsdirektor von EBRAINS, einer völlig neuen Europäischen Forschungsinfrastruktur, die die nahtlose Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftler*innen und Technologieexpert*innen ermöglicht, um die Bereiche der Neuro- und Computerwissenschaften und der Neurologie voranzubringen.

Komplettiert wird die Konferenz durch Grußworte des Vorstandsvorsitzenden des BIH, Professor Christopher Baum, den Beauftragten für Digitale Wirtschaft und Start Ups im Bundesministerium für Wirtschaft, Thomas Jarzombek, sowie Mathias Müller von Blumencron,  Chefredakteur des Tagesspiegels. Future Medicine 2020 ist bereits die fünfte Konferenz zur Zukunft der Medizin, die das BIH gemeinsam mit dem Tagesspiegel und in Kooperation mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem MDC durchführt. Sie findet jährlich am 7. November im Rahmen der Berlin Science Week statt.

Erstmals auch CME-Fortbildung für Ärzt*innen

Im Vorfeld des Future Medicine Science Match findet ebenfalls online eine CME-Fortbildungsveranstaltung für Ärzt*innen zu Anwendungen von Künstlicher Intelligenz in translationaler Medizin statt. Es werden die Grundprinzipien von KI und maschinellem Lernen erklärt und exemplarisch deren medizinische Anwendungsmöglichkeiten aufgezeigt. BIH-Professorin Petra Ritter erklärt im ersten Vortrag, wie Gehirnprozesse von Patient*innen mittels KI simuliert und damit neue Therapieansätze ermöglicht werden können. Im zweiten Vortrag von Professorin Kerstin Ritter liegt der Fokus auf sogenannten Deep Learning-Verfahren, die bereits erfolgreich in der medizinischen (Neuro-)Bildgebung eingesetzt werden. Im dritten Vortrag stellt Dr. Marcel Naik Modelle zur Vorhersage von akutem Nierenversagen vor, zum Abschluss wird Professorin Andrea Volkamer zeigen, wie maschinelle Lernverfahren in der frühen Medikamentenentwicklung hilfreich sind. Alle Vortragenden kommen von der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die wissenschaftliche Leitung hat auch hier BIH-Professorin Sylvia Thun inne.

Journalist*innen sind herzlich eingeladen teilzunehmen:

Future Medicine Science Match 2020 
Samstag, 7. 
November 2020
Eröffnung der Konferenz: 13:00 Uhr Ende gegen 16:30 Uhr.

Online-Akkreditierung

Oder Anmeldung bei:
Dr. Stefanie Seltmann

Leiterin Kommunikation
Berlin Institute of Health (BIH)
s.seltmann@bihealth.de

Gerne vermitteln wir Ihnen Interviewgespräche mit den Wissenschaftler*innen.

Den aktuellen Stand des Programms finden Sie online.

Das Original dieser Pressemitteilung wurde am 4.11.2020 vom Berlin Institute of Health versandt.

Weitere Informationen

Kontakt

Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Kommunikation & Marketing
Berlin Institute of Health
+49 (0) 30 450 543019

s.seltmann@bihealth.de

Jutta Kramm
Leiterin Abteilung Kommunikation
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
+49-30-9406-2140
jutta.kramm@mdc-berlin.de oder presse@mdc-berlin.de
 

    Über das Berlin Institute of Health (BIH)

     

    Die Mission des Berlin Institute of Health (BIH) ist die medizinische Translation: Erkenntnisse aus der biomedizinischen Forschung werden in neue Ansätze zur personalisierten Vorhersage, Prävention, Diagnostik und Therapie übertragen, umgekehrt führen Beobachtungen im klinischen Alltag zu neuen Forschungsideen. Ziel ist es, einen relevanten medizinischen Nutzen für Patient*innen und Bürger*innen zu erreichen. Dazu etabliert das BIH ein umfassendes translationales Ökosystem, setzt auf ein organübergreifendes Verständnis von Gesundheit und Krankheit und fördert einen translationalen Kulturwandel in der biomedizinischen Forschung. Das BIH wurde 2013 gegründet und wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF ) und zu zehn Prozent vom Land Berlin gefördert. Die Gründungsinstitutionen Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

    Weitere Informationen zum BIH

     

    Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)

     

    Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH ) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.