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Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch eröffnet

Einzigartige Verbindung von Grundlagenforschung und klinischer Forschung

In Anwesenheit von Bundespräsident Richard von Weizsäcker ist am Montag, dem 7. Dezember 1992, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch eröffnet worden. Das MDC ist eine in dem vereinigten Deutschland einzigartige Forschungseinrichtung - sie verbindet molekulare Grundlagenforschung mit klinischer Forschung. Das MDC knüpft damit an eine bereits in der ehemaligen DDR geübte Forschungstradition an. Gründungsdirektor ist der Bluthochdruckforscher Prof. Detlev Ganten.

Das MDC nahm im Januar 1992 seine Arbeit auf. Es ist benannt nach dem Nobelpreisträger Max Delbrück, der zusammen mit dem russischen Genetiker Nikolai Wladimirovich Timofeef-Ressovsky mit den Arbeiten "Über die Natur der Genmutation und der Genstruktur" in Berlin im Jahre 1936 die Grundlagen für die molekulare Genetik legte. Das neue Forschungszentrum ist hervorgegangen aus drei Zentralinstituten der Akademie der Wissenschaften der ehemaligen DDR in Berlin-Buch. Die Institute mußten wie alle Akademieinstitute laut Einigungsvertrag im Dezember vergangenen Jahres ihre Arbeit einstellen.

Die Forschungsarbeit am MDC ist m sechs fächerübergreifende Schwerpunkte gegliedert: Genetik, Zellphysiologie, Gentherapie, Neurobiologie und experimentell-klinische Krebs- sowie HerzKreislaufforschung. In den beiden zuletzt genannten Bereichen arbeiteten die Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums eng mit zwei Kliniken zusammen: mit der auf dem Campus gelegenen Robert-Rössle Onkologischen-Klinik und der Franz-Volhard Herz-Kreislauf-Klinik. Die beiden Kliniken verfügen über insgesamt 280 Betten. Sie sind dem Universitätsklinikum Rudolf Virchow der Freien Universität Berlin angeschlossen.

Die klinische Forschung der Robert-Rössle-Klinik befaßt sich unter anderem mit dem gezielten Einsatz von Botenstoffen des Immunsystems zur Krebsbehandlung. So soll etwa erprobt werden, wie diese Substanzen zur Unterstützung der Therapie von Blutkrebs eingesetzt werden können. Ein Schwerpunkt der Franz-Volhard-Klinik ist es, die genetischen Grundlagen der Regulation des Blutdrucks besser zu verstehen.

Derzeit sind im MDC für Molekulare Medizin rund 400 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 120 Wissenschaftler, zum überwiegenden Teil aus den drei Akademieinstituten in Berlin-Buch. In den kooperierenden Kliniken arbeiten 400 Mitarbeiter,davon 80 Ärzte. Das MDC erwartet, daß über Drittmittel die Zahl der Mitarbeiter auf etwa 600 Mitarbeiter erhöht werden kann.

Das Max-DelbfÜck-Centrum ist eine von drei neuen Großforschungseinrichtungen in den neuen Bundesländern. Insgesamt gibt es in Deutschland 16 Einrichtungen dieser Art, die zu 90 Prozent vom Bundesforschungsministerium für Forschung und Technologie und zu zehn Prozent von dem Sitzland finanziert werden.

 

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Robert-Rössle-Straße 10
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Tel.: +49 (0) 30 94 06 - 38 96
Fax:  +49 (0) 30 94 06 - 38 33