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Glomeruläre Filtrationsrate, Albuminurie und berichtete Nierenerkrankung im Vergleich: Ergebnisse der deutschen NAKO Gesundheitsstudie

Authors

  • Peggy Sekula
  • Elena Butz
  • Elke Schaeffner
  • Janis M. Nolde
  • Insa M. Schmidt
  • Lara Kim Brackmann
  • Beate Fischer
  • Matthias Girndt
  • Kathrin Günther
  • Anke Hannemann
  • Volker Harth
  • Torben Heinsohn
  • André Karch
  • Thomas Keil
  • Lilian Krist
  • Berit Lange
  • Michael Leitzmann
  • Claudia Meinke-Franze
  • Jaroslawna Meister
  • Rafael Mikolajczyk
  • Ute Mons
  • Katharina Nimptsch
  • Nadia Obi
  • Cara Övermöhle
  • Tobias Pischon
  • Tamara Schikowski
  • Ben Schöttker
  • Matthias B. Schulze
  • Julia Schwichtenberg
  • Andreas Stang
  • Henning Teismann
  • Henry Völzke
  • Karlhans Endlich
  • Matthias Nauck
  • Markus Scholz
  • Iris M. Heid
  • Wolfgang Lieb
  • Anna Köttgen

Journal

  • Deutsches Aerzteblatt

Citation

  • Dtsch Arztebl Int 123 (13): 345-352

Abstract

  • HINTERGRUND: Chronische Nierenerkrankungen (CKD) verlaufen lange asymptomatisch und werden häufig spät diagnostiziert. Angesichts neuer therapeutischer Möglichkeiten gewinnt die frühzeitige Identifikation relevanter Befunde aus dem Screening der Nierenmarker glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) und Albuminurie in der Allgemeinbevölkerung zunehmend an Bedeutung. METHODE: In der NAKO Gesundheitsstudie wurden von 195 182 Teilnehmenden berichtete ärztliche Diagnosen einer Nierenerkrankung den Ergebnissen Screening-relevanter Marker, eGFR < 60 mL/min/1,73 m² und Albuminurie, gegenübergestellt. Zu Vergleichszwecken wurden zudem verschiedene Gleichungen zur Schätzung der Nierenfunktion evaluiert. ERGEBNISSE: Jeweils 2 % der Teilnehmenden berichteten eine Nierenerkrankung beziehungsweise wiesen eine eGFR < 60 mL/min/1,73 m² auf. Die Überschneidung war jedoch gering: Über 80 % der Teilnehmenden mit eGFR von 30–59 mL/min/1,73 m² berichteten keine ärztliche Diagnose. Auch die Einbeziehung von Daten zu Albuminurie konnte diese Diskrepanz nicht wesentlich verringern: 6 213 Personen (17,5 % der Kohorte) berichteten trotz auffälliger eGFR- oder UACR-Werte (UACR, Urin-Albumin-zu-Kreatinin-Quotient) keine diagnostizierte Nierenerkrankung. Selbst bei Teilnehmenden mit eGFR 30–59 mL/min/1,73 m² und UACR > 300 mg/g betrug der Anteil mit berichteter Nierenerkrankung < 50 %. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Ergebnisse weisen auf ein niedriges Bewusstsein für das mögliche Vorliegen einer CKD in der Allgemeinbevölkerung hin. Ein erheblicher Anteil von Personen mit klinisch relevanten, abklärungsbedürftigen Screening-Befunden ist sich einer möglichen Nierenerkrankung nicht bewusst. Angesichts verfügbarer wirksamer Therapien unterstreichen diese Befunde die Notwendigkeit strukturierter Screening- und Abklärungsstrategien für die Nierengesundheit.


DOI

doi:10.3238/arztebl.m2026.0053